Garantiefonds Hochschule

Integrationen und Chancen für Jugendliche

Richtlinien "Garantiefonds Hochschule"

Im Auftrag des Bundesjugendministeriums vergibt die Otto Benecke Stiftung e.V. Zuwendungen nach den Richtlinien Garantiefonds Hochschulbereich (RL-GF-H) an junge Flüchtlinge, Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler.

Ziel der Förderung: jungen Zugewanderten bis 30 Jahren, die in Deutschland die Hochschulreife erwerben, ein Hochschulstudium anstreben oder fortsetzen möchten, eine zügige Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen - insbesondere durch die Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache. Über die Richtlinien werden insbesondere studienvorbereitende Deutschsprachkurse gefördert, die mit einem Zertifikat abschließen.

Die Richtlinien aus dem Jahr 2017 wurden im April 2019 überarbeitet. Förderberechtigt sind künftig:

  • Familienangehörige von Spätaussiedlerinnern und Spätaussiedlern
  • junge Zuwanderinnen und Zuwanderern bis 30 Jahre und deren nachreisenden Ehegattinnen und Ehegatten
  • Kinder von Asylberechtigen und anerkannten Flüchtlingen (neu)

Dies ist für nachreisende Familienangehörige von Geflüchteten insbesondere mit Blick auf die Sprachförderung ein Gewinn, da sie selbst nicht über den Flüchtlingsstatus verfügen und bisher nicht gefördert werden konnten. Zudem wurden die Ausnahmeregelungen angepasst, die die Altersgrenze betreffen. Dadurch können auch Personen gefördert werden, die im eigenen Haushalt ein leibliches, unter dreijähriges Kind betreuen oder einen nahen Angehörigen pflegen und deshalb den Antrag nicht fristgemäß vor ihrem 30. Geburtstag einreichen konnten. Ausnahmen greifen auch im Fall von gravierenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Die Neugestaltung der Richtlinien berücksichtigt die steigende Nachfrage an hochqualifizierenden Deutschsprachkursen für Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge.

Die Förderung erfolgt durch eine passgenaue Bildungsberatung und durch ein Stipendium. Die Beratung führt die Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule (GF-H) durch, die an 22 festen und über einhundert mobilen Standorten tätig ist. Die Bildungsberatungsstellen prüfen die Voraussetzungen für eine Förderung einschließlich der Eignung für den angestrebten Ausbildungsweg. Anschließend erstellen die Beraterinnen und Berater mit den Ratsuchenden einen Ausbildungsplan und unterstützen sie bei dessen Umsetzung.
Stipendien werden für folgende Maßnahmen geleistet:

  • Deutschintensivsprachkurse mit dem Abschlussziel C1 GER; bei Studienbewerberinnen und Studienbewerbern die Testabschlüsse: Deutsch als Fremdsprache (TestDaF) beziehungsweise die Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang (DSH)
  • Englischintensivkurse für Studienbewerberinnen und Studienbewerber mit Hochschulzugangsberechtigung (HZB) ohne Englischvorkenntnisse (Abschlussziel B1/B2 GER)
  • fachspezifische Vorbereitungskurse zum Studienkolleg und Studium
  • Sonderlehrgänge zum Erwerb der Hochschulreife
  • Studienkollegs

Die Stipendien beinhalten:

  • Unterrichtskosten (soweit diese nicht durch die Länder geleistet werden)
  • Kosten des Lebensunterhalts/Unterkunftskosten
  • Notwendige Kosten für Nachhilfeunterricht (bei Studienkollegs und Sonderlehrgängen)
  • Notwendige Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte
  • Notwendige Prüfungsgebühren
  • Notwendige Kosten der Eingliederung (beispielsweise Übersetzungen und Anerkennung von Vorbildungsnachweisen)

Leistungen nach den RL-GF-H sind nachrangig zu Leistungen aufgrund von Rechtsvorschriften. Leistungen wie zum Beispiel nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) müssen vorrangig in Anspruch genommen werden.

Die Förderungsdauer beträgt bis zu (maximal) 30 Monate.