Demenz Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz

Menschen mit Demenz möchten so lange wie möglich selbstständig und selbstbestimmt in ihrem vertrauten Umfeld bleiben. In Deutschland leben etwa zwei Drittel aller Demenzerkrankten in privaten Haushalten. Sie werden überwiegend von Angehörigen, Freundinnen und Freunden sowie Nachbarinnen und Nachbarn betreut und gepflegt, teilweise mit Unterstützung von professionellen Pflegekräften, aber auch von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. 

Damit Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen Teil unserer Gesellschaft bleiben und auf Hilfe- und Unterstützungssysteme zurückgreifen können, wurde der Aufbau der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz in ganz Deutschland durch die Bundesregierung gefördert. Das Bundesprogramm lief von 2012 bis 2018.

Seit Oktober 2018 begleitet die Netzwerkstelle "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz", welche bei der BAGSO - Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V. angesiedelt ist, die Netzwerke in ihrer Arbeit und bietet eine Plattform für den Austausch.

Menschen mit Demenz bundesweit noch besser unterstützen

Seit Oktober 2020 sind im Bundesprogramm "Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz" neue Förderwellen gestartet. Bis 2026 sollen 150 Netzwerke gefördert werden, um noch fehlende Strukturen zur Teilhabe und Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen auf- und auszubauen. Hierzu stellt das Bundesfamilienministerium pro Projekt mehr Geld zur Verfügung als im alten Bundesprogramm. Und die Förderung ist von zwei auf drei Jahre ausgeweitet.

Die Lokalen Allianzen sind regional unterschiedlich aufgebaut und verfolgen Zielstellungen, die an die eigenen Bedarfe und Herausforderungen angepasst sind. Um aktive und nachhaltige Netzwerke zu etablieren und passende Angebote zu schaffen, werden vorhandene Strukturen und die Erfahrungen der Akteure vor Ort eingebunden. Es beteiligen sich Kommunen, Vereine, Kirchen, Mehrgenerationenhäuser, aber auch Krankenhäuser, Arztpraxen oder Sport-, Bildungs- und Kultureinrichtungen. Haupt- und Ehrenamtliche arbeiten eng zusammen. Auch Unternehmen, Seniorenbüros und Selbsthilfeorganisationen sind häufig Teil der Lokalen Allianzen.