Familien mit Migrationshintergrund

Chancen und Teilhabe für Familien

Familien mit Migrationshintergrund

Nahezu jede dritte Familie in Deutschland hat mindestens ein Familienmitglied, das aus einem anderen Land stammt oder eine andere Staatsangehörigkeit besitzt. 36 Prozent der Kinder unter zehn Jahren  haben einen Migrationshintergrund – Tendenz steigend.

Die Familienpolitik der Bundesregierung ist darauf ausgerichtet, Migrantinnen und Migranten bei ihrer Integration zu unterstützen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Integration von Frauen und Müttern in den Arbeitsmarkt.

Arbeitsmarktintegration von Müttern mit Migrationshintergrund

Noch immer sind Familien mit Migrationshintergrund besonders häufig von Arbeitslosigkeit betroffen und von Transferleistungen abhängig. Diese Abhängigkeit reduziert sich deutlich, wenn die Mütter erwerbstätig sind. Zudem ist belegt, dass die Berufstätigkeit und eine weitgehende gesellschaftliche Integration von Müttern aus Zuwanderungsfamilien einen positiven Effekt auf die Integration der gesamten Familie und insbesondere der Kinder haben.

Umfragen zeigen, dass Migrantinnen auch im Lebensabschnitt mit minderjährigen Kindern eine eigene Erwerbstätigkeit als sehr wichtig einschätzen. Knapp die Hälfte der in Deutschland lebenden Mütter mit Zuwanderungsgeschichte ist nicht berufstätig, aber rund 68 Prozent dieser Mütter möchten es gerne sein, mehr als ein Drittel sucht einen unmittelbaren Berufseinstieg. 32 Prozent der Mütter besitzen ein (Fach-)Abitur und 56 Prozent können eine abgeschlossene Lehre oder einen höheren Berufsabschluss vorweisen. Hier setzt das Programm "Stark im Beruf" an.

Stark im Beruf

Mit dem Bundesprogramm "Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein" verfolgen das Bundesfamilienministerium und der Europäische Sozialfonds das Ziel, den Erwerbseinstieg für Mütter mit Zuwanderungsgeschichte zu erleichtern und den Zugang zu vorhandenen Angeboten zur Arbeitsmarktintegration zu verbessern.

Mütter mit Migrationshintergrund sind "Stark im Beruf"

Die "Stark im Beruf"-Kontaktstellen tragen dazu bei, bessere Zugangsmöglichkeiten zu bestehenden Angeboten der Arbeitsmarktintegration zu schaffen und den Müttern individuelle Wege zum Einstieg in die Erwerbstätigkeit aufzuzeigen. Die Projekte fördern durch individuelle Begleitung (Coaching und Mentoring) die Erwerbsorientierung der Mütter und führen sie an Instrumente der Arbeitsförderung, der Kompetenzfeststellung und der Qualifizierung und somit an den Arbeitsmarkt heran: Die Teilnehmerinnen erhalten Beratungs- und Informationsangebote zu allen arbeitsmarktrelevanten Fragen, Beratung zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine Begleitung des (Wieder-)Einstiegs – von der beruflichen Orientierung über den Beginn eines Praktikums oder einer Ausbildung bis zur ersten Phase einer Beschäftigung. Das Angebot richtet sich an lange hier lebende wie auch an neu zugewanderte oder geflüchtete Mütter.

Im Rahmen von "Stark im Beruf" sind rund 80 Kontaktstellen bundesweit aktiv. 35 Projektstandorte bieten ergänzende Angebote für geflüchtete Mütter an und erhalten dafür 25.000 Euro pro Jahr in 2017 und 2018 zusätzlich zur Grundförderung von 50.000 Euro jährlich. Die erste Förderphase des Programms endet 2018. Eine zweite Förderphase ab 2019 bis Mitte 2022 ist geplant.

In "Stark im Beruf" ist eine strategische Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit verankert. Jeder Projektträger arbeitet eng mit Arbeitsagentur oder Jobcenter vor Ort zusammen.

Das Programm "Stark im Beruf" wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

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