Familie und Digitale Gesellschaft

Digitalkompetenzen für alle Generationen

Eine junge und eine ältere Dame stehen lächelnd zusammen und halten mit den Händen ein Quadrat in die Fotokamera
Generationenübergreifende Digitalisierung© Fotolia/Ocskay Bence

Digitale Kompetenzen sind heute entscheidend für erfolgreiche Arbeits- und Bildungsbiografien und für eine gute Gestaltung des Familien- und Arbeitslebens. Sie sind die Voraussetzung dafür, die Digitalisierung als eine Fortschrittskraft für eine lebenswerte Gesellschaft zu nutzen. Es gibt aber nicht "die" digitale Kompetenz. Welche Kompetenzen wichtig sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab - auch von der Lebensphase.

In Familien treffen unterschiedliche Medienwelten aufeinander. Eltern müssen nicht nur Schritt halten mit ihrer eigenen Mediennutzung, sondern gleichzeitig Wege finden, ihre Kinder im Umgang mit digitalen Technologien zu unterstützen. Dafür müssen sie ihr eigenes Medienhandeln verstehen und reflektieren können. Sie müssen Verantwortung übernehmen und Vorbilder sein, ohne dass von ihnen verlangt werden kann, bereits alles zu können. Das ist nicht einfach. Verschiedene Angebote des Bundesfamilienministeriums unterstützen dabei, digitale Werkzeuge zu nutzen und spielerisch voneinander zu lernen.

Immer mehr Eltern sind sich heute ihrer Verantwortung bewusst und prüfen ihren Umgang mit digitalen Medien im Familienalltag oder suchen nach sinnvollen Wegen, um das kindliche Recht auf digitale Selbstbestimmung und Privatsphäre zu wahren. Das Bundesfamilienministerium unterstützt Medienkompetenzbildung Jugendlicher und in Familien mit einer Vielzahl an Angeboten.

Die Initiative "Gutes Aufwachsen mit Medien" bündelt Informationsangebote für Eltern, berät lokale Netzwerke der Elterninformation und -beratung und qualifiziert Fachkräfte. Auch die Kindersuchmaschine Blinde Kuh, das Rat- und Hilfeangebot jugend.support, der Medienratgeber für Familien "Schau hin! Was Dein Kind mit Medien macht." und der Multimediawettbewerb für Kinder und Jugendliche werden durch das Bundesfamilienministerium gefördert.

Für Jugendliche gehört die Digitalisierung so selbstverständlich zum Leben, dass manche bereits von einer "postdigitalen" Generation sprechen. Diese Selbstverständlichkeit heißt aber nicht, dass alle Jugendlichen von ganz allein alle wichtigen digitalen Kompetenzen erlernen. Gleichzeitig scheinen viele der klassischen Ansätze der Wissensvermittlung ungeeignet für sie. Das Bundesfamilienministerium setzt deshalb auf einen positiven, experimentierfreudigen Ansatz. Das aus Mitteln des Bundesprogramms "Demokratie Leben!" geförderte Projekt "Demoktratielabore" führt verschiedene Workshop- und Aktionsformate mit Jugendlichen rund um Digitalisierung, Technologien und gesellschaftliches Miteinander durch. Jugendliche sollen so Erfahrungen an der Schnittstelle von Demokratie und Digitalisierung sammeln.

Gerade für ältere Menschen kann die Digitalisierung einen enormen Zugewinn an Freiheit, intensiverem Kontakt zu Freunden und Familie und damit längere und bessere Teilhabe bedeuten. Gleichzeitig kommen sie weniger selbstverständlich, spielerisch und nebenbei mit neuen digitalen Technologien in Berührung.

Deshalb untersuchte der Runde Tisch "Aktives Altern - Übergänge gestalten" die Bedeutung der Digitalisierung für die Bildungsprozesse älterer Menschen. Dabei entstanden folgende Empfehlungen:

  • mit Maßnahmen die Vorbehalte älterer Menschen gegenüber digitalen Medien abbauen,
  • eine realistische Einschätzung von Nutzen und Gefahren der digitalen Technologien entwickeln,
  • digitale Kompetenzen im Alter stärken,
  • ältere Menschen als Mitentwicklerinnen und Mitentwickler von digitalen Angeboten gewinnen.