Aktuelle Meldungen

"Gemeinsam getrennt erziehen"

Beirat veröffentlicht Gutachten über Trennungsfamilien

Mutter sitzt im Auto, Sohn läuft auf sie zu, Vater im Hintergrund
Die Zahl der Eltern steigt, die ihre Kinder auch nach einer Trennung weiter gemeinsam erziehen© Fotolia / Soloviova Liudmyla

Der Wissenschaftliche Beirat für Familienfragen sieht für getrennte Familien weitreichenden Reformbedarf im Familienrecht, bei den Beratungsstrukturen und in der Forschungslandschaft. Zu diesem Ergebnis kommt der Beirat in seinem aktuellen Gutachten "Gemeinsam getrennt erziehen".

Das Gutachten gibt einen umfassenden Überblick über Trennungsfamilien in Deutschland, die rechtlichen und finanziellen Folgen, aber auch die psychischen Belastungen einer Trennung. Der Fokus liegt auf der speziellen Situation der Familien, die geteilte Betreuung leben. Umfangreiche internationale Vergleiche und Studien zeigen, wie geteilte Betreuung anderswo gelebt und abgesichert wird und wo Deutschland noch Forschungslücken und Reformbedarf hat.

Empfehlungen des Wissenschaftlichen Beirats

Das Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats empfiehlt: 

  • die geteilte Betreuung im Gesetz nicht zu priorisieren, sondern dort ein entsprechendes Leitbild zu verankern,
  • die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit der Eltern als grundsätzliche Voraussetzung für die Anordnung des Wechselmodells durch Gerichte,
  • eine gesetzliche Regelung zur Kompetenzverteilung getrennt lebender Eltern,
  • ein Stufenmodell für den Kindesunterhalt bei geteilter Betreuung einzuführen, bestehend aus dem symmetrischen Wechselmodell (Betreuungszeiten im Verhältnis von 50 zu 50 Prozent bis 55 zu 45 Prozent), dem asymmetrischen Wechselmodell (von 56 zu 44 Prozent bis 67 zu 33 Prozent) und dem Residenzmodell für alle anderen Fälle,
  • das Prinzip verbindlicher Elternvereinbarungen im Fall einer Trennung im Rahmen eines Modellversuchs einzuführen. Diese Elternvereinbarungen sollen alle relevanten Regelungsbereiche umfassen und aufeinander abstimmen,
  • bundesweit ein gestuftes Beratungsangebot für Eltern in der Klärungsphase vor einer Trennung und für getrennte Eltern mit unterschiedlichem Konfliktniveau einzuführen; hierfür sollen entsprechende Qualifikationsangebote des Fachpersonals im Rahmen einer Bundesinitiative staatlich finanziert entwickelt und implementiert werden,
  • durch präzisere Erhebungen im Mikrozensus und in der Zeitverwendungserhebung mehr Daten über getrennt lebende Familien zu erhalten,
  • den Forschungsbedarf unter anderem durch eine umfangreiche Langzeitbeobachtung von Trennungsfamilien zu decken und dabei vor allem nicht-eheliche Trennungen mit einzubeziehen.

"Gemeinsam gegen Sexismus und sexuelle Belästigung"

Christine Lambrecht unterzeichnet Gemeinsame Erklärung

Gruppenfoto: Christine Lambrecht mit den Erstunterzeichnenden der Gemeinsamen Erklärung
Christine Lambrecht (Mitte) mit den Erstunterzeichnenden der Gemeinsamen Erklärung© Eventfotografen/Nils Hasenau

Am 26. Oktober hat Bundesfrauenministerin Christine Lambrecht die Erklärung "Gemeinsam gegen Sexismus und sexuelle Belästigung" unterzeichnet. Die Erklärung soll dazu beitragen, sexualisierte Gewalt und Sexismus zu verhindern und zu beenden. Weitere Erstunterzeichnende sind:

  • Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages
  • Christina Ramb, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
  • Claudia Hartwich, Mitglied der deutschen Geschäftsleitung von Microsoft Deutschland
  • Carola Unser, Intendantin des Hessischen Landestheaters Marburg
  • Ursula Karven, Schauspielerin

Über 50 weitere Unternehmen und Organisation haben sich dem Bündnis bereits angeschlossen, darunter der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Volkswagen AG, die Daimler AG, das ZDF, der Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V. und der Deutsche Caritasverband.

Christine Lambrecht: "Sexismus und sexuelle Belästigung haben in einer offenen, gleichberechtigten Gesellschaft keinen Platz. Wir haben heute ein breites gesellschaftliches Bündnis gestartet. Alle Unterzeichnerinnen und Unterzeichner engagieren sich aktiv dafür, dass Frauen und Männer die gleichen beruflichen Chancen haben und den gleichen Respekt erhalten. Wir wollen dafür sorgen, dass längst überkommene Rollenbilder und Diskriminierungen ein Ende haben. Ich rufe weitere Unternehmen, Verbände und Organisationen auf, sich der Erklärung anzuschließen. Ich bin sicher, dass die nächste Bundesregierung das Engagement für eine respektvolle und vielfältige Arbeitswelt und gegen Sexismus sehr engagiert weiterführen wird."  

Gleiche Teilhabe erreichen

Ziel der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner ist eine gleiche Teilhabe aller Menschen in Kultur und Medien - frei von Sexismus, sexueller Belästigung und rückwärtsgewandten Rollenstereotypen an den Arbeitsplätzen, aber auch in Texten, Filmen und auf der Bühne.

Konkret haben sich die Beteiligten darauf verständigt, gemeinsam unter anderem daran zu arbeiten:  

  • Prävention und Sensibilisierung sollen an erster Stelle stehen. Dafür sollen die Verbreitung von Informationen über Sexismus, sexuelle Belästigung und sexualisierte Gewalt, individuelle Handlungsmöglichkeiten und Beratungsangebote verbessert werden. 
  • Das Einschreiten gegen sexistisches Verhalten und sexuelle Belästigung soll als Selbstverständlichkeit und Führungsaufgabe verstanden werden. Verantwortliche sollen sensibilisiert und in Initiativen einbezogen werden. 
  • Klare Leitlinien zum Umgang mit Sexismus und sexueller Belästigung sollen angewendet werden. Dies können zum Beispiel Betriebsvereinbarungen und Dienstanweisungen sein. 
  • Über das Verbot der Benachteiligung wegen des Geschlechts und sexueller Belästigung soll informiert und Beschwerdestellen nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) eingerichtet werden.

Die Gemeinsame Erklärung gegen Sexismus und sexuelle Belästigung kann hier unterzeichnet werden.

Dialogforen gegen Sexismus

Die Erklärung ist das Ergebnis der Dialogforen gegen Sexismus, die das Bundesfrauenministerium zusammen mit der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin (EAF Berlin) durchgeführt hat. Verbände, Unternehmen, zivilgesellschaftliche Organisationen und kommunale Vertreterinnen und Vertreter haben wirksame Maßnahmen gegen Sexismus am Arbeitsplatz, im öffentlichen Raum und in Kultur und Medien in der Handreichung "Gemeinsam gegen Sexismus" zusammengetragen.

Sexismus und sexuelle Belästigung im Alltag

Sexismus und sexuelle Belästigung begegnen vielen Menschen im Alltag in ganz unterschiedlicher Weise. Sexismus zeigt sich etwa in Form von Herabwürdigungen, Grenzverletzungen und Machtmissbrauch aufgrund des Geschlechts. Sexismus kann zu ungleicher Chancenverteilung und zu sexueller Belästigung bis hin zu Gewalt führen. Es ist deshalb eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Sexismus und sexualisierte Gewalt in all ihren Erscheinungsformen zu verhindern und zu beenden. 

Initiativen und Projekte gegen sexualisierte Gewalt

Das Bundesfrauenministerium unterstützt verschiedene Projekte und Initiativen gegen Sexismus, sexuelle Belästigung und sexualisierte Gewalt.

Zusammen mit der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin (EAF Berlin) wurden "Dialogforen gegen Sexismus" durchgeführt. Zahlreiche Organisationen sowie Personen aus Politik, Wirtschaft, Medien, Kultur und der Zivilgesellschaft haben die Handreichung "Gemeinsam gegen Sexismus" erarbeitet und vorgelegt.

Die Initiative "Stärker als Gewalt" informiert über verschiedene Formen der Gewalt und zeigt Wege auf, wie diese beendet werden kann.

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" berät 365 Tage im Jahr und rund um die Uhr unter 08000 116016 auch zu sexueller Belästigung.  

Deutscher Jugendliteraturpreis 2021

Preisträgerinnen und Preisträger stehen fest

Juliane Seifert gibt neben einem großen Stapel Bücher die Preisträgerinnen und Preisträger bekannt
Juliane Seifert gibt die Preisträgerinnen und Preisträger für das beste Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch bekannt und verkündet das Preisbuch der Jugendjury© Sebastian Kissel

Lesen ist Abenteuer im Kopf. Ob dabei die Welt umrundet oder in fremde Geschichten eingetaucht wird - Lesen bildet, regt zum Nachdenken an und macht Spaß. Den besten Kinder- und Jugendbüchern des Jahres wurde am 22. Oktober der 65. Jugendliteraturpreis verliehen. Dafür hatte die Jury über 667 Titel auf insgesamt 5801 Seiten eingehend geprüft und 30 Bücher sowie drei "Neue Talente" für die Auszeichnung nominiert. Die Preisverleihung konnte im Livestream verfolgt werden.

Preisstifterin und Bundesjugendministerin Christine Lambrecht würdigte alle Nominierten mit einer Videogrußbotschaft.

Bundesjugendministerin Christine Lambrecht: "Die Pandemie hat im Alltag junger Menschen tiefe Spuren hinterlassen. Gerade in dieser Zeit haben Bücher Kindern und Jugendlichen einen Rückzugsort eröffnet, an dem sie sich und ihre Themen wiederfinden und Kraft tanken können. Lesen führt in ferne Welten, bringt neue Gedanken hervor und bereitet vor allem Freude. Deswegen sind Bücher und Geschichten ganz besonders für junge Leserinnen und Leser unverzichtbar und wichtig für ein gutes Aufwachsen.

Heute würdigen wir die Menschen, die in Text, Bild und Übersetzung alles geben, um junge Leserinnen und Leser zu begeistern. Allen Preisträgerinnen und Preisträgern gratuliere ich ganz herzlich. Und ich danke dem Arbeitskreis für Jugendliteratur und all seinen Unterstützern, ganz besonders der Frankfurter Buchmesse, für ihr Engagement, diese Preisverleihung durchzuführen."

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesjugendministerium, hat die Preisträgerinnen und Preisträger für das beste Bilder-, Kinder-, Jugend- und Sachbuch bekanntgegeben und das Preisbuch der Jugendjury auf der Frankfurter Buchmesse verkündet. Die Sonderpreise "Neue Talente" und "Gesamtwerk" wurden an deutsche Übersetzerinnen vergeben.

Mutige Heldinnen und Helden und unkonventionelle Problemlösungen - das zeichnet die fünf prämierten Bücher des Deutschen Jugendliteraturpreises 2021 aus. Gewinnerinnen und Gewinner sind:

  • In der Sparte Bilderbuch wurde "Unsichtbar in der großen Stadt" (Aladin) des kanadischen Autors und Illustrators Sydney Smith ausgezeichnet. 
  • Als bestes Kinderbuch überzeugte Marianne Kaurins vielschichtiger Roman "Irgendwo ist immer Süden" (Woow Books). 
  • In der Sparte Jugendbuch konnte sich die ergreifende Graphic Novel "Sibiro Haiku" (Baobab Books) von Jurga Vilé und Lina Itagaki durchsetzen.
  • Als bestes Sachbuch ist "100 Kinder" (Gabriel) von Christoph Drösser, illustriert von Nora Coenenberg, ausgezeichnet worden. 
  • Das Preisbuch der Jugendjury "After the Fire" (dtv Reihe Hanser) stammt von dem britischen Autor Will Hill.

Über die Sonderpreise konnten sich die Asterix-Übersetzerin Gudrun Penndorf für ihr Gesamtwerk freuen sowie Lena Dorn für den Sonderpreis "Neue Talente".

Über den Jugendliteraturpreis

Der Deutsche Jugendliteraturpreis ist der wichtigste Jugendliteraturpreis in Deutschland und mit insgesamt 72.000 Euro dotiert. Seit 1956 wird er vom Bundesjugendministerium gestiftet und vom Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ) ausgerichtet.

Fünfte Jährliche Information

Frauenanteil in Führungspositionen gestiegen

Eine Frau im Gespräch mit Kolleginnen und Kollegen
Die Frauenquote für Aufsichtsräte zeigt Wirkung: Sie verändert nicht nur die Zusammensetzung von Führungsgremien, sondern wirkt sich positiv auf die gesamte Unternehmenskultur in Deutschland aus© iStock/Fizkes

Die deutsche Bundesregierung hat am 20. Oktober die von Bundesfrauenministerin Christine Lambrecht vorgelegte "Fünfte Jährliche Information der Bundesregierung über die Entwicklung des Frauen- und Männeranteils an Führungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des öffentlichen Dienstes" beschlossen.

Christine Lambrecht: "Die Zahlen zur Quote für die Aufsichtsräte belegen: Feste Vorgaben wirken - und zwar nachhaltig. Sie verändern nicht nur die Zusammensetzung der Führungsgremien, sondern sie wirken sich auf die gesamte Unternehmenskultur aus. Umso wichtiger ist es, dass wir diesen erfolgreichen Weg in diesem Jahr weitergegangen sind und endlich auch für Vorstände großer Unternehmen eine Mindestbeteiligung von Frauen eingeführt haben. Damit haben wir einen weiteren Meilenstein für die vielen ambitionierten und qualifizierten Frauen in diesem Land gesetzt. Jetzt kommt es darauf an, dass auch die neue Bundesregierung dafür Sorge tragen wird, dass noch mehr Frauen in Führungspositionen kommen."

Mit der "Fünften Jährliche Information der Bundesregierung über die Entwicklung des Frauen- und Männeranteils an Führungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des öffentlichen Dienstes" kommt die Bundesregierung ihrer Verpflichtung nach, die Öffentlichkeit fundiert über die Entwicklungen im Bereich Frauen in Führungspositionen zu informieren, wie es das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst (FüPoG) vorsieht. Dem Bericht liegen für die Privatwirtschaft die Datenlage insbesondere aus dem Geschäftsjahr 2018 und für den öffentlichen Dienst des Bundes die Datenlage aus dem Jahre 2019 zugrunde. Aufgrund unterschiedlicher Offenlegungspflichten und abweichender Geschäftsjahre ist eine Auswertung aller Geschäftsberichte nur zeitversetzt möglich.

Im Kern hat die "Fünfte Jährliche Information der Bundesregierung über die Entwicklung des Frauen- und Männeranteils an Führungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des öffentlichen Dienstes" folgendes ergeben: 

Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Privatwirtschaft gestiegen

In der Privatwirtschaft ist der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Unternehmen, für die seit dem 1. Januar 2016 eine feste Quote gilt, weiter gestiegen. Er lag im Geschäftsjahr 2018 bei 33,4 Prozent und hat sich damit im Vergleich zum Geschäftsjahr 2015 um 8,4 Prozentpunkte gesteigert. Demgegenüber ist der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der untersuchten Unternehmen, die nicht unter die feste Quote fallen, mit 3,7 Prozentpunkten seit 2015 sehr viel weniger angewachsen. Er lag hier 2018 noch immer bei 21,6 Prozent.

Niedriges Niveau des Frauenanteils in Vorständen deutscher Unternehmen

In den Vorständen deutscher Unternehmen waren Frauen auch im Geschäftsjahr 2018 stark unterrepräsentiert. Ihr Anteil in den Vorständen aller untersuchten Unternehmen lag im Geschäftsjahr 2018 bei 8,3 Prozent und somit insgesamt auf einem niedrigen Niveau. 79,5 Prozent der untersuchten Unternehmen hatten keine Frau im Vorstand.

Neue gesetzliche Regelungen für Frauenquote in Vorständen in Kraft getreten

Auf die anhaltend geringe Zahl von Frauen in den Vorständen deutscher Unternehmen hat die Bundesregierung mit dem Gesetz zur Ergänzung und Änderung der Regelungen für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst (FüPoG II) reagiert. Zentrale Neuerung ist eine Mindestbeteiligung von Frauen für Vorstände mit mehr als drei Mitgliedern in großen deutschen Unternehmen. Das Gesetz ist am 12. August 2021 in Kraft getreten.

Frauenanteil im öffentlichen Dienst entwickelt sich positiv 

Im öffentlichen Dienst ist der Frauenanteil überwiegend gestiegen. Dennoch sind Frauen in Führungspositionen in der Bundesverwaltung weiterhin unterrepräsentiert. In den obersten Bundesbehörden lag der Anteil von Frauen in Führungspositionen 2020 bei 37 Prozent. 

Für die Gremienbesetzung gelten für den Bund durch das Bundesgremienbesetzungsgesetz strengere Regeln als für die Privatwirtschaft. In den Gremien mit vom Bund bestimmten Mitgliedern hat sich der Frauenanteil weiter positiv entwickelt und auf 45,4 Prozent erhöht. Dort, wo der Bund drei oder mehr Gremienmitglieder bestimmen kann, lag der Frauenanteil sogar bei 46,4 Prozent. 

"Europa muss man selber machen!"

Jugendvertretungen diskutieren die Zukunft Europas

Juliane Seifert spricht zu den Teilnehmenden
Juliane Seifert beim Podiumsgespräch zum Auftakt des Projekts "Europa muss man selber machen!" des Deutschen Bundesjugendrings© Yulianna Martens/DBJR

Welche Erwartungen haben junge Menschen an ihre Rolle im künftigen Europa? Um diese Frage zu beantworten, hat der Deutsche Bundesjugendring (DBJR) ein Projekt zur Beteiligung junger Menschen an der Konferenz zur Zukunft Europas gestartet. Unter dem Motto "Europa muss man selber machen!" ist das Ziel des Projekts, die Perspektiven, Forderungen und Ideen von jungen Menschen und Jugendverbänden in die derzeit laufende Konferenz zur Zukunft Europas einzubringen.

Zum Projektauftakt fand am 19. Oktober ein Podiumsgespräch mit Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesjugendministerium, Dr. Mark Speich, Staatssekretär für Europaangelegenheiten in Nordrhein-Westfalen, dem Bundestagsabgeordneten Axel Schäfer und DBJR-Vorstandsmitglied Marius Schlageter statt.

Juliane Seifert: "Wenn es um die Zukunft Europas geht, müssen die Perspektiven und Ideen junger Menschen besonderes Gehör finden. Deshalb begrüßen wir das starke Engagement des Deutschen Bundesjugendrings und seiner Mitgliedsorganisationen für die Konferenz zur Zukunft Europas. Die heutige Veranstaltung war ein gelungener Auftakt, um mehr junge Menschen auf den Prozess aufmerksam zu machen und zum Mitmachen zu motivieren."

Der Jugend Gehör verschaffen

Mit "Europa muss man selber machen!" organisiert der DBJR Dialogveranstaltungen zwischen Jugendvertreterinnen und Jugendvertretern sowie politisch Verantwortlichen zur Konferenz und ihren Themen. Zum Auftakt präsentierte der DBJR ein Informationsvideo, das jugendgerecht die Hintergründe der Zukunftskonferenz erklärt, um junge Menschen zur Beteiligung daran zu motivieren.

Konferenz zur Zukunft Europas

Die Konferenz zur Zukunft Europas wurde im Mai 2021 vom Europäischen Parlament, dem Rat und der Europäischen Kommission gestartet. Ihr Ziel ist es, mit den europäischen Bürgerinnen und Bürgern über ihre Ideen, Hoffnungen und Ängste in Bezug auf die Europäische Union (EU) ins Gespräch zu kommen und daraus Schlussfolgerungen mit Leitlinien für ein künftiges Europa abzuleiten. Dabei sollen die Stimmen junger Europäerinnen und Europäer besondere Beachtung finden.

Die EU-Institutionen haben sich verpflichtet, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten den Empfehlungen der Bürgerinnen und Bürger zu folgen. Die Konferenz wird voraussichtlich bis zum Frühjahr 2022 die Schlussfolgerungen erarbeiten.

Über eine digitale Plattform können Bürgerinnen und Bürger in allen 24 EU-Sprachen ihre Vorstellungen einbringen und sich austauschen. Zugleich ermöglicht die Plattform, an Veranstaltungen teilzunehmen oder sie selbst zu organisieren.

Chancen und Teilhabe für Familien

Zugewanderten Eltern den Besuch eines Integrationskurses erleichtern

Kinder spielen mit einer Fachkraft
Das Bundesprogramm "Integrationskurs mit Kind: Bausteine für die Zukunft" stärkt zugewanderte Familien. Während die Eltern einen Integrationskurs besuchen, werden ihre nicht schulpflichtigen Kinder beaufsichtigt© iStock/Rawpixel

Um zugewanderten Eltern die Teilnahme an einem Integrationskurs zu erleichtern, startet im Januar 2022 das neue Bundesprogramm "Integrationskurs mit Kind: Bausteine für die Zukunft". Während die Erwachsenen den Kurs besuchen, werden ihre Kinder betreut - von qualifizierten Fachkräften aus der Kindertagespflege oder von angehenden Fachkräften, die ihre Qualifikation tätigkeitsbegleitend erwerben. Träger, die berechtigt sind, Integrationskurse durchzuführen, können ab 15. Oktober eine Förderung beantragen.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht: "Integrationskurse helfen zugewanderten Familien dabei, gut in Deutschland anzukommen. Für Eltern stellt sich dabei oft die Frage der Kinderbetreuung. Genau hier setzt unser neues Bundesprogramm 'Integrationskurs mit Kind' an: Die Kinder werden während des Integrationskurses von qualifizierten Fachkräften in kindgerechten Räumen betreut. Dieses Angebot erleichtert es für Eltern enorm, an einem Kurs teilzunehmen. Außerdem kann die erste Erfahrung die Tür dafür öffnen, dass zugewanderte Eltern ihre Kinder auch langfristig betreuen lassen."

Bundesprogramm "Integrationskurs mit Kind"

Das Bundesfamilienministerium fördert das Programm in Zusammenarbeit mit dem Bundesinnenministerium. Eine Förderung ist mit den folgenden Modellen möglich:

  • Modell 1 - Die Beaufsichtigung erfolgt durch eine fest angestellte und bereits qualifizierte Kindertagespflegeperson: Die Personalausgaben werden gefördert.
  • Modell 2 - Die Beaufsichtigung erfolgt durch eine fest angestellte Person, die während des Programms zur Kindertagespflegeperson qualifiziert wird: Es werden sowohl die Ausgaben für die Kindertagespflegeperson als auch für die Qualifizierung gefördert.
  • Modell 3 - Die Beaufsichtigung erfolgt durch eine selbständig tätige und bereits qualifizierte Kindertagespflegeperson im eigenen Haushalt: Die Förderung erfolgt pro Kind und Betreuungsstunde.
  • Einstiegsmodell - Die Beaufsichtigung erfolgt durch Honorarkräfte: Die Förderung erfolgt pro Kind und Unterrichtseinheit des Kurses. Dieses Modell soll den Wechsel in Modell 1, 2 oder 3 vorbereiten.

Beratung zum Bundesprogramm

Fragen rund um die Fördervoraussetzungen und das Antragsverfahren zum Bundesprogramm beantwortet die Servicestelle "Integrationskurs mit Kind" telefonisch unter 030 390 634 730 sowie per E-Mail unter service@integrations-kibe.de.

Integrationskursbegleitende Kinderbetreuung weiterentwickeln

Das Bundesprogramm "Integrationskurs mit Kind: Bausteine für die Zukunft" läuft von Januar 2022 bis Ende 2023. Es löst die integrationskursbegleitende Kinderbetreuung ab, die seit 2017 durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird. Darüber konnten seitdem insgesamt rund 10.500 Kinder betreut werden. Die Zahl zeigt: Die Nachfrage nach integrationskursbegleitender Kinderbeaufsichtigung ist hoch. Seit 2017 steigt der Anteil an Kindern im Vorschulalter, die einen Antrag auf Asyl in Deutschland stellen. Während es 2017 laut UNICEF schon rund 40 Prozent waren, stellten 2020 bereits knapp 68 Prozent einen solchen Antrag. Das sind rund 27.000 Kinder unter sechs Jahren.

Europäischer Tag gegen Menschenhandel

Fachtagung zu Menschenhandel und Datenpolitik

Juliane Seifert am Redepult in einem vollen Saal bei der Fachtagung zum Menschenhandel
Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, eröffnet die Fachtagung "Defining the Gap - Menschenhandel und Datenpolitik" mit einem Grußwort© KOK e.V.

Am 14. und 15. Oktober findet in Berlin eine internationale Fachtagung zum Thema Menschenhandel und Datenpolitik statt. Ausrichter ist der Bundesweite Koordinierungskreis gegen Menschenhandel (KOK) e.V. Er wird seit 1999 vom Bundesfrauenministerium gefördert. Anlass der zweitägigen Veranstaltung ist der EU-weite Tag gegen Menschenhandel, der am 18. Oktober begangen wird. Zentrale Fragen der Tagung sind: Welche Ziele kann und sollte die Datensammlung zu Menschenhandel verfolgen? Wie können europarechtliche Vorgaben umgesetzt werden? Wie ist der Stand in Deutschland?

Um das Ausmaß des Menschenhandels festzustellen, ist die Datensammlung und -auswertung wesentlich. So lassen sich politische Maßnahmen ableiten, um die Menschenrechtsverletzung zu bekämpfen und Betroffene zu schützen. Gleichzeitig muss der Datenschutz gewahrt werden. Wie beides gleichzeitig gelingt, diskutieren Fachleute sowie Politikerinnen und Politiker, Bundestagsabgeordnete, die neue EU-Koordinatorin für die Bekämpfung des Menschenhandels, Diane Schmitt, sowie Mitglieder des Expertengremiums des Europarats (GRETA) auf der Tagung.

Mehr Ermittlungsverfahren in Deutschland

Menschenhandel ist auch in Deutschland Realität: Im Jahr 2020 verzeichnete das Bundeslagebild Menschenhandel und Ausbeutung des Bundeskriminalamts 465 Ermittlungsverfahren zu Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung, Arbeitsausbeutung und Ausbeutung von Minderjährigen. Die Betroffenen waren deutlich jünger als in 2019: 42,7 Prozent derjenigen, deren Alter ermittelt werden konnte, waren unter 21 Jahre alt. Die COVID-19-Pandemie und die ergriffenen Maßnahmen erschwerten die Identifizierung der Betroffenen, ihren Zugang zu Schutz und Unterstützung sowie die Strafverfolgung der Täterinnen und Täter erheblich. Immer mehr Betroffene werden über das Internet angeworben. Auch der Kinderhandel hat stark zugenommen. Außerdem ist von einem hohen Dunkelfeld auszugehen: Betroffene geben sich aus Angst vor den Täterinnen und Tätern oder rechtlichen Konsequenzen häufig nicht zu erkennen.

Unabhängige Berichterstattungsstelle zu Menschenhandel

Die Bundesregierung setzt sich gemeinsam mit den Bundesländern und der Zivilgesellschaft national, europaweit und international für die Bekämpfung des Menschenhandels ein. Der KOK ist dabei ein zentraler Partner.

Die Bundesregierung beabsichtigt, dass ab Herbst 2022 eine unabhängige Berichterstattungsstelle zu Menschenhandel ihre Arbeit aufnehmen kann. Diese soll bundesweit erhobene Daten bündeln und analysieren. Das Bundesfrauenministerium finanziert bis November 2022 ein Projekt am Deutschen Institut für Menschenrechte, das zum Ziel hat, ein Konzept für zwei Berichterstattungsstellen zu Menschenhandel und zu geschlechtsspezifischer Gewalt zu erarbeiten.

"Wir.Alle.Zusammen"

Den 13. Deutschen Seniorentag in Hannover besuchen

Logo des 13. Deutschen Seniorentags
Logo des 13. Deutschen Seniorentags© Deutscher Seniorentag

Unter dem Motto "Wir.Alle.Zusammen" veranstaltet die BAGSO - Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. vom 24. bis 26. November den 13. Deutschen Seniorentag in Hannover. Rund 150 Einzelveranstaltungen informieren zu allen Fragen des Älterwerdens und laden zum Austausch ein. Die Besucherinnen und Besucher erwarten Vorträge, Mitmach-Angebote, Workshops, Podiumsdiskussionen und ein Unterhaltungsprogramm. Von den Themen Gesundheit und Pflege über Mobilität und Wohnen bis digitale und analoge Teilhabe ist alles vertreten. Der Deutsche Seniorentag wird maßgeblich vom Bundesseniorenministerium gefördert. Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier wird als Schirmherr die diesjährige Veranstaltung eröffnen.

Eintrittskarten

Eintrittskarten sind ab sofort online auf der Internetseite des Deutschen Seniorentags oder telefonisch unter der Nummer 0228 24 99 93 55 bei der BAGSO erhältlich. Tageskarten kosten 15 Euro, die Drei-Tage-Karte 30 Euro. Außerdem gibt es ermäßigte Eintrittskarten.

Hygienekonzept

Beim 13. Deutschen Seniorentag im Hannover Congress Centrum (HCC) gilt die 2G-Regel. Das heißt, Besucherinnen und Besucher können teilnehmen, wenn sie gegen Covid-19 geimpft oder nach einer Covid-19-Erkrankung genesen sind. Um Abstände einhalten zu können, wird die Kapazität der Veranstaltungsräume nur zu drei Vierteln ausgeschöpft.

Bundesseniorenministerium beim 13. Deutschen Seniorentag

Der Deutsche Seniorentag wird begleitet von einer Messe, an der mehr als 100 Ausstellerinnen und Aussteller teilnehmen werden. Das Bundesseniorenministerium wird in der Eilenriedehalle mit seinem Messestand "Gut alt werden in Deutschland" (Stand Nummer E 56) mit vielfältigen Projekten und Themen vertreten sein. Dazu zählen zum Beispiel:

Ausgewählte Projektträger des Bundesseniorenministeriums werden aus ihrer Praxis berichten.

Messestand zum DigitalPakt Alter

Ein gesonderter Stand präsentiert den vom Bundesseniorenministerium und der BAGSO initiierten DigitalPakt Alter (Stand Nummer E 53). Dabei handelt es sich um ein breites gesellschaftliches Bündnis mit dem Ziel, die gesellschaftliche Teilhabe und das Engagement älterer Menschen in der digitalisierten Welt zu stärken. Die Allianz von Bund, Ländern, Kommunen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft wurde am 17. August von Bundesseniorenministerin Christine Lambrecht und dem BAGSO-Vorsitzenden Franz Müntefering gestartet.

Ausstellung Karikaturenausstellung "Digitalisierung (k)ein Problem?"

Die Ausstellung "Digitalisierung (k)ein Problem?" präsentiert auf dem 13. Deutschen Seniorentag Karikaturen, die beim gleichnamigen Karikaturenwettbewerb der BAGSO prämiert wurden. Das geschah im Rahmen des Programms "Altersbilder" des Bundesseniorenministeriums. 

Fotoausstellung "Wer rastet, der rostet"

Die vom Bundesseniorenministerium geförderte Fotoausstellung der Marie-Luise und Ernst Becker Stiftung "Wer rastet, der rostet" zeigt beim Seniorentag beeindruckende Fotos von aktiven Menschen im höhere Alter.

Weitere Veranstaltungen mit Beteiligung des Bundesseniorenministeriums

Hinter den Links erfahren sie weiteren Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen:

Das vollständige Programm finden Sie hier.

Deutscher Seniorentag

Der Deutsche Seniorentag findet alle drei Jahre mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern sowie vielen prominenten Gästen statt - jedes Mal in einem anderen Bundesland. Neben dem Bundesseniorenministerium fördern das Land Niedersachsen, die Region und die Landeshauptstadt Hannover den 13. Deutschen Seniorentag.

Die Veranstaltung dient als bundesweite Plattform für Austausch, Information und Vernetzung zu allen Themen des Alterns und wird von Politik, Verbänden und Gesellschaft zur Diskussion von aktuellen Fragen der Seniorenarbeit und Seniorenpolitik genutzt.

Wegweiser "Digitale Debatten"

Künstliche Intelligenz und Algorithmen verstehen

Spracherkennungssoftware gehört in vielen Familien mittlerweile zum Alltag dazu

Was ist Künstliche Intelligenz (KI), was sind Algorithmen und algorithmische Systeme? Für Aufklärung sorgt der zweiteilige Wegweiser "Digitale Debatten" aus dem Innovationsbüro des Bundesfamilienministeriums. Der Wegweiser führt in die Themen ein, ermöglicht bereits Informierten einen tieferen Einblick und erläutert zudem mögliche Risiken und Nebenwirkungen.

Mit der Lektüre vermittelt das Bundesfamilienministerium Wissen in verständlicher Sprache und gibt einen Überblick zum aktuellen Diskurs zu KI. Die Inhalte ermöglichen ein reflektiertes Mitreden in einer Gesellschaft, deren soziale Beziehungen heute zunehmend digital vermittelt werden. KI und Algorithmen berühren unzählige Lebensbereiche, auch über das Internet hinaus: von der Spracherkennungssoftware über die Gesundheits-App bis hin zur Gesichtserkennung. 

Teil 1: Algorithmische Systeme

Was genau ist ein Algorithmus? Verständlich und differenziert klärt der erste Teil des Wegweisers "Digitale Debatten" darüber auf. Dabei veranschaulicht er, in welchen Bereichen Algorithmen zum Einsatz kommen. Er zeigt aber auch, welche Menschen hinter der Erstellung und Umsetzung von algorithmischen Systemen stecken. Außerdem geht es um die Frage, was Künstliche Intelligenz kann - und was nicht.

Teil 2: Algorithmen und Diskriminierung

Der zweite Teil des Wegweisers beschäftigt sich mit algorithmenvermittelter Diskriminierung: Zu welchen Fehlern kommt es beim Einsatz von Algorithmen? Was bedeutet eigentlich Diskriminierung? Wie sieht sie aus, wenn sie durch Algorithmen hervorgerufen wird? Außerdem stellt der Wegweiser Beispiele aus der Praxis vor.

Wer Fragen zu den Themen KI oder Algorithmen hat oder darüber sprechen möchte, kann eine E-Mail an das Innovationsbüro schicken.

Livestream

Juliane Seifert startet Equal Pay Day Kampagne 2022

"Equal Pay 4.0 - gerechte Bezahlung in der digitalen Arbeitswelt": So lautet das Motto der Equal Pay Day Kampagne 2022. Ziel der Kampagne ist, die Aufmerksamkeit für die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern zu schärfen sowie deren Ursachen zu erforschen und zu benennen. Der Auftakt der diesjährigen Kampagne mit Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesgleichstellungsministerium, kann am 8. Oktober hier live verfolgt werden.

Juliane Seifert: "Der Equal Pay Day sammelt jedes Jahr mehr Unterstützerinnen und Unterstützer hinter sich und ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Dieses starke Engagement wird gebraucht! Denn das Ziel gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit ist noch nicht erreicht. Deshalb sollten wir auch die Chancen nutzen, die uns die Digitalisierung und die neuen Technologien eröffnen. Dabei müssen wir sicherstellen, dass Frauen und Männer gleichermaßen von den Möglichkeiten des digitalen Wandels profitieren. Damit in der Arbeitswelt von morgen nicht die Diskriminierungen von gestern fortgeschrieben werden."

Mit fortschreitender Digitalisierung der Arbeitswelt verändern sich die Arbeitsbedingungen, die Technik und die Formen des Zusammenarbeitens enorm. Aber ein ganz wesentlicher Punkt hat sich kaum verändert: Noch immer verdienen Frauen signifikant weniger als Männer, was sich in einem Gender Pay Gap von aktuell 18 Prozent widerspiegelt. Deswegen greift die Equal Pay Day Kampagne 2022 die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für den Arbeitsmarkt auf. Dabei wird sie zeigen, wie Digitalisierung gleiche Bezahlung von gleicher und gleichwertiger Arbeit voranbringen kann.

Equal Pay Day 2022

Der nächste Equal Pay Day findet am 7. März 2022 statt und markiert symbolisch die statistische Lohnlücke in Höhe von 18 Prozent. Denn der Equal Pay Day ist der Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar 2022 für ihre Arbeit bezahlt werden.

Das Bundesgleichstellungsministerium fördert seit 2008 die Equal Pay Day Kampagne, die von den Business and Professional Women e.V. in Deutschland initiiert wird.

Abschlussveranstaltung

ESF-Bundesprogramm "Perspektive Wiedereinstieg" zieht Bilanz

Ein voller Saal zur Abschlussveranstaltung von "Perspektive Wiedereinstieg"
Abschlussveranstaltung zum ESF-Bundesprogramm "Perspektive Wiedereinstieg"© BMFSFJ

Am 7. Oktober haben rund 150 Teilnehmende eine positive Bilanz des ESF-Bundesprogramms "Perspektive Wiedereinstieg - Potenziale erschließen" gezogen. Einige waren in Berlin vor Ort, andere per Livestream zugeschaltet. Mit dem Programm werden Frauen und Männer unterstützt, die ihre Erwerbstätigkeit unterbrochen haben, um Kinder zu betreuen oder einen Angehörigen zu pflegen, und die danach wieder in den Beruf zurückkehren wollen. Das Programm wird vom Bundesgleichstellungsministerium gefördert und in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit umgesetzt. Ende des Jahres läuft es aus. Bundesgleichstellungsministerin Christine Lambrecht hob in ihrem Grußwort das große Engagement der Träger hervor.

Christine Lambrecht: "Nach zwölf Jahren, nach tausenden von Beratungsstunden ziehen Sie heute Bilanz. Und die kann sich sehen lassen! Sie haben rund 17.000 Menschen beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben unterstützt. Überwiegend waren es Frauen, die nach einer längeren Kinder-Pause oder Pflegeauszeit zurück in den Beruf wollten. Die für sich eine neue Perspektive wollten. Rund 11.000 ist das gelungen - dank Ihrer guten Beratung und Qualifizierung. Das sind 11.000 Erfolgsgeschichten, an denen Sie mitgeschrieben haben. Sie haben den Frauen - und auch den Männern - Mut gemacht und ihr Selbstbewusstsein gestärkt. Ich danke Ihnen für Ihren großartigen Einsatz."

Erreichte Ziele und zukünftige Maßnahmen

Zu den Teilnehmenden der Abschlussveranstaltung gehörten Mitarbeitende der Träger, von Jobcentern und der Bundesagentur für Arbeit sowie Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt. Die erreichten Ziele wurden vorgestellt und Fragen diskutiert: Was wurde für die Gleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben erreicht? Welche Maßnahmen müssen zukünftig ergriffen werden? Und welche Rolle spielt dabei die Digitalisierung? 

Außerdem wurde eine Abschlussveröffentlichung präsentiert, die praktische Erfahrungen und Empfehlungen der beteiligten Träger zusammenfasst, zum Beispiel zu Einzel- und Gruppencoachings, Blended Learning Szenarien oder zur Unterstützung von Wiedereinsteigerinnen und -einsteigern im ländlichen Raum.

Expertinnen aus der Wissenschaft stellten die Entwicklung der Gleichstellung im Erwerbsleben dar und zeigten, welche Auswirkungen die Digitalisierung darauf hat. In einer anschließenden Podiumsrunde diskutierten die Teilnehmenden über weitere Maßnahmen, um die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern im Erwerbsleben zu verwirklichen.

Das ESF-Bundesprogramm "Perspektive Wiedereinstieg - Potenziale erschließen"

Das ESF-Bundesprogramm "Perspektive Wiedereinstieg - Potenziale erschließen" ist am 1. Juli 2015 gestartet. Mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) werden bundesweit Träger an 19 Standorten unterstützt, die Frauen und Männern nach einer familiären Auszeit die Rückkehr in das Berufsleben erleichtern. Das Programm führt das 2008 gestartete Aktionsprogramm "Perspektive Wiedereinstieg" fort und endet zum 31. Dezember 2021. 

Väterreport 2021

Väter wünschen sich mehr Zeit für die Kinderbetreuung

Ein Vater sitzt mit seinem Kind an einem Tisch und macht Hausaufgaben
Der Väterreport zeigt: Immer mehr Väter wollen die Familienaufgaben partnerschaftlich teilen und mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen© BMFSFJ

Das Bundesfamilienministerium hat am 6. Oktober den "Väterreport - Update 2021" veröffentlicht. Der Väterreport beschreibt regelmäßig auf Basis amtlicher Statistiken, wissenschaftlicher Studien und repräsentativer Bevölkerungsbefragungen die Lebenslagen von Vätern in Deutschland. Neben ihren Werten und Einstellungen nimmt der Report das Familienleben der Väter und ihre berufliche Situation in den Blick. Zum zweiten Mal stellt der Report auch die Situation von Vätern dar, die in Trennung leben. Ein eigenständiges Kapitel thematisiert die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Beruf und Familie.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht: "Die meisten Eltern wünschen sich eine partnerschaftliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf und mehr Zeit für ihre Kinder. Doch dies zu erreichen, ist ein täglicher Spagat. Dabei brauchen Familien die bestmögliche Unterstützung: durch moderne Familienleistungen, die Partnerschaftlichkeit fördern, und durch gute Kitas und Ganztagsschulen.

Heute teilen sich in jeder sechsten Familie beide Eltern die Kinderbetreuung gleichermaßen auf. Trotzdem klaffen in den meisten Familien Wunsch und Wirklichkeit noch auseinander. Der Väterreport zeigt, dass viele Väter sich gerne deutlich mehr an der Betreuung ihrer Kinder beteiligen würden. Corona hat trotz aller Belastungen gezeigt, dass eine partnerschaftlichere Aufgabenteilung möglich ist, auch dank einer veränderten Arbeitswelt. Viele Väter haben sich in dieser Zeit mehr als je zuvor um die Bildung und Betreuung ihrer Kinder gekümmert. Das sind Erfahrungen, an die Familien, aber auch wir als gesamte Gesellschaft, anknüpfen können.

Die positiven Effekte, die Elternzeit und Elterngeld für die Partnerschaftlichkeit haben, müssen wir stärken. Gerade erst haben wir das Elterngeld flexibler und partnerschaftlicher gemacht, vor allem durch mehr Teilzeitmöglichkeiten. Jetzt geht es darum, Mütter und Väter über längere Zeit als bisher dabei zu unterstützen, sich die Verantwortung für Job und Familie partnerschaftlich zu teilen."

Der Väterreport zeigt: Immer mehr Väter wollen heute die Familienaufgaben und die Verantwortung für das Familieneinkommen partnerschaftlich teilen, anders als die Generation zuvor. Väter wollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen. Sie wollen gemeinsam mit der Mutter für die Kinder verantwortlich sein.

Auch nach einer Trennung wollen sich viele Väter aktiv an Kinderziehung und -betreuung beteiligen. Getrennt lebende Väter geben zu großen Teilen, 48 Prozent, an, dass sie sich gerne mehr um Erziehung und Betreuung ihrer Kinder kümmern möchten.

Elterngeld und Elternzeit unterstützen bei der partnerschaftlichen Aufteilung

Elterngeld und Elternzeit sind wirksame Instrumente, die immer mehr Väter dabei unterstützen, zumindest zeitweise im Beruf kürzer zu treten und sich stärker familiär zu engagieren. Mittlerweile nehmen über 42 Prozent der Väter Elternzeit, beziehen dabei Elterngeld und nehmen sich damit Zeit für ihre Kinder. Die "Väterzeit" ist von einer Ausnahme zum in Wirtschaft und Gesellschaft weithin akzeptierten und gelebten Modell geworden. Zusätzlich unterstützen Unternehmen die Väter und passen ihr Angebot familienbewusster Personalmaßnahmen auf ihre Bedürfnisse an.

Effekte von Elternzeit und Elterngeld verlängern

Weder die sich wandelnden Einstellungen noch die stärkere Teilhabe am Familienleben durch das Elterngeld haben jedoch nachhaltig die Erwerbstätigkeit von Vätern verändert. Väter sind nach der Elternzeit immer noch überwiegend in Vollzeit erwerbstätig. 68 Prozent der Mütter von minderjährigen Kindern arbeiten in Teilzeit, aber nur sieben Prozent der Männer. Hier zeigen sich Wunsch und Wirklichkeit: Nur 17 Prozent der Eltern übernehmen etwa gleiche Teile bei der Kinderbetreuung, während sich 45 Prozent eine partnerschaftliche Aufteilung wünschen. 52 Prozent der Väter würden gerne weniger arbeiten. 42 Prozent der Mütter wollen dagegen gerne ihre Erwerbstätigkeit wieder aufnehmen oder ausweiten.

Der Väterreport empfiehlt daher, die positiven Effekte von Elternzeit und Elterngeld deutlich über das erste Lebensjahr hinaus zu verlängern und über eine Familienarbeitszeit zu einer existenzsichernden und vollzeitnahen Erwerbstätigkeit sowohl von Müttern als auch von Vätern beizutragen.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Der Väterreport zeigt erhebliche Auswirkungen der Corona-Pandemie. Während viele Väter in Kurzarbeit oder im Homeoffice tätig waren, engagierten sie sich stärker in der Familienarbeit. Die tägliche Kinderbetreuungszeit von Vätern aus Paarfamilien stieg auf durchschnittlich 5,3 statt 2,8 Stunden täglich - ein Plus von 89 Prozent. Mütter übernahmen dennoch weiter den deutlich größeren Teil der Familienarbeit: während der Lockdowns durchschnittlich 9,6 statt bisher 6,7 Stunden Kinderbetreuungszeit pro Tag - plus 43 Prozent. Der Väterreport wertet diese Pandemie-Erfahrungen als Chance, die Familienarbeit nachhaltiger partnerschaftlich aufzuteilen.

Der Väterreport stützt sich unter anderem auf Erkenntnisse einer aktuellen Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach zu "Elternzeit, Elterngeld und Partnerschaftlichkeit."

Zeitverwendungserhebung 2022

10.000 Haushalte für Befragung zu ihrer Zeitverwendung gesucht

Etwa alle zehn Jahre werden 10.000 Haushalte aus allen Lebensbereichen in Deutschland befragt, wie sie ihre Zeit verbringen. Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder führen die Zeitverwendungserhebung durch Statistisches Bundesamt

Beruf, Haushalt, Freunde und Familie: Wie gestalten Männer und Frauen ihren Tag? Wie steht es um ihre Arbeitsbelastung und wie teilen sie etwa die Arbeit in der Familie auf? Wofür nehmen sich die jungen Menschen Zeit, wofür die älteren?

Antworten zu diesen und weiteren Fragen liefert die Zeitverwendungserhebung (ZVE). Dafür sucht das Statistische Bundesamt 10.000 Haushalte, die wichtige Erkenntnisse zu der Frage liefern: "Wo bleibt die Zeit?".

Herzstück der Befragung ist ein Tagebuch, in dem die Teilnehmenden an drei Tagen vollständig ihre Tätigkeiten dokumentieren. Erstmals ist die Erhebung auch mit einer App möglich. So können die Teilnehmenden wählen, ob sie ihre Zeitverwendung auf Papier oder digital dokumentieren wollen.

Bei der Befragung zur Zeitverwendung mitmachen

Interessierte Haushalte können sich ab sofort für die Teilnahme anmelden. Die Teilnehmenden müssen mindestens zehn Jahre alt sein. Als Dankeschön für die Teilnahme an der ZVE gibt es eine Geldprämie von 15 Euro je Haushalt und weitere 20 Euro für jedes teilnehme Haushaltsmitglied. Das Statistische Bundesamt führt die Befragung ab Januar 2022 in Zusammenarbeit mit den Statistischen Ämtern der Länder durch.

Datenschutz

Wie bei allen amtlichen Befragungen haben Datenschutz und Geheimhaltung für die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder oberste Priorität. Die Datenschutzbestimmungen werden strengstens eingehalten. Das heißt, alle Angaben werden streng vertraulich behandelt und nur für statistische Zwecke verwendet. Die Angaben werden ohne Namen und Anschrift ausgewertet und auf die ganze Bevölkerung hochgerechnet.

Zeitverwendung erheben

Bereits seit den 1990er Jahren lässt die Bundesregierung in einem zehnjährigen Rhythmus Daten zur Zeitverwendung der Menschen in Deutschland erheben, zuletzt 2012/13. Die Erhebung ermöglicht schließlich nicht nur wissenschaftliche Analysen zu Aktivitäten, sondern liefert auch Informationen zu Zeitstress, Zeitkonflikten und Zeitwünschen der Menschen.

Wirkungsanalyse zum ESF-Bundesprogramm

"Stark im Beruf" weist zugewanderten Müttern den Weg in den Beruf

Juliane Seifert am Redepult bei Stark im Beruf
Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, spricht auf der Konferenz "Starke Perspektiven - Stark im Beruf"© Tafoni Bildarchiv

Seit dem Start im Jahr 2015 durchliefen 16.000 Mütter mit Migrationshintergrund das Bundesprogramm "Stark im Beruf". Ein Drittel der Frauen begann anschließend eine (sozialversicherungspflichtige) Beschäftigung oder Ausbildung, ein weiteres Drittel fing eine Qualifikation oder ein Praktikum an oder bekam eine Qualifizierung anerkannt.

Mit diesen Zahlen belegt eine neue Wirkungsanalyse den erfolgreichen Ansatz von "Stark im Beruf". Die Beratung in Gruppenkursen und Coachings schließt sowohl alltagsintegrierte Sprachförderung als auch Angebote der sozialen Integration und der individuellen Beratung zu Vereinbarkeitsthemen mit ein. Die Analyse wurde am 5. Oktober auf der Konferenz "Starke Perspektiven - Stark im Beruf" vorgestellt. Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, lobte dabei die Arbeit der 85 "Stark im Beruf"-Kontaktstellen bundesweit.

Juliane Seifert: "Die Kontaktstellen sind Leuchttürme für die Teilnehmerinnen, die ihnen Wege in den Beruf weisen. Gerade neu zugewanderte Mütter, beispielsweise aus Afghanistan, erhalten durch ihre Arbeit die Chance, eine neue Existenz in Deutschland aufzubauen. Die Wirkungsanalyse unterstreicht, dass ein eigener Beratungsansatz für zugewanderte Mütter von Vorteil ist: mit durchgehender Beratung vom Sprachkurs übers Praktikum bis hinein in den Job. Denn viele Mütter mit Migrationshintergrund haben den Wunsch nach einer Beschäftigung, sind qualifiziert, brauchen aber aus unterschiedlichen Gründen zusätzliche Unterstützung."

Konferenz "Starke Perspektiven - Stark im Beruf"

Expertinnen und Experten berieten auf der Konferenz darüber, wie Mütter mit Einwanderungsgeschichte auf dem Weg zur Beschäftigung unterstützt werden können. Dabei ging es unter anderem um die besonderen Hürden beim Berufseinstieg, die vor allem Migrantinnen mit kleinen Kindern haben. Integrationsangebote sollten daher die ganze Familie ansprechen und insbesondere die Bedürfnisse der Mütter mit berücksichtigen. Viele Migrantinnen arbeiten in systemrelevanten Berufen, beispielweise in der Pflege.

Das ESF-Bundesprogramm "Stark im Beruf"

Jede dritte Mutter in Deutschland hat eine Zuwanderungsgeschichte. Nur rund die Hälfte von ihnen ist erwerbstätig. Dabei möchte ein Großteil der nicht-erwerbstätigen Mütter arbeiten. Hier setzt das Bundesprogramm "Stark im Beruf" mit seinen bundesweit 85 aktiven Kontaktstellen an. Mit individueller Begleitung und Kursen fördern sie die Erwerbsorientierung der Mütter und führen sie an den Arbeitsmarkt heran. Die Teilnehmerinnen erhalten Beratungs- und Informationsangebote zu allen arbeitsmarktrelevanten Fragen, zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Unterstützt wird das Bundesprogramm "Stark im Beruf" bis Mitte 2022 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF).

EU-Projekttag an Schulen

Christine Lambrecht tauscht sich mit Jugendlichen zur Zukunft Europas aus

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht besucht am EU-Projekttag die Jane-Addams-Schule in Berlin BMFSFJ

Zum EU-Projekttag 2021 hat sich Bundesjugendministerin Christine Lambrecht mit Schülerinnen und Schülern der Jane-Addams-Schule in Berlin über die Zukunft Europas ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen dabei die Wünsche der Jugendlichen für Europa: Wie soll die Europäischen Union (EU) der Zukunft aussehen und welche Änderungen wären nötig, damit die Ideen junger Menschen Wirklichkeit werden?

Junge Menschen für die Europäische Union interessieren 

Der EU-Projekttag an Schulen wurde zu Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007 auf Initiative von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel mit dem Ziel gegründet, junge Menschen für die EU zu interessieren. Seitdem besuchen Politikerinnen und Politiker am EU-Projekttag Schulen in ganz Deutschland, um mit Kindern und Jugendlichen über Europa zu diskutieren und ihnen die europäische Idee nahezubringen. 

Die Ergebnisse des EU-Projekttages 2021 werden unmittelbar in die "Konferenz zur Zukunft Europas" des Europäischen Parlaments, des Rates und der Europäische Kommission einfließen. Bei der Konferenz erarbeiten europäische Politikerinnen und Politiker gemeinsam mit europäischen Bürgerinnen und Bürgern Schlussfolgerungen mit Leitlinien für ein künftiges Europa.

Internationaler Tag der älteren Menschen

Digitale Teilhabe älterer Menschen stärken

Paar bei Videotelefonie
Mit der Digitalisierung bieten sich große Chancen, besonders für ältere Menschen© iStock/Jovanmandic

"Digitale Gerechtigkeit für alle Altersgruppen", das fordert der am 1. Oktober stattfindende Internationale Tag der älteren Menschen 2021. Damit dieses Ziel erreicht wird, müssen vielerorts Infrastruktur ausgebaut, inklusive Systeme aufgebaut sowie leicht zugängliche Angebote geschaffen werden. In Deutschland setzt hier der DigitalPakt Alter an.

Die Initiative des Bundesseniorenministeriums und der BAGSO - Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in ganz Deutschland hat das Ziel, die digitale Teilhabe älterer Menschen zu stärken - für ein selbstbestimmtes Leben, auch im hohen Alter. Dafür werden unter anderem 100 Erfahrungsorte mit je 3000 Euro gefördert. Diese bieten Seniorinnen und Senioren niedrigschwellige Unterstützung in digitalen Fragen. Das können Kurse im Umgang mit Smartphone oder Tablet sein, aber auch Leihstationen für mobile Geräte zur Unterstützung im Haushalt oder Unterstützung bei digitalen Amts- oder Arztterminen.

Es geht beim Digitalpakt Alter aber auch darum zu vermitteln, wie viel Spaß Ältere am Umgang mit digitalen Medien haben oder zukünftig haben könnten. Digital um die Welt reisen, das Gedächtnis kurzweilig trainieren, mit der Familie videochatten: Gerade Neulinge lernen schnell, wieviel Spaß das machen kann.

Bundesseniorenministerin Christine Lambrecht: "Die Digitalisierung ist ein immer größerer Teil unseres Lebens und erleichtert unseren Alltag. Vom Videoanruf bei der Familie über das Online-Einkaufen bis zur digitalen Sprechstunde beim Arzt bieten sich große Chancen, gerade für die ältere Generation. Deswegen ist es wichtig, dass auch ältere Menschen am digitalen Wandel teilhaben. Genau da setzen wir mit dem DigitalPakt Alter an. Gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen wollen wir viele Partner gewinnen und wohnortnahe Angebote schaffen, damit alle Älteren selbstbestimmt Online-Dienste und moderne Techniken nutzen können."

Franz Müntefering, Vorsitzender der BAGSO - Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen: "Es gibt bundesweit sehr gute Ansätze, die wir sichtbar machen, stärken und ausweiten wollen. Sobald wie möglich sollte in jeder Kommune ein Angebot zum digitalen Kompetenzerwerb, ein digitaler Erfahrungsort, für Ältere vorhanden sein."

Digitale Engel beraten praxisnah vor Ort

Auch mit dem Projekt "Digitaler Engel" fördert das Bundesseniorenministerium den Umgang von älteren Menschen mit digitalen Anwendungen. Dabei vermitteln mobile Ratgeberteams älteren Menschen praxisnah, persönlich und vor Ort die Vorteile der Technik für tägliche Abläufe und Gewohnheiten. Träger des Projekts ist der Verein Deutschland sicher im Netz e.V. Der Schwerpunkt des durch Deutschland tourenden Infomobils liegt auf ländlichen und strukturschwachen Regionen.

Servicestelle "Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen" bildet bundesweiten Anlaufpunkt

Mit der Servicestelle "Digitalisierung und Bildung für ältere Menschen" bei der BAGSO - Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. unterstützt das Bundesseniorenministerium den Wunsch vieler älterer Menschen, zu lernen und sich mit neuen digitalen Medien auseinanderzusetzen. Die Servicestelle ist ein bundesweiter Anlaufpunkt für ältere Menschen. Über das Online-Informationsportal Wissensdurstig können sie in einer bundesweiten Veranstaltungsdatenbank Angebote in ihrer Nähe finden, aber auch Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner von Initiativen, Beratungsstellen und regionalen Bildungseinrichtungen.

Achter Altersbericht

Im Achten Altersbericht der Bundesregierung sind fünf Lebensbereiche definiert, in denen digitale Kompetenzen das Leben älterer Bürgerinnen und Bürger verbessern können: soziale Integration, Sozialraum, Wohnen, Mobilität und Gesundheit/Pflege. Ziel der Seniorenpolitik ist, Menschen darin unterstützen, im Alter selbstbestimmt zu leben und an der Gesellschaft teilhaben zu können. Dabei spielen Digitalisierung und der Einsatz technischer Produkte und Anwendungen eine immer wichtigere Rolle.

Internationale Jugendbegegnungen

Büro des Deutsch-Griechischen Jugendwerks in Thessaloniki eingeweiht

Eine Gruppe von Menschen vor dem Büro des Deutsch-Griechischen Jugendwerks
Von links: Maria Sarigiannidou (Generalsekretärin des DGJW), Georgios Voutsinos, Juliane Seifert, Konstantinos Zervas und Gerasimos Bekas (Generalsekretär des DGJW) bei der Einweihung der Villa Petridi - dem neuen Büro des Deutsch-Griechischen Jugendwerks in Thessaloniki© DGJW/Athanasios Rigas

Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesjugendministerium, hat am 23. September gemeinsam mit ihrem griechischen Kollegen, Generalsekretär Dr. Giorgos Voutsinos, und dem Bürgermeister von Thessaloniki, Konstantinos Zervas, das griechische Büro des Deutsch-Griechischen Jugendwerks in Thessaloniki eingeweiht.

Juliane Seifert: "Nach Leipzig erhält das Deutsch-Griechische Jugendwerk nun auch ein Büro in Thessaloniki. Das ist ein weiterer Meilenstein für den internationalen Jugendaustausch zwischen beiden Ländern. Wir hoffen, dass sich viele junge Menschen aus beiden Ländern bald nicht nur digital, sondern wieder real treffen und damit das jeweilige andere Land kennenlernen können."

Das Deutsch-Griechische Jugendwerk (DGJW) haben die Regierungen beider Staaten im Jahr 2019 gegründet. Ziel ist, die Beziehungen zwischen jungen Menschen in Deutschland und Griechenland zu intensivieren, das gegenseitige Verständnis zu vertiefen und sich für ein gemeinsames Europa zu engagieren. Das Vorhaben der Bundesregierung geht auf den Koalitionsvertrag der 18. Legislaturperiode zurück.

Jugendbegegnungen fördern

Das DGJW ist eine internationale Organisation mit zwei gleichberichtigten Büros in Leipzig und Thessaloniki. In beiden Büros arbeiten deutsch-griechische Teams, die

  • Organisationen bei der Planung von Jugendbegegnungen unterstützen,
  • bei der Partnerfindung im anderen Land helfen und
  • die Jugendbegegnungen finanziell fördern.

Wer einen Schulaustausch oder eine Begegnung aus dem Bereich des Sports beantragen will, wendet sich an das DGJW Büro in Thessaloniki. Wer eine außerschulische Jugendbegegnung plant, an das DGJW Büro in Leipzig.

"Corona-Auszeit für Familien"

Erholung für Familien mit kleinen und mittleren Einkommen ermöglichen

Christine Lambrecht und eine Gruppe von Menschen im Freien an der Unterkunft in Bünsdorf
Christine Lambrecht (Bildmitte) im Erholungs- und Bildungszentrum Wittensee in Schleswig-Holstein© Jens Ahner

Auftakt für die "Corona-Auszeit für Familien - Familienferienzeiten erleichtern": Ab jetzt können Familien mit kleinen und mittleren Einkommen und Familien, die Angehörige mit einer Behinderung haben, einen einwöchigen Urlaub buchen, um sich ab Oktober in einer gemeinnützigen Familienferienstätte zu erholen. Die "Corona-Auszeit für Familien" ist Teil des zwei Milliarden Euro umfassenden Programms "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche" der Bundesregierung. Ziel ist es, Familien eine Erholung von den Belastungen der Corona-Pandemie zu ermöglichen.

Anlässlich des Buchungsstarts besuchte Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht am 23. September das Erholungs- und Bildungszentrum Wittensee in Schleswig-Holstein.

Christine Lambrecht: Nach den enormen Anstrengungen durch die Pandemie sehnen sich viele Familien danach, endlich wieder rauszukommen, abzuschalten und Kraft zu tanken. Nicht jede Familie kann sich einen Urlaub leisten, aber alle sollen sich erholen können. Eine Familien-Auszeit wollen wir gerade für die Menschen ermöglichen, die es schwerer haben als andere. Für Familien mit kleinen Einkommen und kleinen Wohnungen waren die Monate mit geschlossenen Kitas und Schulen besonders hart. Genau für diese Menschen starten wir heute die 'Corona-Auszeit für Familien' als Teil unseres Aufholpakets. So können Familien zusammen durchatmen. Ich danke allen Familienferienstätten und Jugendherbergen, die sich in unserem Programm engagieren und Familien damit eine gute gemeinsame Zeit und Erholung ermöglichen.

Von Vergünstigungen profitieren

Berechtigte Familien müssen für ihren Aufenthalt im Rahmen der "Corona-Auszeit" nur etwa zehn Prozent der Kosten für Unterkunft und Verpflegung bezahlen. Die restlichen Kosten erhält die Einrichtung aus den Mitteln des Aufholpakets der Bundesregierung. Möglich sind bis zu sieben Tage Familienurlaub bis Ende 2021 und weitere bis zu sieben Tage im Jahr 2022. Insgesamt stehen für die "Corona-Auszeit für Familien" 50 Millionen Euro zur Verfügung.

Unterkunft finden

Familien, die im Rahmen der Corona-Auszeit einen stark vergünstigten Aufenthalt in einer Familienferienstätte oder Jugendherberge buchen wollen, finden dazu ab sofort auf der Unterseite zur "Corona-Auszeit für Familien" alle Informationen. Eine Deutschlandkarte bietet dort einen Überblick über alle Einrichtungen, die ab Oktober Plätze anbieten. Familien können sich über Besonderheiten der Einrichtungen wie zum Beispiel Barrierefreiheit informieren und direkt ihre Buchungsanfrage starten.

Die angeschriebene Einrichtung nimmt dann mit der Familie Kontakt auf und gibt eine Rückmeldung, ob zum gewünschten Buchungszeitraum freie Plätze vorhanden sind. Wenn die Buchung verbindlich wird, muss die Familie ihre Berechtigung nachweisen. Hierfür gibt es ein eigenes Formular, das ebenfalls auf der Internetseite zur "Corona-Auszeit" zur Verfügung steht.

Kostenlose Beratungshotline

Außerdem steht Familien eine kostenlose Beratungshotline zur Verfügung. Diese ist an sechs Tagen in der Woche unter der Nummer 0800 866 11 59 erreichbar.

Voraussetzungen prüfen

Mit dem aktuellen Einkommensrechner der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung erhalten Interessierte Orientierung, ob die vergünstigten Preise der "Corona-Auszeit für Familien" auch für sie gelten. Berechnungsgrundlage sind die Sozialhilfe-Regelsätze, die seit dem 1. Januar 2021 gültig sind, woraus sich die jeweiligen Einkommensgrenzen für die Familien ergeben. Unterschreitet eine Familie die Einkommensgrenze, so ist sie zu einem vergünstigten Urlaub berechtigt.

Für Familien mit einer oder einem Angehörigen, der einen Grad der Behinderung von 50 oder mehr haben, entfallen die Einkommensgrenzen für eine "Corona-Auszeit".

Ein detaillierter Online-Check zur Prüfung der Berechtigung wird demnächst auf der Website des Bundesfamilienministeriums zur Verfügung stehen.

Evaluationsbericht

Gute-KiTa-Gesetz stärkt Qualität in der frühkindlichen Bildung

Ein Erzieher betreut eine Gruppe kleiner Kinder
Mehr Qualität in der Kinderbetreuung© BMFSFJ

Am 22. September hat das Kabinett den Evaluationsbericht zum Gute-KiTa-Gesetz verabschiedet. Der Bericht wird nun dem Deutschen Bundestag vorgelegt. Das Gute-KiTa-Gesetz ist das erste Bundesgesetz, das die Weiterentwicklung der Qualität und Teilhabe in der frühkindlichen Bildung fördert. Von 2019 bis 2022 wird in diesem Zusammenhang der Umsatzsteueranteil der Länder um rund 5,5 Milliarden Euro erhöht.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht betonte, wie wichtig das Gute-KiTa-Gesetz für die Qualität der frühkindlichen Bildung ist.

Christine Lambrecht: "Die Evaluationsergebnisse sind gute Nachrichten für Kinder und Familien. Unser Gute-KiTa-Gesetz schafft mehr Qualität in der frühkindlichen Bildung. Das Gesetz ist ein voller Erfolg. Mit den zusätzlichen finanziellen Mitteln verbessern die Länder zielgerichtet die Kindertagesbetreuung - zum Beispiel durch mehr qualifiziertes Personal und weniger Gebühren. In der nächsten Legislaturperiode muss das Engagement in der Kindertagesbetreuung unbedingt fortgesetzt werden. Denn kleinere Gruppen, bessere Personalschlüssel und qualifizierte Fachkräfte sind wichtig, um jedes Kind gut zu fördern. So schaffen wir gute Bildungschancen für alle Kinder."

Zwischenergebnisse zeigen erste positive Effekte

Die Zwischenergebnisse der zwei Evaluationsstudien bestätigen: Der eingeschlagene Weg des kooperativen Föderalismus ist eine innovative und erfolgreiche Lösung für dieses Gesetz. Die Umsetzung des Gesetzes durch die Bund-Länder-Verträge, den Instrumentenkasten mit zehn Handlungsfeldern, die Fortschrittsberichte sowie das Monitoring zum Gesetz haben sich bewährt.

In der bisherigen Umsetzung setzen die Länder einen klaren Schwerpunkt auf personalbezogene Handlungsfelder: Mehr als die Hälfte der Mittel des Gesetzes werden zur Stärkung des Personals eingesetzt. Die Evaluationsstudien bestätigen, dass die Handlungsfelder "Fachkraft-Kind-Schlüssel", "Gewinnung und Sicherung von Fachkräften" und "Stärkung der Leitung" für die Qualität in der frühkindlichen Bildung von besonderer Bedeutung sind. Entsprechend wird empfohlen, diese Handlungsfelder zukünftig noch stärker zu priorisieren.

Die Studien machen zudem deutlich, dass die Länder die Maßnahmen 2019 weitgehend planmäßig umgesetzt und erste positive Effekte erzielt haben. So wurden unter anderem Verbesserungen des Personalschlüssels erreicht, Kita-Leitungen gestärkt, die Vergütung in der Kindertagespflege verbessert und Familien von Betreuungsgebühren befreit. Die Evaluation zeigt hier noch weitere Potenziale auf, um Familien mit geringem Einkommen zu entlasten, beispielsweise mit einer verpflichtenden Einkommensstaffelung von Elternbeiträgen (§ 90 SGB VIII).

Qualität und Teilhabe in der Kindertagesbetreuung verbessern

Beide Zwischenberichte der Evaluationsstudien kommen außerdem zum Ergebnis, dass eine kontinuierliche Finanzierung notwendig ist, um langfristig die Qualität und Teilhabe in der Kindertagesbetreuung zu verbessern. Die Bundesregierung erkennt an, dass es sich bei der Kindertagesbetreuung um eine Aufgabe von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung handelt, stellt aber auch fest, dass die Umsetzung und Finanzierung der Kindertagesbetreuung in den Zuständigkeitsbereich der Länder fallen. Der Bund hat sich bereits 2019 mit dem Beschluss "Maßnahmen der Bundesregierung zur Umsetzung der Ergebnisse der Kommission 'Gleichwertige Lebensverhältnisse'" dazu bekannt, seine Verantwortung für die Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung auch über 2022 hinaus wahrzunehmen.

Der Evaluationsbericht der Bundesregierung

Im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellen die pädquisStiftung, die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd und die Universität Duisburg-Essen die Evaluationsstudie zur Umsetzung des Gute-KiTa-Gesetzes. Der Forschungs- und Innovationsverbund an der Evangelischen Hochschule Freiburg e.V. und die Universität Bamberg evaluieren in einer weiteren Studie seine Wirkung.

Mit dem am 22. September verabschiedeten Bericht erfüllt die Bundesregierung ihre gesetzliche Pflicht zur Evaluierung des Gute-KiTa-Gesetzes. Der Bericht besteht aus der Stellungnahme der Bundesregierung und den Zwischenberichten der beiden Evaluationsstudien.

Der zweite Evaluationsbericht ist für 2023 geplant.

Gute Kinderbetreuung

Nominierte für den Deutschen Kita-Preis 2022 stehen fest

Zwei Kinder in einer Kita flüstern sich etwas zu
Mit dem Deutschen Kita-Preis 2022 wird die Qualität in der Kinderbetreuung ausgezeichnet© DKJS/ Franziska Schmitt

Um den Deutschen Kita-Preis 2022 haben sich rund 1200 Kitas und Lokale Bündnisse für frühe Bildung beworben. 25 Kitas und 15 Initiativen wurden am 21. September für den Preis nominiert. Ausgewählt hat sie die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in Zusammenarbeit mit Fachleuten der Internationalen Akademie Berlin (INA) und Welt:Stadt:Quartier Institut für Bildung, Forschung und Entwicklung.

Bereits zum fünften Mal vergeben das Bundesfamilienministerium und die DKJS gemeinsam mit weiteren Partnerinnen und Partnern den Deutschen Kita-Preis in den Kategorien "Kita des Jahres" und "Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres". Der Preis ist mit insgesamt 130.000 Euro dotiert.

Finalistinnen und Finalisten stehen Mitte Dezember fest

Die nominierten Kitas werden im nächsten Schritt aufgefordert, weitere Unterlagen einzureichen, die von Expertinnen und Experten begutachtet und ausgewertet werden. Die nominierten Initiativen der Kategorie "Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres" stellen in Telefoninterviews ihre Arbeit detaillierter vor. Im Auswahlprozess achten die Expertinnen und Experten vor allem darauf, wie sich die pädagogische Arbeit an den verschiedenen Bedürfnissen der Kinder orientiert und ob Kinder, Eltern und Mitarbeitende im Alltag mitwirken können. Entscheidend ist zudem, inwieweit die Kita- und Bündnisteams ihre Arbeit reflektieren und weiterentwickeln und ob Partner aus dem Umfeld einbezogen werden, um gemeinsam die Bedingungen für gute frühe Bildung zu verbessern. Wer es ins Finale auf einen der zwanzig Plätze im Finale schafft, verkündet die DKJS bereits Mitte Dezember.

Im Frühsommer 2022 werden die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Kita-Preises 2022 bekanntgegeben. Die Erstplatzierten pro Kategorie erhalten ein Preisgeld von 25.000 Euro; die vier Zweitplatzierten in beiden Kategorien je 10.000 Euro.

Die Nominierten für den Deutschen Kita-Preis 2022:

Die 25 nominierten Kitas

Baden-Württemberg

  • Familienzentrum Olgakrippe, Heilbronn
  • NIKOlino, Stuttgart
  • Kindergarten Holzhausen, March
  • Kinder- und Familienzentrum Goerdelerstrasse, Korntal

Bayern

  • Kinder- und Familienzentrum Wilhelm Löhe, Gunzenhausen

Berlin

  • Kita Wortschmiede

Brandenburg

  • Wald- und Wiesenhopser, Bad Saarow
  • Wukaninchen, Biesenthal
  • Zwergenhaus am See, Senftenberg

Hessen

  • AWO Kita Rödgen, Gießen

Mecklenburg-Vorpommern

  • Kita "7 Raben", Greifswald
  • WABE-Kita Naturtalent, Ludwigslust

Niedersachsen

  • Ev. - Luth.Familienzentrum Kita Mittenmank, Braunschweig

Nordrhein-Westfalen

  • AWO Familienzentrum Xanten, Xanten
  • Über den Wolken, Bocholt
  • Städtische Kindertageseinrichtung Burgstraße, Münster
  • DRK-Kita Wolkenland, Dülmen


Rheinland-Pfalz

  • Kita St. Willibrord Plaidt, Plaidt
  • FamilienkiTa Emmaus, Gillenfeld
  • Kita Kinderplanet, Ramstein-Miesenbach

Saarland

  • Kath. Kita Pastor Hein, Sulzbach

Sachsen

  • Kinderkrippe Entdeckerland, Leipzig

Sachsen-Anhalt

  • Evangelische Kindertagesstätte Gröperstraße, Halberstadt

Thüringen

  • Kindergarten Gartenkinder, Bleicherode
  • Betriebskindergarten Gipfelstürmer, Weimar

Die 15 nominierten Lokalen Bündnisse

Baden-Württemberg

  • HappelKids, Heilbronn
  • Netzwerk Startpunkt Leben, Konstanz

Bayern

  • DigiMINTKids, Amberg

Berlin

  • Bildungsforum im Falkenhagener Feld, Berlin

Brandenburg

  • Netzwerk Kind, Meyenburg

Bremen

  • Zusammenleben in Huchting, Bremen

Hamburg

  • SPRACHKITABANDE, Hamburg

Hessen

  • Familiennetzwerk im Stadtteil, Frankfurt am Main

Niedersachsen

  • Kinder- und Familienzentrum Dissen, Dissen

Nordrhein-Westfalen

  • Bündnis Hochfeld, Duisburg
  • Familienzentren im Arnsberger Modell, Arnsberg
  • Kulturkitas Dortmund, Dortmund

Sachsen

  • Netzwerk Familienfreundliche Kommune Hainichen, Hainichen  

Sachsen-Anhalt

  • Frühe Hilfen und Kita-Sozialarbeit, Sangerhausen

Thüringen

  • Hüttengeister, Lauscha

Der Deutsche Kita-Preis

Der Deutsche Kita-Preis wurde zum ersten Mal im Mai 2018 vergeben. Er ist eine gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums und der DKJS in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung, der Marke ELTERN, der Soziallotterie freiheit+ und dem Didacta-Verband. Die Auszeichnung setzt Impulse für Qualität in der frühkindlichen Bildung und würdigt das Engagement der Menschen, die tagtäglich in Kitas zeigen, wie gute Qualität vor Ort gelingt.