Jugendbeteiligung

Die direkte, sichtbare und wirkungsvolle Beteiligung junger Menschen an "ihrer" Jugendstrategie ist ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung. Jugendbeteiligung darf dabei niemals Selbstzweck sein, sondern muss stets konkrete Mitsprache und Mitwirkung gewährleisten. Für eine möglichst breite und fundierte Beteiligung an der Entwicklung der Jugendstrategie sorgen unterschiedliche wiederkehrende Formate, in denen junge Menschen als Expertinnen und Experten in eigener Sache agieren:

Jugend-Audits

Um die Lebensweltperspektive junger Menschen in die Jugendstrategie der Bundesregierung einfließen zu lassen, werden themenspezifische Jugend-Audits zu einzelnen Handlungsfeldern der Jugendstrategie durchgeführt. In den Audits erarbeiten jeweils 15 bis 30 junge Menschen in einem Werkstatt-Format Impulse, die sie auch in der Interministeriellen Arbeitsgruppe (IMA) Jugend präsentieren.

Folgende Audits wurden durchgeführt:

  • März 2019: Audit Vielfalt und Teilhabe
  • Mai 2019: Audit Mobilität und Digitales sowie Bildung und Arbeit, Freiräume
  • Juni 2019: Audit Umwelt

JugendPolitikTage

Die JugendPolitikTage (JPT) bieten Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie den Ressorts der Bundesregierung ein Forum zum Austausch über Themen der Jugendstrategie. Hier können bis zu 500 politisch interessierte junge Menschen ihre Ideen und Impulse für eine jugendgerechte Zukunft mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung und der organisierten Zivilgesellschaft diskutieren und Lösungsstrategien für jugendrelevante Handlungsbedarfe entwickeln. Die JPT bilden einen Meilenstein im Entwicklungs- und Umsetzungsprozess der Jugendstrategie. Sie werden in Kooperation mit der Jugendpresse Deutschland durchgeführt. Die Positionen und Empfehlungen der #JPT19 zur Entwicklung der gemeinsamen Jugendstrategie sind in einer Dokumentation zusammengefasst worden. Die nächsten JPT finden vom 6. bis 9. Mai 2021 in Berlin statt.

Bundesjugendkonferenz 2020

Die Bundesjugendkonferenz hat am 11. und 12. September 2020 digital mit 150 online teilnehmenden Jugendlichen stattgefunden. In digitalen Workshops und Talkrunden mit Akteurinnen und Akteuren aus Politik und Verwaltung sowie aus der Kinder- und Jugendhilfe konnten junge Menschen aktuelle jugendpolitische Themen diskutieren. Zudem wurden hier bereits Impulse für die thematische Ausgestaltung der JugendPolitikTage 2021 gesammelt. Die Bundesjugendkonferenz dient als Arbeitskonferenz, ihre Ergebnisse fließen direkt in die Arbeit der beteiligten Akteurinnen und Akteure sowie Ressorts ein.

JugendPolitikBeratung

Das Projekt JugendPolitikBeratung ist eine zentrale Maßnahme des Bundesjugendministeriums bei der Umsetzung der Jugendstrategie der Bundesregierung. Es arbeitet dafür mit der Leuphana Universität Lüneburg zusammen, unter der Leitung von Professor Waldemar Stange.

Die Ressorts der Bundesregierung haben die Möglichkeit, Unterstützung durch das Team JugendPolitikBeratung zu erhalten. Dadurch können sie passgenaue Beteiligungskonzepte zu bestehenden oder zu neuen jugendspezifischen Maßnahmen (weiter-)entwickeln, beteiligungsbasierte Veranstaltungen planen oder neue kreative und innovative Beteiligungsformate aufbauen. Ziel ist es, Jugendliche als Expertinnen und Experten zu konsultieren, um Meinungen und Argumente der jungen Generation in die Entscheidungsprozesse von Bundesministerien einfließen zu lassen. Auf diese Weise soll Jugend bereits möglichst frühzeitig in die Gestaltung von Bundespolitik eingebunden werden.

Jugendgerechte Kommunikation

Eine gelungene Kommunikation zwischen Jugend und Politik ist die Grundlage für ein konstruktives Miteinander und somit die Voraussetzung für eine lebendige Demokratie. Ein Schwerpunkt des Bundesjugendministeriums im Rahmen der Jugendstrategie ist es daher, junge Menschen verstärkt in den Blick zu nehmen und geeignete Formate für einen besseren Dialog zwischen der Jugend und der Bundesregierung zu entwickeln. Im April 2020 gab es einen ersten Online-Workshop zum Thema "Jugendgerechte Kommunikation" mit Beteiligten aus den Bereichen digitale Medien, Kommunikation und politischer Journalismus, aus Politik, Verwaltung und Jugendstrukturen. Eine weitere Veranstaltung zur Entwicklung konkreter Kommunikationsformate ist 2021 geplant.

Online-Beteiligung

Zu unterschiedlichen Zeitpunkten bietet ein Online-Beteiligungstool die Möglichkeit für ein breites Feedback zur Jugendstrategie. Für die Praxis digitaler Partizipation dient das Projekt jugend.beteiligen.jetzt als Unterstützung. So hat beispielsweise im Anschluss an die JugendPolitikTage 2019 eine erste Online-Konsultation stattgefunden. Mit dem "Jugendverstärker" konnten junge Menschen die Ergebnisse und Empfehlungen diskutieren, gewichten und weiterentwickeln.