Begleitung am Lebensende - Hospizarbeit und Palliativversorgung

Das Bild zeigt einen Mann von hinten, der aus dem Fenster schaut
© Julia Mihailov

Um am Lebensende schnell die notwendige Unterstützung zu bekommen, sind zwei Dinge wichtig: Man muss für sich und mit seinen Nahestehenden klären, was man sich für das eigene Lebensende und Sterben wünscht und was einem dabei wichtig ist. Und man muss wissen, welche Unterstützung es gibt.

Das Bundesfamilienministerium fördert im Bereich Hospiz-und Palliativversorgung verschiedene Projekte: Es unterstützt die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland. Dazu gehört auch die Online-Suche Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland. Hier finden Interessierte ambulante und stationäre Angebote für Erwachsene, Kinder und Jugendliche in neun Sprachen. Bei einem Pilotprojekt der Fachstelle für Hospizarbeit, Palliativversorgung und Trauerarbeit des Malteser Hilfsdienstes sollen junge Erwachsene an das Thema herangeführt und für die Sterbe- und Trauerbegleitung gewonnen werden.

Das eigene Lebensende lässt sich zwar vorab nicht so organisieren, dass wir alles unter Kontrolle haben. Trotzdem ist es sinnvoll, frühzeitig darüber nachzudenken, was wir uns dafür wünschen. Es ist viel wert, mit Angehörigen, Freundinnen und Freunden offen über das Thema zu sprechen. Nur wenn sie wissen, was uns wichtig ist und was wir uns für das eigene Sterben wünschen, können sie im Ernstfall in unserem Sinne handeln. Vor allem dann, wenn wir selbst dazu nicht mehr in der Lage sind.

Gespräche über den Tod machen vielen Angst - nicht nur wenn es eine konkrete Diagnose gibt. Klar formulierte Fragen können helfen, sich gemeinsam und langsam an das Thema heranzuwagen:

  • Wo will ich sein, wenn ich sterbe? Wen möchte ich um mich haben?
  • Entspricht meine familiäre und soziale Situation meinen Bedürfnissen im letzten Lebensabschnitt? Welche Bedürfnisse können hinzukommen und welche Folgerungen ergeben sich daraus für meine Betreuung?
  • Brauche ich vielleicht professionelle Unterstützung? Und weiß ich, wie ich diese finde?
  • In welchem Zustand werde ich mich wahrscheinlich körperlich und psychisch befinden und wem möchte/kann ich das zumuten?
  • Wie und in welchem Umfang können Freundinnen, Freunde und Angehörige helfen?

Einen Überblick über Angebote der Hospiz-und Palliativversorgung finden Interessierte über den Wegweiser Hospiz- und Palliativversorgung Deutschland. Das Online-Portal zeigt Betroffenen stationäre und ambulante Dienste sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene in der Nähe an. Zu finden sind Einrichtungen und Dienste wie Palliativstationen, stationäre Hospize, ambulante Hospizdienste, SAPV-Teams, Palliativdienste im Krankenhaus, Palliativpflegedienste und weitere Unterstützungsangebote - jeweils mit einer Kurzbeschreibung. Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) stellt den Wegweiser in neun Sprachen zur Verfügung.

Das Thema Hospizarbeit und Palliativversorgung hat vor allem mit Zeit zu tun: Für schwerstkranke und sterbende Menschen geht es darum, die verbleibende Zeit würdevoll und mit möglichst hoher Lebensqualität zu verbringen. Dabei werden sie von vielen haupt- und ehrenamtlich tätigen Menschen unterstützt. Sie bringen ihre Zeit ein, um bei denen zu sein, die nicht mehr viel Zeit haben.

Allein unter dem Dach des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) engagieren sich mehr als 120.000 Menschen. Das Engagement hat viele Facetten und bietet ganz unterschiedliche Möglichkeiten, sich ehrenamtlich für schwerstkranke und sterbende Menschen einzusetzen.