Bessere Vergütung und gute Praxis

Erste Bilanz der Fachkräfteoffensive für Erzieherinnen und Erzieher

Dr. Franziska Giffey mit Erzieherinnen und Erziehern
Dr. Franziska Giffey mit Erzieherinnen und Erziehern © BMFSFJ

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey hat zum Start des Ausbildungsjahres 2019/2020 eine positive erste Bilanz des Bundesprogramms "Fachkräfteoffensive Erzieherinnen und Erzieher" gezogen:

"Die Resonanz war von Anfang an überwältigend. Der Programmstart ist damit gelungen: Alle 2500 Plätze in der praxisintegrierten vergüteten Ausbildung sind belegt, alle Länder machen mit. Die Fachkräfteoffensive setzt als bundesweites Modell einen wichtigen Impuls für den Erzieherberuf, um gemeinsam mit den Ländern den großen Fachkräftebedarf zu bewältigen."

Kernelemente der Fachkräfteoffensive sind die drei "P"s fürs Personal: mehr Plätze in der vergüteten praxisintegrierten Ausbildung, gute Praxis durch professionelle Anleitung und bessere berufliche und finanzielle Perspektiven mit dem Aufstiegsbonus für Profis.
Interessierte Träger von Kindertageseinrichtungen konnten sich seit Ende März für die Förderung in drei Bereichen bewerben:

Die Ausbildungsvergütung beträgt im ersten Jahr 1140 Euro, im zweiten Jahr 1202 Euro und im dritten Jahr 1303 Euro im Monat. Das Ausbildungsverhältnis ist sozialversicherungspflichtig. Der Bund gewährt den Trägern einen Zuschuss zu dieser Ausbildungsvergütung inklusive der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung. Der Zuschuss beträgt 1450 Euro im ersten Jahr der Ausbildung, 1130 Euro im zweiten und 540 Euro im dritten. Das entspricht 100 Prozent im ersten, 70 Prozent in zweiten und 30 Prozent im dritten Jahr. Damit fördert der Bund jeden dieser Ausbildungsplätze mit insgesamt 37.440 Euro.

Die Auszubildenden werden Mitte 2022 nach drei Jahren die Ausbildung beendet haben und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. 2500 Fachschülerinnen und Fachschüler sind in den vergangenen Wochen bereits gestartet.

Dr. Franziska Giffey betonte, wie wichtig eine Vergütung von Fachrkäften schon während der Ausbildung ist:

"So haben wir unter unseren Azubis lebenserfahrene Menschen, die zum Beispiel im Gartenbau, als Bibliothekarin, Betriebswirtin oder Schulhelfer gearbeitet haben, aber eigentlich schon immer Erzieherin oder Erzieher werden wollten. Aber sie konnten es sich bisher einfach nicht leisten, Schulgeld zu bezahlen und drei Jahre ohne Gehalt zu überbrücken. Mit einer vergüteten Ausbildung zeigt sich, dass wir den Beruf durch bessere Rahmenbedingungen attraktiver machen können."

Das Bundesprogramm stellt bis zu 1000 Euro pro Person zur Verfügung für die Weiterqualifizierung zu professionellen Anleitungskräften und finanziert zusätzliche Zeit für die Ausbildung des Nachwuchses in der Praxis.

Auch in diesem Bereich stehen 2500 Programmplätze zur Verfügung.

Der dritte Programmbereich bietet 1500 Fachkräften die Möglichkeit, einen Aufstiegsbonus zu erhalten. Dafür müssen sie eine Zusatzqualifikation erworben haben und besondere Aufgaben in der Kita übernehmen. Der Bund investiert bis zu 300 Euro pro Monat und Person um diese Erzieherinnen und Erzieher besser zu vergüten.

Die Bundesländer wurden bei der Definition länderspezifischer Kriterien einbezogen und auch am Auswahlverfahren beteiligt. Antragsberechtigt waren Träger von öffentlich geförderten Kinderbetreuungseinrichtungen.

Bereits heute sind in vielen Regionen Deutschlands Engpässe bei pädagogischen Fachkräften zu verzeichnen. Gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen sind unabdingbar, um dem Fachkräftemangel in der frühkindlichen Bildung entgegenzuwirken. Aktuellen Schätzungen einer prognosStudie zufolge könnten in Deutschland bis zum Jahr 2025 rund 191.000 pädagogische Fachkräfte fehlen.