Demenz

Pflegende Angehörige über Beratungs- und Schulungsangebote informieren

Zwei neue Kurzvideos erklären pflegenden Angehörigen von Menschen mit Demenz, wo sie Informationen über Hilfe- und Unterstützungsangebote einholen können. Gleichzeitig ermutigen die Videos, diese Beratungs- und Schulungsangebote auch in Anspruch zu nehmen. Ziel der Kurzfilme ist es, den gesetzlichen Anspruch auf Beratungen und Schulungen für pflegende Angehörige bekannter zu machen. Die Pflegenden können also Leistungen kostenfrei nutzen, durch die sie unterstützt und entlastet werden.

Die Videos sind auf Grundlage der Nationalen Demenzstrategie entstanden. Sie wurden von Demenz Support Stuttgart produziert, das Bundesfamilienministerium hat sie gefördert.

Hilfe für Ihr Helfen © BMFSFJ
Pflegende Angehörige unterstützen - von Anfang an © BMFSFJ

Unterstützung in Anspruch nehmen

Der erste Kurzfilm veranschaulicht, wohin sich pflegende Angehörige bei Fragen zu Beratungs- und Schulungsangeboten wenden können, um diese in Anspruch zu nehmen. Der zweite Kurzfilm zeigt am Beispiel einer pflegenden Angehörigen, wie sich das Leben für sie durch die Demenz des Ehepartners verändert hat; zusätzlich verweist er auf die vorhandenen Beratungs- und Schulungsangebote.

Eigene Belastungen reduzieren

Die Beratungs- und Schulungsansprüche können pflegenden Angehörigen unter anderem dabei helfen, Stress zu reduzieren und dadurch eigene Erkrankungen zu vermeiden. Hintergrund ist, dass die Pflegenden durch ihre Situation zum Teil selbst physisch, psychisch, emotional, sozial, familiär oder finanziell stark belastet sind. Besonders bei der Betreuung von Angehörigen mit Demenz sind die Herausforderungen sehr vielfältig und manche pflegende Angehörige überschreiten bei der umfangreichen Pflege ihre Belastungsgrenzen, damit Menschen mit Demenz trotz Erkrankung weiterhin in ihrem Zuhause leben können.

Nationale Demenzstrategie

In Deutschland leben derzeit etwa 1,6 Millionen Menschen mit Demenz. Die Zahl der Erkrankten und der dadurch belasteten Familien nimmt weiter zu. Menschen mit Demenz zu versorgen und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu sichern, stellt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine immer größere Herausforderung für unser Gesundheits- und Sozialwesen dar. Um die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen zu verbessern und zukunftsfähige Strukturen zu schaffen, wurde die Nationale Demenzstrategie von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis erarbeitet und 2020 von der Bundesregierung beschlossen. Sie enthält 162 Maßnahmen, die bis 2026 umgesetzt werden sollen.

Webtraining für Rettungskräfte

Das Webtraining der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. wurde um ein neues Modul für Rettungskräfte erweitert. Diese Maßnahme wurde ebenfalls auf Grundlage der Nationalen Demenzstrategie durchgeführt und vom Bundesseniorenministerium gefördert. Interessierte Mitarbeitende und Ehrenamtliche können so unabhängig von der Tageszeit an der Online-Schulung der Initiative Demenz Partner teilnehmen und erfahren, wie sie speziell in ihrem beruflichen Kontext adäquat auf Menschen mit Demenz zugehen können und wie der Umgang und die Kommunikation mit Menschen mit Demenz bestmöglich gelingen kann.