Flüchtlingspolitik und Integration

Menschen stärken Menschen

Eine ältere Dame mit spielt mit einem Flüchtlingskind
Bundesprogramm Menschen stärken Menschen© BMFSFJ

Nach aktuellen Schätzungen sind im Jahr 2015 890.000 und im Jahr 2016 gut 280.000 geflüchtete Menschen nach Deutschland gekommen, darunter auch viele unbegleitete Kinder und minderjährige Jugendliche. Wie die Integration der Menschen, die Zuflucht in Deutschland suchen, gemeistert wird, ist eine entscheidende Zukunftsfrage für das Zusammenleben in unserer Gesellschaft.

Zusammenleben gestalten

Gerade der gelebte Kontakt von Mensch zu Mensch baut Vorurteile ab, hilft, geflüchtete Menschen einzubeziehen und stärkt auf Dauer den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Bundesfamilienministerium födert deshalb seit Anfang 2016 unter dem Titel "Menschen stärken Menschen" ein Programm, das unterschiedlich intensives Engagement für geflüchtete Menschen unterstützt: Bürgerinnen und Bürger können als Patinnen und Paten junge Menschen oder eine Familie bei der Bewältigung des Alltags unterstützen. Mit einer Vormundschaft oder als Gastfamilie können sie geflüchteten Kindern und Jugendlichen helfen.

Unter Patenschaften, Gastfamilien und Vormundschaften informiert das Bundesfamilienministerium über die verschiedenen Programme und zeigt anhand von praktischen Beispielen, wie Engagement im Rahmen einer Patenschaft, einer Vormundschaft oder als Gastfamilie aussehen kann. In der Projekt-Landkarte finden Sie Projekte in Ihrer Nähe.

Mittlerweile fördert das Bundesfamilienministerium 23 zivilgesellschaftliche Programmträger, die Patenschaften für Geflüchtete mit über 500 lokalen Strukturen umsetzen. Seit Beginn des Programms konnten rund 46.000 Patenschaften (Stand Januar 2018) gestiftet werden, von niedrigschwelliger Alltagsbegleitung bis hin zu Bildungsmentorenschaften zur Sicherung von Schulabschlüssen. Bei den Patenschaften handelt es sich um Eins-zu-Eins-Beziehungen, Familienpatenschaften oder Patenschaften für sogenannte Übergangsklassen.

Wirkungsanalyse zeigt: Aus Paten werden Freunde

Das Bundesfamilienministerium hat im Juli 2017 die Ergebnisse einer Wirkungsanalyse des Patenschaftsprogramms "Menschen stärken Menschen" vorgestellt:

  • Über 90 Prozent der befragten Freiwilligen empfinden ihr Engagement in der Patenschaft als wichtigen Beitrag zur Integration geflüchteter Menschen. Durch die Patenschaft hat rund ein Drittel der Geflüchteten einen Praktikumsplatz, eine Ausbildung, einen Betreuungsplatz oder Ähnliches gefunden. In ähnlichem Umfang haben die geflüchteten Menschen durch ihre Patin oder ihren Paten Zugang zu einem Verein gefunden; ein Fünftel engagiert sich nun selbst ehrenamtlich.
  • Nahezu alle befragten Freiwilligen (94 Prozent) geben an, dass durch das Zusammentreffen in den Patenschaftstandems das gegenseitige Verständnis zunimmt. Die Patenschaften bleiben dabei vielfach nicht für sich, sondern wirken auch auf ihr Umfeld: Vielerorts nehmen weitere Personen an Aktivitäten der Tandems teil - dadurch erweitern sich die Kontakte und Wirkungen über die Patenschaft hinaus.
  • Auf Ebene der lokalen Organisationen trägt die Programmteilnahme zur erfolgreichen Netzwerkarbeit bei und führt zu Kompetenzzuwächsen, auf die auch in anderen Projekten sowie in der alltäglichen Arbeit zurückgegriffen werden kann und die die Arbeit bereichern können.

Das Institut Prognos AG hat die Analyse im Auftrag des Bundesfamilienministeriums durchgeführt.