Bundesfamilienministerium verlängert das Modellprogramm "Perspektive Wiedereinstieg"

Eine junge Frau arbeitet an einem Laptop. Ein Kleinkind schaut ihr dabei zu, Bildnachweis: iStockphoto
Wiedereintieg in das Arbeitsleben unterstützen© Bildnachweis: iStockphoto

Das Modellprogramm "Perspektive Wiedereinstieg" wird vom Bundesfamilienministeriums bis Ende August 2014 verlängert, dafür werden Mittel in Höhe von zwei Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung gestellt. Damit werden Frauen, die nach einer längeren familienbedingten Erwerbsunterbrechung den beruflichen Wiedereinstieg anstreben, auch weiterhin unterstützt. "Wir wollen Frauen beim Wiedereinstieg in den Beruf unterstützen", sagte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder. "Ich freue mich deshalb, dass es uns gelungen ist, zusätzliche ESF-Mittel bereitzustellen, damit die erfolgreichen Projekte von Perspektive Wiedereinstieg fortgeführt werden können."

"Gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit können wir Frauen beim Wiedereinstieg in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung helfen. Wir werden die innovativen Online-Qualifizierungen weiter erproben und vor allem die vorhandenen Strukturen und Netzwerke vor Ort aufrechterhalten", so die Bundesfamilienministerin.

Im März 2009 wurde das ESF-Programm "Perspektive Wiedereinstieg gestartet. In einer ersten Programmphase wurden bis Februar 2012 mehr als 17.000 Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger aus der "Stillen Reserve" informiert und beraten, 4.660 Frauen wurden durch die Projektträger intensiv begleitet und 69 Prozent der Teilnehmerinnen mit abgeschlossenem Projektverlauf konnten integriert werden. Die Konzepte, die sich in der Praxis besonders bewährt haben, wurden zum 1. Januar 2013 von der Bundesagentur für Arbeit übernommen. Damit finden Wiedereinsteigerinnen künftig bundesweit ähnlich gute Unterstützungsbedingungen vor wie bisher nur an den Modellstandorten, sofern sich Kooperationspartner finden, die für die Finanzierung der ersten Orientierungsphase aufkommen.

Die Erfahrungen aus dieser ersten Programmphase haben gezeigt, dass vor allem Frauen in Westdeutschland noch zu selten ein dauerhafter Wiedereinstieg nach einer längeren Erwerbsunterbrechung gelingt. Statt einer qualifizierten, vollzeitnahen Tätigkeit nehmen sie oftmals eine geringfügige (Teilzeit-) Beschäftigung auf, die vor allem mit Blick auf eine eigenständige Existenzsicherung und die Absicherung im Alter problematisch ist.

Die zweite Programmphase des Modellprogramms, die im März 2012 gestartet ist, setzt hier an. Durch Aktivierung von (Ehe-) Partnern, Arbeitgebern, Arbeitsagenturen und haushaltsnahen Dienstleistern sollen Frauen dabei unterstützt werden, dass ein qualifikationsadäquater und möglichst vollzeitnaher Wiedereinstieg auch nach einer längeren familienbedingten Erwerbsunterbrechung gelingt. Insbesondere Frauen in akademischen Berufen haben beim beruflichen Wiedereinstieg Schwierigkeiten. Daher wird in der zweiten Programmphase der Wiedereinstieg von Akademikerinnen durch das Angebot passgenauer Weiterbildungsmodule begleitet, die seit Mitte 2013 auch in Form von E-Learning angeboten werden.

Ursprünglich war die zweite Programmphase bis zum 31. Dezember 2013 begrenzt und wird nun bis Ende August 2014 verlängert. Dies überbrückt die Zeit bis zum Start des neuen Modellprogramms in der kommenden ESF-Förderperiode von 2014 bis 2020. Das Bundesfamilienministerium plant in der kommenden ESF-Förderperiode, die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen und das Modellprogramm mit neuen Bausteinen weiter zu entwickeln.

Mit seinen derzeit zehn Standorten ist das ESF-Modellprogramm ein Baustein des Aktionsprogramms "Perspektive Wiedereinstieg" der Bundesregierung, das im März 2008 gestartet wurde. Ein weiterer Baustein ist das Lotsenportal www.perspektive-wiedereinstieg.de. Das vom Bundesfamilienministerium und der Bundesagentur für Arbeit gemeinsam getragene Portal weist den Weg zu Beratungsangeboten und Programmen von Bund, Ländern, Kommunen sowie Arbeitsagenturen. Neben Frauen, ihren Partnern und Familien werden hier auch Unternehmen angesprochen.

Auf dem Internetportal wurde im Mai 2011 der Wiedereinstiegsrechner unter www.wiedereinstiegsrechner.de freigeschaltet. Damit können Nutzerinnen und Nutzer den persönlichen wirtschaftlichen Vorteil eines Wiedereinstiegs in den Beruf nach einer längeren familienbedingten Erwerbsunterbrechung berechnen. Der Wiedereinstiegsrechner verdeutlicht dass sich der Wiedereinstieg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lohnt.

Das Aktionsprogramm "Perspektive Wiedereinstieg" wurde 2013 mit dem United Nations Public Service Award ausgezeichnet. Damit haben auch die Vereinten Nationen die innovative Umsetzung einer politischen Idee durch die beiden Kooperationspartner und ihr Netzwerk gewürdigt.