Regionale Equal-Pay-Beraterinnen

Für mehr Lohngerechtigkeit auch im ländlichen Raum

Caren Marks mit Equal-Pay-Beraterinnen aus dem ländlichen Raum
Caren Marks begrüßt die Equal-Pay-Beraterinnen aus dem ländlichen Raum im Bundesfamilienministerium© BMFSFJ

Am 20. November hat die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesfrauenministerin, Caren Marks, ein Grußwort auf der Abschlussveranstaltung des Projekts "Qualifizierung regionaler Equal-Pay-Beraterinnen" gehalten. Die Equal-Pay-Beraterinnen sollen im ländlichen Raum darauf aufmerksam machen, welche Ursachen es für die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern gibt. Und wie diese geschlossen werden kann. Ziel der Beratung ist es, Frauen und Männer zu motivieren, partnerschaftlich gleichberechtigt Beruf und familiäre Aufgaben zu teilen.

Seit 2017 hatte der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv), gefördert durch das Bundesfrauenministerium, dafür zehn Landfrauen aus unterschiedlichen Regionen zu Equal-Pay-Beraterinnen ausgebildet. Im Bundesfrauenministerium berichteten sie von ihren Erfahrungen und diskutierten mit dem geladenen Fachpublikum Ansätze zur Herstellung von Lohngerechtigkeit im ländlichen Raum.

In ihrem Grußwort würdigte Caren Marks den Einsatz der Beraterinnen vor Ort:

"Die Equal-Pay-Beraterinnen haben durch ihr Engagement dem Thema Lohngerechtigkeit in ihren Regionen viel Aufmerksamkeit verschafft. Und sie haben sich in vielfältiger Weise dafür eingesetzt, dass Frauen im ländlichen Raum über die Ursachen der Lohnlücke informiert sind und darüber, was Frauen tun können, um die eigene Erwerbsbiografie bestmöglich zu gestalten. Bis zur tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen, wie sie unser Grundgesetz vorsieht, haben wir noch einen langen Weg vor uns. Gerade was das Arbeitsleben betrifft. Wir im Bundesfrauenministerium werden weiter dafür arbeiten, dass Frauen die gleichen Rechte und Karrierechancen haben. Weil es richtig und gerecht ist. Und weil es wirtschaftlich einfach vernünftig ist."

Unterstützt vom Institut SowiTra, einem sozialwissenschaftlichen Forschungs- und Beratungsinstitut, durchliefen die Equal-Pay-Beraterinnen eine theoretische Ausbildung. Sie erwarben Fachwissen zu den Hintergründen von Lohnunterschieden, Einkommenschancen und Karrieremöglichkeiten unterschiedlicher Berufe, lernten Präsentations- und Beratungstechniken kennen und entwickelten ihre eigenen Schwerpunkte als Beraterinnen. In einer vom dlv begleiteten Praxisphase referierten die Frauen auf Veranstaltungen, boten Beratungen an, gingen an Schulen und vernetzten sich mit Verbänden und Institutionen in ihrer Region. Auch nach Abschluss der Förderung durch das Bundesfrauenministerium geht die Arbeit der Equal-Pay-Beraterinnen weiter.

Der (dlv) ist mit 500.000 Mitgliedern in 22 Landesverbänden der bundesweit größte Verband für Frauen, die auf dem Land leben. Der dlv setzt sich seit seiner Gründung vor 70 Jahren für die Verbesserung der sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Situation von Frauen im ländlichen Raum sowie für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein.

Ein Grund für die Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen ist mangelnde Transparenz. Hier soll das neue Entgelttransparenzgesetz Abhilfe schaffen. Mit diesem Gesetz wurde 2018 ein individueller Auskunftsanspruch eingeführt. Damit können Beschäftigte in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitenden erfragen, nach welchen Kriterien und Verfahren ihr Entgelt festgelegt wurde und welche Kriterien und Verfahren der Entgeltfindung für eine andere Tätigkeit gelten, die sie für gleich oder gleichwertig erachten. Für diese Vergleichstätigkeit kann zudem das sogenannte Vergleichsentgelt erfragt werden. Wer einen Auskunftsanspruch beim Arbeitgeber stellen möchte, findet weitere Informationen, Beispiele und Musterformulare in der Broschüre des Bundesfamilienministeriums