Begegnungen schaffen

Mehrgenerationenhäuser

Das Bundesprogramm "Mehrgenerationenhaus. Miteinander - Füreinander" des Bundesfamilienministeriums ist am 1. Januar 2021 gestartet. Für acht Jahre werden rund 530 Mehrgenerationenhäuser bundesweit gefördert.

Das neue Programm nutzt das Erfahrungswissen der zuvor bereits geförderten Häuser: Die überwiegende Mehrzahl der Mehrgenerationenhäuser aus dem Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus (2017-2020) werden im Rahmen des Bundesprogramms "Mehrgenerationenhaus. Miteinander - Füreinander" weiter unterstützt, und die Mehrgenerationenhäuser können an ihre erfolgreiche Arbeit in der Vergangenheit anknüpfen.

In den Häusern ist durch den Austausch mit ihren Besucherinnen und Besuchern und Engagierten bekannt, was die Menschen vor Ort brauchen. Entsprechend werden für sie passende Angebote entwickelt. Dabei stimmen sich die Mehrgenerationenhäuser eng mit ihren Kommunen und weiteren Partnerinnen und Partnern ab.

So unterstützen sie zum Beispiel bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie machen Bürgerinnen und Bürger digital fit, beraten und helfen, Einsamkeit zu überwinden und zu vermeiden. Teilhabe und die Möglichkeit, sich zu engagieren und mitzugestalten, werden dabei großgeschrieben. Ganz gleich ob im ländlichen oder städtischen Raum: Die Häuser tragen mit ihrer Arbeit zu einem attraktiven Wohn- und Lebensumfeld bei und leisten einen wichtigen Beitrag, damit die Menschen sich in ihren Kommunen - ganz gleich wo in Deutschland - wohl und unterstützt fühlen.

Wie schon 2020 - im letzten Förderjahr des Bundesprogramms Mehrgenerationenhaus - erhalten auch 2021 alle im Bundesprogramm "Mehrgenerationenhaus. Miteinander - Füreinander" geförderten Mehrgenerationenhäuser einen um 10.000 Euro auf maximal 40.000 Euro pro Mehrgenerationenhaus erhöhten Bundeszuschuss. Die unter anderem für diesen Zweck für 2020 vom Deutschen Bundestag um 5,45 Millionen Euro auf 22,95 Millionen Euro erhöhten Programmmittel sind auch im Bundeshaushalt für 2021 vorgesehen. Neben dem jährlichen Bundeszuschuss erhalten alle Mehrgenerationenhäuser auch im neuen Bundesprogramm weiterhin eine Kofinanzierung in Höhe von 10.000 Euro im Jahr von Kommune, Landkreis und/oder (anteilig) vom Land.

Zusätzliche Unterstützung erhalten die Mehrgenerationenhäuser vom Bundesfamilienministerium im Rahmen der Programmbegleitung durch fachliche Beratung, Öffentlichkeitsarbeit und bei der Qualitätssicherung.

Im Rahmen des Aktionsprogramms "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche" sind weitere zehn Millionen Euro für die Aufstockung des Bundesprogramms vorgesehen, um zusätzliche und kostenlose Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien in den Mehrgenerationenhäusern zu unterstützen.

Individuelle Lösungen vor Ort

Das neue Bundesprogramm "Mehrgenerationenhaus. Miteinander - Füreinander" baut auf Bewährtem auf. Es setzt weiterhin sowohl auf die enge Zusammenarbeit der Mehrgenerationenhäuser mit ihren Kommunen als auch auf die flexible und bedarfsorientierte Ausrichtung.

Ab 2021 wird der Blick zudem auf die Stärkung des sozialen Zusammenhalts und der Demokratie, die Förderung digitaler Kompetenzen und des Engagements sowie auf das Thema ökologische Nachhaltigkeit gerichtet. Vier Querschnittsaufgaben bilden im Bundesprogramm "Mehrgenerationenhaus. Miteinander - Füreinander" den konzeptionellen Rahmen für die Arbeit der Mehrgenerationenhäuser. Sie sind bei der konkreten Umsetzung durchgängig von den Mehrgenerationenhäusern zu berücksichtigen: generationenübergreifende Arbeit, Teilhabe, freiwilliges Engagement und Sozialraumorientierung.

Im Bundesprogramm "Mehrgenerationenhaus. Miteinander - Füreinander" wird der im Vorläuferprogramm von 2017 bis 2020 von den Mehrgenerationenhäusern entwickelte Katalog der "Qualitätskriterien der Mehrgenerationenhäuser für ihre Arbeit" von allen Häusern zur Reflexion und Selbstüberprüfung angewendet. Die Mehrgenerationenhäuser sind verpflichtet, regelmäßig ein selbst gewähltes, geeignetes Review-Verfahren durchzuführen, an dem die jeweilige Standortkommune zu beteiligen ist, erstmals bereits im Jahr 2021. Der mit der Evaluation des Bundesprogramms beauftragte Programmpartner wird die Mehrgenerationenhäuser bei der Entwicklung und Durchführung geeigneter Review-Verfahren unterstützen. Hierfür wird unter anderem eine "Fachgruppe Qualitätskriterien" gebildet. Interessierte Vertreterinnen und Vertreter der Mehrgenerationenhäuser können sich dort mit ihren Erfahrungen einbringen.

Menschen mit Lese-, Schreib- und Rechenschwierigkeiten fördern

Auf der Grundlage einer neuen Kooperationsvereinbarung zwischen dem Bundesfamilienministerium und dem Bundesbildungsministerium (BMBF) wird der im Rahmen der AlphaDekade vom BMBF finanzierte Sonderschwerpunkt "Förderung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen" auch im Bundesprogramm "Mehrgenerationenhaus. Miteinander - Füreinander" ab 2021 fortgesetzt. Wie bisher (seit 2018) können die Mehrgenerationenhäuser für Angebote in diesem Bereich einen zusätzlichen jährlichen Zuschuss in Höhe von mindestens 5000 Euro und höchstens 15.000 Euro beantragen. Im Jahr 2021 nehmen 170 Mehrgenerationenhäuser am Sonderschwerpunkt teil.