Preisverleihung

Drei Städte für vorbildliche Gleichstellungsarbeit ausgezeichnet

Der "Gender Award - Kommune mit Zukunft" würdigt die Gleichstellungsarbeit in den Kommunen © Sandra Kühnapfel

Die Städte München, Bochum und Brühl wurden am 9. Dezember für ihre vorbildliche Gleichstellungsarbeit in Berlin ausgezeichnet. Der "Gender Award Kommune mit Zukunft" wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen ausgelobt und alle zwei Jahre vergeben. Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey ist Schirmherrin des Preises.

Dr. Franziska Giffey erklärte anlässlich der Preisverleihung:

"Gute Gleichstellungsarbeit ist aus dem Leben in den Kommunen nicht mehr wegzudenken. Städte und Gemeinden setzen sich für gleiche Rechte und Chancen von Frauen und Männern ein - in der Organisationsentwicklung, im Personalwesen, in kommunalpolitischen Gremien und in der Zusammenarbeit mit Trägern, Vereinen, Verbänden und der lokalen Wirtschaft. Das ist gut so und dabei möchten wir sie so gut wie möglich unterstützen."

Dr. Franziska Giffey steht zusammen mit den Preisträgerinnen vor einer Wand
Dr. Franziska Giffey (Fünfte von links) mit den Preisträgerinnen und Preisträgern aus München, Bochum und Brühl© Sandra Kühnapfel

Die Stadt München hat eine freiwillige Selbstverpflichtung für eine Geschlechterquote bei der Besetzung von Gremien. Das gilt für den Aufsichtsrat der Stadtwerke genauso wie für die Kommission für Stadtgestaltung und die Hauptversammlung des Deutschen Städtetags. Der Stand der Gleichstellung in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Arbeit und Kultur wird überwacht und analysiert. Lücken werden aufgedeckt, um daran zu arbeiten. Sexistische Werbung ist auf allen städtischen Werbeanlagen verboten. Ab 2020 soll es per App möglich sein, Beschwerden einzureichen. Eine Stelle für Frauenkultur wurde eingerichtet, an allen städtischen Schulen werden sowohl Mädchen- als auch Jungenbeauftragte eingesetzt. Außerdem sollen Spielplätze und Sportflächen gendergerecht geplant werden.

Die Stadt Bochum verankert gleichstellungspolitische Themen in der "Bochum Strategie 2030" und führt damit das "Gender Mainstreaming" weiter. Der Begriff "Gender Mainstreaming" bezeichnet die Verpflichtung, bei allen Entscheidungen die unterschiedlichen Auswirkungen auf Männer und Frauen in den Blick zu nehmen. Dabei verbindet Bochum die Aspekte "Gender" und "Diversity" (Deutsch: Vielfalt) gut miteinander. Ihren Beschäftigten bietet die Stadt Eltern-Kind-Büros und ein mobiles Eltern-Kind-Zimmer an. Im Notfall können Kinder mit zur Arbeit gebracht werden. Junge Väter werden motiviert, Familienaufgaben zu übernehmen.

Die Stadt Brühl setzt mit geringen Ressourcen ein Maximum an Gleichstellungspolitik um. Als strategisches Element bietet sie Fortbildungen für weibliche Beschäftigte an. Mit einer besonderen Gedenkkultur bringt die Stadt die Geschichte und die Leistungen von Frauen ins öffentliche Bewusstsein. Zum Beispiel wird bei der Verlegung von Stolpersteinen für Opfer des Nationalsozialismus darauf geachtet, dass Frauen und Männer paritätisch vertreten sind.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen ist ein Netzwerk und vertritt fast 1900 kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte in ganz Deutschland. Sie nimmt Stellung zu Themen der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern, organisiert Fachtagungen und Bundeskonferenzen, startet Kampagnen und Aktionen und kooperiert mit einer Vielzahl von Institutionen und Verbänden. Außerdem unterstützt sie die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in den Kommunen.