Jugendstrategie "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft"

Das Ziel der Jugendstrategie ist eine Gesellschaft, die die junge Generation an allen Entscheidungen beteiligt, die sie betreffen. Zudem sollen Jugendliche und junge Erwachsene gute Bedingungen haben, um die Herausforderungen ihrer Lebensphase zu meistern. Unter dem Dach der Jugendstrategie werden vielfältige Maßnahmen umgesetzt.

Die Jugendstrategie besteht aus vier zentralen Handlungsfeldern:

  • Politik für, mit und von Jugendlichen: wirkungsvolle Jugendbeteiligung,
  • Zwischen Anforderungen und Bedürfnissen: Zeiten und (Frei-)Räume,
  • Zukunftspolitik für alle: gesellschaftliche Perspektiven und soziale Teilhabe,
  • Jugendbilder: Darstellung und Wahrnehmung der Vielfalt junger Menschen.

Koordinierungsstelle

Zentraler Partner des Bundesjugendministeriums bei der Umsetzung der Jugendstrategie ist die Koordinierungsstelle "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft" (Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ). Ihre Aufgaben sind die bundesweite Verbreitung der "Eigenständigen Jugendpolitik“, die Vernetzung der Akteure auf Bundesebene sowie die Öffentlichkeitsarbeit für die Jugendstrategie. Grundlegend in der Jugendstrategie ist die Beteiligung der Jugend. Die Koordinierungsstelle wird dem beispielsweise mit regelmäßigen Jugendworkshops und jährlichen Jugendkonferenzen gerecht. Darüber hinaus wirkt die Koordinierungsstelle bei einzelnen Vorhaben gestaltend mit und dokumentiert fortlaufend alle Entwicklungen der Jugendstrategie auf www.jugendgerecht.de.

Maßnahmen der Jugendstrategie:

Jugendgerechte Kommunen

Die kommunale Ebene ist für die Umsetzung der Eigenständigen Jugendpolitik besonders wichtig. Die Werkzeugbox "Jugend gerecht werden" stellt zahlreiche praxisnahe Inhalte für Jugendliche, Fachkräfte sowie Politik und Verwaltung zur Verfügung.

Die Koordinierungsstelle begleitet seit 2015 insgesamt 16 Referenzkommunen aus dem gesamten Bundesgebiet im Prozess "Jugendgerechte Kommunen". Die Kommunen haben sich hohe Ziele bis 2018 gesetzt. Ein wichtiges Element des gemeinsamen Prozesses sind regelmäßig stattfindende Peer-Learning-Seminare, bei denen sich die Kommunen untereinander und mit Expertinnen und Experten austauschen. Die "Jugendgerechten Kommunen" sind seit Beginn ein Gemeinschaftsvorhaben von Jugendlichen, Fachkräften sowie Politik und Verwaltung. Die Zusammenarbeit mit relevanten Akteuren in kommunalen Netzwerken sowie die Entwicklung eines verbindlichen jugendpolitischen Rahmenkonzeptes sind weitere Bestandteile der Prozesse vor Ort.  

Jugend-Check

Der Jugend-Check prüft Regelungsvorhaben des Bundes auf Auswirkungen auf die junge Generation. Er wurde gemeinsam vom Bundesjugendministerium, Jugendverbänden und anderen zivilgesellschaftlichen Partnern entwickelt.

Das "Kompetenzzentrum Jugend-Check" hat die Aufgabe, den Jugend-Check durchzuführen, ihn weiterzuentwickeln und zu informieren. Das Kompetenzzentrum führt den Jugend-Check an geplanten Regelungsvorhaben anhand einer standardisierten Methodik durch. Das Kompetenzzentrum steht für Nachfragen, Vorträge und für konkrete Beratung zur Verfügung und führt selbst Veranstaltungen durch.  

Jugend ermöglichen!

Mit der Publikation "Jugend ermöglichen! Jugendbroschüre zum 15. Kinder und Jugendbericht"stellt das Bundesjugendministerium die Lebenslagen und Aktivitäten junger Menschen dar und regt eine Diskussion über Anforderungen an eine jugendgerechte Politik und Gesellschaft an. Die Broschüre ist eine verständliche Aufbereitung zentraler Themen des 15. Kinder- und Jugendberichts. Ein zehnköpfiges Redaktionsteam der Jugendpresse Deutschland hat den Jugendbericht für diese Broschüre aufbereitet.

jugend.beteiligen.jetzt

"jugend.beteiligen.jetzt - für die Praxis digitaler Partizipation" ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Bundesjugendrings, der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland. Die Plattform www.jugend.beteiligen.jetzt stellt Know-how zu Prozessen und Tools bereit und bietet Qualifizierung an. Sie zeigt gute Beispiele und verlinkt ausgewählte Jugendbeteiligungsprojekte. 

Werkstatt MitWirkung

Mit dem Projekt "Werkstatt MitWirkung" des Deutschen Bundesjugendrings wurden die beiden Beteiligungsprojekte "Ichmache>Politik|Demografie" und "Strukturierter Dialog" zusammengeführt. Das Projekt setzt Jugendbeteiligung auf Bundesebene um und stärkt die Partizipation junger Menschen mit europäischer Reichweite. Außerdem entwickelt die "Werkstatt MitWirkung" Qualitätsstandards für Jugendbeteiligung weiter und setzt Impulse für neue Beteiligungsformen.

Durch das Projekt sollen nicht nur Jugendliche, sondern auch politische Entscheidungsträgerinnen und -träger dazu bewegt werden, miteinander in den Dialog zu treten. Die "Werkstatt MitWirkung" fördert die bundesweite Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren und stellt Informationen zur Verfügung.

Initiative Jugendaustausch

Zur Initiative der europäischen und internationalen Jugendpolitik des Bundesjugendministeriums "Chancen eröffnen durch Austausch und Begegnung" gehören folgende Bausteine:

  • Initiative 1: „Warum nicht? Studie zum Internationalen Jugendaustausch: Zugänge und Barrieren“ (2016-2018)
  • Initiative 2: JiVE . Jugendarbeit international – Vielfalt erleben (2015-2017)
  • Initiative 3: Förderung von Jugendinitiativen und Peer-to-Peer Projekten zu Weiterentwicklung der europäischen und internationalen Jugendarbeit (Innovationsfonds im KJP – Förderphase ab 2017)
  • Initiative 4: Jugendtreffen, Jugendkonferenzen, Jugendparlamente (2016-2017)

Innovationsfonds zur Förderung der Eigenständigen Jugendpolitik

Der Innovationsfonds fördert derzeit 40 ausgewählte Projekte zu folgenden inhaltlichen Schwerpunkten:

  • Politische Bildung: Flucht, Migration, Heimat und Religion - Was hält unsere Gesellschaft zusammen
  • Jugendverbandsarbeit: Zugang von Menschen mit Fluchthintergrund zur Jugendverbandsarbeit
  • Kulturelle Bildung: Inklusion
  • Internationale Jugendarbeit: Mehr Austausch und Begegnung - Jugend gestaltet Information und Beratung
  • Jugendsozialarbeit: Soziale, schulische und berufliche Integration von Straßenkindern.

Die fünf Handlungsfelder werden von bundeszentralen Trägern jeweils fachlich begleitet: Transfer für Bildung e. V., Deutscher Bundesjugendring, Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung, IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland und Deutsches Jugendinstitut. Darüber hinaus vernetzt das Projekt "Eigenständige Jugendpolitik im Innovationsfonds" der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ alle Handlungsfelder und kommuniziert gemeinsame Ziele. Diese bundesweite Begleitung gibt allen Themen, Aktivitäten und Akteuren einen gemeinsamen Rahmen, sie fördert den Austausch und macht die Entwicklungen und Ergebnisse für die Öffentlichkeit sichtbar.

Werkstätten "Jugend und Politik"

In den Werkstätten "Jugend und Politik" im Bundesjugendministerium treffen sich unregelmäßig Expertinnen und Experten, um ergebnisoffen über neue Trends der Jugendpolitik, über Entwicklungen und Herausforderungen zu diskutieren. Bisher wurden folgende Themenschwerpunkte behandelt:

  • Jugend und Wahlen (März 2016)
  • Jugend und Parteien (September 2016)
  • Partizipative Jugendforschung (Mai 2017)
  • Freiräume (Januar 2018)
  • Repräsentative Beteiligungsformate auf kommunalpolitischer Ebene (Januar 2018)

JugendPolitikTage

Die ersten JugendPolitikTage des Bundesjugendministeriums fanden 2017 im Rahmen der europäischen Jugendwoche in Berlin statt. Rund 450 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 27 Jahren aus allen Bundesländern nahmen teil. Sie sind in Jugendparlamenten, Jugendforen, Jugendbeiräten, Jugendverbänden, Jugendparteiorganisationen oder der Schülerinnen- und Schüler- sowie Studierendenvertretung aktiv.

Den roten Faden bildete der 15. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung. Ausgewählte Themen des Berichts wurden näher beleuchtet. Die Jugendlichen diskutierten anschließend und formulierten Forderungen an Politik und Gesellschaft. Die JugendPoltikTage2017 wurden vom Bundesjugendministerium unter Beteiligung des Bundesprogramms "Demokratie leben!" veranstaltet. Inhaltlicher und organisatorischer Partner war die Jugendpresse Deutschland. 

Arbeitsgruppe "Jugend gestaltet Zukunft"

Die Arbeitsgruppe "Jugend gestaltet Zukunft" verband vorläufig bis März 2017 die Jugendstrategie mit der Demografiestrategie der Bundesregierung. Ziel der Arbeitsgruppe war es, Jugendliche und deren Belange aktiv in die demografiepolitischen Überlegungen der Bundesregierung einzubinden. Neben dem Fachwissen der Mitglieder und aktuellen Forschungsergebnissen flossen die Ergebnisse von zwei Jugendbeteiligungsprojekten ein: Der "Jugend-Demografie-Dialog" (Leuphana Universität Lüneburg) und "Ichmache>Politik|Demografie" (Deutscher Bundesjugendring).

Die entwickelten Vorschläge sind zum Teil in die  Handlungsempfehlungen "Jugend gestaltet Zukunft. Gelingendes Aufwachsen in ländlichen Regionen" eingeflossen, die zum Demografiegipfel im März 2017 in Berlin vorgelegt wurden. Die Handlungsempfehlungen dienen als Grundlage für die Entwicklung einer jugendgerechten Demografiepolitik in ländlichen Regionen und sollen dabei helfen, junge Menschen zum Verbleib, zur Rückkehr oder zum Zuzug in ländliche Regionen zu motivieren.

Weitere Maßnahmen

Im Rahmen der Jugendstrategie werden im Vorfeld der Wahlen zum Deutschen Bundestag 2017 gemeinsam mit dem Kumulus e.V. die "Juniorwahl" und mit dem Deutschen Bundesjugendring die "U18-Wahl" gefördert.

Einen besonderen Rahmen, um Informations- und Aktionsangebote zur Jugendstrategie zu präsentieren, bietet außerdem jährlich die Jugendmeile im Rahmen des Tages der offenen Tür der Bundesregierung auf der Berliner Glinkastraße vor dem Bundesjugendministerium.

Bezüge zur Jugendstrategie werden auch bei weiteren relevanten Programmen und Maßnahmen des Bundesfamilienministeriums hergestellt, beispielsweise beim Programm "Demokratie leben!" und bei der Initiative "JUGEND STÄRKEN".