Initiative "Stärker als Gewalt"

Die Initiative "Stärker als Gewalt" informierte über alle Formen der Gewalt und zeigt Wege auf, wie sie beendet werden kann © BMFSFJ

Hintergrund für den Start der Initiative "Stärker als Gewalt" im November 2019 ist die Istanbul-Konvention, die seit 2018 in Deutschland in Kraft ist. Alle unterzeichnenden Staaten verpflichten sich damit, gewaltbetroffene Frauen zu schützen und unterstützen und sich in der Prävention von Gewalt zu engagieren. Ein entsprechender Auftrag wurde im Koalitionsvertrag für die 19. Legislaturperiode festgeschrieben.

Die Initiative "Stärker als Gewalt" bündelte den Zugang zu vielen bundesweiten Hilfe- und Beratungsangeboten und klärte über die verschiedenen Formen von Gewalt auf. In der Initiative schlossen sich Fachpartnerorganisationen im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Männern zusammen.

Schwerpunktaktionen waren:

"Was ist Deine Zahl?"

Mit der Aktion "Was ist deine Zahl?" startete die Initiative am 25. November 2019, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Sogenannte Dunkelfeldstudien zeigen, dass jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/oder sexualisierter Gewalt betroffen ist. Ein auf diesen Studien basierter Rechner gab die Anzahl der potenziell von Gewalt betroffenen Frauen in Städten, Gemeinden oder im eigenen Facebook-Feed an. So verdeutlichte die Aktion: Jede und jeder kennt Frauen, die betroffen sind - die Freundin oder Kollegin, die Nachbarin oder die eigene Schwester.

"Zuhause nicht sicher?"

Um von Gewalt betroffene Menschen auch während der Corona-Pandemie über Hilfsangebote zu informieren, startete die Initiative während des ersten Lockdowns 2020 die deutschlandweite Aktion "Zuhause nicht sicher?". Die Aktion setzte darauf, betroffene Personen während des Lockdowns an der Kasse im Supermarkt, in der Apotheke oder am Schwarzen Brett im Hausflur zu erreichen. Die acht größten Einzelhandelsketten in Deutschland beteiligten sich an der Aktion und machten die Initiative und Hilfsangebote für Betroffene und Umfeld auf Produktverpackungen, Kassenbons oder Postern für ihre Kundinnen und Kunden sichtbar.

"Im Netz nicht sicher?"

Im Oktober 2020 startete die Initiative ihren Schwerpunkt zum Thema "Digitale Gewalt". Ein Film und verschiedene Motive informierten über Formen digitaler Gewalt. Um Betroffene und ihr Umfeld im Einsatz gegen digitale Gewalt zu unterstützen, kamen GIF's und Instagram-Sticker sowie ein Instagram-Story-Template zum Einsatz. Ziel war es, Betroffene und ihr Umfeld zu befähigen, sich gegen digitale Angriffe zu wehren. Die hybride Podiumsdiskussion "Im Netz nicht sicher? Wie man sich gegen digitale Gewalt wehren kann" verdeutlichte, wie sich Gewalt im digitalen Raum zeigt und welche Strategien es dagegen gibt.

Stärker als Gewalt am Arbeitsplatz

Die Unterzeichnung der "Gemeinsamen Erklärung gegen Sexismus und sexuelle Belästigung" mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft im Oktober 2021 bildete den Höhepunkt der Aktion mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, die ab Juni 2021 auf Sexismus und sexuelle Belästigung im Arbeitsumfeld aufmerksam machte. Sowohl Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber als auch Beschäftigte sollten durch die Aktion ermutigt werden, Übergriffen entgegenzutreten.

"Du kannst helfen!"

Im November 2021 setzte sich die Initiative aufmerksamkeitsstark dafür ein, dass jede und jeder sich aktiv gegen Gewalt einsetzen kann. Per QR-Code auf den Werbemitteln der Aktion gelangten Interessierte direkt zu wichtigen Informationen, Hilfsangeboten und einem Hilfe-Typen-Check. Die Aktion forderte zum Mitmachen auf - zum Beispiel durch das Anbringen oder Verteilen des QR-Codes am Schwarzen Brett im Hausflur, im eigenen Geschäft oder in sozialen Medien.

Mehr als 300 Unterstützerinnen und Unterstützer

In den Jahren 2019 bis 2021 unterstützen zahlreiche Verbände, Unternehmen und Einzelpersonen die Initiative "Stärker als Gewalt". Sie beteiligten sich an den Aktionen und setzten unter anderem freie Werbeflächen für die Hilfsangebote der Initiative ein. Große Unternehmen gehörten ebenso zu den Unterstützerinnen und Unterstützern wie der Einzelhandel, Rundfunkanstalten und Verkehrsbetriebe. Auch viele Prominente machten sich für die Initiative stark, darunter der Künstler Eko Fresh mit seinem Song "Stärker als Gewalt".