Preis für das Engagement gegen Diskriminierung

Antidiskriminierungsstelle zeichnet Einsatz für Rechte Intersexueller aus

Das Bild zeigtDr. Katarina Barley, Preisträgerin Lucie Veith und Christine Lüders,  Leiterin der Antidiskriminierungsstelle
Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley, Preisträgerin Lucie Veith und Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (v. l. n. r.)© Steffi Loos

Am 16. Oktober hat die Antdiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) zum dritten Mal den "Preis für das Engagement gegen Diskriminierung" verliehen. Mit der Auszeichnung würdigt sie Personen oder Institutionen, die sich in vorbildlicher Weise gegen Diskriminierung hervorgetan haben. Im Jahr 2017 geht der Preis an Lucie Veith.

In ihrer Laudatio vor mehr als 300 geladenen Gästen im Museum für Kommuniktion in Berlin betonte Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley:

"Anti-Diskriminierung braucht Vorbilder. Gleichstellung verwirklicht sich nicht in Debatten und Gesetzen. Gleichstellung muss gelebt werden, muss in der Gegenwartswelt der Menschen ankommen. Seit 15 Jahren ist Lucie Veith dafür unermüdlich bei der Sache. Diese Ausdauer und dieses Engagement sind nicht selbstverständlich und verdienen höchste Anerkennung."

Die Leiterin der ADS, Christine Lüders, würdigte bei der Preisverleihung den "produktiven Zorn" und den Kampfgeist von Lucie Veith. Sie helfe damit nicht nur vielen tausend intersexuellen Menschen in Deutschland, sondern leiste auch einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl. Denn intersexuelle Menschen wollten und brauchten kein Mitleid. Sie bräuchten gleiche Rechte.

Lucie Veith ist unter anderem Sprecherin des Bundesverbands Intersexuelle Menschen e.V. und leitet das Kompetenzzentrum für Inter* in Niedersachsen. Sie setzt sich auf nationaler und internationaler Ebene für die Rechte und Anerkennung intersexueller Menschen und für den Schutz vor unfreiwilligen medizinischen Eingriffen ein. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes unterstützt ihre Forderungen, auf einen Geschlechtseintrag im Ausweis zu verzichten und einen Hilfs- und Entschädigungsfonds für intersexuelle Menschen einzurichten. Dieser soll Menschen unterstützen, die im Kindesalter kosmetischen Genitaloperationen zur "Geschlechtsvereinheitlichung" unterzogen wurden.