Begleitung am Lebensende

Hospiz- und Palliativversorgung

Die meisten Menschen wünschen sich, dass sie zu Hause sterben können, wenn es so weit ist. Das ergab eine Umfrage im Auftrag des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV). Tatsächlich sterben aber viele im Krankenhaus. Dies liegt häufig daran, dass sowohl die Betroffenen als auch die Angehörigen befürchten, der Situation alleine nicht gewachsen zu sein. Hier können die Angebote der Hospizarbeit und Palliativversorgung oft helfen und Sicherheit geben, indem sie die bereits vorhandene Unterstützung ergänzen.

Für die erste Beratung ist die Hausärztin oder der Hausarzt ein guter Anlaufpunkt. Durch die langjährige Betreuung kennen sie ihre Patientinnen und Patienten. Das Vertrauensverhältnis und ihr Fachwissen helfen, Symptome zu lindern, und ermöglichen es oft, dass die Schwerstkranken die Zeit bis zu ihrem Tod in gewohnter Umgebung verbringen können.

Weitere Angebote der Hospiz-und Palliativversorgung finden sich über den Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland. Das Online-Portal zeigt Betroffenen stationäre und ambulante Dienste sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene in der Nähe an. Zu finden sind Einrichtungen und Dienste wie Palliativstationen, stationäre Hospize, ambulante Hospizdienste, Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)-Teams, Palliativdienste im Krankenhaus, Palliativpflegedienste und weitere Unterstützungsangebote - jeweils mit einer Kurzbeschreibung. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) stellt den Wegweiser in neun Sprachen zur Verfügung.

Die Begleitung durch Hospizdienste erleichtert schwerstkranken Menschen den Sterbeprozess in ihrer gewohnten Umgebung. Ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter kommen zu den Betroffenen nach Hause. Sie haben sich in Schulungen für diese Arbeit qualifiziert und unterliegen der Schweigepflicht. Viele von ihnen engagieren sich oft schon jahrelang in der Sterbebegleitung. In der letzten Lebensphase können sie durch ihre Zeit, Erfahrungen und Absichtslosigkeit eine sehr wertvolle Unterstützung für Sterbende wie Angehörige sein.

Auch die Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) wächst in Deutschland. Die Teams sind speziell für die Versorgung von Palliativpatientinnen und -patienten ausgebildet - also Menschen mit nicht heilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankungen und einer begrenzten Lebenserwartung. Sie unterstützen beispielsweise bei der Behandlung von Schmerzen oder Ängsten, beraten und koordinieren die Versorgung. Die SAPV-Teams bestehen aus speziell für diese Aufgabe qualifizierten Ärztinnen, Ärzten und Pflegekräften, die 24 Stunden erreichbar sind. Bei Bedarf können ehrenamtliche Hospizhelferinnen und Hospizhelfer unterstützen. SAPV-Teams dienen außerdem als Ergänzung zu einem Pflegedienst.

Wenn keine spezialisierte Versorgung nötig ist, kann die Allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV) eingebunden werden. Niedergelassene Haus- und Fachärztinnen beziehungsweise -ärzte sowie ambulante Pflegedienste mit palliativmedizinischer Basisqualifikation versorgen gemeinsam Palliativpatientinnen und -patienten in deren gewohntem Umfeld. Die meisten Palliativpatientinnen und patienten, die medizinische und pflegerische Versorgung benötigen, können auf diese Weise ausreichend versorgt werden.

Wenn das Sterben zu Hause nicht möglich ist, kann ein stationäres Hospiz eine gute Alternative sein. Dabei handelt es sich um unabhängige Einrichtungen mit acht bis 16 Betten. Im Hospiz werden die Schwerstkranken und Sterbenden ganzheitlich betreut - je nach individuellen Bedürfnissen zum Beispiel durch Pflegekräfte oder psychosoziale Dienste sowie physiotherapeutisch, seelsorgerisch und auch ärztlich. Nicht immer sind diese Professionen fester Bestandteil des Hospizteams, in jedem Fall bestehen jedoch enge Kooperationen zwischen Hospiz und Versorgungsangebot.

Palliativstationen sind an Krankenhäuser angebunden. Genau wie Hospizeinrichtungen zeichnen sie sich durch einen ganzheitlichen Betreuungsansatz aus. Die Aufnahme auf eine Palliativstation erfolgt vornehmlich in einer akuten Krisensituation. Ziel des Aufenthalts, der meist nicht länger als zwei Wochen andauert, ist die Behebung der akuten Probleme, damit die Schwerstkranken und Sterbenden danach wieder zu Hause betreut werden können.

Steht der Wunsch nach einer hospizlichen oder palliativen Versorgung fest, sollte auch die Kostenfrage geklärt werden. Ambulante Hospizdienste sind für Betroffene und Angehörige kostenfrei. Die Kosten für stationäre Hospizplätze werden zu 95 Prozent von den Kranken- und Pflegekassen übernommen, fünf Prozent trägt das Hospiz selbst. Die palliativmedizinische Versorgung - egal ob ambulant, stationär oder durch ein SAPV-Team - wird von den gesetzlichen Krankenkassen nach ärztlicher Verordnung übernommen.

Das Anrecht auf Beratung über Hospiz- und Palliativdienste ist gesetzlich geregelt. Krankenkassen sind laut Sozialgesetzbuch V verpflichtet, die Beratung entweder selbst zu übernehmen oder an Beratungsstellen zu verweisen.

Auch die Private Krankenversicherung (PKV) erstattet die Aufwendungen für Hospiz- und Palliativversorgung. Idealerweise klären Versicherte Detailfragen möglichst schon im Vorfeld mit ihrem PKV-Unternehmen ab.

  • 1472 ambulante Hospizdienste
  • 234 stationäre Hospize für Erwachsene mit insgesamt 2343 Betten
  • 17 Hospize für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit lebenslimitierenden Erkrankungen
  • 284 SAPV-Teams für Erwachsene und 44 SAPV-Teams für Kinder und Jugendliche sind 24 Stunden an sieben Tagen die Woche erreichbar
  • 341 Palliativstationen mit 2837 Betten
  • 11.440 Palliativmedizinerinnen und Palliativmediziner