Integration und Chancen für Jugendliche Jugendmigrationsdienste

Jugendmigrationsdienste: Gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen© BMFSFJ

Bundesweit begleiten über 470 Jugendmigrationsdienste junge Menschen mit Migrationshintergrund - darunter auch nach Deutschland Geflüchtete - mit einem vielseitigen Angebot. Im Vordergrund steht die Integration in Ausbildung und Arbeitsmarkt. Das Programm ist Teil der Initiative "JUGEND STÄRKEN".

Die Jugendmigrationsdienste unterstützen junge Menschen auf ihrem Weg in weiterführende Schulen, Ausbildungsplätze und in die Arbeitswelt. Gemeinsam mit den Jugendlichen legen die Beraterinnen und Berater Ziele fest und suchen Angebote, die zu den individuellen Fähigkeiten der jungen Menschen passen. Zur Stärkung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit bieten die Einrichtungen außerdem verschiedene Gruppenmaßnahmen an - vor allem im sportlichen und kulturellen Bereich. Viele ergänzen ihr Angebot mit Konversationskursen, Bewerbungstrainings oder Schulungen zum Umgang mit Neuen Medien. Die mehr als 950 Beschäftigten erreichen jährlich rund 120.000 junge Menschen mit Migrationshintergrund. Beratung ist nicht nur an den Standorten, sondern auch online über die Plattform jmd4You möglich.

Integration individuell fördern

Die Jugendmigrationsdienste arbeiten vor Ort zum Beispiel mit Jugendämtern, Schulen, Jobcentern und Betrieben zusammen. Der Kontakt zu den Eltern spielt ebenso eine wichtige Rolle. Seit 2017 stehen die Jugendmigrationsdienste auch jungen Geflüchteten offen, die rechtmäßig oder aufgrund einer ausländerrechtlichen Duldung in Deutschland leben.

Modellprojekt: Jugendmigrationsdienste im Quartier

Seit Herbst 2017 fördern das Bundesfamilien- und das Bundesinnenministerium gemeinsam Maßnahmen, die Jugendliche in sozial benachteiligten Quartieren stärken. Jedes Bundesland wird an einem Standort des Modellprojekts dabei unterstützt, lebendige Nachbarschaften zu fördern und den sozialen Zusammenhalt zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu stärken.

Zu den Maßnahmen gehören Mikroprojekte mit Einheimischen und Zugewanderten, zum Beispiel Workshops für Jung und Alt oder gemeinsame Ausflüge. Dabei stehen Angebote im Bereich Bildung, Kultur, Wohnen oder Sport im Fokus, aber auch interkulturelle Öffnung, Demokratiebildung und Antirassismusarbeit. In bisher mehr als 330 Kleinprojekten wurden Quartiere nachhaltig verschönert, Theaterprojekte und Sportangebote auf die Beine gestellt, Gesprächsrunden zu lokalen Themen initiiert und Jugendkonferenzen durchgeführt. Vorhandene Angebote und Akteure im Quartier werden in Planung und Durchführung der Vorhaben so weit wie möglich einbezogen.

Für das Projekt stehen bis 2021 aus Mitteln der ressortübergreifenden Strategie "Soziale Stadt - Nachbarschaften stärken, Miteinander im Quartier" und des Bundesfamilienministeriums knapp sieben Millionen Euro zur Verfügung.