Gute Kinderbetreuung

Fachkräfte gewinnen und sichern

Gute frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung kann nur von qualifizierten und motivierten Fachkräften geleistet werden. 2018 waren bundesweit 621.000 pädagogische Fachkräfte in Kitas beschäftigt - im Vergleich zu 2008 ist das ein Anstieg um rund 65 Prozent. Trotzdem werden bis 2025 rund 191.000 zusätzliche Erziehungsfachkräfte benötigt.

Mit dem Bundesprogramm "Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher" will das Bundesfamilienministerium der drohenden Personallücke entgegenwirken. Ziel ist es, junge Menschen für den Erzieherberuf zu gewinnen und gut ausgebildete Profis an den Beruf zu binden.

Kernstück der Fachkräfteoffensive sind die drei P's, die die zukünftigen Fachkräften in der Kindertagesbetreuung unterstützen sollen.

  • Mehr praxisintegrierte vergütete Ausbildung für angehende Erzieherinnen und Erziehern: Die Fachkräfteoffensive will bis zu 5000 zusätzliche vergütete Ausbildungsplätze schaffen.
  • Gute Praxisanleitung durch professionelle Begleitung der Fachschülerinnen und Fachschüler: Die Fachkräfteoffensive will Praxisanleitungen für bis zu 2500 Fachschülerinnen und Fachschüler ermöglichen.
  • Neue Perspektiven mit dem Aufstiegsbonus für Profis: Die Fachkräfteoffensive will rund 2500 Fachkräfte durch die Verbesserung von beruflichen Entwicklungsperspektiven fördern.

Mit dem Ziel das Berufsfeld aufzuwerten, die Arbeitsbedingungen attraktiver zu gestalten und mehr Fachkräfte für die Kindertagesbetreuung zu gewinnen, hatte die Jugend- und Familienministerkonferenz bereits 2017 unter Beteiligung des Bundesfamilienministeriums, des Bundesarbeitsministeriums, der Arbeits- und Sozialministerkonferenz sowie der Kultusministerkonferenz Handlungsempfehlungen erarbeitet. 2018 wurden die Maßnahmen zur Sicherung des Fachkräftebedarfs bis 2025 beschlossen und eine temporäre Arbeitsgruppe "Fachkräfteoffensive" eingerichtet.

Die Länder haben die Ausbildungskapazitäten an Fach- und Hochschulen deutlich ausgeweitet und verschiedene Initiativen zur Qualifizierung von Wieder- und Quereinsteigerinnen und -einsteigern gestartet. Die Bundesregierung unterstützt diese Initiativen zum Beispiel durch die Förderung des vom Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Bundesmodellprogramms "Quereinstieg - Männer und Frauen in Kitas", das Projekte fördert, die für Berufswechslerinnen und Berufswechsler erwachsenengerechte und geschlechtersensible Ausbildungsmöglichkeiten zur Erziehungsfachkraft schaffen oder weiterentwickeln. Insbesondere Männer sollen so unterstützt werden, sich für den Zukunftsberuf des Erziehers zu entscheiden.

Dafür stellt das Bundesfamilienministerium von Juni 2015 bis zum Ende des Schuljahres 2020 rund 17 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Gefördert werden Modellprojekte, die speziell auf Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger zugeschnitten sind. Ziel ist es, Männern und Frauen unabhängig vom vorangehenden Status der Beschäftigung lebenslanges berufliches Lernen ohne Erwerbsunterbrechungen. Außerdem soll der Beruf der frühkindlichen Erziehung noch stärker für Männer geöffnet werden. Im Jahr 2017 arbeiteten 32.268 Männer in Kitas. Im Vergleich mit 2007 hat sich ihre Zahl bereits verdreifacht. Dennoch waren Männer mit einem Anteil von 5,75 Prozent an den pädagogisch Arbeitenden (Fachkräfte, Praktikanten, Menschen, Freiwilligendienstleistende und Sonstigen) immer noch stark unterrepräsentiert.

Ein Beratungstelefon berät am Quereinstieg interessierte Männer und Frauen zu den je nach Bundesland unterschiedlichen Ausbildungswegen und Möglichkeiten des Quereinstiegs.

Mit Erfahrungsberichten männlicher Erzieher und Informationen zu Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten informiert die Internetseite Zukunftsberuf Erzieher Jungen über den Beruf des Erziehers informieren. Entwickelt wurde das Angebot von den Initiatoren des Boys'Day in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern.