Internationale Gleichstellungspolitik

UN Women

UN Women (Entity for Gender Equality and the Empowerment of Women - UN Women) ist die Organisationseinheit für die Förderung von Frauen und Geschlechtergleichheit bei den Vereinten Nationen. UN Women wurde im Juli 2010 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen durch die Resolution A/64/289 mit dem Status eines Unterorgans der Generalversammlung geschaffen und hat am 1. Januar 2011 die Arbeit aufgenommen.

Mit UN Women wurden die vier Einrichtungen der Vereinten Nationen, die zuvor für Geschlechtergleichheit und Frauenförderung zuständig waren, zusammengelegt: der Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für Frauen (United Nations Development Fund for Women - UNIFEM), die Abteilung für Frauenförderung (Division for the Advancement of Women - DAW), das Büro der Sonderberaterin des VN-Generalsekretärs für Gleichstellungsfragen (Office of the Special Adviser to the Secretary-General on Gender Issues and Advancement of Women - OSAGI) und das Internationale Forschungs- und Ausbildungsinstitut zur Förderung der Frau (International Research and Training Institute for the Advancement of Women - INSTRAW). Die Schaffung von UN Women war ein wichtiger Reformschritt in der Architektur der Vereinten Nationen. Durch den Zusammenschluss und die hochrangige Leitungsebene ist das Thema Gleichberechtigung in den Vereinten Nationen aufgewertet und sichtbarer gemacht worden.

UN Women hat alle Mandate der vier Vorgängerinstitutionen übernommen und wird von der Bundesregierung unterstützt. Ziel von UN Women ist es, die Wirksamkeit der Gleichstellungspolitik international zu stärken und eine effizientere Arbeitsweise der Vereinten Nationen zu gewährleisten. Die Gründung von UN Women trägt dazu bei, die Rechte der Frauen auf der ganzen Welt zu verbessern.

Der Strategische Plan für den Zeitraum 2014 bis 2017 umfasst  sechs primäre Handlungsbereiche:

  • Erhöhung der politischen Teilhabe und des Anteils von Frauen in Führungspositionen;
  • Erhöhung der Chancengleichheit von Frauen im wirtschaftlichen Bereich;
  • Verhinderung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen;
  • Stärkung der Rolle von Frauen in der Konfliktbeilegung und in humanitären Notlagen;
  • Verankerung der Geschlechtergerechtigkeit in Budgets und Entwicklungsplänen;
  • Förderung globaler Normen, Politiken und Standards in den Bereichen Gleichberechtigung der Geschlechter und Frauenförderung.

UN Women hat eine Regionalstruktur mit sechs Regionalbüros, sechs Mehrländerbüros, 47 Länderbüros und 30 Programmbüros. UN Women leistet technische und finanzielle Unterstützung, insbesondere auch für lokale Frauenorganisationen und deren Zusammenarbeit mit Regierungen, Institutionen der Vereinten Nationen und der Privatwirtschaft.

Auf nationaler Ebene arbeitet UN Women mit 14 nationalen Komitees zusammen; in Deutschland ist dies UN Women Nationales Komitee Deutschland e.V. Durch eine Anerkennungs-Vereinbarung (Recognition Agreement) ist das nationale Komitee mit UN Women verbunden und verfügt damit offiziell über das Mandat und die Verpflichtung, in Deutschland ein Bewusstsein für die Arbeit von UN Women zu schaffen sowie über Fundraising finanzielle Ressourcen für die Programme von UN Women einzuwerben. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt die Arbeit des deutschen Komitees.

Eine Besonderheit von UN Women gegenüber anderen Fonds und Programmen der Vereinten Nationen ist, dass die Organisation ein normatives und ein operatives Mandat besitzt. Für die Lenkung von UN Women sind im operativen Bereich die Generalversammlung, der Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (Economic and Social Council - ECOSOC)  und der Exekutivrat von UN Women zuständig, für die Lenkung des normativen Bereichs die Generalversammlung, der ECOSOC und die VN-Frauenrechtskommission.

Grundlagen der Arbeit von UN Women sind das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (UN Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women - CEDAW), die Aktionsplattform von Peking, die VN-Sicherheitsrats-Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit mit ihren Nachfolgeresolutionen sowie die 2030 Agenda für Nachhaltige Entwicklung.