Ganztagsbetreuung

Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern

Betreuungslücken für Grundschulkinder schließen

Die Einschulung ist für Kinder und ihre Eltern eine spannende und schöne Zeit. Doch der Übergang von der Kindertagesbetreuung zur Grundschule stellt viele Familien vor Herausforderungen. Denn der Bedarf an Ganztagsangeboten für Kinder im Grundschulalter ist noch nicht gedeckt. Mit dem Schuleintritt erlischt der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz, obwohl der Unterricht oft bereits mittags endet.

Wenn der Spagat aus Familien- und Berufsleben aber weiterhin gelingen soll, braucht es mehr gute Betreuungsmöglichkeiten für Grundschulkinder - auch über den Mittag hinaus. Deshalb haben sich die Regierungsparteien in ihrem Koalitionsvertrag darauf geeinigt, bis 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder auf den Weg zu bringen.

Laut einer Studie des Deutschen Jugendinstituts wünscht sich ein Teil der Eltern eine Betreuung ihrer Kinder bis maximal 14.30 Uhr. Um diesen Bedarf komplett abzudecken, müssten bis 2025 zusätzlich 322.000 Betreuungsplätze entstehen. Das würde laut Studie bis zu 1,9 Milliarden Euro kosten. Um den Bedarf aller Eltern an Ganztagsplätzen abzudecken, also auch den Betreuungsbedarf nach 14.30 Uhr, müssten sogar bis zu 665.000 zusätzliche Plätze geschaffen und somit rund 3,9 Milliarden Euro investiert werden.

Eine Betreuung außerhalb der Schulzeit ermöglicht nicht nur die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Von einem verlässlichen ganztägigen Betreuungssystem profitieren auch die Grundschulkinder: Hochwertige Betreuungs- und Bildungsangebote am Nachmittag unterstützen sie in ihrer sozialen, emotionalen und körperlichen Entwicklung. Schülerinnen und Schüler können über die Unterrichtszeit hinaus individuell gefördert werden. So lässt sich auch ihre Motivation und ihr Selbstwertgefühl steigern.

Das heißt auch: Mit den richtigen Angeboten kann der Bildungserfolg unabhängiger von der sozialen Herkunft gemacht werden. Bessere Bildungs- und Teilhabechancen verbessern somit die Chancengleichheit.

 

In einigen Bundesländern, wie Brandenburg, Hamburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen, besteht bereits ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Dabei gibt es unterschiedliche Betreuungsangebote für Grundschulkinder. Am weitesten verbreitet sind Horte und (teil-)gebundene und offene Ganztagsschulen - mit unterschiedlichen Angeboten und Betreuungszeiten.

Horte sind in der Regel Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Pädagogisches Personal betreut die Grundschulkinder vor dem Unterricht und/oder nach dem Unterricht. Manche Horte bieten auch in den Ferien Betreuung an. Auch das hilft enorm, denn die wenigsten Eltern haben so viel Urlaub, um die Schulferien abdecken zu können. In der Regel fallen Elternbeiträge und Kosten für das Mittagessen an.

Ganztagsschulen bieten an mindesten drei Tagen in der Woche ein Angebot von mindestens sieben Zeitstunden und ein Mittagessen an. Außerdem werden außerunterrichtliche Aktivitäten angeboten, wie Hausaufgabenbetreuung oder bestimmte Arbeitsgruppen. Viele Ganztagsschulen kooperieren mit Vereinen und bieten gemeinsame Freizeitangebote an, zum Beispiel Sport oder Musik. Die Angebote der gebundenen Ganztagsschule sind für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend. In der teilgebundenen Ganztagsschule ist das nicht so. Hier nimmt sie nur ein Teil der Schülerinnen und Schüler wahr. Verpflichtend sind meist nur bestimmte Ganztagsangebote für einzelne Klassen oder Klassenstufen. Angebote der offenen Ganztagsschule besuchen die Schülerinnen und Schüler hingegen nach eigenem Wunsch und dem Wunsch ihrer Eltern. Außerdem gibt es auch noch weitere bundeslandspezifische Modelle - zum Beispiel die Übermittagsbetreuung oder die verlässliche Grundschule.