Chancen und Teilhabe für Familien

ESF-Bundesprogramm "Elternchance II - Familien früh für Bildung gewinnen"



Das Programm "Elternchance II" wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Logo des Europäischen Sozialfonds für Deutschland Logo der Europäischen Kommission Logo von Zusammen Zukunft gestalten

Faire Chancen für Kinder sind eng mit der frühen Förderung durch die Eltern verknüpft. Zahlreiche Studien belegen, dass in der Familie der Grundstein für den Bildungsweg gelegt wird. Eltern sind die zentralen Bezugspersonen der Kinder. Sie wissen am besten, wie wichtig eine gute Bildung für ihr Kind ist. Doch nicht jede Familie kann die Erziehung und den Alltag daran ausrichten. Viele Eltern haben Fragen rund um die Entwicklung und den Bildungsweg ihres Kindes - sei es zur frühkindlichen Förderung, zum Übergang in die Grundschule oder zur Vermittlung von Bildung im Familienalltag.

Das Bundesfamilienministerium setzt mit dem vom Europäischen Sozialfonds (ESF) finanzierten Bundesprogramm "Elternchance II - Familien früh für Bildung gewinnen" hier an: Qualifizierte Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern unterstützen Eltern als Vertrauenspersonen dabei, Bildungszugänge im Familienalltag zu finden. Der Vorteil:  Die Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter sind nah dran am Sozialraum der Eltern, wie etwa in Mehrgenerationenhäusern oder Kitas und Schulen.

Weiterqualifizierung zu Elternbegleiterin und Elternbegleiter

Seit 2011 haben sich bis heute nahezu 14.000 Fachkräfte der Familienbildung über das Bundesprogramm "Elternchance ist Kinderchance (2011 - 2015)" und das ESF-Bundesprogramm "Elternchance II (2015 - 2021)" zu Elternbegleiterinnen und Elternbegleitern weiterqualifiziert. Dadurch erweiterten sie ihre Kenntnisse um neue Kompetenzen der Bildungsbegleitung von Familien. Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter gewinnen durch die Qualifizierung zusätzliches Wissen und praktische Handlungskompetenz zu Bildungsverläufen sowie einer optimalen Bildungsförderung von Kindern. Für die Bildungsbegleitung gewinnen sie neue Querschnittskompetenzen, wie zum Beispiel zur Herstellung geeigneter Zugänge zu sozial benachteiligten Eltern, neue Ansätze für die Leitung von Gruppen, Ideen für eine effiziente Netzwerkarbeit sowie interkulturelle Kompetenz.

Logo des Programms "Elternchance II"
Logo des Programms "Elternchance II"

Die Weiterqualifizierung basiert auf einem auf die familiale Bildungsbegleitung zugeschnittenen, einheitlichen Curriculum. Sie ist trägerübergreifend ausgerichtet, findet  bundesweit vor Ort oder seit dem Jahr 2020 auch digital statt, umfasst 190 Unterrichtsstunden und schließt mit einem anerkannten Trägerzertifikat ab.

Zielgruppe der Weiterqualifizierung sind Fachkräfte, die bereits in der Familienbildung tätig sind. Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter sind in Einrichtungen wie Familienbildungsstätten, Familienzentren, und Kitas oder in enger Vernetzung mit anderen Trägern aktiv. Jede haupt- oder nebenamtliche Fachkraft aus der Familienbildung kann sich direkt bei einem bundesweit tätigen Qualifizierungsträger bewerben.

Auch nach der intensiven Zeit der Qualifizierung zum Elternbegleiter oder zur Elternbegleiterin besteht bei vielen aktiven Fachkräften der Wunsch nach einem kollegialen Austausch über Erfahrungen, Herausforderungen oder auch neue Entwicklungen in der Elternbegleitung. Über das Online-Angebot der Servicestelle Elternchance oder auch das Trägerkonsortium als Qualifizierungsträger können sich Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter interessen- und bedarfsorientiert digital live austauschen und virtuell vernetzen. Der themenorientierte Praxisaustausch wird von Referentinnen und Referenten, die in der Qualifizierung von Elternbegleitpersonen tätig waren, angeleitet. Im Fokus des Online-Angebotes stehen die teilnehmenden Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter, die sich aktiv und ortsunabhängig in den Austausch zu gewählten Themen einbringen können.

Praxisrelevanz von "Elternchance II"

"Elternchance II" basiert auf den positiven Erfahrungen mit "Elternchance ist Kinderchance (2011 - 2015)". Die begleitende Wirkungsforschung durch das Deutsche Jugendinstitut e.V. (DJI) und die Universität Erlangen-Nürnberg hat gezeigt: Die Qualifizierung spricht einen Bedarf in der Elternarbeit an und beweist hohe Praxisrelevanz. Die Fachkräfte konnten ihre Kompetenzen stärken und die Qualität der Zusammenarbeit mit Eltern steigern. Elternkompetenzen werden durch die Bildungsbegleitung gestärkt und Eltern erleben die Zusammenarbeit als wertschätzend und vertrauensvoll.

Auch während der Corona-Pandemie konnten Familien durch Elternbegleitung erreicht und unterstützt werden. Die Fachkräfte haben neue Zugangswege zu den Eltern durch digitale Angebote oder neue Formen der Kommunikation geschaffen, zum Beispiel durch "Fenstergespräche".

Elternbegleitung als Marke

Elternbegleitung durch qualifizierte Fachkräfte ist ein wichtiger Teil der bundesweiten, präventiv orientierten Angebote zur Förderung und Begleitung von Familien sowie der Vernetzung in der Zusammenarbeit mit Eltern. Sie ergänzt den Ausbau der Kindertagesbetreuung für unter Dreijährige, der mit der Stärkung des Bildungsauftrags in den Kindertageseinrichtungen verbunden ist, sowie die Frühen Hilfen zur Förderung des kindlichen Wohlergehens und als präventive Maßnahme des Kinderschutzes.

Die Nachfrage an der Qualifizierung hält unvermindert an: Inzwischen sind  nahezu 14.000 Elternbegleiterinnen und Elternbegleiter bundesweit aktiv. Immer mehr Fachkräfte, auch aus Kindertageseinrichtungen, nutzen das Qualifizierungsangebot zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit Eltern in Fragen der frühen Bildung. Die Bundesprogramme "Elternchance ist Kinderchance" und "Elternchance II" sind inzwischen deutschlandweit zwei Dritteln der Jugendamtsleitungen bekannt. Fortlaufendes Ziel ist Elternbegleitung als einen festen Bestandteil einer familienbezogenen Infrastruktur in der Kommune zu etablieren.