Aktuelle Meldungen Familie

Monitor Familienforschung Lebenssituation von Allein- und Getrennterziehenden besser verstehen

Eine Mutter sitzt mit ihren drei Kindern auf einer Coach
Der neue Monitor Familienforschung beleuchtet die Situation von Allein- und Getrennterziehenden© BMFSFJ

Am 22. Juli ist der neue Monitor Familienforschung "Allein- oder getrennterziehen - Lebenssituation, Übergänge, Herausforderungen" des Bundesfamilienministeriums erschienen. Schwerpunkt sind die Ergebnisse neuer Studien unter anderem von Dr. Sabine Hübgen vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und Dr. Christina Boll vom Deutschen Jugendinstitut (DJI), sowie einer umfänglichen Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Was ändert sich bei einer Trennung für die Eltern, insbesondere im Hinblick auf Erwerbstätigkeit, die Aufgabenverteilung und die finanzielle Situation? Durch den genauen Blick auf den Übergang in das Alleine- und Getrennterziehen beantworten die neuen Erkenntnisse viele bisher offene Fragen: 

Unterscheiden sich Alleinerziehende bereits vor Trennung oder Geburt des Kindes von anderen Eltern?

Ja, bereits vor dem Übergang ins Alleinerziehen gibt es deutliche Unterschiede in der soziodemografischen und sozioökonomischen Zusammensetzung zwischen späteren Alleinerziehenden und späteren Paarfamilien. Künftige Alleinerziehende verfügen seltener über einen hohen Bildungsabschluss und sind häufiger nicht erwerbstätig als Eltern in Paarfamilien. Besonders bei den Müttern ist das monatliche bedarfsgewichtete Haushaltsnettoeinkommen von zukünftig alleinerziehenden erwerbstätigen Müttern im Durchschnitt rund 240 Euro niedriger als das von Müttern, die nicht getrennt leben. Für geringqualifizierte, arbeitslose und einkommensarme Personen ist es deutlich wahrscheinlicher, alleinerziehend zu werden. 

Welche Rolle spielt die partnerschaftliche Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit für die Zeit nach der Trennung?

Neue Studien des DJI zeigen, dass Voraussetzung für ökonomische Selbstständigkeit der Mütter nach der Trennung in der Regel die ökonomische Selbstständigkeit vor der Trennung ist. Erfolgt die partnerschaftliche Aufteilung der Kinderbetreuung dagegen erst nach einer Trennung, wirkt sich das nicht unmittelbar positiv auf die ökonomische Selbstständigkeit der Mütter aus.

Führt Alleinerziehen automatisch zum Bezug von  Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II)?

Mittelfristig nicht. Zwar steigt der Anteil der SGB II-Beziehenden kurz nach dem Übergang ins Alleineerziehen an, im Laufe des dritten Jahres nach dem Übergang pendelt sich der SGB II-Bezug jedoch unter das Ausgangsniveau ein. Unterstützt wird diese Entwicklung durch eine erhöhte Inanspruchnahme von Wohngeld und Kinderzuschlag. Ob die Alleinerziehenden von SGB II-Leistungen abhängig sind, wird maßgeblich durch die Lebensumstände vor dem Alleinerziehen geprägt.

Arbeiten Alleinerziehende weniger als Mütter in Paarfamilien?

Nein, Alleinerziehende arbeiten häufiger und mit höherer Stundenzahl als Mütter in Paarfamilien. Beim Übergang ins Alleinerziehen behält über die Hälfte der Alleinerziehenden einen Erwerbsstatus bei. Fast 14 Prozent können ihren Erwerbsstatus sogar verbessern und wechseln direkt im ersten Jahr von der Nichterwerbstätigkeit in eine Teilzeiterwerbstätigkeit oder von einer Teil- zu einer Vollzeiterwerbstätigkeit. Die Erwerbsbeteiligung ist jedoch stark abhängig von der Arbeitsmarktorientierung vor dem Übergang ins Alleinerziehen.

Ist Allleinerziehen von Dauer?

Nein, für viele Alleinerziehende ist diese Familienform nicht von Dauer. Nach drei Jahren sind fast drei von zehn Eltern nicht mehr alleinerziehend. Betrachtet man nur die jüngeren Alleinerziehenden, so lebt sogar die Hälfte fünf Jahre nach Beginn des Alleinerziehens wieder mit einem neuen Partner zusammen.

Wie ist das Verhältnis zum anderen Elternteil?

Fast drei Viertel bleiben in Kontakt und der Umgang mit dem Kind kann in fast 60 Prozent der Fälle einvernehmlich geregelt werden. Knapp ein Drittel der Alleinerziehenden wird bei der Betreuung spürbar vom anderen Elternteil unterstützt. Knapp neun von zehn der Alleinerziehenden geben an, Anspruch auf Unterhalt für sich oder ihre Kinder zu haben - allerdings erhält die Hälfte die Zahlungen nicht oder nur teilweise, was häufig daran liegt, dass der andere Elternteil über kein ausreichendes Einkommen verfügt. Mehr als ein Drittel beziehen daher Unterhaltsvorschuss - und haben überdurchschnittlich häufig ein schlechtes Verhältnis zum anderen Elternteil.

Sind Alleinerziehende mit ihrem Leben zufrieden?

Die meisten Alleinerziehenden sind mit ihrem Leben zufrieden, wenn auch etwas weniger häufig als Eltern in Paarfamilien. Den größten Einfluss auf die Zufriedenheit hat das Haushaltseinkommen, aber auch das Alter und die Frage, ob ein neuer Partner existiert, spielen eine Rolle. Insbesondere finanzielle Sorgen sind weit verbreitet. Auf der anderen Seite geben aber mehr als zwei Drittel an, ein sehr enges Verhältnis zu ihren Kindern zu haben und sechs von zehn sind stolz darauf, dass sie es schaffen, alleine für sich und ihre Kinder zu sorgen. Knapp zwei Drittel der Trennungsväter, die ohne ihr Kind leben, belastet die Trennung vom Kind allerdings stark oder sehr stark.

Fazit des Monitors Familienforschung

Für die Familienpolitik gilt es, die Erkenntnisse zur Vielfalt und Veränderlichkeit der Lebenssituation getrenntlebender Eltern künftig noch stärker zu berücksichtigen. Die Daten zur Erwerbsbeteiligung, dem Haushaltseinkommen oder dem Transferbezug zeigen, dass vor allem für Mütter die wirtschaftliche Situation vor dem Alleinerziehen die wirtschaftliche Situation nach einer Trennung entscheidend bestimmt. Zentral bleibt daher, durch Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen und eine partnerschaftliche Rollenaufteilung zu fördern. Beides wirkt sich auch im Falle einer Trennung positiv aus - sowohl für die ökonomische Selbstständigkeit der Mütter und den Wunsch der Väter, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen, als auch für die Kinder, die eine stabile Beziehung zu beiden Eltern aufbauen können.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf Pandemie befördert Bewusstseinswandel in Unternehmen

Ein Kind sitzt am Tisch und Spielt, im Hintergrund ist der Vater zu sehen
Die Corona-Pandemie hat in vielen Unternehmen dazu geführt, ein neues Bewusstsein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu entwickeln© iStock/AnVr

Die Corona-Pandemie hat in vielen Unternehmen dazu geführt, ein neues Bewusstsein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu entwickeln. So sind 88 Prozent der Unternehmen mit ihrer Entscheidung zufrieden, in der Krise Maßnahmen eingeführt oder ausgeweitet zu haben, um die Vereinbarkeit zu fördern. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie "Aus der Corona-Krise lernen: Erfahrungen und neue Impulse für die betriebliche Vereinbarkeitspolitik" der Prognos AG im Rahmen des Unternehmensprogramms "Erfolgsfaktor Familie". Die Ergebnisse wurden nun vorgestellt.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht betonte:

"Arbeitgeber und Beschäftigte haben in der Corona-Krise mehrheitlich gemeinsam pragmatische Lösungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefunden. Wir dürfen jetzt aber nicht wieder in alte Muster zurückfallen, sondern müssen diese Erfahrungen für eine familiengerechte Arbeitswelt nutzen. Wir haben jetzt die Chance, eine neue Qualität der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen. Es geht es um eine neue, flexible Arbeitsorganisation, die im beidseitigen Interesse von Arbeitgebern und Beschäftigten ist. Auch die Wirtschaft profitiert von guten Arbeitsbedingungen für Eltern, das haben die meisten Unternehmen inzwischen erkannt."

Bewusstseinswandel hin zur familienfreundlichen Personalpolitik

Dieser Bewusstseinswandel bezieht sich sowohl auf die reinen Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf als auch darauf, eine familienbewusste Personalpolitik insgesamt zu etablieren. So haben Unternehmen ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer insbesondere durch mehr Flexibilität in Bezug auf die Arbeitszeit und den Arbeitsort unterstützt. Nachhaltigkeit hat dabei Priorität: Rund zwei Drittel der Unternehmen (65 Prozent) möchten ihr Angebot und die Instrumente, um Vereinbarkeit zu fördern, auch nach der Krise beibehalten. Das gilt für Frauen wie für Männer: 78 Prozent der Unternehmen sprechen sich für eine aktive Vaterschaft und gegen eine Retraditionalisierung der Elternrollen aus.

Eltern und Unternehmen zweifach befragt

Die Studie wurde unter der Leitung von Dr. David Juncke von der Prognos AG im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellt - im Rahmen des Unternehmensprogramms "Erfolgsfaktor Familie". Eine Besonderheit der Untersuchung ist die zweifache Befragung von Unternehmen und Eltern. Im Abstand von etwa einem Jahr wurden sie 2020 und 2021 befragt. Entsprechend bieten die Ergebnisse vielschichtige und umfangreiche Einblicke, wie sich Prozesse im Laufe der Pandemie verändert haben.

Dr. David Juncke wird die zentralen Ergebnisse der Studie bei einem Online-Seminar am 25. August von 14:00 bis 15:00 Uhr vorstellen und Fragen beantworten. Weitere Infos zur Studie und zur Teilnahme am Online-Seminar finden Sie hier.

Unternehmensprogramm "Erfolgsfaktor Familie"

Mit dem Unternehmensprogramm "Erfolgsfaktor Familie" setzt sich das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft und Gewerkschaften für eine familienfreundliche Arbeitswelt ein. Als Teil des Unternehmensprogramms wurde 2006 das Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" ins Leben gerufen. Mit rund 7900 Mitgliedern ist das Netzwerk bundesweit die größte Plattform für alle Arbeitgeber, die sich für das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie interessieren oder bereits engagieren.

Aufholen nach Corona Auszeit für Familien in der Corona-Pandemie ermöglichen

Kinder sitzen im Sommer auf einem Steg in Dambeck in Mecklenburg-Vorpommern
Kinder im Familienferienpark Dambeck© Familienferienpark Dambeck, Kratzeburg/OT Dambeck - Mecklenburg-Vorpommern

Die Corona-Pandemie war für die meisten Familien eine entbehrungsreiche Zeit. Damit sie wieder Kraft tanken können, hat das Bundesfamilienministerium das Programm "Corona-Auszeit für Familien" aufgelegt. Es soll Familien mit kleineren Einkommen und Familien mit Angehörigen mit einer Behinderung ermöglichen, sehr kostengünstig Urlaub in Familienerholungseinrichtungen zu machen.

Ab dem 20. Juli können gemeinnützige Einrichtungen einen Antrag beim Verband der Kolpinghäuser e.V. einreichen, wenn sie sich am Bundesprogramm beteiligen möchten. Antragsberechtigt sind gemeinnützige Familienferienstätten und andere für die Familienerholung geeignete gemeinnützige Einrichtungen.

Familien tragen nur etwa zehn Prozent der Kosten selbst

Für bis zu einer Woche Urlaub sollen die Familien in den Jahren 2021 und 2022 nur etwa zehn Prozent der üblichen Kosten für Unterkunft und Verpflegung zahlen. Die Familien selbst können voraussichtlich ab Mitte September einen durch das Programm bezuschussten vergünstigten Urlaub buchen. Sobald die teilnehmenden Einrichtungen feststehen, werden auf der Website des Bundesfamilienministeriums genauere Informationen zur Buchung bereitgestellt.

Antragsverfahren

Antragsberechtigt sind gemeinnützige Träger von Familienferienstätten und gemeinnützige Träger von weiteren für die Familienerholung geeigneten Einrichtungen unabhängig von ihrer Rechtsform, die seit mindestens 1. Dezember 2019 mit gemeinnützigen Übernachtungsangeboten dauerhaft am Markt tätig sind. Träger und Einrichtungen müssen ihren Sitz in Deutschland haben.

Informationsveranstaltungen für Einrichtungen

Für interessierte Träger und Einrichtungen werden Informationsveranstaltungen angeboten. Diese finden online an folgenden Terminen statt (bitte einen Termin sowie einen Ausweichtermin angeben): 

  • Donnerstag, 22. Juli 2021, von 10:30 bis 12:30 Uhr
  • Freitag, 23. Juli 2021, von 11:00 bis 13:00 Uhr
  • Montag, 26. Juli 2021, von 11:00 bis 13:00 Uhr

Aufgrund der begrenzten Teilnehmendenzahl wird um eine zeitnahe Anmeldung an folgende E-Mailadresse gebeten: corona-auszeit@kolpinghaeuser.de

Kontakt:

Verband der Kolpinghäuser e.V.
c/o Corona-Auszeit 
Geschäftsführerin Christina Borchert
St.-Apern-Str. 32, 50667 Köln
Telefon.: 0221 29241318
E-Mail: corona-auszeit@kolpinghaeuser.de

Programm "Corona-Auszeit für Familien"

Die Maßnahme "Corona-Auszeit für Familien" ist Teil des Aktionsprogramms "Aufholen nach Corona"  der Bundesregierung. Es stehen in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt 50 Millionen Euro für die Maßnahme zur Verfügung.

Aufholen nach Corona Wichtige Antragsverfahren gestartet

Eine Gruppe Kinder beim spielen in der Natur
Ziel des Aktionsprogramms "Aufholen nach Corona" ist es, junge Menschen auf dem Weg zurück in ein unbeschwertes Aufwachsen zu begleiten.© iStock/Vesnaandjic

Die Umsetzung des Aktionsprogramms "Aufholen nach Corona" macht weitere Fortschritte. Im Juli starten viele der im Aktionspragramm vorgesehenen Maßnahmen in die konkrete Umsetzung. Ziel des Programms ist es, junge Menschen auf dem Weg zurück in ein unbeschwertes Aufwachsen zu begleiten. Dafür investiert das Bundesfamilienministerium eine Milliarde Euro.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht:

"Mit unserem Aufholprogramm schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass Kinder und Jugendliche sich so schnell wie möglich von den Belastungen der Coronazeit erholen und unbeschwerte Ferientage genießen können. Als Bundesfamilienministerium fördern wir mit einer Milliarde Euro zusätzlich vielfältige und leicht zugängliche Freizeitangebote für mehr Bewegung und Begegnung. Wir machen bei der Umsetzung Tempo und starten jetzt mit den wichtigsten Antragsverfahren, damit die Kinder und Jugendlichen und ihre Familien so schnell wie möglich die zusätzlichen Angebote nutzen können."

Ab dem 15. Juli können für die zusätzlichen Mittel der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt Anträge online gestellt werden. Im Programm "ZukunftsMUT" stehen 30 Millionen Euro für die Jahre 2021 und 2022 zur Verfügung.

Auch für die Mehrgenerationenhäuser gibt es aus dem Aktionsprogramm 10 Millionen Euro zusätzlich. In einer digitalen Veranstaltung wurde am 15. Juli das neue Projekt "MGH - gemeinsam & engagiert mit Kindern und Jugendlichen" gestartet. Damit läuft das Antragsverfahren für 2021.

Seit Anfang Juli können zusätzliche Angebote der Frühen Hilfen für werdende Eltern und Familien mit Kleinkindern vor Ort umgesetzt werden. Der Bund stellt der Bundesstiftung Frühe Hilfen dafür zusätzlich 50 Millionen Euro zur Verfügung.

Noch im Juli startet die Antragsfrist für Familienferienstätten und andere gemeinnützige Einrichtungen, die beim Programm für erleichterte Familienfreizeiten mit einem Volumen von 50 Millionen Euro mitmachen wollen. Ab September können Familien dann direkt mit diesen Häusern Kontakt aufnehmen und ihren Aufenthalt im Jahr 2021 oder 2022 buchen.

Mit einer zusätzlichen Förderung von 50 Millionen Euro können seit Anfang Juli Angebote über den Kinder- und Jugendplan des Bundes noch stärker unterstützt werden, beispielsweise über die Deutsche Sportjugend oder die Pfadfinderverbände.

Ausführliche Informationen im Überblick:

Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt

In zahlreichen Vereinen, Initiativen und anderen ehrenamtlichen Strukturen engagieren sich freiwillig Menschen, um Kinder, Jugendliche und Familien zu unterstützen. Dieses vielfältige Engagement ist gerade jetzt bei der Bewältigung der Pandemiefolgen besonders wichtig.

Schließlich haben besonders Kinder, Jugendliche und Familien während der Corona-Pandemie ein großartiges, solidarisches Durchhaltevermögen an den Tag gelegt. Sie haben auf Freizeitaktivitäten in ihren Vereinen verzichtet und den gemeinsamen Kontakt in den digitalen Raum verlagert.

Durch gezielte finanzielle Unterstützung möchte die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt als bundesweit tätige Anlaufstelle zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und Ehrenamts in diesem Bereich Kinder, Jugendliche und Familien stärken.

Der Stiftung stehen dafür zusätzlich 30 Millionen Euro für die Jahre 2021 und 2022 aus dem Aktionsprogramm "Aufholen nach Corona" zur Verfügung. Die Mittel sollen bis Ende 2022 an gemeinnützige, vorrangig ehrenamtlich getragene, Organisationen ausgereicht werden.

Ab dem 15. Juli 2021 können die Anträge online bei der Stiftung eingereicht werden.

Bundesprogramm "Mehrgenerationenhaus. Miteinander - Füreinander"

Das Bundesprogramm "Mehrgenerationenhaus. Miteinander - Füreinander" wurde um 10 Millionen Euro aufgestockt, um gezielt Angebote für Kinder, Jugendliche und ihre Familien zu fördern, die dazu beitragen, durch die Pandemie entstandene Entwicklungsrückstände aufzuholen und soziale Kompetenzen zu stärken. Im Jahr 2021 können die Mehrgenerationenhäuser zum Auf- und Ausbau entsprechender Angebote auf Antrag jeweils bis zu 15.000 Euro und im Jahr 2022 jeweils bis zu 20.000 Euro für Sach- und Personalkosten erhalten. Ab heute läuft das Antragsverfahren für 2021, an dem alle der rund 530 Mehrgenerationenhäuser bundesweit noch bis zum 15. September 2021 teilnehmen können.

Zur Umsetzung dieser außerschulischen Maßnahmen - durch Hauptamtliche und mithilfe freiwillig Engagierter der Mehrgenerationenhäuser sowie gemeinsam mit Kooperationspartnern vor Ort - erhalten die Mehrgenerationenhäuser neben zusätzlichen Fördermitteln auch eine fachliche Unterstützung und Beratung bei der Konzeptentwicklung und bei der Umsetzung ihrer Angebote.

Frühe Hilfen intensivieren

Über das Aktionsprogramm "Aufholen nach Corona" werden die Angebote der Frühen Hilfen ausgebaut. Die Frühen Hilfen bieten werdenden und jungen Eltern, die sich im Alltag mit ihrem Baby oder Kleinkind unsicher und überfordert fühlen, schnell und unkompliziert Unterstützung. Zu den Angeboten der Frühen Hilfen gehören Familienpaten und -patinnen zur Entlastung der Familien, Lotsen und Lotsinnen, die mit den Familien einen passenden Eltern-Kind-Kurs suchen, digitale Beratungsangebote, mobile Frühe Hilfen vor Ort, Elterncafés und auch Familienhebammen, die Familien ein ganzes Jahr lang im Alltag begleiten und unterstützen.

Die Angebote der Frühen Hilfen sind für die Familien kostenfrei und ohne Antrag erhältlich. Über die Website elternsein.info finden Schwangere und junge Eltern Anlaufstellen und Informationen über die Frühen Hilfen in ihrer Nähe.

Antragsberechtigt für die zusätzlichen Mittel aus der Bundesstiftung Frühe Hilfen sind seit dem 1. Juli 2021 die Bundesländer. Die ersten zusätzlichen Angebote werden ab Juli 2021 umgesetzt.

Programm "Corona-Auszeit für Familien - Familienferienzeiten erleichtern"

Das Programm "Corona Auszeit für Familien - Familienferienzeiten" ermöglicht belasteten Familien einen Urlaubsaufenthalt zu stark vergünstigten Konditionen zu buchen. Familienferienstätten und andere gemeinnützige Einrichtungen, die am Programm teilnehmen liegen oft in ruhiger, grüner Umgebung. Gerade Familien schätzen das sehr: die Eltern können abschalten, die Kinder finden sichere Spielmöglichkeiten in der unmittelbaren Umgebung. Doch das Programm bietet noch mehr: Familienerholung bedeutet Ferien "plus", es gibt eine pädagogische Begleitung, die vielfältige Angebote für Kinder und Eltern macht. Die Familien sollen durch gemeinsame Erlebnisse und den Austausch mit anderen Familien gestärkt in den Alltag zurückkehren.

Ab September wird es eine Liste der Unterkünfte geben, die an dem Programm teilnehmen. Familien können dann direkt mit diesen Häusern Kontakt aufnehmen und ihren Aufenthalt im Jahr 2021 oder 2022 buchen. Noch im Juli startet zunächst die Antragsfrist für die Einrichtungen, die bei dem Programm mitmachen wollen.

Kinder- und Jugendplan des Bundes ausbauen

Ferienfreizeit-, Begegnungs- und Bewegungsangebote bieten nach der langen Zeit der Pandemie einen Weg zurück in ein unbeschwertes Aufwachsen. Durch gezielte Angebote begegnen sich Kinder und Jugendliche wieder, verbringen ihre Freizeit miteinander oder nehmen an internationalen Jugendbegegnungen und sportlichen Aktivitäten teil.

Angebote der Alltags- und Jugendkultur, offene Angebote der kulturellen Jugendarbeit wie Erkundung von Stadtteilen und ländlichen Räumen, miteinander Theater spielen, musizieren ergänzen die Begegnungsmöglichkeiten.

Mit der Schulsozialarbeit unterstützen wir Sommercamps zur demokratischen Bildung und fördern vielfältige Freizeitaktivitäten für junge Menschen, die lange nicht mehr zusammenkommen konnten.

Stillförderung in Deutschland Bundeskabinett beschließt Nationale Stillstrategie

Die Nationale Stillstrategie soll Frauen nach ihrem individuellen Bedarf beim Stillen unterstützen© iStock

Am 7. Juli hat das Bundeskabinett die Nationale Stillstrategie beschlossen. Diese war auf Initiative des Bundesernährungsministeriums gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium sowie dem Bundesgesundheitsministerium erarbeitet worden. Ziel ist es, die Stillförderung in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Dazu werden bestehende und bewährte Angebote mit neuen Maßnahmen verzahnt sowie die relevanten Akteurinnen und Akteure vernetzt. Insbesondere jene Frauen, die bislang seltener oder kürzer stillen, werden dabei in den Blick genommen.

Ziel der Nationalen Strategie zur Stillförderung ist es 

  • die Rahmenbedingungen für das Stillen zu verbessern,
  • die Akzeptanz der Öffentlichkeit für das Stillen zu erhöhen,
  • die Stillmotivation in Deutschland zu steigern und
  • Frauen nach ihrem individuellen Bedarf beim Stillen zu unterstützen

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht betonte, dass es wichtig ist, stillenden Frauen eine bessere Infrastruktur zu bieten - besonders in der Öffentlichkeit und im Arbeitsleben:

"Als Bundesfamilienministerin ist es mir ein besonderes Anliegen, Stillen zu unterstützen und zu fördern, auch im öffentlichen Leben. Wichtig ist, dabei keinen Druck auf Mütter auszuüben. Jede Mutter soll ihr Kind so versorgen können, wie es für sie und ihr Baby am besten ist. Natürlich muss das auch für erwerbstätige Mütter gelten. Genau hier setzt das Mutterschutzgesetz an, womit wir Müttern nicht nur das Stillen im Berufsalltag ermöglichen, sondern ihnen auch einen Anspruch auf eine stillfreundliche Umgebung geben. Die Nationale Stillstrategie soll unter anderem Arbeitgeber und Einrichtungen dabei unterstützen, entsprechende Veränderungen zu schaffen. Es geht darum, dass Stillrechte nicht nur theoretisch bestehen, sondern auch von jeder Mutter gelebt werden können."

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner:

"Mein Ziel ist es, eine ausgewogene Ernährung in allen Lebensphasen zu unterstützen. Dabei kommt dem Stillen eine besondere Bedeutung zu. Die ersten 1000 Tage im Leben sind daher ein Schwerpunkt meiner Ernährungspolitik. Denn gesunde Ernährung von Anfang an ist entscheidend, um Übergewicht und späteren Folgeerkrankungen vorzubeugen. Das Stillen leistet hier einen wichtigen Beitrag. Es fördert kurz- und auch langfristig die Gesundheit des Kindes und auch der Mutter. Mit der Nationalen Strategie verbessern wir die Rahmenbedingungen für das Stillen, unterstützen die Mütter und erleichtern den gesunden Start ins Leben."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn:

"Für Mütter muss es selbstverständlich sein können, ihre Kinder zu stillen. Dafür wollen wir Verständnis und Räume schaffen. Stillen fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mutter und Kind. Mit der Nationalen Stillstrategie wollen wir gemeinsam dafür sorgen, dass Mütter die nötige Unterstützung dafür erhalten."

Stillen fördert die Gesundheit von Müttern und Kindern 

Es ist wissenschaftlich gut belegt, dass Muttermilch die optimale Ernährung für Säuglinge ist und Stillen die Gesundheit von Mutter und Kind fördert. Langfristig gesehen sind gestillte Kinder im späteren Kindes- oder Erwachsenenalter deutlich seltener übergewichtig als nicht gestillte Säuglinge. Auch leiden sie seltener an Diabetes Typ 2. Bei den Müttern sinkt das Risiko für Krebserkrankungen der Brust, der Eierstöcke und der Gebärmutterschleimhaut sowie das Erkrankungsrisiko für Diabetes Typ 2. Die Stillförderung leistet einen wichtigen Beitrag zum gesunden Aufwachsen. 

Die Nationale Strategie zur Stillförderung 

Die Nationale Strategie zur Stillförderung beruht auf Empfehlungen, die Vertreterinnen und Vertreter von Berufs- und Fachverbänden, öffentlichen Institutionen, der Länder, kommunaler Spitzenverbände, Krankenkassen, medizinischer Fakultäten und Kliniken sowie der Nationalen Stillkommission in einem partizipativen Prozess erarbeitet haben. Sie nimmt sieben Strategiefelder sowie die Kommunikation zum Stillen in den Blick. Bei der Umsetzung setzt die Bundesregierung auch auf die enge Kooperation mit den Akteurinnen und Akteuren, die sich im Rahmen des partizipativen Prozesses engagiert haben.

Zeitverwendungserhebungsgesetz Auskunft über das alltägliche Leben gewinnen

Logo des Zeitverwendungserhebungsgesetzes mit einem einem schwarzen, roten und gelben Rechteck und dem Schriftzug ZVE 2022
Logo zur Zeitverwendungserhebung im Jahr 2022© Statistisches Bundesamt (Destatis)

Mit dem neuen Zeitverwendungserhebungsgesetz (ZVEG) hat das Bundesfamilienministerium einen wichtigen Grundstein für die Datenerhebung zu familienpolitischen Fragestellungen gelegt. Ab Januar 2022 werden 10.000 Haushalte wichtige Erkenntnisse zu der Frage liefern: "Wo bleibt die Zeit?". Die Ergebnisse werden dann später vom Statistischen Bundesamt als amtliche Daten zur Beschreibung und Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen bereitgestellt.

Für die freiwillige Teilnahme werden noch Haushalte gesucht - als Dankeschön erhalten alle teilnehmenden Haushalte mindestens 35 Euro. Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes.

Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, betonte:

"Wir müssen Familien und ihren Alltag kennen und verstehen, um mit politischen Maßnahmen ihren Erwartungen gerecht zu werden. Dafür brauchen wir zuverlässige amtliche Daten über den familiären Alltag: Mit Ihrer Teilnahme tragen Sie dazu bei, dass sich Ihre alltägliche Situation in den Daten widerspiegelt."

Wichtige Erkenntnisse zur Arbeitsbelastung in Familien

Die Erhebung ermöglicht nicht nur wissenschaftliche Analysen zu Aktivitäten, sondern gibt vor allem Aufschluss zur Arbeitsbelastung in Familien sowie zu unbezahlter Arbeit. Damit stellen die Daten eine wichtige Grundlage für politische Gestaltung bereit: Wie verteilt sich die Arbeit innerhalb der Familie? Wie viel Zeit nehmen Kinderbetreuung und Pflege in Anspruch? Wie viel Zeit wird mit freiwilligem Engagement verbracht?

Seit den 1990er Jahren hat die Bundesregierung in einem zehnjährigen Rhythmus Daten zur Zeitverwendung der in Deutschland lebenden Menschen durch das Statistische Bundesamt erheben lassen, zuletzt 2012/13. Nun war es an der Zeit, dafür eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, um auch in Zukunft diese wichtigen Daten erheben zu können. Erstmalig wurde dabei auch der Weg für die Nutzung einer App freigemacht, sodass Teilnehmende zwischen Papierfragebögen und digitaler Version wählen können. Neben allgemeinen Fragen zum Haushalt stehen im Zentrum der Erhebung ein individueller Fragebogen und das Tagebuch, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an drei Tagen ihre Tätigkeiten dokumentieren.

Finanzhilfen zum Ausbau der Kindertagesbetreuung Neue Fristen für Kita-Ausbau unter Pandemie-Bedingungen in Kraft getreten

Eine Mutter zieht ihrem Sohn in der Kita Haussschuhe an
Die Bundesregierung stellt den Ländern zusätzliche Mittel für den Ausbau der Kindertagesbetreuung bereit. Die Fristen für die Bewilligung wurden nun nahtlos um ein Jahr verlängert.© BMFSFJ

Am 25. Juni hat der Bundesrat beschlossen, die Fristen für die Finanzhilfen des Bundes zum Ausbau der Kindertagesbetreuung um ein Jahr zu verlängern. Die Regelung ist nun am 30. Juni in Kraft getreten.

2020 wurde das fünfte Investitionsprogramm "Kinderbetreuungsfinanzierung 2020-2021" im Rahmen des Konjunktur- und Krisenbewältigungspakets der Bundesregierung beschlossen. Um zusätzlich 90.000 neue Betreuungsplätze in Kitas und der Kindertagespflege zu schaffen, hat der Bund zusätzlich eine Milliarde Euro bereitgestellt. Die Mittel können auch für Umbaumaßnahmen und für Investitionen in neue Hygiene- und Raumkonzepte verwendet werden, die aufgrund der Corona-Pandemie notwendig sind: Bestehende Räumlichkeiten müssen erweitert, Sanitärräume saniert und auch die digitale Ausstattung in Kitas muss ausgebaut werden.

Fristen bis Ende Juni 2022 verlängert

Aufgrund der andauernden Herausforderungen im Rahmen der Corona-Pandemie haben die Bundesländer die Verlängerung der Fristen in diesem Programm erbeten. Die hierzu erforderliche Gesetzesänderung wurde Mitte Mai im Kabinett nach konkreten Vorschlägen des Bundesfamilienministeriums beschlossen. Nach Zustimmung des Bundesrates konnte die Fristverlängerung nahtlos in Kraft treten. Dadurch können Investitionen gefördert werden, um zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen und auszustatten, die bis zum 30. Juni 2022 bewilligt werden.

Durch die Verlängerung der Fristen wird den Ländern ermöglicht, auf die örtlichen Herausforderungen flexibel zu reagieren und die zur Verfügung stehenden Investitionsmittel vollständig dafür einzusetzen, 90.000 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze einzurichten.

Kindertagesbetreuung ausbauen, Qualität verbessern

In den vergangenen Jahren haben Bund, Länder und Kommunen den Ausbau der Kindertagesbetreuung enorm vorangetrieben. Für Investitionskostenzuschüsse hat der Bund im Jahr 2007 das Sondervermögen "Kinderbetreuungsfinanzierung" aufgelegt. Mit den Investitionsprogrammen "Kindertagesbetreuung" unterstützt der Bund seit 2008 den Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder bundesweit.

Aktuell werden im Rahmen des vierten Investitionsprogramms "Kinderbetreuungsfinanzierung 2017- 2020" zudem zum Ausbau der Kindertagesbetreuung für Kinder bis zum Schuleintritt bereits bewilligte Projekte umgesetzt. Die Frist für Mittelbewilligungen in diesem Programm lief zum 31. Dezember 2020 aus.

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder Bundesrat ruft Vermittlungsausschuss an

Christine Lambrecht: "Kinderbetreuung in der Grundschule muss verlässlich sein"© BMFSFJ

Nachdem Mitte Juni der Bundestag grünes Licht für den Entwurf des Gesetzes zur Einführung eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder gegeben hatte, hat der Bundesrat am 25. Juni den Vermittlungsausschuss angerufen.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht:

 "Ich bin sehr enttäuscht, dass die Länder heute die Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern verhindert haben. Kinder und Familien in unserem Land haben dieses Signal nicht verdient. Wir haben seit Beginn der Corona-Pandemie jeden Tag vor Augen geführt bekommen, dass es auf gute und verlässliche Kindertagesbetreuung ankommt. Der Bund ist den Ländern an vielen Stellen sehr weit entgegenkommen. Es lag ein umfangreiches Gesamtpaket auf dem Tisch, bei dem der Bund die Investitionsmittel von zwei Milliarden Euro auf bis zu dreieinhalb Milliarden Euro aufgestockt und eine Beteiligung an den Betriebskosten in Höhe von fast einer Milliarden Euro zugesagt hat. Die Länder haben die berechtigten Erwartungen vieler Eltern enttäuscht. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung hätte mehr Bildungsgerechtigkeit für Kinder und bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie bedeutet. Bund und Länder haben jetzt die gemeinsame Aufgabe schnell eine Lösung zu finden, damit das Gesetz doch noch in dieser Legislaturperiode in Kraft treten kann."

Mit dem Gesetz soll eine Betreuungslücke geschlossen werden, die nach der Kita-Zeit für viele Familien wieder aufklafft, wenn die Kinder eingeschult werden. Die Bundesregierung hatte das Vorhaben für mehr Vereinbarkeit und mehr Chancengerechtigkeit in der Bildung Anfang Mai auf den Weg gebracht. Ab August 2026 sollen zunächst alle Grundschulkinder der ersten Klassenstufe einen Anspruch erhalten, ganztägig gefördert zu werden. Der Anspruch wird in den Folgejahren um je eine Klassenstufe ausgeweitet. Damit hat ab August 2029 jedes Grundschulkind der Klassenstufen eins bis vier einen Anspruch auf ganztägige Betreuung.

Der Ganztag der Zukunft

Der Rechtsanspruch soll im Achten Sozialgesetzbuch (SGB VIII) geregelt werden und sieht einen Betreuungsumfang von acht Stunden an allen fünf Werktagen vor. Die Unterrichtszeit wird angerechnet. Der Rechtsanspruch soll - bis auf maximal vier Wochen - auch in den Ferien gelten. Hier können die Länder eine entsprechende Schließzeit regeln. Bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs wird der Freiwilligkeit der Inanspruchnahme ebenso Rechnung getragen wie der Vielfalt der Angebote vor Ort. Erfüllt werden kann der Rechtsanspruch sowohl in Horten als auch in offenen und gebundenen Ganztagsschulen.

Infotafel mit Zahlen zur Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder und geplanten Investitionen
Bis zu 3,5 Milliarden Euro investiert der Bund für die Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder© BMFSFJ

Bis zu 3,5 Milliarden Euro für den Ausbau

Damit dies Wirklichkeit werden kann, müssen bis 2026 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Den erforderlichen Ganztagsausbau unterstützt der Bund mit Finanzhilfen in Höhe von bis zu 3,5 Milliarden Euro für Investitionen in die Infrastruktur. Davon werden 750 Millionen Euro über das Investitionsprogramm zum beschleunigten Ausbau der Bildungsinfrastruktur für Grundschulkinder bereits seit Ende 2020 bereitgestellt. Auch an den laufenden Kosten wird sich der Bund beteiligen und damit die Länder dauerhaft unterstützen. Die Mittel wachsen ab 2026 jährlich an und erreichen 2030 dann 960 Millionen Euro pro Jahr.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern

Mit dem Gesetzentwurf möchte die Bundesregierung ein zentrales Vorhaben des Koalitionsvertrags der Regierungsparteien umsetzen und ein wichtiges Signal senden: In Zeiten großer finanzieller Anspannung investiert Deutschland in die Zukunft und in die junge Generation. Die aktuelle Krise hat gezeigt, wie wichtig eine gute und verlässliche Kinderbetreuung ist.

Der geplante Rechtsanspruch soll die Weichen für eine strukturelle Verbesserung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Chancengerechtigkeit stellen. Mit dem Infrastrukturausbau soll zudem ein konjunktureller Impuls ausgelöst werden, auch um den Herausforderungen der Corona-Krise zu begegnen.

Hochwertige Betreuungs- und Bildungsangebote am Nachmittag unterstützen Kinder und Jugendliche in ihrer sozialen, emotionalen und körperlichen Entwicklung. Schülerinnen und Schüler können über die Unterrichtszeit hinaus individuell gefördert werden. So lassen sich ihre Motivation und ihr Selbstwertgefühl steigern.

Weitere Vorteile der Ganztagsbetreuung

Vom Ausbau der Ganztagsbetreuung profitieren auch Arbeitgeber und der Staat, wie ein Gutachten des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) belegt, das im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellt wurde. Demnach steigen die Erwerbstätigkeit und das Erwerbsvolumen von Müttern je nach durchgerechnetem Szenario um zwei bis sechs Prozentpunkte. Familien haben dadurch ein höheres Einkommen und sind seltener auf staatliche Unterstützung angewiesen. Auch die Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen steigen deutlich.

Gleichwertige Lebensverhältnisse fördern

Der Ausbau der Ganztagsbetreuung im Grundschulalter ist auch ein Beitrag zur Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse. Der Bedarf an Ganztagsangeboten für Kinder im Grundschulalter wird trotz des bisherigen Ausbaus der Betreuungsinfrastruktur in den Ländern noch nicht gedeckt.

Während in manchen Bundesländern die Betreuungsquote bei über 80 Prozent liegt, liegt sie in vielen Regionen deutlich darunter.

Haushaltsentwurf 2022 Familien, Kinder und Jugendliche nach der Pandemie stärken

Eine junge Familie steht in der Küche beim Abwasch
12,43 Milliarden Euro sieht der Haushaltsentwurf 2022 des Bundesfamilienministeriums vor© iStock/LOVRO ROZINA

Das Bundeskabinett hat am 23. Juni den Entwurf des Haushalts für 2022 beschlossen. Danach sollen dem Bundesfamilienministerium Mittel in Höhe von 12,43 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Dies stellt im Vergleich zum Regierungsentwurf des Vorjahres einen Aufwuchs von rund 200 Millionen Euro dar.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht:

"Der Haushalt des Bundesfamilienministeriums liegt mit rund 12,43 Milliarden Euro im nächsten Jahr erneut auf einem sehr hohen Niveau. Auch 2022 werden die Familien in Deutschland stark unterstützt. Die Corona-Pandemie hat das Leben von Familien, Kindern und Jugendlichen stark eingeschränkt. Sie zu stärken und ihnen Sicherheit und Unterstützung zu geben, ist unsere zentrale Aufgabe. Ein wesentlicher Schwerpunkt des Haushalts wird dabei die weitere Umsetzung des Aktionsprogramms 'Aufholen nach Corona' für Kinder, Jugendliche und Familien sein. Damit ermöglichen wir umfangreiche Sport-und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, schaffen Erholungsangebote für Familien und fördern durch den Ausbau der Sprach-Kitas auch jüngere Kinder. Zudem ist der Haushalt ein starkes Signal für all diejenigen, die sich für unsere Demokratie und gegen jede Form von Extremismus engagieren. So wird das Bundesprogramm 'Demokratie leben!' mit 15 Millionen Euro zusätzlich ausgestattet und erreicht damit ein Rekordniveau von 165 Millionen Euro. Das Bundesprogramm 'Menschen stärken Menschen' wird mit 18 Millionen Euro fortgeführt und auch die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt im Rahmen des Aktionsprogramms 'Aufholen nach Corona' wird mit zusätzlichen Mitteln ausgestattet."

Aktionsprogramm "Aufholen nach Corona" umsetzen

Das Aktionsprogramm "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche" wird im Jahr 2022 mit insgesamt 272,2 Millionen Euro im Rahmen des Haushalts des Bundesfamilienministeriums umgesetzt. Die Mittel verteilen sich auf verschiedene Maßnahmen, um zielgerichtet Kinder, Jugendliche und Familien zu unterstützen:

Kinder- und Jugendarbeit stärken

Der Kinder- und Jugendplan wird im Jahr 2022 auf bisherigem Niveau verstetigt und aus Mitteln des Aktionsprogramms "Aufholen nach Corona" noch einmal um 40 Millionen Euro verstärkt. Mit dann 264 Millionen Euro stehen so viele Mittel zur Verfügung wie noch nie. Hiermit kann die Arbeit der zahlreichen bundeszentralen Organisationen und Einrichtungen abgesichert und mit den zusätzlichen Mitteln weitere Freizeit-, Ferien-, Begegnungs- und Sportangebote für Kinder und Jugendliche geschaffen werden.

"Aktion Zukunft" der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung

Weiterhin werden der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung zusätzliche Mittel in Höhe von 80,7 Millionen Euro im Jahr 2022 zur Verfügung gestellt. "Aktion Zukunft" zielt darauf ab, bundesweit Kinder und Jugendliche bei der Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie zu unterstützen. Die Angebote umfassen zum Beispiel Coaching und Begleitung durch Mentorinnen und Mentoren oder zusätzliche Angebote in Kitas sowie Gesundheit, Sport und Bewegung im Rahmen von Sportvereinen.

Frühkindliche Bildung fördern

Außerdem sieht der Haushalt im Rahmen des Aktionsprogramms "Aufholen nach Corona" für das Jahr 2022 zusätzliche Mittel in Höhe von 60 Millionen Euro vor, mit denen bundesweit rund 1000 zusätzliche Fachkräfte in das Bundesprogramm "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" aufgenommen werden. Das Bundesprogramm unterstützt gezielt Kinder mit besonderem Förderbedarf in sozialen Brennpunkten.

Stiftung "Frühe Hilfen" stärken

Die Bundesstiftung "Frühe Hilfen" fördert niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Familien mit Kindern unter drei Jahren wie beispielsweise Elternkurse zur Sprach- oder Ernährungsbildung. Mit der Pandemie erhöht sich der Bedarf an Unterstützungsangeboten, weshalb der Bundesstiftung "Frühe Hilfen" im Rahmen des Aktionsprogramms für das Jahr 2022 zusätzliche Mittel in Höhe von 35 Millionen Euro bereitgestellt werden, um mehr junge Familien erreichen und zusätzliche Unterstützungsangebote bereitstellen zu können. Insgesamt werden der Stiftung 2022 damit 86 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Corona-Auszeit für Familien

Bestandteil des Aktionsprogramms "Aufholen nach Corona" ist auch das Programm "Corona-Auszeit für Familien - Familienferienzeiten erleichtern". Hierfür sollen im Haushalt des Jahres 2022 zusätzliche 40 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Damit soll Familien mit kleineren Einkommen eine deutlich reduzierte Auszeit in einer Familienferienstätte ermöglicht werden.

Mehrgenerationenhäuser stärken

Mehrgenerationenhäuser sind wichtige Ort des Miteinanders und der gegenseitigen Unterstützung von Jung und Alt. Die bisherige Mittelausstattung der rund 530 Mehrgenerationenhäuser im Jahr 2022 soll auf hohem Niveau bleiben und mit einer Förderung von 40.000 Euro pro Haus verstetigt werden. Darüber hinaus werden mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von 6,5 Millionen Euro aus dem Aktionsprogramm "Aufholen nach Corona" auch neue Impulse in Form von Angeboten für Kinder und Jugendliche gesetzt. Insgesamt sollen damit für die Mehrgenerationenhäuser 29,45 Millionen Euro aus dem Haushalt des Bundesfamilienministeriums zur Verfügung stehen.

Weitere Schwerpunkte des Haushalts des Bundesfamilienministeriums

Zusätzliche Mittel für Engagement und Demokratieförderung

Der Etat des Bundesprogramms "Demokratie leben!" erhöht sich im Haushalt 2022 gegenüber 2021 um weitere 15 Millionen Euro auf 165,5 Millionen Euro und soll ab 2023 auf 200 Millionen Euro pro Jahr steigen. Mit Hilfe der zusätzlichen Mittel können weitere Projekte des zivilgesellschaftlichen Engagements gefördert werden, die sich für Demokratie und Vielfalt und gegen Extremismus stark machen. Auch das erfolgreiche Bundesprogramm "Menschen stärken Menschen" soll im Jahr 2022 mit weiteren 18 Millionen Euro finanziert werden.

Gute Kinderbetreuung weiterentwickeln

Der Bund stellt den Ländern für das Gute-KiTa-Gesetz bis 2022 insgesamt 5,5 Milliarden Euro für mehr Qualität in den Kitas und Entlastung der Eltern bei den Gebühren zur Verfügung, davon rund zwei Milliarden Euro allein im Jahr 2022. Hinweis: Diese Mittel werden über den Finanzausgleich an die Länder gegeben und sind deshalb nicht beim Bundesfamilienministerium etatisiert. Darüber hinaus bekennt sich die Bundesregierung in dem Regierungsentwurf für den Haushalt 2022 dazu, dass der Bund für die Weiterentwicklung der Qualität und zur Teilhabe in der Kindertagesbetreuung auch über das Jahr 2022 hinaus seine Verantwortung wahrnehmen wird.

Das Elterngeld steigt weiter

Auch die Ausgaben beim Elterngeld, als mit Abstand wichtigster gesetzlicher Familienleistung, steigen weiter an. Dies ist durch eine zunehmende Erwerbstätigkeit von Müttern und eine immer stärkere Inanspruchnahme von Seiten der Väter bedingt. Der Ansatz erhöht sich deshalb gegenüber dem Haushalt 2021 um circa 140 Millionen Euro auf nunmehr insgesamt 7,63 Milliarden Euro.

Verlässliche Familien-, Senioren- und Gleichstellungspolitik

Für die fachpolitische Arbeit der Familien-, Senioren- und Gleichstellungspolitikstehen im Jahr 2022 Mittel in gleicher Höhe wieim Jahr 2021 zur Verfügung. Damit haben die vielen bundeszentralen Träger in diesem Bereich, die Tag für Tag wichtige Arbeit für die Menschen in Deutschland leisten und gerade, aber nicht nur in Zeiten der Pandemie von unschätzbarem Wert sind, auch für das kommende Jahr Planungssicherheit.

Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz stärken

Mit Inkrafttreten des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Jugendschutzgesetzes am 1. Mai 2021 wurde die vormalige Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zur "Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz"(BzKJ) mit einem deutlich erweiterten Aufgabenbereich weiterentwickelt. Neben einer Prüfstelle für jugendgefährdende Medien ist die BzKJ zuständig für die Förderung der Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendmedienschutzes und erfüllt eine Orientierungsfunktion für Eltern, Fachkräfte sowie Kinder-und Jugendliche selbst. Zur Stärkung der neu eingerichteten Bundesoberbehörde erhält diese weitere 1,5 Millionen Euro. Der Etat steigt damit auf rund 7,5 Millionen Euro an.

Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt und Bundesstiftung Gleichstellung langfristig absichern

Die neu gegründete Bundesstiftung Gleichstellung wird ab 2022 mit 5 Millionen Euro im Haushalt des Bundesfamilienministeriums ausgestattet, dies bedeutet ein Aufwuchs von zwei Millionen gegenüber 2021.

Auch die Finanzierung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt konnte für die Folgejahre auf hohem Niveau verstetigt werden. Zusätzlich zu den bereits vorgesehenen zehn Millionen Euro erhält die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt zudem im Rahmen des Corona-Aufholprogramms im Jahr 2022 zusätzliche Mittel in Höhe von weiteren zehn Millionen Euro. Damit erhalten beide Stiftungen Planungssicherheit für ihre Arbeit.

Fonds Sexueller Missbrauch weiterführen

Auch die unbefristete Weiterführung des Fonds sexueller Missbrauch (FSM) war Gegenstand der regierungsinternen Haushaltsverhandlungen. Zwischen dem Bundesfinanzministerium (BMF) und dem Bundesfamilienministeriums besteht Einvernehmen, dass der Fonds derzeit noch ausreichend befüllt ist und deswegen mit dem Regierungsentwurf 2022 keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen. Untermauert wurde die Zusage des BMF, den Fonds unbefristet sicherzustellen und neue Mittel zu dem Zeitpunkt zuzuführen, wenn sie benötigt werden.

Zertifikat audit berufundfamilie Familienfreundliche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber ausgezeichnet

Christine Lambrecht vor einer blauen Wand mit der Aufschrift Bundesfamilienministerium
Christine Lambrecht bei der digitalen Zertifikatsverleihung© BMFSFJ

287 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen sind am 22. Juni für ihre familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik sowie familiengerechten Arbeits- und Studienbedingungen ausgezeichnet worden. Sie hatten erfolgreich das audit berufundfamilie oder das audit familiengerechte hochschule durchlaufen.

Die Zertifikatsverleihung fand als Online-Event mit dem Titel "lebe hybrid, vereinbare nachhaltig" statt und wurde aus Berlin übertragen. Zu den Gratulantinnen und Gratulanten zählte neben Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH, und John-Philip Hammersen, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, sowie Key-Note-Speakerin Dr. Auma Obama auch die Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht.

Christine Lambrecht:

"Gerade in der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass familienbewusste Unternehmen nicht nur besser und schneller in den Krisenmodus umstellen konnten, sondern auch zufriedenere Beschäftigte haben. Jetzt kommt es darauf an, das geschärfte Bewusstsein für Vereinbarkeit zu bewahren und die vielen positiven Lösungen und Erfahrungen als festen Bestandteil in die Kultur eines Unternehmens zu verankern. Ich sehe darin eine große Chance, gestärkt aus dem letzten Jahr hervorzugehen. Wichtig ist, dass die Rahmenbedingungen partnerschaftlich zwischen Müttern und Vätern, Arbeitgebern und Beschäftigten und zwischen Politik und Wirtschaft ausgehandelt werden."

Qualitätssiegel für Familienfreundlichkeit

Die 287 Ausgezeichneten dürfen das Zertifikat als Qualitätssiegel für die nachhaltige Gestaltung der betrieblichen Vereinbarkeitspolitik drei Jahre lang tragen. In dieser Laufzeit sind sie angehalten, die in der Zielvereinbarung beziehungsweise im Handlungsprogramm getroffenen familien- und lebensphasenbewussten Maßnahmen zu verfolgen. Die berufundfamilie überprüft jährlich die Entwicklung.

Von dem familien- und lebensphasenbewussten Engagement der aktuell Ausgezeichneten können 698.400 Beschäftigte und 390.300 Studierende profitieren.

Das audit berufundfamilie und das audit familiengerechte hochschule

Das audit berufundfamilie und das audit familiengerechte hochschule sind zentrale Angebote der berufundfamilie Service GmbH. Sie beruhen auf einer Initiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Als strategisches Managementinstrument unterstützt das audit Arbeitgeber, die familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik beziehungsweise familiengerechte Forschungs- und Studienbedingungen nachhaltig zu gestalten. Zertifikate zum audit berufundfamilie wurden erstmals 1999 vergeben. Das audit familiengerechte hochschule wird seit 2002 angeboten.

Bundesfamilienministerium bereits zum sechsten Mal zertifiziert

Logo zum Zertifikat des Audits audit berufundfamilie
Das Bundesfamilienministerium trägt das Zertifikat zum audit berufundfamilie seit 2003© berufundfamilie Service GmbH

Zu den Ausgezeichneten zählte zum mittlerweile sechsten Mal auch das Bundesfamilienministerium. Es erhielt im Jahr 2003 erstmals das Zertifikat und zählt damit zu den Vorreitern unter den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, die ihre Vereinbarkeitspolitik systematisch auf- und ausbauen.

Im Mittelpunkt der erneuten Auditierung des Bundesfamilienministeriums stand dieses Mal das Thema Generationenmanagement. In mehreren Fokusgesprächen mit Führungskräften und Mitarbeitenden wurden Bedarfe, Wünsche und Rückmeldungen der Beschäftigten in unterschiedlichen Lebens- und Berufsphasen im Hinblick auf die Arbeitsbedingungen im Bundesfamilienministerium erörtert.

In den nächsten Jahren wird es darum gehen, den eingeschlagenen Weg der etablierten mobilen und flexiblen Arbeit qualitativ auszubauen, weiter zu konsolidieren sowie die Themen Generationen im Bundesfamilienministerium, Führung und Zusammenarbeit sowie Unterstützung Beschäftigter mit pflegebedürftigen Angehörigen weiter in den Blick zu nehmen.

EU-Kindergarantie Bessere Chancen für benachteiligte Kinder in der Europäischen Union

Zwei Kinder die in die Kamera lachen und ihren Bizeps zeigen
Die "Kindergarantie" soll bessere Chancen für benachteiligte Kinder in der Europäischen Union bringen© BMFSFJ

Am 14. Juni hat der Rat der Europäischen Union einstimmig eine Empfehlung beschlossen, eine Europäische Garantie für Kinder (European Child Guarantee) einzuführen. Das Ziel ist, die soziale Ausgrenzung von Kindern zu verhindern und zu bekämpfen, ihre Rechte zu stärken und die Chancengleichheit zu fördern. Jedes Kind in Europa soll Zugang zu den Ressourcen bekommen, die für sein Wohlergeben und seine Entwicklung notwendig sind. Das reicht von der Bildung bis hin zu einer guten medizinischen Versorgung. Die europäische "Kindergarantie" soll das Recht auf gutes Aufwachsen ermöglichen.

Das Bundesfamilienministerium hat die deutsche EU-Ratspräsidentschaft genutzt, um die EU-Kommission bei der Einführung einer EU-Kindergarantie zu unterstützen.

Zentrale Empfehlungen

Die zentralen Empfehlungen der "Kindergarantie" sind:

  • Mädchen und Jungen soll ein effektiver und kostenloser Zugang zu hochwertiger frühkindlicher Betreuung, Bildung und Erziehung ermöglicht werden, aber auch zu Bildungsangeboten und schulbezogenen Aktivitäten, zu mindestens einer gesunden Mahlzeit pro Schultag sowie zur Gesundheitsversorgung.
  • Kinder sollen Zugang zu gesunder Ernährung und angemessenem Wohnraum bekommen.

Nationaler Aktionsplan

Die Mitgliedstaaten sollen der EU-Kommission innerhalb von neun Monaten nach Annahme dieser Empfehlung einen Aktionsplan für den Zeitraum bis 2030 vorlegen, um die Empfehlung umzusetzen - unter Berücksichtigung der nationalen, regionalen und lokalen Gegebenheiten sowie der bestehenden politischen Strategien und Maßnahmen zur Unterstützung bedürftiger Kinder.

In der Umsetzung ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf von zentraler Bedeutung, weil sie auch ganz wesentlich zur wirtschaftlichen Sicherheit der Familien beiträgt. Es gilt auch, für mehr Bildungsgerechtigkeit zu sorgen. Darüber hinaus ist es notwendig, die wirtschaftliche Stabilität von Familien weiter zu stärken. Denn auch sie macht die Förderung und Bildung der Kinder chancengerechter. Dazu sind passgenaue Lösungen erforderlich, damit die Angebote auch bei allen Familien ankommen.

Das Gute-KiTa-Gesetz

Die frühe Förderung von Kindern ist ein wichtiger Beitrag zur Chancengerechtigkeit. Deshalb unterstützt der Bund mit dem Gute-KiTa-Gesetz die Länder dabei, die Qualität in der Kindertagesbetreuung weiterzuentwickeln und die Eltern bei den Gebühren zu entlasten. Dafür stehen bis 2022 insgesamt 5,5 Milliarden Euro zur Verfügung.

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung

Auch mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung sollen die Bildungsgerechtigkeit und die Teilhabechancen für Kinder verbessert und für Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert werden. Ab August 2026 erhalten zunächst alle Grundschulkinder der ersten Klassenstufe einen Rechtsanspruch, ganztägig gefördert zu werden. Ab August 2029 soll dieser Anspruch für die Klassenstufen eins bis vier gelten.

Aufholen nach Corona Bundestag beschließt Kinderfreizeitbonus

Eine Gruppe beim Wandern in der Natur
Der Kinderfreizeitbonus kann für Ferien- und Freizeitaktivitäten genutzt werden© iStock/VMJones

Am 11. Juni hat der Deutsche Bundestag die Auszahlung eines Kinderfreizeitbonus' beschlossen. Damit sollen Kinder und Jugendliche aus bedürftigen Familien sowie aus Familien mit kleinen Einkommen unterstützt werden. Der einmalige Bonus in Höhe von 100 Euro je Kind kann individuell für Ferien- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden. Ziel ist es, die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche abzumildern.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht:

"Mit dem Kinderfreizeitbonus möchten wir einen Beitrag dazu leisten, dass alle Kinder nach den Corona-Strapazen einen unbeschwerten Sommer genießen können. Er kommt Kindern und Jugendlichen zugute, deren Familien wenig finanziellen Spielraum haben und deswegen durch die Pandemie besonders belastet sind. Mit den 100 Euro soll jedes dieser Kinder Freizeitangebote wahrnehmen können und Versäumtes nachholen. Das Geld kann für Ferien-, Sport- und Freizeitaktivitäten eingesetzt werden - je nach Lust und Laune. Der Kinderfreizeitbonus knüpft an andere Leistungen für Familien mit kleinen Einkommen und für bedürftige Familien an. Wer also Kinderzuschlag, Wohngeld oder Grundsicherung bezieht, hat auch ein Anrecht auf den Kinderfreizeitbonus. Mir ist wichtig, dass die Unterstützung wirklich da ankommt, wo sie gebraucht wird.

Mit dem Aufholprogramm investiert der Bund aber nicht nur in den Kinderfreizeitbonus, in eigene Initiativen und Programme, sondern er stellt auch den Bundesländern erhebliche Mittel zur Umsetzung eigener Maßnahmen zur Verfügung. Ein wichtiger Bestandteil ist die Bund-Länder-Vereinbarung, mit der wir sicherstellen, dass die Bundesmittel auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden: bei den Kindern und Jugendlichen und ihren Familien. Gleichzeitig kann so jedes Land individuelle Maßnahmen ergreifen, die in die Strukturen vor Ort passen. Mit den zusätzlichen Mitteln finanzieren die Länder beispielsweise Ferienfreizeiten, Kinder- und Jugendkulturangebote, sie stärken die Schulsozialarbeit oder schaffen zusätzliche Plätze im Freiwilligen Sozialen Jahr für den Einsatz in Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Bund und Länder arbeiten hier Hand in Hand, um Kinder und Jugendliche nach einer sehr belastendenden und entbehrungsreichen Zeit zu unterstützen und zu fördern."

Den Kinderfreizeitbonus erhalten minderjährige Kinder und Jugendliche, die im August 2021 Leistungen nach dem SGB II, SGB XII, dem Asylbewerberleistungsgesetz oder dem Bundesversorgungsgesetz erhalten. Ebenfalls anspruchsberechtigt sind Familien, die  Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen.

Der Bonus wird in der Regel automatisch ohne Antrag ausgezahlt. Familien mit Kinderzuschlag, Wohngeld oder Sozialhilfe erhalten ihn von der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit. Familien, die nur Wohngeld und keinen Kinderzuschlag beziehen sowie Familien, die Sozialhilfe beziehen, müssen dafür einen formlosen Antrag bei der Familienkasse stellen.

Aufholpaket für Kinder, Jugendliche und Familien

Für den Kinderfreizeitbonus stehen 270 Millionen Euro zur Verfügung. Er ist Teil des Aufholpakets für Kinder, Jugendliche und Familien. Darin enthalten sind insgesamt eine Milliarde Euro für die Förderung frühkindlicher Bildung, für Freizeit-, Ferien- und Sportaktivitäten sowie für die Begleitung von Kindern und Jugendlichen im Alltag und in der Schule. Eine weitere Milliarde Euro steht für den Abbau von Lernrückständen zur Verfügung.

Dauerhafte Entlastung durch den Kinderzuschlag 

Dauerhafte Unterstützung erhalten Familien mit kleinen Einkommen durch den Kinderzuschlag (KiZ), der monatlich bis zu 205 Euro je Kind betragen kann. Die Höhe des KiZ wird individuell berechnet und hängt von mehreren Faktoren ab - vor allem vom eigenen Einkommen, den Wohnkosten, der Größe der Familie und dem Alter der Kinder.

Wer den Kinderzuschlag erhält, hat auch einen Anspruch auf Bildungs- und Teilhabeleistungen - wie das kostenlose Mittagessen in Kita und Schule und ein Schulbedarfspaket in Höhe von 154,50 Euro je Schuljahr. Außerdem müssen keine Kitagebühren gezahlt werden.

Jetzt Anspruch auf Kinderzuschlag prüfen

Ob ein Anspruch auf den Kinderzuschlag besteht, kann mit dem KiZ-Lotsen der Familienkasse geprüft werden. Der Antrag auf Kinderzuschlag kann online gestellt werden.

Auch Familien, die aufgrund der Corona-Pandemie Einkommenseinbußen hinnehmen müssen, können vom KiZ profitieren. Um die Beantragung zu vereinfachen, wurde die Vermögensprüfung vorübergehend erleichtert. Eltern müssen demnach keine Angaben mehr zu ihrem Vermögen machen, wenn sie kein erhebliches Vermögen haben. Diese Regelung gilt bis zum 31. Dezember 2021.

Erklärfilm: der Kinderzuschlag BMFSFJ

Unternehmenstag "Erfolgsfaktor Familie" Mit Familienbewusstsein den Wandel der Arbeitswelt gestalten

Christine Lambrecht ist auf einem Bildschirm zu sehen
Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht richtet digital ein Grußwort an die Teilnehmenden des Unternehmenstages© Netzwerkbüro "Erfolgsfaktor Familie"/Sandro Jödicke

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht hat am 11. Juni gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Peter Adrian, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zum digitalen Unternehmenstag 2021 begrüßt. Unter dem Titel "Vereinbarkeit stärkt! Mit Familienbewusstsein den Wandel gestalten" ging es um die Frage, welchen Stellenwert eine familienorientierte Unternehmenskultur in Zeiten hat, in denen die Arbeitswelt stark im Wandel begriffen ist.

Corona-Pandemie beschleunigt viele Entwicklungen

Die Corona-Pandemie beschleunigt viele Entwicklungen, zum Beispiel die Digitalisierung. Sie hat aber auch eine neue Dynamik beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgelöst. Unternehmen mit einer familienorientierten Unternehmenskultur konnten schnell und flexibel auf die neuen Anforderungen in der Pandemie reagieren. Auf dem Unternehmenstag diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer darüber, wie es gelingt, die positiven Lösungen und Erfahrungen nach dem Ende der Corona-Krise als festen Bestandteil in den Unternehmen zu verankern. Und welche Aufgaben sich daraus für Politik und Wirtschaft ergeben.

Die Wünsche der Beschäftigten sind ein weiterer Motor

Ein weiterer Motor und ein anderes Handlungsfeld hin zu mehr Familienbewusstsein sind die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Viele Paare wünschen sich eine partnerschaftliche Aufteilung der Aufgaben sowie der Führungsarbeit in Unternehmen.

Einblicke aus der Arbeitswelt erhielten die Teilnehmenden vom Personalchef und Mitglied der Geschäftsführung von SAP Deutschland, Cawa Younosi. Im Fokus seines Vortrages stand die Priorisierung von Familie im Arbeitsleben.

Das Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie"

Das Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" ist mit rund 7900 Mitgliedern bundesweit die größte Plattform für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die sich für eine familienbewusste Personalpolitik engagieren oder interessieren. Das Netzwerk wurde 2007 vom Bundesfamilienministerium und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag gegründet. Mitglied können alle Unternehmen und Institutionen werden, die sich zu einer familienbewussten Personalpolitik bekennen und sich engagieren wollen.

Qualität in der Kinderbetreuung Deutscher Kita-Preis 2021 verliehen

Christine Lambrecht und Elke Büdenbender stehen vor einer Videowand mit den Gewinnerinnen und Gewinnern und klatschen
Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht und Elke Büdenbender, Schirmherrin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (von links), gratulieren den Gewinnerinnen und Gewinnern des Deutschen Kita-Preises 2021 © Deutsche Kinder- und Jugendstiftung

Bei einer digitalen Live-Show sind am 9. Juni die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Kita-Preises 2021 bekanntgegeben worden. Das Bundesfamilienministerium und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) verkündeten gemeinsam mit weiteren Partnern die zehn Gewinnerinnen und Gewinner des mit insgesamt 130.000 Euro dotierten Wettbewerbs. Mehr als 1200 Kitas und Initiativen hatten sich zuvor beworben.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht:

"Mit der Auszeichnung von guten Kitas und lokalen Bündnissen würdigen wir die vielen Menschen in unserem Land, die mit großem Engagement und mit viel Herzblut für das Wohl unserer Kinder sorgen. In den zahlreichen Kitas und Initiativen für frühe Bildung sind Empathie, umfangreiches Wissen, Kreativität und oft auch Spontanität gefragt. All das, gepaart mit der Bereitschaft immer wieder dazuzulernen, leisten die diesjährigen Finalisten jeden Tag für Kinder und Familien in besonderem Maße. Gerade in der Corona-Pandemie wurden in den Kitas besonders große Herausforderungen bewältigt. Dafür möchte ich allen ganz herzlich danken."

Elke Büdenbender, Schirmherrin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung:

"Jedes Jahr bin ich aufs Neue davon beeindruckt, wie viele großartige Kitas und lokale Bündnisse es gibt, deren Mitarbeitende den Kindern zugewandte, qualitativ hochwertige Arbeit leisten. Dem hat auch die Pandemie keinen Abbruch getan. Viel zu selten bekommen diese engagierten Menschen öffentliche Aufmerksamkeit und unsere Wertschätzung. Deshalb freue ich mich, dass der Deutsche Kita-Preis auch in diesem Jahr diese starken Initiativen sichtbar gemacht hat."

Preisträgerinnen und Preisträger in der Kategorie "Kita des Jahres"

Der mit 25.000 Euro dotierte erste Platz in der Kategorie "Kita des Jahres" geht nach Oranienbaum-Wörlitz in Sachsen-Anhalt an die Integrative Sprach-Kita "Villa Sonnenschein".

Die Integrative Sprach-Kita "Villa Sonnenschein" ist aus Sicht der Jury ein beeindruckendes Beispiel für eine gelebte Gemeinschaft und ein stärkendes Miteinander aller Kinder und Erwachsenen. Kinder mit und ohne Beeinträchtigung werden nicht nur von ihren Fachkräften individuell gefördert und unterstützt, sondern helfen sich im Alltag gegenseitig, indem zum Beispiel ältere Kinder den jüngeren lernbegleitend zur Seite stehen. Besonders beeindruckt hat die Jury auch, dass sich Kita und Träger als lernende Organisationen verstehen. Mit vielfältigen Instrumenten und zusammen mit den Eltern wird stetig an der Verbesserung der Qualität gearbeitet.

Die mit 10.000 Euro dotierten vier zweiten Plätze gehen an folgende Kitas:

  • Kita Berlin Kids International aus Berlin-Pankow
  • AWO Kita Marshallstraße aus Gießen
  • Evangelische integrative Kindertagesstätte "Sonnenkinderhaus" aus Rostock
  • Kita ZEBRA VERDE aus Köln

Preisträgerinnen und Preisträger in der Kategorie "Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres"

Der mit 25.000 Euro dotierte erste Platz in der Kategorie "Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres" geht nach Tarp in Schleswig- Holstein an das Bündnis "Bildungscampus Tarp e.V.". 

Die Jury lobte besonders, welchen Stellenwert Kinder und ihre Beteiligung in der Arbeit des Bündnisses einnehmen: Kinder werden als Akteure gesehen, die vielfältige Möglichkeiten haben, sich einzubringen. Außerdem ist es dem "Bildungscampus Tarp e.V." vorbildlich gelungen, in kurzer Zeit eine professionelle Struktur aufzubauen, sodass auch die besonderen Herausforderungen des ländlichen Raums sehr gut bewältigt werden.

Die mit 10.000 Euro dotierten vier zweiten Plätze gehen an folgende lokale Bündnisse und Initiativen:

  • "Qualität im Dialog", Auetal/Rinteln/Hessisch Oldendorf in Niedersachsen
  • "Monheim für Kinder", Monheim am Rhein in Nordrhein-Westfalen
  • "Erfinderkiste", Oderwitz in Sachsen
  • Thüringer Eltern-Kind-Zentrum "Anne Frank", Jena in Thüringen

Der ELTERN-Sonderpreis

Zusätzlich zu den Preisen in den beiden oben genannten Kategorien wurde der Sonderpreis des Magazins ELTERN vergeben: Er geht an die Katholische KiTa Maria Königin, die in einer bundesweiten Online-Abstimmung die meisten Stimmen erhalten hat. Im Rennen waren hier alle zehn Finalisten aus der Kategorie "Kita des Jahres". Die Einrichtung aus Trier erhält ein Jahr lang alle drei Monate ein Paket mit Kinderbüchern, die von der ELTERN-Redaktion ausgewählt werden.

Deutscher Kita-Preis 2022

Auch im Jahr 2022 wird der Deutsche Kita-Preis verliehen. Bewerbungen sind bis zum 15. Juli 2021 möglich.

Über den Deutschen Kita-Preis

Der Deutsche Kita-Preis ist eine gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung, dem ELTERN-Magazin, der Soziallotterie freiheit+ und dem Didacta-Verband. Die Auszeichnung setzt Impulse für Qualität in der frühkindlichen Bildung und würdigt das Engagement der Menschen, die tagtäglich in Kitas zeigen, wie gute Qualität vor Ort gelingt.

4. Bundeskongress Elternbegleitung Kindern und Familien zur Seite stehen

Ein junger Elternbegleiter erklärt einer Mutter mit Kind etwas
Nahezu 14.000 Fachkräfte haben sich seit 2011 zu Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern weiterqualifiziert© BMFSFJ

Auf dem digitalen 4. Bundeskongress Elternbegleitung haben die Teilnehmenden auf zehn Jahre Elternbegleitung zurückgeblickt. Seit 2011 sind mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums nahezu 14.000 Fachkräfte der Familienbildung zu Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern weiterqualifiziert worden. Zahlreiche Einrichtungen setzen seitdem die Elternbegleitung im Arbeitsalltag mit vielfältigen Angeboten für Familien im Bereich der Bildungsbegleitung und Erziehungskompetenz ein.

In ihrer Grußbotschaft dankte Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht am 9. Juni den Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern für ihre besondere Arbeit, bei der es darum gehe, dass alle Kinder in unserem Land gut aufwachsen können.

Caren Marks, Parlamentarische Staatsekretärin bei der Bundesfamilienministerin, 
betonte gegenüber den 1400 Teilnehmenden aus den Bereichen der Familienbildung, Kita, Familienzentren, Pädagogik, aber auch aus anderen Bundesprogrammen wie Sprach-Kita, Kita-Einstieg, Mehrgenerationenhäuser oder Lokalen Bündnissen für Familie und den qualifizierten Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern:

"Kinder haben ein Recht auf frühe Förderung sowie auf gute und gleiche Bildungschancen. Dafür stehen wir gemeinsam mit Ihnen ein, den Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern. Sie beraten Eltern auf Augenhöhe. Sie begleiten bei Amtsgängen und helfen ihnen, ihre Kinder gut zu fördern: von der richtigen Kita oder der weiterführenden Schule bis hin zu allgemeinen Erziehungsfragen. Ich freue mich, dass wir seit 2011 so viele Fachkräfte dafür gewinnen konnten, dass sie sich haben weiterqualifizieren lassen und seitdem Eltern kompetent zur Seite stehen."

Neue Studie zu Familienbildung und Familienberatung

Auf dem 4. Bundeskongress Elternbegleitung stellte Dr. David Juncke, Leiter des Bereichs Familienpolitik bei der Prognos AG, die Studie "Bestandsaufnahme der Angebote in der Familienbildung und Familienberatung" vor. In Einrichtungen der Familienbildung und Familienberatung können Mütter und Väter in ganz Deutschland Unterstützung und Hilfe zum Thema Erziehung bekommen.

Eines der zentralen Ergebnisse der Studie lautet: Familienbildung und Familienberatung leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Stärkung von Familien in Deutschland. Deutlich wurde, dass Familien in besonderen Lebenslagen wie Alleinerziehende und sozio-ökonomisch schwächere Familien mittlerweile besser als noch vor 15 Jahren mit familienunterstützenden Angeboten erreicht werden. Dazu tragen auch die Programme des Bundesfamilienministeriums bei, wie die Frühen Hilfen, Elternbegleitung und die Mehrgenerationenhäuser.

Caren Marks:

"Die Studie bestätigt eine positive Entwicklung bei der Familienbildung und Familienberatung. Sie bestätigt damit, dass wir mit unserer Arbeit der vergangenen Jahre zur Unterstützung und Hilfe für Familien wesentlich beigetragen haben. Die Studie zeigt jedoch auch, dass wir weiter dranbleiben müssen und beispielsweise noch mehr Väter und Familien mit Migrationshintergrund erreicht werden müssen, vor allem mit mehr niedrigschwelligen und Angeboten direkt dort, wo die Familien sind. Ab 2022 beginnen wir mit einem neuen Förderprogramm. Damit sollen Eltern und Kinder in benachteiligten Lebenslagen, besonders auch Familien mit kleinen Einkommen, durch Elternbegleitung gezielt gestärkt werden, damit sie Leistungen wie den Kinderzuschlag oder das Bildungs- und Teilhabepaket in Anspruch nehmen können und ihre Teilhabechancen verbessert werden."

4. Bundeskongress Elternbegleitung

Der zweitägige Bundeskongress Elternbegleitung begann mit Impulsen der Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut und Vorsitzenden der Familienberichtskommission, Professorin Dr. Sabine Walper, in Bezug auf die Intensivierung von Elternschaft in Deutschland. Dabei bezog sie sich auf den Neunten Familienbericht. Der Kongress bot unter anderem auch Workshops zu den Themen Digitalisierung oder Vernetzung im Sozialraum.

Chart-Book zu "Zehn Jahre Elternbegleitung"

Zum zehnjährigen Jubiläum Elternbegleitung wurde ein "Chartbook" zu den Ergebnissen aus dem Bundesprogramm "Elternchance ist Kinderchance" (2011-2015) sowie dem über den Europäischen Sozialfond kofinanzierten Bundesprogramm "Elternchance II" (2015-2021) veröffentlicht. Das Chart-Book mit seinen Zahlen und Fakten informiert auch über die Herausforderungen und Entwicklungen im Feld der Elternbegleitung.
 

Elternbegleitung fördern

Elternbegleitung ist ein präventives Angebot aus der Familienbildung und zielt auf die Stärkung der Familie als zentralem Ort der (frühen) Bildung und Förderung der Kinder ab. Bildungsbegleitung von Familien leistet einen wesentlichen Beitrag zur Bildungszukunft und sozialen Chancengleichheit aller Kinder. Daher förderte das Bundesfamilienministerium die Qualifizierung von Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern von 2011 bis 2015 zunächst mit dem Bundesprogramm "Elternchance ist Kinderchance" und seitdem mit dem Bundesprogramm "Elternchance II".

Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter stehen Familien bei Fragen zu Entwicklung und Bildungsverläufen ihrer Kinder zur Seite und entwickeln Angebote zur Stärkung von Erziehungskompetenz und Alltagsbildung vor Ort, auf Augenhöhe und vertrauensvoll zur Verfügung. Dabei geht es um Fragen wie: Wie beantrage ich einen Kitaplatz? Welche Familienleistungen stehen mir zu? Wie kann ich Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren?

Auszeit für Familien Urlaub in Familienferienstätten ist wieder möglich

Das Bild zeigt Menschen auf einem Berg
Familienferienstätten bieten Freizeitaktivitäten für die ganze Familie© FamilienFerien Freiburg Haus Feldberg-Falkau

Urlaub am Meer, in den Bergen oder im Wald: Familien können nach dem Ende der coronabedingten Einschränkungen wieder eine Auszeit in einer der mehr als 80 gemeinnützigen Familienferienstätten nehmen. Die Einrichtungen bieten Freizeitaktivitäten für Groß und Klein, pädagogische Angebote, häufig mit Kinderbetreuung, und das für faire Preise.

Ihre Angebote richten sich vor allem an Familien in besonderen Lebenssituationen wie Alleinerziehende, kinderreiche Familien, Familien mit pflegebedürftigen Kindern oder Kindern mit einer Behinderung sowie Familien mit kleinem Einkommen. In vielen Bundesländern kann ein Zuschuss für einen Aufenthalt in einer Familienferienstätte beantragt werden.

Aufholpaket: Bundesfamilienministerium übernimmt Großteil der Aufenthaltskosten

Für Familien mit kleineren Einkommen oder mit Angehörigen, die eine Behinderung haben, übernimmt das Bundesfamilienministerium ab Herbst zudem einen Großteil der Aufenthaltskosten. Die Vergünstigungen gelten für Aufenthalte in Familienferienstätten oder auch in gemeinnützigen Einrichtungen, die für die Familienerholung geeignet sind. Dadurch sollen berechtigte Familien nach den Belastungen der Corona-Pandemie eine erholsame Auszeit haben können. 

Die Unterstützung gehört zum Programm "Corona-Auszeit für Familien", das mit dem "Aktionsprogramm Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ beschlossen wurde. Das Programm "Corona-Auszeit für Familien" startet im Herbst und gilt für Aufenthalte bis Ende Dezember 2022. Zum Programmstart wird eine Liste der Einrichtungen veröffentlicht, in denen Familien den vergünstigten Urlaub machen können. 50 Millionen Euro stellt die Bundesregierung für die vergünstigten Aufenthalte bereit.

MIt dem "Aktionsprogramms Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche" sollen Kinder und Jugendliche Lernstoff aufholen, sich in Ferien- und Wochenendfreizeiten erholen und bei außerschulischen Angeboten Verpasstes nachholen können. Das Aktionsprogramm umfasst insgesamt zwei Milliarden Euro.

Familienferienstätten finden

Die Angebote und Aktivitäten der Familienferienstätten und weitere hilfreiche Informationen sind in dem neuen Katalog "Urlaub mit der Familie 2021/22" der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung zusammengestellt. Die Familienferienstätten sind auch auf der Internetseite "Urlaub mit der Familie" aufgelistet.

Familienerholung für Menschen mit einer Behinderung

Eine Übersicht über Einrichtungen, die speziell die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung im Blick haben und in denen Familien mit Pflegeverantwortung die Möglichkeit haben, gemeinsam mit einem pflegebedürftigen Angehörigen Urlaub zu machen, gibt es in der Broschüre "Urlaub mit der Familie - Familienerholung für Menschen mit Handicap, Pflegebedürftige und Angehörige mit Pflegeverantwortung".

Wer Interesse am Urlaub in einer Familienferienstätte hat, sollte sich direkt bei der Einrichtung informieren, ob diese bereits geöffnet ist und welche Vorgaben einzuhalten sind. Fragen zu den Familienferienstätten und möglichen Zuschüssen der Bundesländer beantwortet auch die Geschäftsstelle der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung unter der Telefonnummer 0221 2924 1316 oder per E-Mail an info@bag-familienerholung.de.  

Familienerholung fördern

Für das Bundesfamilienministerium ist es ein wichtiges Anliegen, dass alle Familien Ausgleich und Auszeit im Urlaub finden können. Daher fördert das Bundesfamilienministerium die Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung, Projekte für Familien in besonderen Lebenssituationen sowie Baumaßnahmen in einzelnen Einrichtungen.

Perspektivforum "Sicherheit und Chancen für Familien" Familien Sicherheit geben und mehr Vereinbarkeit ermöglichen

Wie muss die Familienpolitik der Zukunft gestaltet sein?© BMFSFJ

Mit welchen Maßnahmen gibt Familienpolitik den Menschen Sicherheit? Welche Perspektiven kann die Politik den Familien für die Zeit nach der Pandemie eröffnen? Das thematisierte das digitale Perspektivforum "Sicherheit und Chancen für Familien", das am 27. Mai im Bundesfamilienministerium stattfand. Dabei diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Politik über Trends und daraus abgeleitete Handlungsfelder für eine fortschrittliche Familienpolitik. 

Fortschrittsagenda

Bereits die Fortschrittsagenda "Sicherheit und Chancen für Familien" benennt klare Trends, die das Familienleben in Deutschland prägen. Sie zeigt außerdem die Notwendigkeit auf, dass ein vorsorgender Sozialstaat mit gezielten Investitionen:

  • Sicherheit in schwierigen Lebensphasen bietet,
  • Rahmenbedingungen schafft für eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit von Eltern und
  • mit einer guten Förderung die Chancen für alle Kinder gerecht verteilt.

Bedürfnisse von Familien erkennen und erfüllen

Wie geht es Eltern in Deutschland und was erwarten sie von der Familienpolitik? Dazu hielten Professorin Dr. Renate Köcher vom Institut für Demoskopie in Allensbach und Professorin Dr. Sabine Walper, Forschungsdirektorin am Deutschen Jugendinstitut und Vorsitzende der Sachverständigenkommission für den Neunten Familienbericht, während des Perspektivforums zwei Impulsvorträge:

Eltern wünschen sich eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine partnerschaftliche Aufteilung der Aufgaben. Sie schätzen und wünschen finanzielle Unterstützung und eine verlässliche Kinderbetreuung. Elternschaft hat sich für viele intensiviert, weil sie sich mehr Zeit und eine gute Förderung für ihre Kinder wünschen, zugleich aber befürchten, den eigenen Erwartungen nicht gerecht zu werden. Das zeigt auch der Neunte Familienbericht.

Um Familien weiter gute Perspektiven zu bieten, müssen der Dreiklang aus finanzieller, zeitbezogener und infrastruktureller Unterstützung kontinuierlich als Handlungsfelder einer nachhaltigen, chancengerechten und fortschrittlichen Familienpolitik weiterentwickelt werden.

Handlungsfeld: Wirtschaftliche Sicherheit

Das Handlungsfeld Wirtschaftliche Sicherheit beginnt bei der finanziellen Unterstützung von Familien, deren Einkommen nicht ausreicht, um ihren Kindern wirtschaftliche Sicherheit und Chancen zu ermöglichen. Um Armutsrisiken und verdeckte Armut effektiv zu bekämpfen und eine Brücke aus dem Transferbezug in die eigene Unabhängigkeit zu bauen, sollen Kindergeld und Kinderzuschlag zu einem bedarfsgerechten, gestaffelten Kindergeld integriert werden.

Ein Chartbook der Prognos AG führt Argumente für ein bedarfsgerechtes Kindergeld auf. Auch die Sachverständigenkommission für den Neunten Familienbericht benennt Kriterien für eine Kinderabsicherung, die Armutsrisiken von Kindern weiter senkt und zugleich Beschäftigungsanreize setzt.

Professor Dr. Holger Bonin, Forschungsdirektor des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit:

"Die Brücke für die Kinder zwischen Hartz-IV-Bezug und Kinderzuschlag aufheben durch ein System aus einem Guss. Das ist etwas, was wir brauchen."

Handlungsfeld: Chancen für Kinder

Um eine gerechte Chancenverteilung für Kinder bis ins Grundschulalter abzusichern, soll der quantitative und qualitative Ausbau von (Ganztags-)Angeboten vorangetrieben werden. Die Fortschrittsagenda und auch die Empfehlungen des Neunten Familienberichts verweisen auf die Wirkungen, die Investitionen in eine gute Betreuungsinfrastruktur hatten und haben werden. Deswegen empfiehlt auch die Sachverständigenkommission, an diese Erfolge anzuknüpfen und bewährte Unterstützungsangebote aus dem frühkindlichen Bereich auf spätere Familienphasen und die gesamte Bildungslaufbahn der Kinder zu übertragen.

Professorin Dr. Katharina Spieß, Leiterin Bildung und Familie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung:

"Es geht nicht nur um die Eltern, sondern es geht auch um die Kinder, die in diesen Einrichtungen gute frühe Bildung erfahren, wenn die pädagogische Qualität der Einrichtung gut ist."

Durch Investitionen in die Betreuungsinfrastruktur ergeben sich einerseits bessere Entwicklungschancen für Kinder unabhängig von ihrem familiären Umfeld. Andererseits eröffnen sich dadurch vor allem für Mütter mehr Möglichkeiten für eine Erwerbstätigkeit und damit für ein höheres Einkommen. Damit Eltern so arbeiten können, wie sie es sich vorstellen, sich partnerschaftlich um Beruf und Familie kümmern können, muss sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessern.


Dr. Michael Böhmer, Chefvolkswirt der Prognos AG:

"Der Ausbau der Ganztagsbetreuung […] ist ein Plusgeschäft für den Staat. Natürlich verursacht das erstmal Investitionskosten, es verursacht laufende Betriebskosten. Aber wir haben eben positive fiskalische Effekte über zusätzliche Steuereinnahmen bei mehr Beschäftigung, Sozialversicherungsbeiträge steigen auch. Und in Modellrechnungen [...] sehen wir also, dass wir ab dem sechsten Jahr eines solchen Programms schon wieder positive Zahlen haben auf der fiskalischen Seite und ab dem elften Jahr [...] sind die gesamten Investitionen und Betriebskosten amortisiert und ab da ist das wirklich ein Plusgeschäft für den Staat."

Handlungsfeld: Neue Qualität der Vereinbarkeit

Um auch bei vollzeitnaher, existenzsichernder Erwerbstätigkeit beider Eltern Optionen für Familienzeit zu schaffen, schlägt die Prognose AG in einem Chartbook außerdem vor, Familienarbeitszeit einzuführen. Über die Hälfte der Eltern wünscht sich 2021 eine partnerschaftlichere Aufteilung der Kinderbetreuung (53 Prozent). 66 Prozent der Eltern können sich vorstellen, ein Instrument wie die Familienarbeitszeit zu nutzen. Und auch die Unternehmen stehen einem solchen Vorschlag mit großer Offenheit gegenüber.

Dr. Martin Bujard, Forschungsdirektor Familie und Fertilität am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung:

"Familienarbeitszeit ist etwas, was für die nächsten Jahre prägend sein sollte. Alle Studien zeigen, wenn die Mütter gefragt werden, dass sie gern ein paar Stunden mehr arbeiten wollen. Umgekehrt möchten Väter gerne mehr Zeit für die Kinder haben. Und Politik muss sich auch an den Wünschen orientieren und helfen, dass die erfüllt werden."

Änderung des Conterganstiftungsgesetzes Verbesserungen für contergangeschädigte Menschen

Logo der Conterganstiftung
Logo der Conterganstiftung© Conterganstiftung

Der Bundestag hat am 21. Mai mit der sechsten Änderung des Conterganstiftungsgesetzes den Weg frei gemacht, um die Mittel für die jährlichen Sonderzahlungen vorzeitig am 30. Juni 2022 an die Betroffenen auszuschütten. Darüber hinaus wird durch die Gesetzesänderung der Vertrauensschutz der contergangeschädigten Menschen in ihre einmal anerkannten Schadenspunkte gestärkt. Auch wird der Kapitalstock der Conterganstiftung abgeschmolzen.

Vorzeitige Ausschüttung

Ursprünglich sollten die Sonderzahlungen jährlich bis 2033 geleistet werden. Um angesichts der niedrigen Erträge einen Wertverlust zu vermeiden, werden alle hierfür vorgesehenen Mittel 2022 vorzeitig ausgezahlt. Das bedeutet für die contergangeschädigten Menschen mehr Planbarkeit und mehr finanzielle Gestaltungsfreiheit. Die vorzeitige Ausschüttung ist damit ein weiterer Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation der Betroffenen im Alter.

Schutz der anerkannten Schadenspunkte

Die Leistungen der Conterganstiftung richten sich nach der Schwere der Schädigung. Grundlage für die Leistungen im Einzelfall sind daher die sogenannten Schadenspunkte, die von der Stiftung festgesetzt werden. In sehr wenigen Fällen kam es hierbei zu Rechenfehlern. Die contergangeschädigten Menschen können jetzt darauf vertrauen, dass sie ihre einmal anerkannten Schadenspunkte behalten. Künftig muss niemand mehr Angst haben, dass fehlerhaft berechnete Schadenspunkte im Nachhinein aberkannt werden.

Abschmelzung des Kapitalstocks der Conterganstiftung

Mit der Abschmelzung des Kapitalstocks der Stiftung um fünf Millionen Euro kann die Stiftung auch weiterhin Projekte zugunsten der Betroffenen fördern. Eine Projektförderung darf nur aus den Erträgen des Kapitalstocks erfolgen und war aufgrund der geringen Erträge in der Vergangenheit nur sehr eingeschränkt möglich.

Die Conterganstiftung

Die Conterganstiftung erbringt Leistungen an rund 2600 Betroffene weltweit. Sie steht unter der Aufsicht des Bundesfamilienministeriums. Das Vermögen der Stiftung ist am Kapitalmarkt angelegt.

Livestream auf der re:publica KI für alle: Gemeinsam ein lebendiges Ökosystem gestalten

Das Logo des Projekts "Civic Coding"
"Civic Coding" ist ein gemeinsames Projekt von Bundesfamilien-, Bundesarbeits- und Bundesumweltministeriums

Das Bundesfamilien-, Bundesarbeits- und Bundesumweltministerium starten am 21. Mai das Projekt "Civic Coding". Damit wollen die drei Ministerien ein Innovationsnetz für gemeinwohlorientierte Künstliche Intelligenz aufbauen und zur Entwicklung eines lebendigen KI-Ökosystems beitragen. Zum Auftakt findet am 21. Mai auf der re:publica die erste gemeinsame Fachkonferenz der drei Bundesministerien statt. Die Veranstaltung trägt den Titel "KI für alle: Gemeinsam ein lebendiges Ökosystem gestalten". Die Konferenz kann über diesen Link ab 10 Uhr im Livestream verfolgt werden.

Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI) sollen allen Menschen in der Gesellschaft dienen. Gemeinwohlorientierung spielt daher eine besondere Rolle. Doch was bedeutet das und welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen sind notwendig, damit auf Basis von Künstlicher Intelligenz gesellschaftliche und soziale Innovationen entstehen können?

Für diese Fragen braucht es einen gesellschaftlichen Dialog und Beteiligungsmöglichkeiten. Daher diskutieren Expertinnen und Experten aus der Digitalszene, Wissenschaft sowie Partnerinnen und Partner aus der Zivilgesellschaft eben jene grundlegenden Fragen im Rahmen der re:publica 2021. Sie nehmen dabei gesellschaftliche Ideen und Impulse zur nachhaltigen Gestaltung von Technik für Mensch und Umwelt in den weiteren Prozess mit auf.

KI-Strategie der Bundesregierung

Die Bundesregierung verfolgt mit der KI-Strategie das Ziel, eine verantwortungsvolle und gemeinwohlorientierte Entwicklung und Nutzung von KI sicherzustellen. Gleichzeitig soll die KI im Rahmen eines breiten gesellschaftlichen Dialogs sowie einer aktiven politischen Gestaltung ethisch, rechtlich, kulturell und institutionell in die Gesellschaft eingebettet werden. Dabei haben neben dem privaten und öffentlichen Sektor auch zivilgesellschaftlichen Strukturen sowie Akteurinnen und Akteuren eine besondere Bedeutung.

Gute Kinderbetreuung Jetzt für den Deutschen Kita-Preis 2022 bewerben

Zwei Kinder in einer Kita flüstern sich etwas zu
Mit dem Deutschen Kita-Preis 2021 wird die Qualität in der Kinderbetreuung ausgezeichnet© DKJS/ Franziska Schmitt

Der Deutsche Kita-Preis ist in die fünfte Runde gestartet: Ab sofort können sich Kitas und Lokale Bündnisse für frühe Bildung um den Deutschen Kita-Preis 2022 bewerben. Mit dem Preis würdigen das Bundesfamilienministerium und die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) gemeinsam mit weiteren Förder- und Kooperationspartnern besonderes Engagement und gute Qualität in der frühen Bildung, Erziehung und Betreuung.

Wie wichtig eine hochwertige frühkindliche Bildung ist, zeigt sich während der Corona-Pandemie mehr denn je: Die pädagogischen Fachkräfte und ihre Bündnispartnerinnen und -partner sorgen mit ihrer engagierten Arbeit auch unter den schwierigen Pandemie-Bedingungen tagtäglich dafür, dass Kinder gut gefördert und betreut werden. Dabei haben sie auch die Bedürfnisse der Eltern im Blick.

130.000 Euro Preisgeld für Qualität in der frühen Bildung

Preisverdächtig sind Einrichtungen und Initiativen, die Kinder konsequent in den Mittelpunkt ihrer pädagogischen Arbeit stellen und bei denen Kinder, Eltern und Fachkräfte aktiv mitwirken können. Entscheidend ist zudem, wie die Teams weitere Institutionen vor Ort einbinden sowie die eigene Arbeit reflektieren und weiterentwickeln. Jede Kita und jedes Bündnis für frühe Bildung in Deutschland kann sich um die Auszeichnung bewerben. Die individuellen Rahmenbedingungen vor Ort werden in der Auswahl berücksichtigt. Denn der Deutsche Kita-Preis zeichnet nicht nur gute Ergebnisse aus, sondern würdigt auch gute Prozesse.

Die Auszeichnung wird in den Kategorien "Kita des Jahres" und "Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres" verliehen. Die Erstplatzierten dürfen sich über jeweils 25.000 Euro freuen. Zudem warten auf vier Zweitplatzierte in beiden Kategorien je 10.000 Euro.

Am Deutschen Kita-Preis 2022 teilnehmen

Für eine Bewerbung sind nur drei Schritte notwendig:

Bewerbungsschluss ist der 15. Juli 2021. Wer eine Auszeichnung mit nach Hause nehmen darf, entscheidet sich nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren im Frühjahr 2022. Falls angesichts der Corona-Pandemie Fragen für den Bewerbungsprozess auftauchen, werden sie womöglich in den angepassten FAQ des Deutschen Kita-Preises beantwortet.

Deutscher Kita-Preis 2021 wird am 9. Juni verliehen

Gut zu wissen: Am 9. Juni um 18 Uhr werden die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutschen Kita-Preises 2021 gekürt. Zehn Kitas und zehn Lokale Bündnisse für frühe Bildung haben sich hier bereits für die Endrunde qualifiziert. Die Preisverleihung wird auf der Internetseite des Deutschen Kita-Preises live übertragen.

Über den Deutschen Kita-Preis

Der Deutsche Kita-Preis wurde erstmals im Mai 2018 vergeben. Die Auszeichnung ist eine gemeinsame Initiative des Bundesfamilienministeriums und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in Partnerschaft mit der Heinz und Heide Dürr Stiftung, dem Eltern-Magazin, der Soziallotterie freiheit+ und dem Didacta-Verband. Der Deutsche Kita-Preis setzt Impulse für Qualität in der frühkindlichen Bildung und würdigt das Engagement der Menschen, die tagtäglich in Kitas zeigen, wie gute Qualität vor Ort gelingt.