Welt-Alzheimertag

Engagement für Menschen mit Demenz weiter stärken

Zwei ältere Menschen stehen an einer Tafel
Etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz leben in Deutschland. Sie brauchen bestmögliche Unterstützung © Monica Ninker Photography

Am 21. September, dem Welt-Alzheimertag, haben Bundesfamilienministerin Lisa Paus und Bundesgesundheitsminister Dr. Karl Lauterbach das Engagement der Bundesregierung für Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen bekräftigt. Demenz ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen, aber auch gesamtgesellschatlich eine große Herausforderung. Der Appell des diesjährigen Welt-Alzheimertages lautet daher "Verbunden bleiben". Menschen mit Demenz leben meist mitten unter uns und sollen dort auch ihren Platz haben - unabhängig von Beeinträchtigung, Herkunft und Unterbringung.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus: "Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen brauchen bestmögliche Unterstützung. Für bessere gesellschaftliche Teilhabe und pflegerische Versorgung setze ich mich als Seniorenministerin mit aller Kraft ein. So haben wir im Koalitionsvertrag vereinbart, pflegende Angehörige mit einer Lohnersatzleistung zu unterstützen, wenn sie ihre Arbeitszeit reduzieren, um sich um Angehörige zu kümmern. Mit den wegweisenden Maßnahmen unserer Nationalen Demenzstrategie leisten wir einen wichtigen Beitrag, um die besonderen Lebenslagen von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Die Erfahrungen aus der Zeit der Corona-Pandemie und die immer weiter steigende Zahl von Menschen mit Demenz erfordern aber weiteres Engagement. Mit der bundesweiten Umsetzung der mehr als 160 Maßnahmen der Nationalen Demenzstrategie befinden wir uns gemeinsam mit allen Akteuren auf dem richtigen Weg."

 
Bundesgesundheitsminister Dr. Karl Lauterbach: "Menschen mit Demenz und deren Angehörige brauchen Unterstützungsangebote in ihrem direkten Umfeld. Deshalb müssen Bund, Länder und Kommunen zusammen quartiernahe Wohnformen mit gut vernetzten Versorgungs- und Pflegeangeboten für Demenzkranke stärker fördern. Angepasste Versorgungsstrukturen im direkten Wohnumfeld entlasten auch Angehörige, die gerade bei der Pflege von Menschen mit Demenz schnell an die Grenzen der Belastbarkeit stoßen können. Als alternde Gesellschaft müssen wir akzeptieren: Demenz gehört zu unserem Alltag. Deshalb sollten wir die Betroffenen auch im Alltagsumfeld unterstützen. Wichtig ist, dass wir die Grundlagenforschung zu Alzheimer und Demenz deutlich ausbauen, damit es endlich auch therapeutische Ansätze gibt."

Dank an die Fußballnationaltrainerin

Lisa Paus und Dr. Karl Lauterbach dankten der Bundestrainerin der Fußballnationalmannschaft der Frauen, Martina Voss-Tecklenburg, für ihre Bereitschaft, weiterhin als Botschafterin der Nationalen Demenzstrategie der Bundesregierung tätig zu sein. Ihr ehrenamtliches Engagement helfe enorm, die mit Demenz zusammenhängenden Herausforderungen und die Unterstützungsmöglichkeiten in der Gesellschaft bekannter zu machen. Sie leiste damit einen großen Beitrag zur dringend notwendigen Sensibilisierung in diesem Themenfeld.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg: "Man kann sich kaum vorstellen, wie hilfreich und wohltuend Unterstützungen sind, wenn man wegen einer Demenz das Leben umstellen muss. Das Wichtigste ist, dass alle Beteiligten am Leben weiter teilhaben. Teilhabe bedeutet Lebensqualität! Dafür sorgen wertvolle Programme, Angebote, Initiativen der Nationalen Demenzstrategie. Ich bin stolz und glücklich, dass ich auch weiterhin als Botschafterin der Bundesregierung öffentlich dafür stehen darf. Und ich weiß es aus eigener Erfahrung: Es lohnt sich immer, sich für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zu engagieren."

Nationale Demenzstrategie

Heute leben in Deutschland etwa 1,8 Millionen Menschen mit Demenz. Die Zahl der Erkrankten steigt stetig. Es ist damit zu rechnen, dass 2050 in Deutschland bis zu 2,8 Millionen Menschen von Demenz betroffen sind. 2020 brachte die Bundesregierung unter Federführung des Bundesfamilienministeriums und des Bundesgesundheitsministeriums die Nationale Demenzstrategie auf den Weg. Die Strategie wurde von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis aus Politik, Gesundheits- und Sozialwesen, Zivilgesellschaft und Forschung erarbeitet und mit mehr als 160 Maßnahmen von der Bundesregierung verabschiedet. Ziel ist es, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz in allen Lebensbereichen zu verbessern.

Da insbesondere lebenswertes und selbstbestimmtes Wohnen für Menschen mit Demenz eine zentrale Bedeutung hat, stand am 20. September die Netzwerktagung der Nationalen Demenzstrategie unter der Überschrift "Leben mit Demenz - Wohnen heute und morgen". Die Tagung findet jährlich in der Woche der Demenz statt, die bundesweit auf das Thema Demenz aufmerksam macht.

Vier Handlungsfelder stehen im Fokus:

  • Strukturen zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Demenz an ihrem Lebensort aus- und aufbauen 
  • Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen unterstützen 
  • Medizinische und pflegerische Versorgung von Menschen mit Demenz weiterentwickeln 
  • Exzellente Forschung zu Demenz fördern.