In Würde leben mit Demenz

Eine Pflegerin reicht einer älteren Frau im Rollstuhl ein Glas Wasser, Bildnachweis: BMFSFJ / Nagold
Menschen mit Demenz: Gemeinsames Miteinander schaffen© Bildnachweis: BMFSFJ / Nagold

Am 28. Januar hat Elke Ferner die europäische Fachtagung zur palliativen Versorgung von Menschen mit Demenz im Pflegeheim eröffnet.

"Wenn wir Menschen mit Demenz auch in der Sterbephase gerecht werden wollen, müssen wir uns einlassen auf sie und ihre Art, sich mitzuteilen. Zeit und Einfühlungsvermögen sind dabei wichtige Voraussetzungen, aber ganz ohne praxisbasierte Handlungshilfen gerät man leicht ins Schwimmen. Hier sind die Forschungsergebnisse und die damit auch vorliegende Arbeitshilfe für die Versorgungspraxis wichtige Hilfen", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in ihrem Grußwort.

Zahlreiche Expertinnen und Experten diskutierten auf der internationalen Fachtagung "Palliative Care und Demenz" darüber, wie die Rahmenbedingungen in der Altenhilfe gestaltet werden müssen, damit die Bedürfnisse von dementen Menschen angemessen berücksichtigt werden.

Im Mittelpunkt der Tagung standen die Ergebnisse des vom Bundesfamilienministerium geförderten Forschungsprojekts „Entwicklung eines Kriterienkataloges zur Erfassung der palliativen Bedürfnisse von Menschen mit schwerer Demenz in der stationären Altenhilfe“ des Zentrums für Palliativmedizin der Uniklinik Köln.

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes zeigen, dass auch Menschen in schweren Demenzstadien noch umfassende Bedürfnisse besitzen - nicht nur körperliche wie Aspekte der Ernährung oder Schmerzfreiheit, sondern auch komplexere Bedürfnisse wie das nach Selbstbestimmung.

Rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland sind an Demenz erkrankt. Das Erkennen ihrer Bedürfnislage ist Voraussetzung, um ihnen auch am Ende des Lebens Selbstbestimmung und Würde zu sichern.

Da an Demenz erkrankte Menschen in der Endphase der Erkrankung aufgrund ihrer kognitiven und kommunikativen Einschränkungen jedoch nicht mehr in der Lage sind, ihre Bedürfnisse und Wünsche verbal mitzuteilen, benötigen Pflegende eine hohe fachliche und kommunikative Kompetenz und stehen in der alltäglichen Praxis vor großen Herausforderungen. Das Wissen um diese Bedürfnisse und eine daraus abgeleitete Hilfestellung, sie zu erkennen und zu erfüllen, reduziert Unsicherheiten. Hiervon profitieren vor allem Pflegende und Angehörige.