Bundesfamilienministerium unterstützt Frauen bei ihrem Wiedereinstieg in den Beruf

Eine berufstätige Mutter gibt ihrer Tochter einen Kuss.
Beruflicher Wiedereinstieg von Frauen lohnt sich© Fotolia/John Lund/Blend Images LLC

Das Bundesfamilienministerium hat einen Rechner entwickelt, mit dem Frauen den wirtschaftlichen Vorteil ihres Wiedereinstiegs online berechnen können. Der Wiedereinstiegsrechner wurde in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut konzipiert und ist seit dem 18. Mai auf der Internetseite des Aktionsprogramms "Perspektive Wiedereinstieg" verfügbar.

"Aus Studien wissen wir: In Deutschland sind derzeit 5,6 Millionen Frauen unter 60 Jahren nicht erwerbstätig. Fast zwei Millionen stehen jedoch dem Arbeitsmarkt zur Verfügung und wollen wieder berufstätig sein - davon 1,1 Millionen mit mittlerer bis hoher Qualifikation", erklärte Kristina Schröder. "Mit dem Wiedereinstiegsrechner geben wir ihnen ein praktikables Instrument an die Hand, damit sie sich selbst ein Bild davon machen können, ob und wie sich der Wiedereinstieg in den Beruf für sie lohnt", sagte die Bundesfamilienministerin.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt mit dem Aktionsprogramm "Perspektive Wiedereinstieg" den Wunsch von Frauen, nach einer längeren Familienphase wieder in den Beruf einzusteigen.

Online-Rechner hilft bei Entscheidung für Wiedereinstieg

Der Wiedereinstiegsrechner zeigt Frauen und ihrem Umfeld, welche Chancen, aber auch welche Risiken sich bei unterschiedlichen Planungen ihrer Erwerbsverläufe ergeben. Anhand weniger Angaben zeigt der Rechner die finanziellen Perspektiven eines Wiedereinstiegs in den Beruf auf.

Realitätsnah wird errechnet, welches Einkommen bei einem beruflichen Wiedereinstieg in verschiedenen Berufen und Branchen zu erwarten ist und welchen Einfluss die zukünftige Gehaltsentwicklung auf die gesetzliche Rente nimmt. Anhand einfacher Grafiken werden neben dem voraussichtlich zu erzielenden Brutto- und Nettolohn auch die zu erwerbenden Rentenansprüche dargestellt. Der Wiedereinstiegsrechner liefert Frauen zugleich wertvolle Anhaltspunkte für Gehaltsverhandlungen beim Vorstellungsgespräch.

Verbesserte Altersvorsorge ein wichtiges Motiv für den Wiedereinstieg

Wenn es um die Entscheidung geht, nach einer längeren Familienphase wieder in den Beruf einzusteigen, sind Frauen ökonomische Motive wichtiger als der Wunsch nach Selbstverwirklichung. Das belegen die Ergebnisse der vom Bundesfamilienministerium initiierten Studie "Zeit für Wiedereinstieg, Potenziale und Perspektiven". Insbesondere die Existenzsicherung der Familie sowie die eigene Altersvorsorge sind wichtige Motive für Frauen, wieder erwerbstätig sein zu wollen. Grund dafür ist auch die globale Wirtschaftskrise in den Jahren 2008 und 2009, deren Folgen heute noch für viele Familien spürbar sind. Die Konsequenz: Immer mehr Frauen ernähren die Familie und erwirtschaften einen Großteil des Familieneinkommens.

Projekt "Familienernährerinnen"

In knapp einem Fünftel der bundesdeutschen Haushalte, in denen mehrere Personen leben, verdienen Frauen den Großteil des Einkommens. Die Hälfte dieser Frauen ist alleinerziehend. Diese Situation wird zumeist durch ein geringes Einkommen sowie die Pflegebedürftigkeit oder Arbeitslosigkeit des Lebenspartners hervorgerufen. Familienernährerinnen sind daher häufig einer Doppelbelastung ausgesetzt: Sie übernehmen sowohl die Verantwortung als Haupteinkommensbezieherin als auch im Haushalt und für die Erziehung der Kinder.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert im Rahmen einer Partnerschaft mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund das Projekt "Familienernährerinnen". Die Internetseite zum Projekt informiert über die Arbeits- und Lebensbedingungen der "Familienernährerinnen".