Aktuelle Meldungen

Deutscher Alterssurvey

Wissen über Demenz kann Betroffenen helfen

Zwei ältere Menschen stehen an einer Tafel
Mehr als die Hälfte der Befragten, die mit dem Thema Demenz vertraut ist, ist bereit, Angehörige, Bekannte sowie Nachbarinnen oder Nachbarn mit Demenz zu betreuen© Monica Ninker Photography

Wie vertraut Bürgerinnen und Bürger in Deutschland mit dem Thema Demenz sind, welche Einstellungen sie zu Menschen mit Demenz haben und ob sie sich vorstellen können, einen an Demenz Erkrankten zu unterstützen, zeigt die jüngste Befragung im Rahmen des Deutschen Alterssurvey (DEAS). Die Ergebnisse wurden am 9. August vorgestellt. An der Befragung nahmen 5402 Personen zwischen 46 und 90 Jahren teil.

Zentrale Ergebnisse der Befragung

Die Befragung ergab:

  • Erst knapp ein Drittel (32,6 Prozent) ist mit dem Thema Demenz vertraut.
  • Fast die Hälfte (45,5 Prozent) kann das von sich nicht behaupten. Das hat Folgen für die Betreuung von Menschen mit  Demenz und den Umgang mit ihnen. Denn die Bereitschaft, einen Angehörigen oder Bekannten mit Demenz zu betreuen, hängt stark davon ab, wie gut jemand mit dem Thema vertraut ist.
  • Mehr als die Hälfte der Befragten (56,8 Prozent), die mit dem Thema Demenz vertraut ist, ist bereit, Menschen mit Demenz zu unterstützen.
  • Dagegen kann sich das nur etwa ein Drittel (35,2 Prozent), die mit dem Thema nicht vertraut sind, vorstellen.

Die Ergebnisse der Befragung deuten darauf hin, dass es schwierig ist, die Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz durch Angehörige sowie Personen aus dem Freundeskreis oder der Nachbarschaft in ausreichendem Maße zu gewährleisten. Da etwa 30 Prozent bei der Frage nach der Betreuung unentschieden sind, zeigt sich hier ein Potenzial, das es zu nutzen gilt. Deshalb muss die Gesellschaft vertrauter mit dem Thema Demenz werden, damit sie eher bereit ist, Betroffenen zu helfen. 

Unterstützung und Entlastung fördern

Aktuell sind in Deutschland schätzungsweise 1,6 Millionen Menschen an Demenz erkrankt. In der alternden Gesellschaft wird diese Zahl weiter steigen. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Tatsache, dass die meisten Menschen in ihrem eigenen Zuhause alt werden möchten, ist die Bereitschaft, sich um Menschen mit Demenz zu kümmern, eine wichtige gesellschaftliche Ressource.

Daher ist es wichtig, mehr Öffentlichkeit für das Thema Demenz zu schaffen und passende Informationsangebote zur Verfügung zu stellen. Hier setzt auch die Nationale Demenzstrategie der Bundesregierung an, die insgesamt mehr als 160 Maßnahmen zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen bündelt. Wichtige Ziele sind, individuelle Beratungs- und Entlastungsangebote, passende Wohnformen sowie das ehrenamtliche Engagement für Menschen mit Demenz zu stärken.

Wegweiser Demenz und Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Das Bundesseniorenministerium hat den Wegweiser Demenz als zentrale digitale Informations- und Austauschplattform eingerichtet. Es fördert zudem bundesweit Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz. Rund 500 Lokale Allianzen - haupt- und ehrenamtlich getragene Hilfe- und Unterstützungsnetzwerke vor Ort - sind derzeit aktiv, um die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Demenz zu verbessern und sie und ihre Angehörigen bei Bedarf zu unterstützen. Ein anderes Anliegen ist, die Öffentlichkeit vor Ort zum Thema Demenz zu sensibilisieren und ehrenamtlich Tätige zu gewinnen, die Menschen mit Demenz unterstützen und ihre Angehörigen entlasten.

Der Deutsche Alterssurvey

Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen in der zweiten Lebenshälfte. Die Befragung wird seit 1996 durchgeführt. Die jüngste fand im Zeitraum vom 4. November 2020 bis zum 1. März 2021 statt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer telefonisch und nicht wie zuvor in einem persönlichen Interview befragt. Im Anschluss bekamen sie noch einen Fragebogen zugeschickt, den über 4400 Personen schriftlich oder online beantwortet haben.

In einem zweiten Schritt wurde mit den Daten des Deutschen Alterssurvey untersucht, ob die Einstellungen zu Menschen mit Demenz von Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bildung und Einkommen abhängen und ob es Unterschiede zwischen Frauen und Männern gibt. In einem dritten Schritt wurde schließlich die Frage gestellt, ob Vertrautheit mit Demenz mit der Angst vor Menschen mit Demenz, der Bereitschaft zur Übernahme von Betreuung und Pflege sowie der Einschätzung von Unterstützungsmöglichkeiten zusammenhängt.
 

Christopher Street Day 2022

Wir treten für Toleranz und Vielfalt ein

Bunte Menschenmenge zieht durch Berlin
Hunderttausende ziehen beim Christopher Street Day durch Berlin© BMFSFJ

Am 23. Juli tanzten Hunderttausende friedlich und ausgelassen auf den Straßen mitten in Berlin. Nach zwei Jahren Pause wegen der Corona-Pandemie fand wieder ein Christopher Street Day (CSD) statt. Das Motto lautete: "United in Love! Gegen Hass, Krieg und Diskriminierung." Denn auch Teilnehmende aus der queeren Community in der Ukraine waren eingeladen. Wir Auszubildende aus dem Bundesfamilienministerium wollten natürlich mit dabei sein und ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt setzen. Ab 10:00 Uhr morgens trafen wir uns in der Leipziger Straße, um an der Parade teilzunehmen. 

Das Bundesfamilienministerium hatte einen eigenen Truck, der mit der Startnummer 77 allerdings ganz am Ende des Zuges war. Die Demonstration ging von der Leipziger Straße in Berlin-Mitte über den Leipziger Platz zum Nollendorfplatz im Ortsteil Schöneberg. Er gilt als Herz des Berliner Regenbogenkiezes. Von dort ging es dann zur Siegessäule, wo der CSD endete. Die Demonstration war für uns ein unglaubliches Erlebnis. 

Das Bundesfamilienministerium setzt sich für die Rechte der LGBTQIA+ Community in Deutschland und weltweit ein. Denn Vielfalt ist unser Antrieb. Auf dem Truck dabei war auch Ekin Deligöz, die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesfamilienministerin, um gemeinsam ein Statement zu setzen.

Der Christopher Street Day

Der Christopher Street Day ist ein Gedenk- und Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender-Personen und Intersexuellen. Es wird für die Rechte dieser Gruppen sowie für Toleranz und Vielfalt und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung demonstriert. In Deutschland finden die CSD-Umzüge jedes Jahr in Berlin und Bonn statt. 

Der Ursprung des CSD geht auf den 28. Juni 1969 zurück. Damals fand eine gewalttätige Polizeirazzia in der Stonewall Bar in der Christopher Street in New York City statt. Solche Razzien waren keine Seltenheit, aber zum ersten Mal setzten sich Schwule und Lesben gegen die Polizei zur Wehr.

Sommertour 2022

Lisa Paus geht auf Sommertour

Bundesfamilienministerin Lisa Paus draußen vor dem Bundesfamilienministerium
Bundesfamilienministerin Lisa Paus startet am 15. August ihre Sommertour durch die Bundesrepublik© Photothek/Felix Zahn

Am 15. August startet Bundesfamilienministerin Lisa Paus ihre Sommertour. Zwei Tage wird sie in Hessen und Nordrhein-Westfalen unterwegs sein. Stationen sind die Städte Wiesbaden, Bonn, Monheim am Rhein, Duisburg, Bocholt und Recklinghausen.

Am 22. und 23. August setzt die Bundesfamilienministerin ihre Sommerreise fort. Vom sächsischen Sebnitz geht es nach Dresden, Mittweida, Jena in Thüringen und zum Abschluss der Tour nach Teutschenthal und Halle in Sachsen-Anhalt.

Themen vor Ort  

Zentrale Themen vor Ort sind Partnerschaftlichkeit und familienfreundliche Arbeitsbedingungen, die geplante Kindergrundsicherung und ein Demokratiefördergesetz.   

#TdoT22

Bundesfamilienministerium lädt zum Tag der offenen Tür ein

Flyer Tag der offenen Tür der Bundesregierung
Das Bundesfamilienministerium lädt zum Tag der offenen Tür am 20. und 21. August ein© Deutsche Bundesregierung

Am 20. und 21. August lädt die Bundesregierung zum Tag der offenen Tür ein. Er steht im Jahr 2022 unter dem Motto "Demokratie lädt ein". Nachdem die Veranstaltung in den vergangenen beiden Jahren aufgrund der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt stattfinden konnte, können interessierte Bürgerinnen und Bürger nun wieder das Bundeskanzleramt, die Bundesministerien und das Bundespresseamt besuchen - eine gute Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und sich über die Arbeit der Bundesregierung zu informieren.

Auch das Bundesfamilienministerium freut sich auf Ihren Besuch und bietet allen kleinen und großen Gästen ein buntes Programm und vielfältige Informationen zu den Schwerpunkten des Hauses und den Projekten und Initiativen, die gefördert werden.

Diskussionsrunden mit Lisa Paus

Bundesfamilienministerin Lisa Paus ist am 20. August für einen persönlichen Austausch vor Ort in der Glinkastraße. In zwei Talkrunden diskutiert sie mit jungen Menschen über die Themen "Demokratie lädt ein" sowie "Jugendpolitische Nachhaltigkeit". Außerdem nimmt sie an einer Pflanzaktion im Innenhof teil. Dort werden Hochbeete mit bienenfreundlichen Blumen und Kräutern bepflanzt. Kinder können sich auf eine Vorlesestunde mit der Bundesfamilienministerin freuen. 

Auch in diesem Jahr wird ein Team der Jugendpresse Deutschland die Online-Kommunikation des Bundesfamilienministeriums übernehmen und an beiden Tagen live berichten. 

Internationaler Tag gegen Menschenhandel

Geflüchtete Frauen und Kinder aus der Ukraine vor Menschenhandel schützen

Drei Großbuchstaben KOK und der Schriftzug Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V.
Logo des KOK - Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V. © KOK

Am 30. Juli rufen die Vereinten Nationen zum neunten Mal den Welttag gegen Menschenhandel aus. Der Aktionstag, der seit 2014 begangen wird, soll ein Zeichen gegen diese schwere Menschenrechtsverletzung setzen. In diesem Jahr steht der Kampf gegen Menschenhandel in Deutschland und in Europa vor besonderen Herausforderungen. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind geflüchtete Frauen und Kinder besonders davon bedroht. Deshalb startet der KOK - Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V. ab August ein Sonderprojekt, um sie nachhaltig zu schützen und Menschenhandel vorzubeugen. Dafür stellt das Bundesfamilienministerium zusätzliche Fördermittel zur Verfügung.

Fachberatungsstellen einbeziehen

In den kommenden fünf Monaten wird der KOK die Kooperationsstrukturen für von Menschenhandel Betroffene aus der Ukraine stärken und weiterhin intensive Präventions- und Vernetzungsarbeit leisten. Unter anderem werden spezialisierte Fachberatungsstellen zu ihren Erfahrungen aus den vergangenen Monaten befragt. So können Bedarfe von Geflüchteten und Fachberatungsstellen ausgemacht und besonders effektive Ansätze zum Schutz vor Menschenhandel weiterentwickelt werden. Außerdem sensibilisiert der KOK Menschen, die die Geflüchteten haupt- und ehrenamtlich begleiten und informiert über Unterstützungsangebote.

Schutz für Geflüchtete aus der Ukraine

Seit Kriegsbeginn setzt sich die Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern, der Zivilgesellschaft und in enger Kooperation auf europäischer Ebene dafür ein, Menschen, die aus der Ukraine fliehen, vor Ausbeutung und Menschenhandel zu schützen. Das Bundesfamilienministerium macht sich für eine intensive Präventionsarbeit stark und dafür, dass Betroffene frühzeitig identifiziert werden und ihnen Schutz und Unterstützung zukommen.

Der KOK

Das Bundesfamilienministerium fördert seit 1999 die Arbeit des KOK, auch in der aktuellen Förderperiode 2022 bis 2024. Für das Sonderprojekt zum Schutz Geflüchteter aus der Ukraine werden in diesem Jahr zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt. Der KOK engagiert sich auch in der "Alliance4Ukraine", ein koordinierendes Bündnis aus über 150 Organisationen.

Kinder- und Jugendhilfe

Interessenbekundung zum Einsatz von Verfahrenslotsen startet

Eine junge Frau und ein Mädchen sitzen gemeinsam am Tisch und lösen eine Aufgabe
In Zukunft unterstützen Verfahrenslotsen junge Menschen, ihre Rechte durchzusetzen© iStock/Deborah Cheramie

Das Bundesfamilienministerium hat ein Interessenbekundungsverfahren gestartet, um Kommunen dabei zu unterstützen, Verfahrenslosen als verlässliche Ansprechpersonen in den Jugendämtern einzuführen. Verfahrenslotsen sollen junge Menschen sowie ihre Eltern und Erziehungsberechtigten unabhängig unterstützen, ihre Ansprüche auf Leistungen der Eingliederungshilfe zu verwirklichen sowie ihre Rechte in Anspruch zu nehmen. Die Leistung hat der Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe zu erbringen. Sie haben nun die Aufgabe, bis 2024 entsprechende Fachkräfte aus- und fortzubilden. Die Frist für den Eingang der Interessenbekundungen ist der 12. August

Verfahrenslotsen nehmen ihre Arbeit 2024 auf

Das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG), das die Zusammenführung der Zuständigkeiten für die Gewährung von Leistungen der Eingliederungshilfe für junge Menschen mit und ohne Behinderungen in der Kinder- und Jugendhilfe regelt, sieht ab dem 1. Januar 2024 die Einführung der Funktion eines Verfahrenslotsen vor. Um die Kommunen bei der Umsetzung zu unterstützen, fördert das Bundesfamilienministerium drei Werkzeugkästen.

Für das Verfahren kommen - je nach Maßnahme - öffentlich-rechtliche und private Körperschaften oder Körperschaften der Europäischen Union, die durch fachlich fundierte Expertise und Erfahrungen in der Erforschung und Entwicklung juristischer Expertensysteme ausgewiesen sind, als Akteurinnen und Akteure in Betracht.

Die Werkzeugkästen

Werkzeugkasten I (Dauer: 15 Monate):

  • Entwicklung, zum Aufbau und zur Implementierung eines sogenannten "Werkzeugkastens I" zur digitalen Unterstützung der Tätigkeit der Verfahrenslotsen nach § 10b des Achten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VIII).

Werkzeugkasten II (Dauer: 15 Monate):

  • Entwicklung von Empfehlungen für ein Curriculum für die Qualifizierung der Verfahrenslotsen nach § 10b SGB VIII.

Werkzeugkasten III (Dauer: 15 Monate):

  • Entwicklung und Implementierung eines Online-Kurssystems zur Qualifizierung der Verfahrenslotsen nach § 10b SGB VIII.

Die verbindlichen Förderkonditionen, weitere relevante Informationen zu Fördervoraussetzungen, dem Gegenstand, dem Umfang und der Laufzeit der Förderung, sind ausschließlich den jeweiligen Förderaufrufen zu entnehmen.

Nachdem das Bundesfamilienministerium Akteurinnen und Akteure ausgewählt hat, werden sie dazu aufgefordert, einen förmlichen Projekt-Förderantrag zu stellen. Nach der Prüfung des Förderantrages endet das Auswahlverfahren mit einem Förderbescheid des Bundesverwaltungsamtes (BVA), das Verfahren folgt dem Ablaufplan.

Dem Projekt "Werkzeugkasten I: Digitale Unterstützung der Tätigkeit der Verfahrenslotsen" ging eine vom Bundesfamilienministerium geförderte "Machbarkeitsstudie - Auf dem Weg zum Verfahrenslotsen" der IReSA gGmbH (Projektlaufzeit November 2021 bis Juni 2022) voraus. Erkenntnisse wurden hier insbesondere dazu gewonnen, inwiefern digitale (webbasierte) Anwendungen (Tools/Applikationen), aus denen Kommunen nach ihren Bedarfen Unterstützungen für die Implementierung des Verfahrenslotsen nutzen können, unterstützend sein können.

Die im jeweiligen Förderaufruf genannte "Handreichung Datenschutz" des Rats für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) finden Sie hier.

Studie "Hohes Alter in Deutschland"

Hochaltrige wollen sicher und selbstständig leben

Eine ältere Frau liest einem Kind vor
Viele ältere Menschen über 80 Jahre sind mit ihrem Leben zufrieden und wollen etwas an jüngere Generationen weitergeben © BMFSFJ

Der neunte Kurzbericht im Rahmen der Studie "Hohes Alter in Deutschland" (D80+), die vom Bundesseniorenministerium gefördert wird, beschäftigt sich mit Werten und Wünschen Hochaltriger. Er kommt zu dem Ergebnis, dass eine sichere Umgebung, Selbstbestimmung und Traditionen den meisten Hochaltrigen für ihr Leben wichtig sind. Ebenso möchten sie Verantwortung für andere - vor allem jüngere Generationen - und die Umwelt übernehmen.

Bundesseniorenministerin Lisa Paus: "Der Bericht macht deutlich: Über 80-jährige Menschen wollen selbst bestimmen, wie sie leben wollen. Sie wollen ein aktiver Teil der Gemeinschaft sein und bleiben. Und sie wollen die Gemeinschaft in ihrem Lebensumfeld mitgestalten und ihren großen Erfahrungsschatz mit anderen teilen. Die Befunde bestätigen, dass Menschen über 80 überwiegend zufrieden sind mit ihrem Leben. Es gehört wohl zum Leben dazu, wenn viele von ihnen das Gefühl haben, dass ihre Wertvorstellungen nicht mehr mit denen der Gesellschaft übereinzustimmen scheinen. Umso wichtiger erachte ich das Miteinander zwischen jungen und alten Menschen und die gegenseitige Unterstützung, die sich viele der über 80-Jährigen für die Bewältigung ihres Alltags wünschen. Hierfür helfen Ideen, Angebote und Räume für unser Miteinander. Deshalb fördern wir zum Beispiel die Mehrgenerationenhäuser, in denen sich alle Generationen begegnen, den DigitalPakt Alter, der digitale Begegnungen möglich macht sowie viele weitere Angebote, wie ein Projekt der Malteser, das gezielt auch Hochaltrige zu Engagement ermutigt."

Zentrale Ergebnisse des Berichts lauten:

  • Für die meisten Hochaltrigen ist es wichtig, eine sichere Umgebung zu haben (94 Prozent), selbstbestimmt handeln zu können (90 Prozent), Traditionen zu achten (85 Prozent) und sich um Natur und Umwelt zu kümmern (83 Prozent). Nur den wenigsten Hochaltrigen sind Macht und Prestige (zwölf Prozent) sowie aufregende Erlebnisse und Abenteuer (neun Prozent) wichtig.
  • Ebenso ist es für den Großteil der Hochaltrigen wichtig, etwas an jüngere Generationen weiterzugeben: Sie möchten soziale Werte vermitteln (83 Prozent), ein Vorbild sein (78 Prozent) und ihre Erfahrungen weitergeben (77 Prozent). Jeweils ein etwas geringerer Anteil übt diese generativen Verhaltensweisen auch mindestens gelegentlich selbst aus.
  • Über zwei Drittel (69 Prozent) der Hochaltrigen sind der Ansicht, dass ihre Wertvorstellungen mit jenen der Gesellschaft nicht übereinstimmen. Es gibt auch Gruppen von hochaltrigen Menschen, die außerdem angeben, sich in der Gesellschaft nicht mehr orientieren zu können und schlecht mit der gesellschaftlichen Lebensweise zurechtzukommen. Diese Gefühle haben Männer, jüngere Personen, Höhergebildete, Personen in Privathaushalten und solche mit besserer kognitiver Gesundheit jedoch seltener.
  • Knapp zwei Drittel (65 Prozent) der Hochaltrigen in Deutschland geben an, durch die Corona-Pandemie von der Gesellschaft entfremdet worden zu sein; das betrifft besonders ab 90-Jährige, hochaltrige Frauen, niedrig Gebildete, in Heimen Lebende und Menschen mit Verdacht auf beginnende Demenz.
  • Viele Hochaltrige sind mit ihrem Leben "wunschlos" zufrieden. Allerdings geben manche auch deshalb keine Wünsche zur Verbesserung ihres Alltags an, weil sie angesichts ihres hohen Alters an keine Verbesserung mehr glauben.
  • Andere Hochaltrige nennen konkreten Unterstützungsbedarf, der situativ (zum Beispiel aus bestimmten Fähigkeitsverlusten) gewachsen ist. Darüber hinaus bestehen Wünsche nach mehr sozialer Einbindung und höherer Wertschätzung Hochaltriger durch die Gesellschaft. Deutlich werden schließlich auch der Wunsch Hochaltriger, sich für andere engagieren zu können, sowie ihre Sorge um und für unsere Gesellschaft als Ganzes.

Über 10.000 Menschen befragt

Die Bevölkerungsgruppe der Hochaltrigen wächst in Deutschland stetig an. Fast sechs Millionen Menschen sind inzwischen mindestens achtzig Jahre alt. Um zielgerichtete politische Maßnahmen für sie gestalten zu können, ist es wichtig, ihren Unterstützungsbedarf und die konkreten Wünsche für ihren Lebensalltag zu kennen. Hierzu fehlten bislang repräsentative Daten. Der nun vorliegende Bericht des D80+-Projektes analysiert erstmals Angaben von über 10.000 zufällig ausgewählten Menschen ab 80 Jahren, die zwischen November 2020 und April 2021 befragt wurden.

Bundesseniorenministerium fördert vielfältige Angebote

Die bundesweit rund 530 Mehrgenerationenhäuser bieten vielfältige Angebote für die Zielgruppe der Hochaltrigen an und tragen so zu einem Leben im Alter bei. Neben Angeboten zur Unterstützung für ein selbstbestimmtes Leben werden auch Teilhabeangebote wie Bildungs-, Begegnungs, Sport- und Beweglichkeitskurse umgesetzt. Die über 80-Jährigen können sich auch aktiv in die Gestaltung der Angebote einbringen: Über 1000 Hochaltrige haben sich im letzten Jahr in den Mehrgenerationenhäusern freiwillig engagiert und die Gesellschaft mit ihrem Wissen und ihrer Schaffenskraft bereichert. So leitet beispielsweise ein 81-jähriger Schmied im Mehrgenerationenhaus Kiezanker 36 in Berlin wöchentlich einen Schmiedekurs. Mit seinem reichhaltigen Fachwissen, seiner lebendigen Art und der eigenen Begeisterung für seinen Beruf gelingt es ihm, junge bis hochbetagte Menschen an seinem Wissen und seinem Können teilhaben zu lassen.

Digitale Kompetenzen stärken

Zugang zu digitalen Medien und Technologien und der Ausbau geeigneter Bildungsangebote - das sind die zentralen Ziele des DigitalPakt Alter. Das beinhaltet auch für hochaltrige Menschen die Chance, gesellschaftlicher Entfremdung wirksam entgegenzuwirken und mehr soziale Einbindung zu erreichen.

Im Rahmen der Initiative werden 150 digitale Erfahrungsorte gefördert. Hier können ältere Menschen digitale Fähigkeiten erwerben und gleichzeitig in den sozialen Austausch kommen, indem sie anderen Menschen begegnen und ins Gespräch kommen. Über diese Begegnungen in den Erfahrungsorten wird nicht nur digitale Teilhabe, sondern auch soziale Teilhabe von älteren Menschen gefördert. Auch der "Digitale Engel", ein mobiles Ratgeberteam, das älteren Menschen vor Ort digitale Alltagskompetenzen vermittelt, wird gefördert.

Soziale Teilhabe ermöglichen

Über das Projekt des Malteser Hilfsdienstes "Miteinander Füreinander" werden an rund 110 Malteser-Standorten besonders hochbetagte Seniorinnen und Senioren erreicht. Zum Beispiel leitet eine 80-Jährige die Wandergruppe Uhu in Magdeburg und in Büdingen organisieren gleich mehrere über 80-Jährige den Treff zum Kartenspielen. Solche Angebote helfen Menschen Einsamkeit zu überwinden. Die Hochaltrigen wollen mitgestalten und der Gesellschaft etwas zurückgeben. Das ist das wichtigste Motiv für das Engagement der Hochaltrigen im Projekt.

Die Nationale Demenzstrategie, aber auch das Bundesprogramm "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz" zielen darauf ab, die Lebenssituation von Menschen mit kognitiven Einschränkungen und Demenz sowie ihren oft ebenfalls alten Angehörigen zu verbessern. Hierzu zählen unter anderem die Unterstützung im Alltag sowie die Stärkung der sozialen Teilhabe.

Die Studie D80+

Die Studie "Hohes Alter in Deutschland" (D80+) wird vom Bundesseniorenministerium gefördert und vom Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) sowie dem Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA) durchgeführt. Bereits erschienen sind Kurzberichte
- zur Lebenssituation Hochaltriger während der COVID-19- Pandemie,
- zur Altersarmut,
- zur gesundheitlichen Lage,
- zur Einsamkeit im hohen Alter,
- zum sozialen Netzwerk und zu sozialer Unterstützung,
- zur digitalen Teilhabe 
- zur Versorgung von Menschen mit Demenz und
- zu Alltagskompetenzen und Wohnumfeld

Familienleistungen

Elterngeld digital

Junge schwangere Frau schaut interessiert in eine Broschüre
Das Elterngeld kann in elf Bundesländern mit einem digitalen Assistenten beantragt werden© BMFSFJ

Junge Familien können mittlerweile in elf Bundesländern einen digitalen Assistenten nutzen, um das Elterngeld zu beantragen. Mit dem ElterngeldDigital hat das Bundesgesellschaftsministerium einen digitalen Assistenten geschaffen, der sie dabei unterstützt, den Elterngeldantrag auszufüllen. Er führt sie durch den Prozess. Bald werden die Daten direkt online übertragen, Nachweise elektronisch hochgeladen und die Unterschrift auf Papier durch die Authentifizierungsfunktionen des neuen Personalausweises ersetzbar.

Das Ziel ist der papierlose Elterngeldantrag bis 2022. Die Elterngeldstellen werden den Bescheid dann auch online an die Eltern zustellen. Derzeit wird in Bremen die elektronische Antragsübermittlung an die Elterngeldstelle erfolgreich erprobt. Zeitnah soll sie in weiteren zur Verfügung stehen.

Erklärfilm: das Elterngeld © BMFSFJ

Das Elterngeld sichert die wirtschaftliche Existenz der Familien nach der Geburt eines Kindes und gleicht fehlendes Einkommen aus. Mütter und Väter können Familie und Beruf damit besser vereinbaren. Das Elterngeld soll ihnen ermöglichen, sich Zeit für das Kind zu nehmen. Elterngeld gibt es in den Varianten Basiselterngeld, ElterngeldPlus und Partnerschaftsbonus.

Im Jahr 2018 ist eine Pilotphase in Berlin und Sachsen gestartet, der sich mittlerweile neun weitere Bundesländer angeschlossen haben. Elterngeld kann mittlerweile in folgenden elf Bundesländern online beantragt werden (Stand Juli 2022):
 

  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Rheinland-Pfalz
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Bundeskabinett

Junge Menschen auf dem Weg in eine selbstbestimmte Zukunft unterstützen

Junge Frau sägt ein Brett zu
Junge Menschen, die eine Ausbildung machen und in einer Pflegefamilie oder einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe leben, sollen sich künftig nicht mehr an den Kosten dafür beteiligen müssen© iStock/Mixmike

Das Bundeskabinett hat am 13. Juli den vom Bundesfamilienministerium vorgelegten Gesetzentwurf zur Abschaffung der Kostenheranziehung in der Kinder- und Jugendhilfe gebilligt. Das Ziel des Gesetzentwurfes ist, junge Menschen, die in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe oder in einer Pflegefamilie leben, sowie alleinerziehende Mütter und Väter, die mit ihrem Kind in einer gemeinsamen Wohnform der Kinder- und Jugendhilfe betreut werden, finanziell zu entlasten.

Bisher mussten junge Menschen sowie alleinerziehende Mütter und Väter bis zu 25 Prozent ihres Einkommens aus der Ausbildung oder anderen Tätigkeiten an das Jugendamt abgeben. Mit der Abschaffung der Kostenheranziehung sollen diese jungen Menschen stärker motiviert werden, Ausbildungen oder andere Jobs zu beginnen.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus: "Gerade junge Menschen, die nicht bei ihrer eigenen Familie, sondern in Pflegefamilien oder Einrichtungen aufwachsen, brauchen unsere Unterstützung auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Sie haben besondere Herausforderungen zu meistern. Mit dem Gesetz möchten wir ihre Chancen verbessern, unabhängig zu werden und sich eine eigene selbstbestimmte Zukunft aufzubauen. Auch alleinerziehende Mütter und Väter, die Unterstützung für das Leben mit ihrem Kind benötigen, möchte ich mit dem Gesetzentwurf entlasten. Alleine die Verantwortung für sich und ein Kind zu tragen, kann in schwierigen Lebenssituationen sehr herausfordernd sein. Haben diese Mütter und Väter trotzdem die Kraft, einem Job nachzugehen, sollten sie das Einkommen für sich und ihr Kind verwenden können, um mit der Zeit selbstständig und unabhängig zu werden."

Die Befassung von Bundesrat und Bundestag ist für den Herbst/Winter 2022 geplant. Das Gesetz soll zum 1. Januar 2023 in Kraft treten.

Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Ferda Ataman als neue Antidiskriminierungsbeauftragte ernannt

Ferda Ataman zeigt ihre Ernennungsurkunde, die sie von Frank-Walter Steinmeier erhalten hat - im Beisein von Lisa Paus
Nach der Urkundenübergabe: Lisa Paus, Ferda Ataman und Frank-Walter Steinmeier (von links) im Schloss Bellevue© Bundesregierung / Hans-Christian Plambeck

Ferda Ataman hat am 12. Juli von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ihre Ernennungsurkunde als Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung erhalten. Zuvor hatte sie der Deutsche Bundestag am 7. Juli für dieses Amt gewählt. Im Juni war Ferda Ataman vom Bundeskabinett als neue Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, die beim Bundesfamilienministerium angesiedelt ist, vorgeschlagen worden. Grundlage für die Wahl durch den Bundestag sind die beschlossenen Änderungen (§ 26 Abs. 1) des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG).

Über Ferda Ataman

Ferda Ataman ist Politologin, Publizistin und Expertin für Diversität. Sie war im öffentlichen Dienst tätig, unter anderem im Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration in Nordrhein-Westfalen und als Referatsleiterin der ADS. Anschließend baute sie den Mediendienst Integration auf, eine wissenschaftliche Informationsplattform für Journalistinnen und Journalisten. Außerdem arbeitete Ataman als Buchautorin, Journalistin und Kolumnistin, unter anderem für Spiegel, Tagesspiegel und den Rundfunk Berlin-Brandenburg. Zuletzt gründete sie ein Beratungsunternehmen für Diversität. Parallel engagierte sich Ataman ehrenamtlich in Vereinen für mehr Vielfalt in Medien und eine gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft und war Mitglied im Expertenbeirat der ADS. Durch ihre publizistische Tätigkeit ist sie seit vielen Jahren eine wichtige öffentliche Stimme, wenn es um gesellschaftspolitische Themen geht. 2022 war Ataman Mitglied der 17. Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten. Für ihre Arbeit und ihr ehrenamtliches Engagement erhielt sie 2019 den Julie und August Bebel Preis für innovative und emanzipatorische Beiträge zur politischen Bildung.

Lisa Paus und Ferda Ataman nach der Wahl

Lisa Paus und Ferda Ataman äußern sich nach der Wahl © BMFSFJ

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes:

  • Die ADS wurde entsprechend dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) und in Umsetzung der EU-Gleichbehandlungsrichtlinien als unabhängige, nationale Gleichbehandlungsstelle der Bundesrepublik Deutschland beim Bundesgleichstellungsministerium errichtet.
  • Sie berät von Diskriminierung betroffene Menschen, betreibt Öffentlichkeitsarbeit, führt wissenschaftliche Untersuchungen zu Diskriminierungen durch und gibt Empfehlungen zu deren Vermeidung. 
  • Grundlage der Arbeit ist das AGG, das vor allem im Berufsleben und  bei Geschäften des täglichen Lebens Anwendung findet, wie zum Beispiel beim Einkaufen oder bei der Wohnungssuche. Das AGG schützt vor Benachteiligungen aus rassistischen Gründen, des Alters, einer Behinderung, der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung und der sexuellen Identität.
  • 2020 sind die Beratungsanfragen an die ADS um 78 Prozent gestiegen. Von 2017 bis 2020 verzeichnete die ADS insgesamt 16.415 Beratungsanfragen, die sich auf ein durch das AGG geschütztes Merkmal beziehen, etwa Alter, Behinderung, Geschlecht, ethnische Herkunft, Religion oder Weltanschauung sowie sexuelle Identität. 3757 Anfragen betrafen andere Merkmale, etwa sozialen Status, Gesundheit, Familienstand, Aufenthaltsstatus und andere.

Innovationsfonds "Demokratie leben!"

Projektideen für Demokratieförderung gesucht

Junge Leute klatschen sich mit den Händen ab
Bis zum 12. August können Projektideen für eine Förderung im Bereich Innovationsfonds eingereicht werden, die das Demokratievertrauen und die demokratische Diskussionskultur stärken© iStock/Rawpixel

Demokratie fördern, Vielfalt gestalten, Extremismus vorbeugen: Das Bundesprogramm "Demokratie leben!" fördert bisher rund 600 Projekte und Maßnahmen mit kommunalen, regionalen und überregionalen Schwerpunkten. Das nun gestartete Interessenbekundungsverfahren zum Innovationsfonds im Bundesprogramm soll Projekte fördern, die besonders auf aktuelle demokratiefeindliche Entwicklungen wie zum Beispiel Desinformation und Hass im Netz reagieren. Anträge können ab sofort und bis 12. August eingereicht werden.

Für das Bundesprogramm "Demokratie leben!" stehen im Jahr 2022 mehr als 160 Millionen Euro zur Verfügung. Im Jahr 2023 ist eine Steigerung um gut zehn Prozent geplant. Damit können weitere Impulse gesetzt werden.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus: "Mit großer Sorge beobachten wir neue Phänomene wie
zunehmenden Hass und Verschwörungstheorien im Netz. Sie können unseren demokratischen
Zusammenhalt gefährden. Im Zuge des Ukrainekriegs hat sich diese Entwicklung noch einmal verschärft. Wir reagieren auf diese und andere Entwicklungen mit dem Innovationsfonds im
Bundesprogramm 'Demokratie leben!' und fördern Initiativen und Projekte, die das
Demokratievertrauen und die demokratische Diskussionskultur stärken."

Förderung in vier Themenschwerpunkten

Der nun ausgeschriebene Innovationsfonds lädt interessierte Initiativen und Organisationen ein, ihre Projektideen zu folgenden vier Themenschwerpunkten einzureichen:

  1. Die aktive Auseinandersetzung mit Verschwörungsdenken und -narrativen und Falschinformationen, vor allem im Internet.
  2. Die Stärkung demokratischer Konfliktkompetenzen in der Auseinandersetzung mit gesellschaftlich und politisch kontroversen Themen.
  3. Die Unterstützung neuer Ansätze in ausgewählten Phänomenen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
  4. Die Entwicklung von pädagogischen Ansätzen zur Prävention von Rechtsextremismus und Ultranationalismus im Migrationskontext.

Die ausgewählten Projekte sollen von Frühjahr 2023 bis Ende 2024 mit bis zu 100.000 Euro jährlich gefördert werden.

Beratungshotline für Interessierte

Das mit der Umsetzung betraute Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BaFzA) schaltet für die Bewerbungsphase des Innovationsfonds eine Beratungshotline.

Die Hotline ist unter 030 69 80 77 328 erreichbar:

- Dienstag und Donnerstag von 12:00 bis 16:00 Uhr

- Mittwoch und Freitag von 10:00 bis 14:00 Uhr​​​​​

e-Learning-Angebot

Klischeefrei zu Berufen beraten

Eine Beraterin und eine Jugendliche sitzen sich gegenüber
Berufsberatung frei von Rollenklischees© "Initiative Klischeefrei"

Die "Initiative Klischeefrei" hat ein neues e-Learning-Angebot für Fachkräfte entwickelt, die junge Menschen beraten, einen passenden Ausbildungsberuf oder ein passendes Studienfach zu finden - ohne sich dabei von gängigen Rollenklischees leiten zu lassen. Mit dem Tool "Klischeefrei zu Berufen beraten" können die Beratungsfachkräfte überprüfen, ob sie möglicherweise selbst Vorurteile und versteckte geschlechtsbezogene Rollenbilder haben. Die "Initiative Klischeefrei" wird vom Bundesgleichstellungsministerium gefördert.

Ekin Deligöz, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesgleichstellungsministerin: "Die Berufswahl ist eine der wichtigsten Lebensentscheidungen, die junge Menschen treffen. Dabei spielen leider nach wie vor Geschlechterklischees eine Rolle. Junge Frauen sprechen sich weniger technische oder digitale Fähigkeiten zu als Männer. Hingegen passen soziale oder pflegende Berufe für junge Männer nicht ins traditionelle Bild. In der Folge wählen sie kaum Berufe aus diesem Bereich. Dabei sollten individuelle Interessen, Kompetenzen und Karrieremöglichkeiten eine zentrale Rolle bei der Ausbildungsentscheidung einnehmen. Deshalb braucht es eine gute Berufsorientierung und aufmerksame Beratungsfachkräfte. Das neue Lernangebot unterstützt sie dabei."

Das Methodenset "Klischeefrei zu Berufen beraten" richtet sich an Fachkräfte in der Berufsberatung von Jugendlichen und jungen Menschen in der Phase der Berufsorientierung und -entscheidung. In sieben Lernmodulen bietet der Kurs insgesamt 14 praxisbezogene Methoden für eine klischeefreie Berufsberatung. Neben Hands-on-Methoden speziell für die Beratungsarbeit mit Jugendlichen vermittelt der Kurs grundlegendes Wissen zum Einfluss von geschlechterbezogenen Rollenbildern sowie Beratungsstrategien anhand von konkreten Fallbeispielen.

Bundesagentur für Arbeit nutzt das Tool

Die einzelnen Module wurden von praxiserprobten Fachkräften der Bundesagentur für Arbeit (BA) getestet. So konnten wertvolle Erfahrungen aus Beratungsgesprächen in die Entwicklung einfließen. Auch die Beratungsfachkräfte der BA können über eine interne Selbstlernplattform auf das Angebot der "Initiative Klischeefrei" zugreifen.

Daniel Terzenbach, Mitglied im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit: "Bei der Vielfalt der Berufe ist eine stärkenorientierte Berufsberatung unabdingbar, damit sich Jugendliche für den richtigen Beruf entscheiden - unabhängig von geschlechterbezogenen Rollenbildern. Dabei unterstützt das neue Methodenset alle Mitarbeitenden innerhalb und außerhalb der Bundesagentur für Arbeit, die sich für die Berufsorientierung engagieren, ihre Kompetenzen bei der Ansprache von Menschen zu erweitern und Potenziale fernab von Klischees zu erkennen."

Die "Initiative Klischeefrei"

Die "Initiative Klischeefrei" unterstützt Jugendliche und junge Erwachsene dabei, ihre Berufs- oder Studienwahl frei von Klischees zu treffen. Das Ziel ist, eine geschlechtergerechte Berufs- und Studienwahl bundesweit zu etablieren. Dazu haben sich Partnerorganisationen aus Bildung, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und aus der Praxis zusammengeschlossen.

Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung

Schwerstkranke und sterbende Menschen würdevoll begleiten

Sanitätsrat Dr. Josef Mischo, Bundesärztekammer, Prof. Dr. Claudia Bausewein, Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, Bundesfamilienministerin Lisa Paus und Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, Deutscher Hospiz- und PalliativVerband (von links) © Stefan Zeitz

Die Koordinierungsstelle für Hospiz- und Palliativversorgung unterstützt seit 2016 bei der Umsetzung der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland und ihrer Handlungsempfehlungen. Nun fand in Berlin die Abschlussveranstaltung des vom Bundesfamilienministerium geförderten Projekts statt. Bundesfamilienministerin Lisa Paus würdigte dabei am 6. Juli die Arbeit der Koordinierungsstelle. Sie dankte zudem den Trägern der Charta, dass sie die Finanzierung ab September 2022 weiterführen und so die Arbeit der Koordinierungsstelle sichern.

Träger der Charta sind die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), der Deutsche Hospiz- und PalliativVerband (DHPV) und die Bundesärztekammer (BÄK).

Aufgaben der Koordinierungsstelle

Die Koordinierungsstelle verfolgt durch zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit die Verbreitung der Charta und ihrer Handlungsempfehlungen, unterstützt bei der Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren sowie Projekten der Hospiz- und Palliativversorgung und dokumentiert systematisch die nachhaltige Umsetzung der Handlungsempfehlungen.

Betreuung Schwerstkranker und Sterbender verbessern

Sterben, Tod und Trauer im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern und allen Menschen in Deutschland ihren individuellen Bedürfnissen entsprechend einen gerechten Zugang zu einer würdevollen Begleitung und Versorgung am Lebensende zu ermöglichen - dies sind die Anliegen der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland. Ihre fünf Leitsätze formulieren Aufgaben, Ziele und Handlungsbedarfe, um die Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland zu verbessern. 2686 Organisationen und Institutionen sowie 29.549 Einzelpersonen haben die Charta seit 2010 gezeichnet.

"Alt werden in Deutschland"

Neunte Altersberichtskommission nimmt Arbeit auf

Lisa Paus und die Mitglieder der Neunten Altersberichtskommission
Lisa Paus und die Mitglieder der Neunten Altersberichtskommission© Jens Liebchen

Mit dem Thema "Alt werden in Deutschland - Potenziale und Teilhabechancen " werden sich die Mitglieder der Neunten Altersberichtskommission befassen, die am 6. Juli von Bundesseniorenministerin Lisa Paus berufen worden sind. Den Vorsitz der Kommission übernimmt Prof. Dr. Martina Brandt, Lehrstuhl für Sozialstruktur und Soziologie alternder Gesellschaften der Technischen Universität Dortmund.

Lisa Paus: "Es gibt unzählige Aspekte des Älterwerdens. Die Erfahrungen und Herausforderungen sind unterschiedlich: Ob es um die große Gruppe der Babyboomer geht, um Menschen mit Migrationsgeschichte oder die queere Community. Mit dieser Vielfalt des Älterwerdens und den darin liegenden Potenzialen werden sich die Expertinnen und Experten der Neunten Altersberichtskommission in den nächsten zwei Jahren beschäftigen."

Vielfalt und Teilhabe beim Altern ermöglichen

Alt werden in Deutschland ist geprägt von großer Vielfalt. Die Sachverständigenkommission soll daher in ihrem Bericht die Unterschiedlichkeit der Lebenssituationen älterer Menschen aufzeigen. Bei der Beschreibung der Heterogenität des Alters und der Teilhabemöglichkeiten der Älteren sollen wesentliche Veränderungen der letzten Zeit sowie zu erwartende Entwicklungen in der nahen Zukunft aufgezeigt werden.

Die Veränderungen durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Lebenssituationen sowie auf die Chancen von Teilhabe verschiedener Gruppen älterer Menschen sollen thematisiert werden. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung soll auch auf die Generation der Baby-Boomer geschaut werden: Welche gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen und Chancen entstehen mit deren Älterwerden in Zukunft?

Der Bericht der Expertinnen und Experten soll bis Ende März 2024 vorliegen. Die Arbeit der Sachverständigenkommission wird begleitet von der Geschäftsstelle Altersberichte der Bundesregierung am Deutschen Zentrum für Altersfragen (DZA).

Mitglieder der Neunten Altersberichtskommission

  • Prof. Dr. Martina Brandt (Vorsitzende), Technische Universität Dortmund 
  • Prof. Dr. Antonio Brettschneider, Technische Hochschule Köln
  • Prof. Dr. Eva-Marie Kessler, Medical School Berlin
  • Prof. Dr. Susanne Kümpers, Hochschule Fulda
  • Prof. Dr. Sonia Lippke, Jacobs University Bremen
  • Prof. Dr. Ralf Lottmann, Hochschule Magdeburg-Stendal
  • Prof. Dr. Klaus Rothermund, Universität Jena
  • Prof. Dr. Liane Schenk, Charité Berlin
  • Prof. Dr. Clemens Tesch-Römer, Direktor des DZA
  • Prof. Dr. Andrea Teti, Universität Vechta
  • Prof. Dr. Dr. Hürrem Tezcan-Güntekin, Alice Salomon Hochschule Berlin

Die Altersberichte

Die Altersberichte der Bundesregierung gehen zurück auf einen Beschluss des Deutschen Bundestages vom 24. Juni 1994. Demnach hat die Bundesregierung die Aufgabe, in jeder Legislaturperiode einen Bericht zur Lebenssituation der älteren Menschen in der Bundesrepublik Deutschland zu erstellen. Die Erarbeitung der Berichte erfolgt durch weisungsunabhängige Sachverständigenkommissionen, die mit Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachrichtungen besetzt werden. Der zurückliegende Achte Altersbericht widmete sich dem Thema "Ältere Menschen und Digitalisierung".

Tag der kleinen Forscher

Chancengleichheit durch frühe Bildung fördern

Lisa Paus und Michael Fritz mit Kindern in der Fröbel-Kita in Berlin experimentieren im Freien
Bundesfamilienministerin Lisa Paus und Stiftungsvorsitzender Michael Fritz mit Kita-Kindern beim Experimentieren im FRÖBEL-Kindergarten im Lützelsteiner Weg in Berlin© Thomas Ernst

Anlässlich des "Tages der kleinen Forscher" hat Bundesfamilienministerin Lisa Paus am 4. Juli den FRÖBEL-Kindergarten im Lützelsteiner Weg in Berlin-Zehlendorf besucht. Gemeinsam mit dem Vorstandvorsitzenden der Stiftung "Haus der kleinen Forscher", Michael Fritz, informierte sich die Bundesfamilienministerin in der Kita über die verschiedenen Möglichkeiten der frühen MINT-Bildung, also der Bildung in den Bereichen Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. 

Um MINT-Bildung erlebbar zu machen, hat die FRÖBEL-Kita in Kooperation mit der "GemüseAckerdemie" ihr eigenes Ackerland und einige Hochbeete im Kita-Garten angelegt. Die Kinder bewirtschaften das circa 20 Quadratmeter große Feld weitgehend selbstständig mit Mais, Karotten und Kartoffeln. Ein Kräuterpflanzen-Beet sowie ein Insektenhotel ergänzen das Angebot.

Mehr Chancengleichheit durch frühe MINT-Bildung

Eine frühe MINT-Bildung unterstützt die Chancengleichheit für alle Kinder. Die Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege mit ihren Pädagoginnen und Pädagogen leisten hierfür einen wichtigen Beitrag. Für ein bedarfsgerechtes und qualitativ hochwertiges Kita-Angebot setzt sich auch das Bundesfamilienministerium intensiv ein - beispielsweise mit dem Gute-KiTa-Gesetz.

"Tag der kleinen Forscher"

Der "Tag der kleinen Forscher" ist ein bundesweiter Mitmachtag. Alle Kitas, Horte und Grundschulen sind eingeladen, rund um den Aktionstag gemeinsam zu forschen und die Welt zu entdecken. Die Stiftung "Haus der kleinen Forscher" initiiert den Tag ruft hierzu jedes Jahr ein neues Forschermotto aus und stellt dafür kostenfrei Aktionsmaterialien bereit. Dieses Jahr fand der Aktionstag am 23. Juni statt. Die Kinder lernten unter dem Motto "Geheimnisvolles Erdreich - die Welt unter unseren Füßen" die faszinierende und lebensnotwendige Welt des Erdbodens kennen.

Dialog mit Sportverbänden 

Kinder und Jugendliche für Sport und Bewegung begeistern

Lisa Paus am Redepult, das eine DOSB-Aufschrift hat
Lisa Paus beim vierten präventions- und gesundheitspolitischen Abend der Deutschen Sportjugend und des Deutschen Olympischen Sportbundes in Berlin© DOSB/Anette Riedl

Am 4. Juli hat sich Bundesjugendministerin Lisa Paus beim vierten präventions- und gesundheitspolitischen Abend der Deutschen Sportjugend und des Deutschen Olympischen Sportbundes darüber ausgetauscht, was Kinder und Jugendliche in Bewegung bringt und wie sie für Sport begeistert werden können. Der Abend stand unter dem Motto "Gesundheit braucht Bewegung!" Zu den Teilnehmenden gehörten Vertreterinnen und Vertreter aus Sport, Politik, dem Gesundheitswesen sowie der Kinder- und Jugendarbeit.

Lisa Paus betonte: "Gemeinsam verfolgen wir das Ziel, Kinder und Jugendliche anzusprechen, sie für mehr Bewegung zu gewinnen. Die Pandemie war ein schwerer Einschnitt und hat insbesondere für Kinder und Jugendliche zu massiven Einschränkungen geführt. Deshalb freue ich mich über die gute Zusammenarbeit mit der Deutschen Sportjugend bei der Umsetzung des Corona-Aufholpakets und der Bewegungskampagne 'Move'. Das sind wichtige Impulse, um Kinder und Jugendliche zu erreichen, sie wieder für Sport und Bewegung zu begeistern und die Begegnung mit Gleichaltrigen, das gemeinsame Spiel und den Austausch zu suchen."

MOVE-Aktionstag mit Wincent Weiss

Kinder und Jugendliche für Sport und Bewegung begeistern: Die Bewegungskampagne MOVE © BMFSFJ

Wie viel Spaß es macht, sich zu bewegen, zeigte während der Veranstaltung der Sänger Wincent Weiss. Er ist Botschafter der Bewegungskampagne MOVE, die mit Challenges und anderen niederschwelligen Angeboten Lust auf Sport und Bewegung macht und Kinder und Jugendliche wieder daran führt. Denn durch die Einschränkungen während der Pandemie und die sportfreie Zeit leiden viele an den Folgen des Bewegungsmangels und des fehlenden sozialen Miteinanders. Die Bewegungskampagne MOVE wird vom Bundesjugendministerium gefördert.

Aktionsprogramm "Aufholen nach Corona"

Das Bundesjugendministerium fördert die Deutsche Sportjugend (dsj) seit vielen Jahren. Während der Corona-Pandemie wurde die Zusammenarbeit weiter ausgebaut. Sie ist Teil des Aktionsprogramms "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche". Das Bundesjugendministerium stellt dafür in den Jahren 2021 und 2022 rund eine Milliarde Euro zur Verfügung stellt. So kann auch die Deutsche Sportjugend in schwierigen Zeiten Kinder, Jugendliche, aber auch 90.000 Sportvereine in der Bundesrepublik unterstützen.

Haushaltsentwurf 2023

Bundeskabinett beschließt höheren Etat für das Bundesfamilienministerium

Eine junge Familie steht in der Küche beim Abwasch
Der Haushaltsentwurf 2023 sieht auch mehr Geld für Familien vor© iStock/LOVRO ROZINA

Das Bundeskabinett hat am 1. Juli den Entwurf des Haushalts 2023 beschlossen. Mit dem Regierungsentwurf konnte für das Bundesfamilienministerium erreicht werden, dass sich der Gesamtetat um 280 Millionen Euro gegenüber dem Jahr 2022 erhöht. Damit sind für das Bundesfamilienministerium im Einzelplan 17 rund 12,88 Milliarden Euro vorgesehen.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus: "Mit dem Haushaltsentwurf sind im kommenden Jahr 12,88 Milliarden für mein Haus vorgesehen. Das sind 280 Millionen mehr, die wir für Familien, gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Gerechtigkeit einsetzen. Dabei liegen mir der Kampf gegen Kinderarmut, finanzielle Stabilität und Teilhabegerechtigkeit besonders am Herzen. 

Dies zeigt sich auch am Haushaltsentwurf: Für den Kinderzuschlag, den wir um einen Sofortzuschlag von 20 Euro im Monat ergänzt haben, sind 2023 insgesamt 1,4665 Milliarden Euro vorgesehen. Außerdem verstärken wir die Mittel für das Bundesprogramm 'Demokratie leben!' und setzen 50 Millionen Euro für weitere Unterstützung von Kindern und Jugendlichen zur Bewältigung der Corona-Pandemie mit einem Zukunftspaket ein. Und wir bauen die Teilhabe und Qualität der Kinderbetreuung aus wie wir es uns im Koalitionsvertrag vorgenommen haben. Dafür sind in den Jahren 2023 und 2024 jeweils zwei Milliarden aus dem Bundeshaushalt vorgesehen. 

Mit den finanziellen Mitteln investieren wir in die innere Stärke unserer Gesellschaft und darauf kommt es in den turbulenten und krisenbehafteten Zeiten ganz besonders an."

Wichtige Einzelposten im Haushaltsentwurf sind: 

Gesetzliche Leistungen für Familien

Die Inanspruchnahme des Elterngeldes sowie die Geburtenzahlen sind weiterhin hoch. Deshalb stehen für das Elterngeld insgesamt 8,28 Milliarden Euro zur Verfügung.

Der Kinderzuschlag wird seit dem 1. Juli 2022 durch einen Sofortzuschlag ergänzt. Im Haushaltsjahr 2023 stehen für den Kinderzuschlag damit insgesamt 1,4665 Milliarden Euro zur Verfügung, eine Steigerung gegenüber 2022 von 101 Millionen Euro. Für Unterhaltsvorschussleistungen sind 1,06 Milliarden Euro und damit 40 Millionen Euro mehr als 2022 vorgesehen.

Zukunftspaket für Bewegung, Kultur und Gesundheit

Mit dem Corona-Aufholpaket wurde über vielfältige Maßnahmen ein erster Ausgleich für pandemiebedingte Belastungen für Kinder, Jugendliche und Familien geschaffen. Die Belastungen junger Menschen bis hin zu psychischen und physischen Erkrankungen wirken jedoch länger nach. Daher sind im Anschluss an das Corona-Aufholpaket für Kinder und Jugendliche mit dem Zukunftspaket für Bewegung, Kultur und Gesundheit Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro in 2023 vorgesehen.

Mittel für Aufgaben der freien Jugendhilfe

Nach dem Rekordwert von über 296 Millionen Euro im Haushalt 2022 aufgrund der zusätzlichen Mittel aus dem Corona-Aufholpaket werden mit dem Haushalt 2023 Mittel für die Aufgaben der freien Jugendhilfe von 224 Millionen Euro bereitgestellt. Dies bedeutet einen Zuwachs gegenüber dem Finanzplanungsansatz von gut 76 Millionen Euro. Mit diesen Mitteln kann die Arbeit der zahlreichen bundeszentralen Organisationen und Einrichtungen gut abgesichert werden.

"Demokratie leben!" und "Menschen stärken Menschen"

Das Programm "Demokratie leben!" wird gegenüber 2022 um 16,5 Millionen Euro verstärkt. Damit werden in 2023 182 Millionen Euro bereitgestellt. Für das Programm "Menschen stärken Menschen" sind in 2023 wieder 18 Millionen Euro vorgesehen. Beide Programme werden in einem Haushaltstitel zusammengefasst, der damit ein Volumen von 200 Millionen Euro umfasst.

Mehrgenerationenhäuser

Für die Mehrgenerationenhäuser stehen im Jahr 2023 nach dem Ende des Corona-Aufholpakets wieder rund 23 Millionen Euro zur Verfügung.

Wohlfahrtsverbände

Für die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege und andere zentrale Organisationen werden 2023 insgesamt rund 39 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Fonds Sexueller Missbrauch

Aus dem Fonds sexueller Missbrauch werden Betroffenen angemessene Unterstützungs- und Hilfeleistungen gewährt. Im Haushalt 2023 sind zusätzlich 37 Millionen Euro zur Sicherstellung der Liquidität des Fonds eingeplant.

Freiwilligendienste

Für die Freiwilligendienste werden 2023 Mittel in Höhe von rund 328 Millionen Euro bereitstehen: 207,2 Millionen Euro für den Bundesfreiwilligendienst und 120,7 Millionen Euro für die anderen Freiwilligendienste.

Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt sowie Bundesstiftung Gleichstellung

Die Finanzierung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt ist mit zehn Millionen Euro jährlich dauerhaft gesichert. Die Bundesstiftung Gleichstellung erhält fünf Millionen Euro jährlich.

Frühkindliche Bildung und Qualität in der Kindertagesbetreuung fördern

Für die Förderung frühkindlicher Bildung durch verschiedene Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung ist in den Jahren 2023 und 2024 im Einzelplan 60 eine Vorsorge in Höhe von bis zu jeweils 2 Milliarden im Bundeshaushalt vorgesehen.

Mehr Chancengleichheit

Sofortzuschlag wird ab sofort ausgezahlt

Zwei Kinder sitzen an einem Tisch und malen.
Der Sofortzuschlag von monatlich 20 Euro pro Kind wird zum 1. Juli eingeführt werden© BMFSFJ

Ab dem 1. Juli wird der Sofortzuschlag von monatlich 20 Euro zusätzlich an von Armut betroffene Kinder Jugendliche und junge Erwachsene ausgezahlt. Ziel ist es, die Chancen für Kinder und Jugendliche zu verbessern, bis die Kindergrundsicherung umgesetzt ist.

Den Sofortzuschlag sollen von Armut betroffene Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erhalten können, die Anspruch haben auf:

  • Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB II oder SGB XII);
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz;
  • Ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt;
  • oder für die Kinderzuschlag bezogen wird.

Die Auszahlung des Sofortzuschlags für Kinder erfolgt unbürokratisch durch die Stellen, die auch die jeweilige Grundleistung auszahlen. Familien, die bereits den Kinderzuschlag oder eine andere der Leistungen erhalten, müssen dafür keinen gesonderten Antrag stellen. Die Bundesregierung hatte den "Gesetzentwurf zur Regelung eines Sofortzuschlages für Kinder und einer Einmalzahlung an erwachsene Leistungsberechtigte der sozialen Mindestsicherungssysteme aus Anlass der COVID-19-Pandemie" im März auf den Weg gebracht. Kurz darauf stimmten auch der Deutsche Bundestag und der Bundesrat zu.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus: "Jedes fünfte Kind in Deutschland gilt als arm. Eine der dringendsten Aufgaben für uns als Regierung ist es, entschieden für mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Kinder aus der Armut zu holen, ist mein Herzensprojekt als Familienministerin. Dafür brauchen wir die Kindergrundsicherung. Denn Kinder dürfen kein Armutsrisiko sein - erst recht nicht in einem so reichen Land wie Deutschland. 

Mit der Kindergrundsicherung werden wir Familien finanziell besser unterstützen und für eine automatische Auszahlung sorgen. Mein Haus arbeitet zusammen mit sechs anderen Ministerien intensiv an einem Gesetzesentwurf. Zur schnellen und lückenlosen Hilfe bis zur Einführung der Kindergrundsicherung, gibt es ab heute den Kinder-Sofortzuschlag. Damit erhalten rund 2,9 Millionen von Armut betroffene Kinder in Deutschland 20 Euro zusätzlich im Monat. Das ist ein erster Schritt zum besseren Schutz vor Kinderarmut."
 

Auf dem Weg zur Kindergrundsicherung

Der Sofortzuschlag ist ein erster Schritt der Bundesregierung auf dem Weg zur Kindergrundsicherung, mit der alle Kinder und Jugendlichen, die Unterstützung brauchen, unbürokratisch und direkt erreicht werden sollen. Die Kindergrundsicherung ist eines der zentralen Vorhaben der Bundesregierung in der 20. Legislaturperiode. Im März nahm dazu eine interministerielle Arbeitsgruppe unter Leitung der Bundesfamilienministerin ihre Arbeit auf. 

Sofortzuschlag lässt Kinderzuschlag steigen

Mit Einführung des Sofortzuschlags steigt der Höchstbetrag im Kinderzuschlag um 20 Euro - von bis zu 209 Euro monatlich pro Kind auf bis zu 229 Euro monatlich pro Kind. Den Kinderzuschlag können Familien mit kleinen Einkommen erhalten. Die Familienleistung unterstützt Eltern, die genug verdienen, um ihren eigenen Bedarf zu decken, aber deren Einkommen nicht oder nur knapp für die gesamte Familie reicht - zusätzlich zum Kindergeld. 

Mit dem KiZ-Lotsen der Familienkasse können Eltern und Alleinerziehende prüfen, ob der Kinderzuschlag für sie in Betracht kommt. Einen Antrag können sie online bei der Familienkasse ausfüllen. Wer den Kinderzuschlag erhält, hat außerdem Anspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe und kann sich von den Kita-Gebühren befreien lassen.

"Stark im Beruf"

Bundesprogramm für zugewanderte Mütter wird verlängert

Drei Frauen betrachten gemeinsam Unterlagen und tauschen sich dazu aus.
Das Programm "Stark im Beruf" unterstützt zugewanderte Mütter bei der Integration in den Arbeitsmarkt © BMFSFJ

Das Bundesfamilienministerium setzt das Programm "Stark im Beruf" zur Erwerbsförderung von Müttern mit Migrationsgeschichte bis zum Ende des Jahres 2022 fort. Damit können die bundesweit über 80 Kontaktstellen weiterhin Migrantinnen mit Familienverantwortung in Jobs und Ausbildung vermitteln. Aktuell profitieren davon insbesondere geflüchtete Mütter aus der Ukraine.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus: "'Stark im Beruf' ist erfolgreich und hat schon vielen Frauen geholfen. Mit dem Programm eröffnen wir Müttern mit Migrationsgeschichte nicht nur einen Weg in gute Arbeit, sondern auch längerfristige Perspektiven in Deutschland. Deshalb freue ich mich, dass wir 'Stark im Beruf' verlängern konnten. Die Nachfrage ist unverändert hoch und es gewinnen alle: die Frauen erhalten eine berufliche Perspektive, die Unternehmen bekommen hochmotivierte Arbeitskräfte."

Müttern mit Migrationshintergrund eine Perspektive geben

Das Programm "Stark im Beruf" begleitet Migrantinnen mit einer Kombination aus mehrmonatigen Coachings und Frauenkursen individuell auf ihrem Weg in eine Beschäftigung. Da die Teilnehmerinnen Mütter sind, finden die Kurse in der Regel in Teilzeit statt. Der Mix aus sozialpädagogischer Begleitung bei Jobeinstieg, Sprachtraining für die Berufspraxis und Peer-to-Peer-Unterstützung in den Kursen hat sich bewährt, so dass es kaum Abbrecherinnen gibt. Die rund 80 Kontaktstellen in ganz Deutschland haben seit 2015 rund 17.500 Mütter mit gutem Erfolg in die Erwerbstätigkeit begleitet: Ein Drittel wechselte in eine Ausbildung oder hochwertige Beschäftigung, einem weiteren Drittel gelangen durch Qualifizierungen erste Schritte auf dem Arbeitsmarkt.  

Nach dem Auslaufen der Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) zum 30. Juni setzt das Bundesfamilienministerium nun Bundesmittel ein, sodass "Stark im Beruf" zumindest bis Ende 2022 und bis zum Beginn eines verwandten ESF Plus-Förderprogramms des Bundesarbeitsministeriums weiterlaufen wird. 

Abschaffung des Transsexuellengesetzes

Eckpunkte für das Selbstbestimmungsgesetz vorgestellt

Bundesfamilienministerin Lisa Paus stellt in der Bundespressekonferenz das geplante Selbstbestimmungsgesetz vor © BMFSFJ

Bundesfamilienministerin Lisa Paus und der Bundesminister der Justiz, Dr. Marco Buschmann, haben am 30. Juni gemeinsam die Eckpunkte für das Selbstbestimmungsgesetz vorgestellt. Das Gesetz soll das Transsexuellengesetz von 1980 ablösen, das in wesentlichen Teilen verfassungswidrig ist. Transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen werden künftig die Möglichkeit haben, ihren Geschlechtseintrag im Personenstandsregister durch eine einfache Erklärung beim Standesamt ändern zu lassen.

Dazu erklärt Bundesfamilienministerin Lisa Paus: "Selbstbestimmt leben zu können ist fundamental für alle Menschen. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die Achtung der Privatsphäre und der Schutz vor Diskriminierung - das sind Rechte, die im Grundgesetz garantiert werden, und zwar für alle Menschen. Das Transsexuellengesetz stammt aus dem Jahr 1980 und ist für die Betroffenen entwürdigend. Wir werden es nun endlich abschaffen und durch ein modernes Selbstbestimmungsgesetz ersetzen. Heute ist daher ein guter Tag für die Freiheit und für die Vielfalt in unserem Land.

Das Selbstbestimmungsgesetz wird das Leben für transgeschlechtliche Menschen verbessern und geschlechtliche Vielfalt anerkennen. Die Gesellschaft ist an vielen Stellen weiter als die Gesetzgebung. Wir sind als Regierung angetreten, den rechtlichen Rahmen für eine offene, vielfältige und moderne Gesellschaft zu schaffen."

Bundesjustizminister Dr. Marco Buschmann erklärt: "Das Selbstbestimmungsgesetz berührt eine grundlegende Frage unseres Zusammenlebens: Wie ernst meinen wir es mit dem Schutz der persönlichen Freiheit? Nicht alle Menschen identifizieren sich mit dem Geschlecht, das beim Standesamt für sie eingetragen ist. Das ist Teil der Vielfalt des Lebens. Das geltende Recht behandelt die betreffenden Personen wie Kranke. Dafür gibt es keine Rechtfertigung. Die Schaffung eines neuen Selbstbestimmungsgesetzes ist deshalb überfällig. Wir gehen dieses Vorhaben nun endlich an - so wie viele andere gesellschaftspolitische Reformen, die andere lange verschleppt haben. Uns geht es nicht darum, die sozialen Verhältnisse auf den Kopf zu stellen; uns geht es um die Einlösung eines zentralen Versprechens des Grundgesetzes: das Versprechen gleicher Freiheit und gleicher Würde aller Menschen."

Einheitliche Regelung

Durch das Selbstbestimmungsgesetz soll es erstmals eine einheitliche Regelung für trans-, intergeschlechtliche und nicht-binäre Menschen zur Änderung des Geschlechtseintrages und der Vornamen geben. Durch eine Erklärung vor dem Standesamt soll eine Änderung des Geschlechtseintrages und der Vornamen möglich sein. Die Vorlage eines ärztlichen Attests oder die Einholung von Gutachten in einem Gerichtsverfahren sollen nach dem Selbstbestimmungsgesetz nicht länger erforderlich sein. Das Selbstbestimmungsgesetz bezieht sich ausschließlich auf die Änderung des Geschlechtseintrags und der Vornamen. Wenn eine Person neben der Personenstandsänderung auch körperliche geschlechtsangleichende Maßnahmen anstrebt, wird dies wie bisher auf Grundlage fachmedizinischer Regelungen entschieden.

Weitere Informationen enthalten die Fragen und Antworten zum Selbstbestimmungsgesetz sowie ein Infopapier.