ProQuote Medien

Frauen in Print- und Online-Medien stärken

Juliane Seifert spricht vor Publikum auf der Veranstaltung des Vereins ProQuote Medien
Juliane Seifert spricht auf der Veranstaltung des Vereins ProQuote Medien© Axel Kirchhof

In deutschen Print- und Online-Journalismus sind Frauen in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert. Das ist das Ergebnis einer Studie des gemeinnützigen Vereins ProQuote Medien zur Geschlechterverteilung in journalistischen Führungspositionen. Bei der Präsentation der Ergebnisse im Hamburger Verlagshaus von Gruner + Jahr hielt Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesfrauenministerium, am 7. November ein Grußwort. Dabei erklärte sie, warum es mehr Frauen in den Führungsetagen der Medienhäuser braucht.

Juliane Seifert:

"Was in unserem Land geschrieben, veröffentlicht und gesendet wird, beeinflusst die Wahrnehmung unserer Umwelt und welches Bild wir uns von den Dingen machen. Wir sollten aber vermeiden, dass bestimmte Rollenbilder in den Medien einfach vorgegeben werden - und sich dadurch in den Köpfen festsetzen. Vielmehr sollte sich die Vielfalt unserer Gesellschaft auch in der Berichterstattung widerspiegeln. Das kann besser gelingen, wenn Frauen und Männer in den Führungsetagen der Medienhäuser gleich vertreten sind."

Die vom Bundesfrauenministerium geförderte Studie zeigt, dass die Medienhäuser von einer Gleichberechtigung in den Führungsetagen noch weit entfernt sind. So lautet ein zentraler Befund der Studie, dass Frauen in den Chefredaktionen deutscher Regionalzeitungen weiterhin deutlich unterrepräsentiert sind. Damit kommen dort auf 100 männliche Chefredakteure im Durchschnitt lediglich acht Chefredakteurinnen: Der Frauenanteil in den Redaktionsspitzen der Regionalzeitungen beträgt lediglich 7,4 Prozent. Auch bei den untersuchten überregionalen Zeitungen sind im Durchschnitt nur ein Viertel der Führungspositionen von Frauen besetzt. Bei den 100 reichweitenstärksten redaktionellen Online-Angeboten beträgt der weibliche Führungsanteil durchschnittlich 30 Prozent.

Im ersten Teil der Studie aus dem Jahr 2018 wies der Verein die ungleichen Verhältnisse bereits für den privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunk empirisch nach.

Für die Untersuchung "Welchen Anteil haben Frauen an der publizistischen Macht in Deutschland? Eine Studie zur Geschlechterverteilung in journalistischen Führungspositionen" hat ProQuote Medien die Impressen zahlreicher Medienhäuser ausgewertet. Zu den untersuchten Leitmedien zählen "Bild", "Spiegel", "Focus", "Stern", "Zeit", "Süddeutsche Zeitung", "Frankfurter Allgemeine Zeitung" und "Welt" sowie seit 2015 die zugehörigen Online-Redaktionen.

ProQuote Medien ist ein Zusammenschluss deutscher Journalistinnen und Medienfrauen mit dem Ziel, 50 Prozent Frauen in den Führungspositionen deutscher Medien zu platzieren. Der gemeinnützige Verein zählt und vergleicht seit 2012 die Frauenanteile in journalistischen Führungspositionen ausgewählter deutscher Medien. Die Initiative wird vom Bundesfamilienministerium gefördert und unterstützt.