Familien mit Migrationshintergrund

Chancen und Teilhabe für Familien

Familien mit Migrationshintergrund

Jede dritte Familie in Deutschland hat mindestens einen Elternteil mit einer Einwanderungsgeschichte. Das Bundesfamilienministerium hat die Lebensrealität dieser Familien in der Publikation "Gelebte Vielfalt: Familien mit Migrationshintergrund in Deutschland" näher beleuchtet. Sie bündelt statistische Daten zur Lebenslage von Familien mit Migrationshintergrund, zur Bildungsteilhabe, zur wirtschaftlichen Situation und beruflichen Integration dieser Familien sowie zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Um neu zugewanderten Familien mit Klein- und Schulkindern das Ankommen und eine bessere Integration in Deutschland zu ermöglichen und sie insbesondere darin zu unterstützen, ihren Kindern einen schnellen Zugang zur Bildung zu erleichtern, hat das Bundesfamilienministerium 2017 das Bundesprogramm "Starke Netzwerke Elternbegleitung für geflüchtete Familien" aufgelegt. Mehr als 12.000 qualifizierte Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter unterstützen sie dabei im Rahmen der Bundesprogramme Elternchance I und Elternchance II des Bundesfamilienministeriums.

Viele dieser früh- oder sozialpädagogischen Fachkräfte arbeiten bereits mit geflüchteten Familien, begleiten sie kontinuierlich und geben ihnen die nötige Orientierung im Alltag. Familien mit Migrationshintergrund profitieren von diesem niederschwelligen Angebot der flüchtlingsbezogenen Elternbegleitung, das weiterentwickelt und systematisch in die Unterstützungsstrukturen vor Ort eingebunden werden soll - insbesondere in vernetzte Träger-Strukturen der sozialraumbezogenen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe. Von Juni 2017 bis Ende 2020 werden bundesweit 47 Standorte mit jeweils jährlich 50.000 Euro gefördert.

Das Projekt ist verknüpft mit dem ebenfalls gestarteten Bundesprogramm "Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung" des Bundesfamilienministeriums. Im Fokus des Programms stehen Kinder und Familien, die bisher nicht oder nur unzureichend von der institutionellen Kindertagesbetreuung erreicht wurden, beispielsweise Kinder mit Fluchthintergrund. Bis zu 300 teilnehmende Standorte erhalten eine Förderung für eine Koordinierungsstelle, Fachkräfte für die Umsetzung der Angebote sowie zusätzliche Projektmittel.

Familien mit Migrationshintergrund sind noch immer besonders häufig von Arbeitslosigkeit betroffen und von Transferleistungen abhängig. Diese Abhängigkeit reduziert sich deutlich, wenn die Mütter erwerbstätig sind. Zudem ist belegt, dass die Berufstätigkeit und eine weitgehende gesellschaftliche Integration von Müttern aus Zuwanderungsfamilien einen positiven Effekt auf die Integration der gesamten Familie und insbesondere der Kinder haben.

Umfragen zeigen, dass Migrantinnen mit minderjährigen Kindern eine eigene Erwerbstätigkeit als sehr wichtig einschätzen. Knapp die Hälfte der in Deutschland lebenden Mütter mit Zuwanderungsgeschichte ist nicht berufstätig, aber rund 68 Prozent dieser Mütter würden es gerne sein, mehr als ein Drittel sucht einen unmittelbaren Berufseinstieg. 36 Prozent der Mütter besitzen ein (Fach-)Abitur und 57 Prozent können eine abgeschlossene Lehre oder einen höheren Berufsabschluss vorweisen.

Müttern mit Migrationshintergrund den beruflichen Einstieg erleichtern

Hier setzt das ESF-Bundesprogramm "Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein" des Bundesfamilienministeriums an. Es verfolgt das Ziel, den Erwerbseinstieg gerade für die Mütter zu erleichtern.

Im Rahmen von "Stark im Beruf" sind gut 90 Kontaktstellen bundesweit aktiv. Die Projekte fördern durch individuelle Begleitung (Coaching und Mentoring) die Erwerbsorientierung der Mütter. Sie führen sie an Instrumente der Arbeitsförderung, der Kompetenzfeststellung und der Qualifizierung und somit an den Arbeitsmarkt heran: Die Teilnehmerinnen erhalten Beratungs- und Informationsangebote zu allen arbeitsmarktrelevanten Fragen, Beratung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine Begleitung des (Wieder-)Einstiegs-– von der beruflichen Orientierung über den Beginn eines Praktikums oder einer Ausbildung bis zur ersten Phase einer Beschäftigung. Das Angebot richtet sich an lange hier lebende wie auch an neu zugewanderte oder geflüchtete Mütter.

Das Programm "Stark im Beruf" wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

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