Bundesfamilienministerin besucht Schule für Altenpflege

Gute Ausbildung - gute Pflege

Franziska Giffey steht mit zwei Frauen an einem Bett. Darin liegt eine Puppe zur Übung der Altenpflege.
Dr. Franziska Giffey erhält einen unmittelbaren Eindruck vom praktischen Unterricht an der Altenpflegeschule© Thomas Trutschel/photothek.net

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey hat am 18. April die Berufsfachschule für Altenpflege des Evangelischen Johannesstifts in Berlin-Spandau besucht, um mit Auszubildenden zu sprechen und sich einen Eindruck von den Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verschaffen. Mit einer modernisierten Ausbildung und verbesserten Arbeitsbedingungen sollen ab 2020 mehr Menschen für den Zukunftsberuf Pflege begeistert werden.

Dr. Franziska Giffey:

"Wer Menschen pflegt und sich um sie kümmert, verdient Anerkennung – und bekommt doch leider viel zu wenig Geld für diese verantwortungsvolle Aufgabe. Das ist ein Grund, warum wir einen Mangel an Fachkräften in der Pflege haben. Das fängt schon in der Ausbildung an. Deshalb ist es der einzig richtige Schritt, dass Azubis ab 2020 kein Schulgeld mehr zahlen müssen, sondern stattdessen eine Ausbildungsvergütung bekommen, wenn sie diesen Beruf erlernen. Denn niemand soll sich die Frage stellen müssen: Kann ich es mir leisten, Pflegefachfrau oder -mann zu werden?"

Anna Schlicht, Schulbereichsleitung der Berufsfachschule für Altenpflege:

"Das Arbeiten in der Altenpflege ist ein schöner, erfüllender Beruf. Aber für so eine hochspezialisierte, professionelle Tätigkeit benötigen wir qualifizierte und motivierte Arbeitskräfte. Daher müssen die strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen der Komplexität der Pflegeausbildung angepasst werden. In ein so wichtiges Arbeitsfeld muss jetzt investiert werden."

Modernisierung der Pflegeausbildung

Wichtiges Thema in den Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der Einrichtung und des Deutschen Evangelischen Verbands für Altenarbeit und Pflege e.V. (DEVAP) war die Frage, wie die gemeinsam vom Bundesfamilienministerium und Bundesgesundheitsministerium eingebrachte Reform der Pflegeberufe umgesetzt werden soll. Dabei ging es auch um begleitende Unterstützungsmaßnahmen zum Beispiel durch Musterlehrpläne.

Dr. Franziska Giffey betonte:

"Die Modernisierung der Ausbildung ist wichtig. Dazu gehören auch eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen von Pflegekräften. Immer weniger Pflegeprofis sorgen für immer mehr Patienten. Die Folge: weniger Zeit fürs Kümmern, mehr Stress für die Pflegekräfte. Unsere Aufgabe ist es, uns um die 'Kümmerer' zu kümmern – und mehr Menschen für diesen wichtigen Beruf zu gewinnen."

Pflegeberufegesetz

Durch das Pflegeberufegesetz werden die Ausbildungen in der Altenpflege, der Gesundheits- und der Krankenpflege und der Kinderkrankenpflege zu einer neuen, generalistisch ausgerichteten Pflegeausbildung zusammengeführt. Der einheitliche Berufsabschluss heißt dann "Pflegefachfrau" oder "Pflegefachmann".

Auszubildende haben jedoch auch in Zukunft die Möglichkeit, sich für einen gesonderten Berufsabschluss in der Altenpflege oder Kinderkrankenpflege zu entscheiden, wenn sie für das letzte Ausbildungsdrittel eine entsprechende Spezialisierung wählen.

Bereits am 22. März 2018 haben das Bundesfamilien- und das Bundesgesundheitsministerium die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung zum Pflegeberufegesetz in die Ressorts-, Länder-, und Verbändeabstimmung gegeben und damit das Gesetzgebungsverfahren eingeleitet. Die Verordnung schafft die Voraussetzung für die generalistische Pflegeausbildung. Die neue Ausbildung startet ab dem 1. Januar 2020.

Informationen zur Altenpflegeausbildung

Weiterführende Informationen gibt es auf der Internetseite www.altenpflegeausbildung.net des Bundesfamilienministeriums und durch das "Beratungsteam Altenpflegeausbildung" des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.