Schwangerschaft und Kinderwunsch Adoptionen und Adoptionsvermittlung

Ziel einer Adoption ist es, die besten Eltern für ein Kind zu finden, das aus unterschiedlichen Gründen nicht bei seinen leiblichen Eltern aufwachsen kann.

Wer ein Kind adoptieren möchte, egal ob im Inland oder im Ausland, muss nach dem deutschen Recht unbeschränkt geschäftsfähig und mindestens 25 Jahre alt sein. Bei Ehepaaren kann eine Person dieses Alter unterschreiten, sie muss jedoch mindestens 21 Jahre alt sein. Ein Höchstalter für Adoptiveltern ist gesetzlich nicht festgelegt. Ihr Alter sollte jedoch in einem natürlichen Abstand zu dem der Kinder stehen.

Darüber hinaus wird die Eignung der Adoptiveltern von den Adoptionsvermittlungsstellen sorgsam geprüft. Dabei geht es etwa um die Beweggründe für die Adoption, die Stabilität der Partnerschaft oder um gesundheitliche Aspekte.

Ein Ehepaar - ungeachtet des Geschlechts - kann ein Kind normalerweise nur gemeinsam adoptieren. Im Wege einer Stiefkindadoption kann auch das Kind der Partnerin oder des Partners adoptiert werden, wenn der Stiefelternteil und der leibliche Elternteil des Kindes miteinander verheiratet sind, in eingetragener Lebenspartnerschaft oder in einer anderen festen Lebensgemeinschaft leben.

Die leiblichen Eltern müssen in der Regel beide in die Adoption ihres Kindes einwilligen. Das geht frühestens, wenn das Kind acht Wochen alt ist. 

Umfassende Unterstützung und Beratung der Familien

Eine Adoption ist für die abgebenden Eltern, die Adoptiveltern und natürlich für die Kinder eine grundlegende Weichenstellung, die sie ein Leben lang begleitet. Daher ist die gute fachliche Beratung und Unterstützung aller Beteiligten vor, während und nach der Adoption so wichtig für das Gelingen der Adoption.

Zum 1. April 2021 wird das neue Adoptionshilfe-Gesetz in Kraft treten und das Adoptionswesen in den folgenden Punkten moderner gestalten:

  • Umfassende Beratung: Adoptiv- und Herkunftsfamilien erhalten einen Rechtsanspruch auf Beratung und Begleitung auch nach der Adoption. Die Adoptionsvermittlungsstellen helfen den Familien, die Unterstützung zu finden, die sie benötigen. Für Stiefkindadoptionen wird eine verpflichtende Beratung im Vorfeld der Adoption für die Betroffenen eingeführt - es sei denn, die Partnerin der leiblichen Mutter beantragt die Adoption des gemeinsamen Wunschkindes, das in die bestehende Ehe oder feste Partnerschaft hineingeboren wird.
  • Aufklärung und mehr Offenheit: Für Kinder ist es wichtig zu wissen, woher sie kommen. Der offene Umgang mit der Adoption innerhalb der Adoptivfamilie wie auch mögliche Kontakte zwischen Adoptiv- und Herkunftsfamilie werden gefördert.
  • Stärkung der Vermittlung: Die Adoptionsvermittlungsstellen erhalten einen konkreten Aufgabenkatalog. Ein Kooperationsgebot stärkt die Vernetzung der Adoptionsvermittlungsstellen mit anderen Beratungsstellen.
  • Begleitete Auslandsadoptionen: Auch bei Adoptionen aus dem Ausland muss das Wohl der Kinder im Mittelpunkt stehen. Ihr Schutz wird gestärkt, indem immer eine Vermittlungsstelle die Auslandsadoption begleiten muss. Für mehr Rechtsklarheit wird ein verpflichtendes Anerkennungsverfahren für ausländische Adoptionsentscheidungen eingeführt.