Jugendstrategie

Jugendbildung

Jugendstrategie "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft"

Jugend ist eine eigenständige und prägende Lebensphase mit ganz besonderen Herausforderungen: Jugendliche und junge Erwachsene müssen sich qualifizieren, sie müssen selbstständig werden und sie müssen ihren Platz in der Gesellschaft finden. Damit das gelingt, muss die Politik geeignete Rahmenbedingungen schaffen.

Leitbild des Bundesjugendministeriums ist die "Eigenständige Jugendpolitik", die auf die Beteiligung der jungen Generation und das Zusammenwirken vieler Akteure setzt. Um diese "Eigenständige Jugendpolitik" zu verwirklichen, hat das Bundesjugendministerium gemeinsam mit seinen Partnern 2015 die Jugendstrategie "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft" ins Leben gerufen. Ziele der Jugendstrategie sind:

  • Eine wirkungsvolle Beteiligung junger Menschen am politischen Prozess
  • Die Gewährleistung von Zeiten und (Frei-)Räumen für Jugendliche und junge Erwachsene
  • Eine Zukunftspolitik für alle jungen Menschen durch gesellschaftliche Perspektiven und soziale Teilhabe
  • Die Darstellung und Wahrnehmung der Vielfalt junger Menschen

Koordinierungsstelle

Zentraler Gestaltungspartner des Bundesjugendministeriums bei der Umsetzung der Jugendstrategie ist die Koordinierungsstelle "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft" (Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ). Ihre Aufgaben sind die bundesweite Verbreitung der "Eigenständigen Jugendpolitik", die Vernetzung der Akteure auf Bundesebene sowie Öffentlichkeitsarbeit für die Jugendstrategie. Darüber hinaus wirkt die Koordinierungsstelle bei einigen Einzelvorhaben gestaltend mit und dokumentiert fortlaufend alle Entwicklungen der Jugendstrategie auf www.jugendgerecht.de.

Maßnahmen der Jugendstrategie:

Jugend-Check

Der "Jugend-Check" ist ein zentrales Vorhaben im Rahmen der Jugendstrategie "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft" und soll Maßnahmen des Bundes auf ihre Vereinbarkeit mit den Interessen der jungen Generation überprüfen. Er wurde gemeinsam vom Bundesjugendministerium, Jugendverbänden und anderen zivilgesellschaftlichen Partnern entwickelt. Der "Jugend-Check" als wirkungsvolles Prüf- und Sensibilisierungsinstrument ist in einer älter werdenden Gesellschaft wichtig, um Generationengerechtigkeit, Wertschätzung junger Menschen und die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft zu sichern.

JugendPolitiktage 2017

Im Mai haben die JugendPolitikTage 2017 im Rahmen der europäischen Jugendwoche in Berlin stattgefunden. Rund 450 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 27 Jahren aus allen Bundesländern nahmen teil. Sie sind in Jugendparlamenten, Jugendforen, Jugendbeiräten, Jugendverbänden, Jugendparteiorganisationen oder der Schülerinnen- und Schüler- sowie Studierendenvertretung aktiv. Den roten Faden bildete der 15. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung. Ausgewählte Themen des Berichts wurden durch verschiedene mitwirkende Organisationen in sechs Foren näher beleuchtet. In sechs Themenwerkstätten und 18 Arbeitsgruppen diskutierten die Jugendlichen anschließend weiter und formulierten Forderungen an Politik und Gesellschaft. Die JugendPoltikTage2017 wurden vom Bundesjugendministerium unter Beteiligung des Bundesprogramms "Demokratie leben!" veranstaltet. Inhaltlicher und organisatorischer Partner war die Jugendpresse Deutschland.

Jugend ermöglichen! Jugendbroschüre zum 15. Kinder- und Jugendbericht

Mit der Publikation "Jugend ermöglichen! Jugendbroschüre zum 15. Kinder und Jugendbericht" stellt das Bundesjugendministerium die Lebenslagen und Aktivitäten junger Menschen dar und regt eine Diskussion über Anforderungen an eine jugendgerechte Politik und Gesellschaft an. Die Broschüre ist eine verständliche Aufbereitung zentraler Themen des 15. Kinder- und Jugendberichts. Ein zehnköpfiges Redaktionsteam der Jugendpresse Deutschland hat den Jugendbericht für diese Broschüre aufbereitet.

Werkstatt MitWirkung

Anfang 2017 wurden mit dem Projekt "Werkstatt MitWirkung" des Deutschen Bundesjugendrings die beiden Beteiligungsprojekte "Ichmache>Politik|Demografie" und "Strukturierter Dialog" zusammengeführt. Bei der "Werkstatt MitWirkung" stehen drei Bereiche im Mittelpunkt:

• Jugendbeteiligung wirksam umsetzen: Wirkungsvolle und nachhaltige Beteiligungsprozesse sollen in unterschiedlichen Bereichen der Jugendpolitik verankert werden, in dem Jugendbeteiligung auf Bundesebene umgesetzt und die Partizipation junger Menschen mit europäischer Reichweite gestärkt werden. Der "Strukturierte Dialog" bleibt dabei als europäisches Projekt sichtbar.

• Jugendbeteiligung weiterentwickeln: Qualitätsstandards für Partizipationsprozesse werden aktualisiert und es wird über innovative Ansätze von Jugendbeteiligung nachgedacht. Es werden Impulse für vielfältige Formen der Mitwirkung gesetzt. Außerdem sollen auch politische Entscheidungsträgerinnen und -träger dazu ermutigt und befähigt werden, miteinander in den Dialog zu treten.

• Information, Qualifizierung und Vernetzung zu Jugendbeteiligung unterstützen: Der Austausch und die Qualifizierung im Themenfeld Jugendbeteiligung sollen gestärkt werden. Die bundesweite Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren wird deshalb unterstützt und Informationen sowie Expertise rund um das Thema zur Verfügung gestellt.

Innovationsfonds zur Förderung der "Eigenständigen Jugendpolitik"

Der Innovationsfonds zur Förderung der "Eigenständigen Jugendpolitik" fördert bis September 2019 insgesamt 39 ausgewählte Projekte zu folgenden inhaltlichen Schwerpunkten:

• Politische Bildung: Flucht, Migration, Heimat und Religion - Was hält unsere Gesellschaft zusammen?

• Jugendverbandsarbeit: Zugang von Menschen mit Fluchthintergrund zur Jugendverbandsarbeit

• Kulturelle Bildung: Inklusion

• Internationale Jugendarbeit: Mehr Austausch und Begegnung - Jugend gestaltet Information und Beratung

• Jugendsozialarbeit: Soziale, schulische und berufliche Integration von Straßenkindern.

Seit Mai 2017 werden die Einzelprojekte darüber hinaus durch das Projekt "Eigenständige Jugendpolitik im Innovationsfonds" (Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ) vernetzt. Durch handlungsfeldübergreifende Kommunikation sollen die Sichtbarkeit der einzelnen Projekte und der gemeinsame Mehrwert erhöht werden.

Bereits von 2014 bis 2016 wurden im Vorläuferprogramm insgesamt 42 Projekte aus den Bereichen Internationale Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit, Kulturelle Bildung, Politische Bildung und Jugendverbandsarbeit unterstützt.

Werkstätten "Jugend und Politik"

In den Werkstätten "Jugend und Politik" im Bundesfamilienministerium treffen sich unregelmäßig Expertinnen und Experten, um ergebnisoffen über neue Trends der Jugendpolitik, über Entwicklungen und Herausforderungen zu diskutieren. Bisher wurden folgende Themenschwerpunkte behandelt:

• "Partizipative Jugendforschung" (Mai 2017) zur Jugendbeteiligung an Jugendforschung,

• "Parteien" (September 2016) zur besseren Teilhabe von jungen Menschen in den Machtstrukturen der Politik, insbesondere in demokratischen Parteien;

• "Wahlen" (März 2016) zur Steigerung der Wahlbeteiligung bei Erst- und Jungwählern

Prozess "Jugendgerechte Kommunen"

Die Kommunen sind für die Umsetzung der "Eigenständigen Jugendpolitik" besonders wichtig. Die Koordinierungsstelle "Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft" hat Merkmale jugendgerechter Kommunen erarbeitet und vier Handlungsfeldern zugeordnet:

• Heimat für Jugend sein: Räume und Wege eröffnen

• Zukunft bieten: Bildung und Arbeit ermöglichen

• Politik mit und von Jugend unterstützen: Teilhabe anbieten, Beteiligung ermöglichen, Vielfalt schätzen

• Strukturen für Jugend verbessern: Leitlinien, Qualifizierung und Bündnisse verankern

Das ergänzende Online-Angebot "Jugend gerecht werden" stellt unter werkzeugbox.jugendgerecht.de zahlreiche praxisnahe Inhalte zur Verfügung, die Jugendlichen, Fachkräften sowie Politik und Verwaltung dabei nützlich sein können, sich vor Ort für mehr Jugendgerechtigkeit einzusetzen. Die Koordinierungsstelle begleitet 16 Referenzkommunen aus dem gesamten Bundesgebiet auf ihrem Weg zu "Jugendgerechten Kommunen". Diese sind ein Gemeinschaftsvorhaben von Jugendlichen, Fachkräften sowie Politik und Verwaltung. Ein wichtiges Element des Prozesses sind regelmäßig stattfindende Seminare, bei denen sich die Kommunen untereinander und mit Expertinnen und Experten austauschen.

jugend.beteiligen.jetzt

"jugend.beteiligen.jetzt - für die Praxis digitaler Partizipation" bietet Hilfe für die Praxis digitaler Jugendbeteiligung. Die Plattform stellt Know-how zu Prozessen und Tools bereit und bietet Qualifizierungen an. Zudem zeigt die Seite gute Praxisbeispiele und verlinkt auf ausgewählte Jugendbeteiligungsprojekte.

"jugend.beteiligen.jetzt!" ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, des Deutschen Bundesjugendrings und IJAB - Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V., initiiert und gefördert vom Bundesjugendministerium.

Arbeitsgruppe "Jugend gestaltet Zukunft"

Die Arbeitsgruppe "Jugend gestaltet Zukunft" verband - vorläufig bis März 2017 - die Jugendstrategie mit der Demografiestrategie der Bundesregierung. Ziel der AG war es, Jugendliche und deren Belange aktiv in die demografiepolitischen Überlegungen der Bundesregierung einzubinden und der Jugend selbst eine Stimme zu geben. Neben dem Fachwissen der AG-Mitglieder und aktuellen Forschungsergebnissen flossen die Ergebnisse von zwei Jugendbeteiligungsprojekten in die Arbeit der AG ein: Der "Jugend-Demografie-Dialog" (Leuphana Universität Lüneburg) und "Ichmache>Politik|Demografie" (Deutscher Bundesjugendring).

Die in beiden Projekten entwickelten Vorschläge sind zum Teil in die Handlungsempfehlungen "Jugend gestaltet Zukunft. Gelingendes Aufwachsen in ländlichen Regionen" eingeflossen, die von den Gestaltungspartnern der Bundesregierung in der AG zum Demografiegipfel am 16. März 2017 in Berlin vorgelegt wurden. Die Handlungsempfehlungen dienen als Grundlage für die Entwicklung einer jugendgerechten Demografiepolitik in ländlichen Regionen und sollen dabei helfen, junge Menschen zum Verbleib, zur Rückkehr oder zum Zuzug in ländliche Regionen zu motivieren.

Weitere Maßnahmen

Im Rahmen der Jugendstrategie werden im Vorfeld der Wahlen zum Deutschen Bundestag 2017 gemeinsam mit dem Deutschen Bundesjugendring und die "Juniorwahl" mit Kumulus e.V. Projekte wie die "U18-Wahl" gefördert.

Einen besonderen Rahmen, um Informations- und Aktionsangebote zur Jugendstrategie zu präsentieren, bietet außerdem jährlich die Jugendmeile im Rahmen des Tages der offenen Tür der Bundesregierung auf der Berliner Glinkastraße vor dem Bundesjugendministerium.

Bezüge zur Jugendstrategie werden auch bei weiteren relevanten Programmen und Maßnahmen des Bundesfamilienministeriums hergestellt, beispielsweise beim Programm "Demokratie leben!" und bei der Initiative "JUGEND STÄRKEN".