Gemeinsam Lösungsansätze entwickeln

Demografischer Wandel

Ein Kind, eine junge Frau und ein älterer Mann sitzen auf einem Sofa
Die Gesellschaft wird älter und vielfältiger© Bildnachweis: Yuri Arcurs

In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird sich die Bevölkerungsstruktur in Deutschland weiter stark verändern: Die Menschen in Deutschland werden älter und die Gesellschaft wird vielfältiger - nicht zuletzt durch die stark gestiegene Zuwanderung. Die Anzahl der Geburten stieg 2016 gegenüber dem Vorjahr leicht an, längerfristig wird die Bevölkerungszahl jedoch sinken.

Diese Veränderungen sind grundlegend und dauerhaft und werden in unserer Gesellschaft immer stärker spürbar. Der demografische Wandel stellt eine große Herausforderung für Politik, Verwaltung, Wirtschaft und jeden Einzelnen unserer Gesellschaft dar. Umso wichtiger ist es, diese Herausforderung anzugehen.
Das Bundesfamilienministerium ist als Ministerium für alle Generationen zentral mit Handlungsfeldern befasst, die Ursachen und Folgen der demografischen Entwicklung betreffen.

Die Demografiestrategie der Bundesregierung

Unter dem Titel "Jedes Alter zählt - Für mehr Wohlstand und Lebensqualität aller Generationen" hat die Bundesregierung auf dem Demografiegipfel die Ergebnisse der Demografiestrategie präsentiert. Vier Ansatzpunkte waren von zentraler Bedeutung:

  • Wirtschaftliches Wachstum und Wohlstand langfristig sichern, damit auch künftige Generationen am Wohlstand teilhaben können.
  • Den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern, denn belastbare soziale Beziehungen - in der Familie, der Nachbarschaft bis hin zu Gesellschaft und Arbeitswelt - sind unverzichtbar.
  • Gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in allen Regionen unterstützen und eine hohe Lebensqualität in Stadt und Land sichern.
  • Die Handlungsfähigkeit des Staates erhalten, verlässliche soziale Sicherungssysteme zu gewährleisten und den öffentlichen Dienst attraktiv halten.

2012 hat die Bundesregierung erstmals eine Demografiestrategie erarbeitet, die 2015 weiterentwickelt wurde. Sie beinhaltet Maßnahmen des Bundes und Vorschläge, die gemeinsam mit Ländern, Kommunen, Verbänden, Sozialpartnern, Wirtschaft, Wissenschaft und anderen Akteuren der Zivilgesellschaft zu realisieren sind. Der ressort- und ebenenübergreifende Dialogprozess soll 2018 fortgesetzt werden.

Vier Arbeitsgruppen in Federführung des Bundesfamilienministeriums

Von den insgesamt zehn Arbeitsgruppen der Demografiestrategie sind vier in Federführung des Bundesfamilienministeriums. Neben den drei bisher bestehenden Arbeitsgruppen in den Bereichen Familie, ältere Menschen und Menschen mit Demenz wurde auf Initiative des Bundesfamilienministeriums auch eine Arbeitsgruppe zu Jugend eingerichtet. Denn die heute jungen Menschen werden in besonderer Weise von der demografischen Entwicklung betroffen sein. Damit wird deutlich: Demografiepolitik ist Gesellschaftspolitik.

Die einzelnen Regionen in Deutschland bekommen den demografischen Wandel unterschiedlich zu spüren und müssen mit individuellen Strategien auf die verschiedenen Herausforderungen reagieren. Daher hat das Bundesfamilienministerium 2016 die "Demografiewerkstatt Kommunen" ins Leben gerufen. Über einen Zeitraum von fünf Jahren werden acht ausgewählte Kommunen bei der Gestaltung des demografischen Wandels vor Ort durch externe Beratungsteams begleitet und unterstützt. Die gewonnenen Erfahrungen werden ausgewertet, aufbereitet und in die Demografiestrategie eingespeist, sodass sich Kommunen, Länder- sowie Bundesressorts an diesen Erfahrungen orientieren können.

Internationaler Austausch

Das Bundesfamilienministerium steht mit vielen Ländern im Austausch über die Maßnahmen zur Bewältigung des demografischen Wandels. Speziell Deutschland und Japan stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Parallelen gibt es vor allem bei der niedrigen Geburtenrate und der steigenden Lebenserwartung. Daher ist es wichtig, voneinander zu lernen. Zwischen dem japanischen Gesundheits- und Arbeitsministerium und dem Bundesfamilienministerium besteht ein kontinuierlicher Dialog, um sich unter anderem über Maßnahmen zur Bewältigung des demografischen Wandels auf kommunaler Ebene oder zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf auszutauschen.

Zwei Symposien haben sich mit Strategien zur Bewältigung des demografischen Wandels beschäftigt. 2016 fand das Symposium im Japanisch-Deutschen Zentrum Berlin statt. Eine Dokumentation in den Sprachen Deutsch und Japanisch kann hier abgerufen werden. 2017 wurde das Symposium in Tokio abgehalten. Die ebenfalls zweisprachige Dokumentation ist hier zu finden.