Gleichgeschlechtliche Lebensweisen, geschlechtliche Vielfalt

Projektförderungen

Eine im Jahr 2016 vorgelegte Studie zur "Aktualität kosmetischer Operationen 'uneindeutiger' Genitalien im Kindesalter" untersucht erstmals für Deutschland eine Vollerhebung zur Häufigkeit von Genitalplastiken im Kindesalter bei Vorliegen einer Diagnose aus dem Spektrum sogenannter "Differences of Sexual Development".

Im Jahr 2018 hat die Uni Bochum in einer Follow-Up-Studie untersucht, wie sich die Häufigkeit von feminisierenden respektive maskulinisierenden Genitaloperationen im Kindesalter in den letzten Jahren entwickelt hat. Das Bundesfamilienministerium hat diese Studie mit einer Zuwendung unterstützt.

Bisher gab es nur vereinzelte exemplarische Aussagen darüber, warum trangeschlechtliche Menschen auch einen dritten Personenstand benötigen und in welchen gesellschaftlichen Feldern es durch die binäre Eintragungsmöglichkeit (männlich oder weiblich) zu Diskriminierungen und zu Einschränkungen kommt. Der Bundesverband Trans* hat daher im Jahr 2018 in einer Online-Umfrage untersucht, an welchen Stellen die damals praktizierte binäre Geschlechtseintragung zu direkten Diskriminierungen von transgeschlechtlichen Menschen führt. Das Bundesfamilienministerium unterstützte diese Studie ebenfalls in Form einer Zuwendung.

Der Dachverband Lesben und Alter vertritt die Interessen lesbischer Seniorinnen. Er nimmt Einfluss auf die Seniorinnenpolitik und wirkt aktiv in die großen Verbände wie BAGSO, Wohlfahrtsverbände, Frauenverbände und kirchliche Organisationen hinein.

Die Bundesinteressenvertretung Schwuler Senioren soll die Partizipation und Teilhabe älterer Schwuler in der Seniorenpolitik stärken und eine Sensibilisierung des Themas auf allen Ebenen vorantreiben.

Die Bundesinteressenvertretung Schwuler Senioren (BISS) betreibt mit Förderung des Bundesfamilienministeriums eine Hotline für die Opfer der nach § 175 StGB und §151 StGB-DDR verurteilten Personen. Die Hotline bietet eine niedrigschwellige Einstiegsberatung. Sie vermittelt Betroffenen grundlegende Informationen und verweist an weiterführende Stellen. Die Telefonnummer lautet 0800/175 2017. 

Bis zum 30. Juni 2018 erhielt das bundesweite Modellprojekt "Beratungskompetenz RegenbogenFamilie! - Erfordernisse und Potenziale in professioneller Begleitung" des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD) eine Förderung. Das Bundesfamilienministerium hat mit dem auf drei Jahre angelegten Projekt eine Lücke geschlossen, damit die Mitglieder von Regenbogenfamilien wohnortnah Rat und Hilfe erhalten und sich in den bestehenden Beratungseinrichtungen willkommen fühlen können. Zum Abschluss des Projekts entstand ein Trainingsmanual für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Fachkräfte.

Im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" werden mit einer Laufzeit von fünf Jahren (Anfang 2015 bis Ende 2019) Maßnahmen gefördert, die zur Akzeptanz gleichgeschlechtlicher, trans- und intergeschlechtlicher Lebensweisen beitragen, Vorurteile abbauen und sich gegen Diskriminierung und Gewalt richten. Darüber hinaus werden der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) und das Jugendnetzwerk Lambda strukturell gefördert.