Engagement macht stark

Das sind die Engagement-Botschafterinnen und -Botschafter 2019

Das Bild zeigt Stefan Zierke mit weiteren Menschen für ein Gruppenbild posierend
Stefan Zierke, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesfamilienministerin, und Brigitta Wortmann (BBE) mit den Engagement-Botschafterinnen und dem Engagement-Botschafter 2019 © BBE /Jörg Farys

Die Engagement-Botschafterinnen und Engagement-Botschafter 2019 stehen fest: Es sind Lena Wiewell vom Verein "Tausche Bildung für Wohnen e.V." in Duisburg, Andrea Harwardt vom Reitverein Integration e.V. aus Bernau sowie Dennis Sadik Kirschbaum von "JUMA e.V." aus Berlin. Ernannt wurden sie am 3. Juni 2019 von Stefan Zierke, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesfamilienministerin, und Brigitta Wortmann vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement.

Stefan Zierke:

"Jedes an den Werten unserer Verfassung orientierte Engagement ist wertvoll und trägt zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft bei. Ich möchte den diesjährigen Engagement-Botschafterinnen und dem Engagement-Botschafter meine persönliche Anerkennung aussprechen, ihnen viele spannende Begegnungen wünschen und - stellvertretend für die vielen Engagierten bundesweit - für ihren Einsatz danken."

"Stadt ist, was Mensch daraus macht."

Mit ihrem Verein "Tausche Bildung für Wohnen" unterstützt Lena Wiewell Kinder aus strukturschwachen Stadtteilen wie Duisburg-Marxloh und Gelsenkirchen-Ückendorf in ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung. Bereits in ihrem Architekturstudium beschäftigte sich Lena Wiewell mit sozialem Städtebau. Statt kalte Bürokomplexe zu entwerfen, wollte sie lebenswerten und zugänglichen Wohn- und Lebensraum für alle Menschen schaffen, der sich an deren Bedürfnissen orientiert. 2012 stieß Lena Wiewell als Bildungspatin zu "Tausche Bildung für Wohnen", seitdem engagiert sie sich dort ehrenamtlich.
Das Prinzip des Vereins: Junge Bundesfreiwillige oder Studierende ziehen in ehemals leerstehende Wohnungen, können darin mietfrei wohnen und werden zu Bildungspatinnen und -paten ausgebildet. Anschließend unterstützen sie Kinder des Viertels in ihrer schulischen und persönlichen Entwicklung. Nachbarschaft und bürgerschaftliches Engagement werden durch Netzwerkarbeit und ein friedliches und wertschätzendes Miteinander gestärkt. Die Quartiere verändern sich dadurch nachhaltig. Mit ihrer Arbeit befähigt Lena Wiewell junge Menschen in strukturschwachen Stadtteilen, ihre Potentiale zu entfalten und sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen.

"Ich hatte vor 20 Jahren keine Ahnung, was alles dazugehören würde zu der Idee 'Therapeutisches Reiten'. Aber ich kann sagen, dieses Projekt lässt mich immer noch jeden Tag aufstehen und mich auf jeden Tag freuen."

Vor 20 Jahren gründete Andrea Harwardt mit Gleichgesinnten den inklusiven "Reitverein Integration e.V." Ihr Ziel: Menschen aus allen sozialen Schichten - mit und ohne Behinderung - die Teilnahme am Reit- und Voltigiersport zu ermöglichen. Andrea Harwardt ist Physiotherapeutin und begeisterte Pferdesportlerin. Lange träumte sie davon, ihr Hobby mit der Arbeit zu verbinden. Mit der Gründung des Reitsportvereins und dem therapeutischen Reiten verwirklichte sie sich ihren Lebenstraum.

Zu Beginn stieß sie allerdings auf Ängste, Vorurteile und Ressentiments von Menschen aus ihrer Umgebung, mit denen sie nie gerechnet hätte. Dennoch kam der Verein gut an: Bereits kurz nach der Gründung 1999 waren erste behinderte und nicht behinderte Interessierte vor Ort. Heute zählt der Verein 160 Mitglieder, zwei Therapeutinnen und Therapeuten sowie viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Er ist gut vernetzt mit Einrichtungen, wie beispielsweise einer Integrationskita und einer Schule für Kinder mit sozial-emotionalen Auffälligkeiten. Neben dem therapeutischen Reiten bestreiten Reiterinnen und Reiter des Vereins erfolgreich Turniere, die Pferdesportakrobatinnen und -akrobaten sind sogar im deutschen Bundeskader.

"Ich möchte dazu beitragen, jungen Muslimen eine Stimme zu geben."

Dennis Sadik Kirschbaum ist politischer Bildner und interreligiöser Aktivist. Mit seinem Verein "JUMA e.V." unterstützt er junge Musliminnen und Muslime, sich mit ihren Meinungen, Wünschen und Ideen in die Gesellschaft einzubringen und ihr Engagement in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Neben seinem Lehramtsstudium an der Freien Universität in Berlin arbeitet der 29-Jährige als Teamer und Trainer in der außerschulischen politischen Bildungsarbeit, engagiert sich als Vorstandsvorsitzender im Jugendverein "JUMA e.V.", ist als Seelsorger tätig und Poetry-Slammer bei i,Slam.

Als Dennis Kirschbaum vor 13 Jahren zum Islam konvertierte war ihm bewusst, dass er sich einer Gemeinschaft anschloss, die in Deutschland einer Minderheit angehört. Dieser wollte er eine Stimme geben, so stieß er zu "JUMA". "JUMA" steht für jung, muslimisch, aktiv und ist seit 2017 ein eigenständiger Verein mit Sitz in Berlin-Tiergarten. "JUMA" ist der größte deutschlandweit agierende muslimische Jugendverein, der klassische Jugendarbeit leistet, verbandsunabhängig ist und ohne religiös bekennende Angebote. Mit dieser Ausrichtung schafft es "JUMA" tausende Jugendliche anzusprechen und für seine Angebote zu begeistern.

Seit 2004 würdigt das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) mit der bundesweiten Woche des bürgerschaftlichen Engagements den Einsatz der über 30 Millionen freiwillig Engagierten in Deutschland. Im Fokus stehen Menschen, die sich eigeninitiativ oder in Unternehmen, Stiftungen, Verbänden oder Einrichtungen unter dem Motto "Engagement macht stark!" engagieren. Die Kampagne wird durch das Bundesfamilienministerium gefördert. Der Bundespräsident ist Schirmherr.

Das BBE ist ein Zusammenschluss aus Bürgergesellschaft, Staat und Wirtschaft. 270 Mitgliedsorganisationen verfolgen das Ziel, bürgerschaftliches Engagement in allen Gesellschafts- und Politikbereichen zu fördern.