"Männer-Perspektiven"

Studie zeigt: Gleichstellung ist auch für Männer ein Thema

Familie mit Hund beim Spaziergang
Mütter und Väter wollen Verantwortung in Beruf UND Familie übernehmen© Bildnachweis: Fotolia/vvvita

Die am 29. März veröffentlichte Studie "Männer-Perspektiven - Auf dem Weg zu mehr Gleichstellung?" zeigt, dass das Thema Gleichstellungspolitik Männer ebenfalls beschäftigt und sie sich zunehmend für mehr Gleichstellung einsetzen wollen, im Privatleben und im Beruf.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig machte deutlich:

Es hat ein gesellschaftlicher Wandel stattgefunden.  Die Mehrheit der Männer ist der Überzeugung, dass in einer Partnerschaft beide berufstätig sein sollten - dieser Anteil ist in den letzten zehn Jahren deutlich gestiegen. Vor allem jüngere Männer finden das Hauptverdienermodell nicht mehr attraktiv. Die meisten Paare heute möchten eine gleichberechtigte Partnerschaft auf Augenhöhe und immer mehr Männer sind der Überzeugung, dass der Vater seine Berufstätigkeit reduzieren sollte, solange die Kinder noch klein sind."

Traditionelles Rollenmodell verliert deutlich an Zustimmung

Im Vergleich zu 2007 wünschen sich heute mehr Männer eine Partnerschaft, in der Mann und Frau erwerbstätig sind, und sich beide etwa gleichviel um Haushalt und Kinder kümmern (2007: 33 Prozent aller Männer ab 18 Jahren; 2015: 42 Prozent). Eine konsequent traditionelle Rollenteilung - mit dem Mann als Hauptverdiener und der Frau als nicht Erwerbstätige und Zuständige für Haushalt und Kinder - hat weiter an Rückhalt verloren: Der Anteil dieses Wunschmodells sank im gleichen Zeitraum von 17 Prozent auf 10 Prozent. Während 2007 der Aussage "Für eine Partnerschaft ist es gut, wenn beide berufstätig sind" 71 Prozent der befragten Männer zustimmten, waren es 2015 bereits 82 Prozent.

Dass ein Mann, wenn er Vater wird, seine Arbeitszeit nicht nur reduzieren, sondern die Arbeit unterbrechen soll, fand 2007 jeder fünfte Mann richtig. 2015 war jeder Dritte dieser Meinung. Dieser Einstellungswandel zeigt sich insbesondere bei den jungen Männern.

Vereinbarkeit auch für Männer ein wichtiges Thema

Nicht nur Frauen und Mütter stehen vor dem zeitlichen und organisatorischen Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sondern zunehmend auch Männer. So nehmen 49 Prozent aller erwerbstätigen Männer subjektiv hohe Hürden wahr, Familie und Beruf für sich zu vereinbaren.

Hier gilt es, gleichstellungshemmende Strukturen abzubauen und gute Rahmenbedingungen sowie Anreizstrukturen für Frauen und Männer zu schaffen. Der Ausbau der Kindertagesbetreuung, die Familienpflegezeit, das ElterngeldPlus oder das Konzept der Familienarbeitszeit sind hier nur einige der Initiativen, mit denen das Bundesfamilienministerium eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf begleiten will.

Die vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegebene Studie "Männer-Perspektiven - Auf dem Weg zu mehr Gleichstellung?" entstand unter Leitung von Professor Dr. Carsten Wippermann am DELTA-Institut für Sozial- und Ökologieforschung.

Neues Projekt "Männer im Wandel"

Das im Februar 2017 gestartete Projekt "Männer im Wandel" des Bundesforums Männer – Interessenverband für Jungen, Männer und Väter e.V., das vom Bundesfamilienministerium gefördert wird, schlägt eine Brücke zu den Ergebnissen der Untersuchung. Die zentralen Themenfelder und Maßnahmen des Projektes umfassen sowohl geschlechterreflektierende Lebensplanung, Berufsorientierung, sorgende Männlichkeit, Männer als Täter und als Opfer von Gewalt sowie die Anerkennung der Tatsache, dass auch Männer Beruf und Privatleben vereinbaren wollen.