Gleichstellung

Dossier "Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer" vorgelegt

Ein Vater lernt zusammen mit seinem Sohn
Partnerschaftliche Gleichstellung betrachtet auch die Perspektiven von Jungen und Männern © BMFSFJ

Frauen und Männer stehen in der Gleichstellungspolitik nicht in Konkurrenz zueinander - ihre Perspektiven müssen vielmehr zusammen gedacht werden, damit partnerschaftliche Gleichstellung gelingt und nachhaltig gelebt werden kann. Das Dossier "Gleichstellungspolitik für Jungen und Männer" ist, mit seinem Fokus speziell auf Jungen und Männer, das erste seiner Art. Am 28. September hat Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey es im Rahmen eines Bund-Länder-Fachaustauschs offiziell vorgelegt. Das Dossier ist ab sofort abrufbar.

Es beschreibt in Bezug auf die Gleichstellungspolitik einen partnerschaftlichen Ansatz. Auf Basis aktueller Daten werden die gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen von Jungen und Männern dargestellt. Im Dossier wird erläutert, wie Jungen und Männer bereits heute erreicht und zu eigenem Tun angeregt werden. Darüber hinaus gibt es einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand und zeigt Entwicklungen und Perspektiven auf.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey:

"Die Anforderungen an Männer sind heute vielfältig und komplex. Jungen und Männer sollen emotional, offen und verständnisvoll sein und gleichzeitig aber auch stark und 'männlich'. Sie sollen beruflich erfolgreich sein, aber auch aktiv am Familienleben teilnehmen und als liebevolle fürsorgliche Väter ihren Teil an der Kindererziehung leisten - auch nach einer eventuellen Trennung. Diese unterschiedlichen Anforderungen können dazu führen, dass sich Männer überfordert fühlen und Probleme haben, ihre Sorgen offen anzusprechen. Gründe dafür sind oft die eigene Erziehung und ein über viele Generationen gelebtes Rollenbild. Deshalb brauchen wir eine Gleichstellungspolitik, die auch die Perspektiven von Jungen, Männern und Vätern sieht und diese in einen guten Einklang bringt mit den Sichtweisen und Bedürfnissen von Mädchen, Frauen und Müttern. Nur, wenn wir beide Seiten zusammen denken, kann echte Gleichstellung gelingen."

Inhalte des Dossiers

Das Dossier beschreibt deutlich, dass gleichstellungspolitischer Fortschritt auch das Engagement von Jungen und Männern braucht. Sie werden in einer dreifachen Rolle angesprochen:

  1. Als Akteure des Wandels: Denn auch Jungen und Männer haben Gleichstellungsanliegen, wollen jenseits von Geschlechterklischees frei und gut leben, ihre Potenziale und Interessen verwirklichen sowie Beziehungen auf Augenhöhe führen.
  2. Als Unterstützer und Partner von Gleichstellung und Frauenemanzipation: Auch wenn Jungen und Männer selbst unter Männlichkeitsnormen leiden, bleiben sie strukturell privilegiert. Gleichstellungspolitik muss und darf von Jungen und Männern auch einfordern, dass sie sich mit diesen Privilegien auseinandersetzen und Gleichstellungsanliegen von Frauen unterstützen.
  3. Als Partner in einer Allianz für Vielfalt und soziale Gerechtigkeit: Denn Gleichstellung ist nicht erreicht, wenn nur die privilegiertesten Männer und Frauen gleich viel haben und dürfen. Partnerschaftliche Gleichstellungspolitik bezieht Jungen und Männer in den Entwicklungsprozess ein - hin zu sozialer Gerechtigkeit ein.

Für echte Gleichberechtigung brauchen Frauen und Männer daher eine abgestimmte Gleichstellungspolitik, die für beide Seiten eine optimale Balance zwischen Beruf und Familie im Arbeitsalltag oder bei der Pflege ermöglicht.

Männer und Frauen vor Gewalt schützen

Auch der Gewaltschutz von Frauen und Männern in der Partnerschaft ist dafür wesentlich. Die Initiative "Stärker als Gewalt" des Bundesfamilienministeriums richtet sich deshalb explizit an Frauen und Männer. Sie will erreichen, dass alle Personen die Hilfe erhalten, die sie brauchen, wenn sie von körperlicher, sexueller oder psychischer Gewalt betroffen sind. Dort finden Männer deshalb konkrete Hilfe- und Beratungsangebote. Dazu gehören das Bundesforum Männer e.V. mit dem Männerberatungsnetz, die Bundesfach- und Koordinierungsstelle Männergewaltschutz, die Landesfachstelle Männerarbeit Sachsen mit ihrem Hilfeangebot "Gib Dich nicht geschlagen" und der SKM Bundesverband mit dem Beratungsangebot "Echte Männer reden".

Das Dossier steht in einer gedruckten und in einer Online- Version als Langfassung und Kurzfassung zur Verfügung sowie in englischer Sprache