OPERA zeigt Wege zum Ausstieg aus der Prostitution

Manuela Schwesig informiert sich im OPERA-BildungsRaum über das Projekt
Manuela Schwesig informiert sich im OPERA-BildungsRaum über das Projekt© Bildnachweis: BMFSFJ

Das Nürnberger Projekt "OPERA - Orientieren Probieren ERfahren Ausbilden" ist Teil des Bundesmodellprojekts zur Unterstützung des Ausstiegs aus der Prostitution. Das Projekt eröffnet Frauen – und auch Männern - realistische und nachhaltige Perspektiven, um ihren Lebensunterhalt außerhalb der Prostitution verdienen zu können. Mit Hilfe beruflicher Qualifizierung und Beschäftigungsmaßnahmen sowie über die Vermittlung weiterer Hilfen sollen Hindernisse abgebaut werden, die einer Erwerbstätigkeit außerhalb der Prostitution entgegenstehen.

Im Rahmen ihrer Sommertour besuchte Bundesministerin Manuela Schwesig am 21. August den OPERA-BildungsRaum in Begleitung des Nürnberger Oberbürgermeisters Ulrich Maly. "OPERA ist in Nürnberg in über vier Jahren zu einer wichtigen Anlaufstelle geworden und bietet mit seinem vielfältigen Angebot neue Perspektiven: Interessierte werden hier umfassend beraten, sie werden bei der persönlichen und beruflichen Neuorientierung aktiv unterstützt, und sie können sogar neue Qualifikationen erwerben", sagte Manuela Schwesig.

Das alles wird ermöglicht durch systematische und verlässliche Kooperationen zwischen dem Projektträger, der Beratungsstelle für Prostituierte Kassandra e.V., und relevanten Partnern vor Ort, wie Aus- und Weiterbildungsträgern, Arbeitgebern, ARGEn und anderen Behörden.

Neben OPERA gehören mit "DIWA - Der individuelle Weg zur Alternative" in Berlin und "P.I.N.K. - Prostitution. Integration. Neustart. Know-how." in Freiburg noch zwei weitere Standorte in Deutschland zum Modellprogramm, das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird. "Mit unseren Modellprojekten verbinde ich die Hoffnung, dass all diejenigen Frauen – und Männer –, die Auswege aus der Prostitution suchen, echte Möglichkeiten zum Ausstieg finden", betonte Manuela Schwesig.

Die Erfahrungen und Ergebnisse werden ab Sommer 2015 für die Fachöffentlichkeit zur Verfügung stehen, damit andere Maßnahmen zur Unterstützung des Ausstiegs aus der Prostitution von dem Wissen profitieren können.

Um die Situation derjenigen zu verbessern, die in der Prostitution tätig sind, wird die Bundesregierung noch in diesem Jahr einen Gesetzesentwurf zur Regulierung der legalen Prostitution vorlegen. In Zukunft wird es für die Prostitution eine Anmeldepflicht geben. Für die Betreiber von Prostitutionsstätten werden eine Erlaubnispflicht und eine Zuverlässigkeitsprüfung eingeführt. Darüber hinaus sollen menschenunwürdige Geschäftsmodelle wie Flatrate-Sex und Gang-Bang-Partys verboten werden.