Vereinbarkeit von Familie und Beruf Pandemie befördert Bewusstseinswandel in Unternehmen

Ein Kind sitzt am Tisch und Spielt, im Hintergrund ist der Vater zu sehen
Die Corona-Pandemie hat in vielen Unternehmen dazu geführt, ein neues Bewusstsein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu entwickeln© iStock/AnVr

Die Corona-Pandemie hat in vielen Unternehmen dazu geführt, ein neues Bewusstsein für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu entwickeln. So sind 88 Prozent der Unternehmen mit ihrer Entscheidung zufrieden, in der Krise Maßnahmen eingeführt oder ausgeweitet zu haben, um die Vereinbarkeit zu fördern. Zu diesem Ergebnis kommt die repräsentative Studie "Aus der Corona-Krise lernen: Erfahrungen und neue Impulse für die betriebliche Vereinbarkeitspolitik" der Prognos AG im Rahmen des Unternehmensprogramms "Erfolgsfaktor Familie". Die Ergebnisse wurden nun vorgestellt.

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht betonte:

"Arbeitgeber und Beschäftigte haben in der Corona-Krise mehrheitlich gemeinsam pragmatische Lösungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefunden. Wir dürfen jetzt aber nicht wieder in alte Muster zurückfallen, sondern müssen diese Erfahrungen für eine familiengerechte Arbeitswelt nutzen. Wir haben jetzt die Chance, eine neue Qualität der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen. Es geht es um eine neue, flexible Arbeitsorganisation, die im beidseitigen Interesse von Arbeitgebern und Beschäftigten ist. Auch die Wirtschaft profitiert von guten Arbeitsbedingungen für Eltern, das haben die meisten Unternehmen inzwischen erkannt."

Bewusstseinswandel hin zur familienfreundlichen Personalpolitik

Dieser Bewusstseinswandel bezieht sich sowohl auf die reinen Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf als auch darauf, eine familienbewusste Personalpolitik insgesamt zu etablieren. So haben Unternehmen ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer insbesondere durch mehr Flexibilität in Bezug auf die Arbeitszeit und den Arbeitsort unterstützt. Nachhaltigkeit hat dabei Priorität: Rund zwei Drittel der Unternehmen (65 Prozent) möchten ihr Angebot und die Instrumente, um Vereinbarkeit zu fördern, auch nach der Krise beibehalten. Das gilt für Frauen wie für Männer: 78 Prozent der Unternehmen sprechen sich für eine aktive Vaterschaft und gegen eine Retraditionalisierung der Elternrollen aus.

Eltern und Unternehmen zweifach befragt

Die Studie wurde unter der Leitung von Dr. David Juncke von der Prognos AG im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellt - im Rahmen des Unternehmensprogramms "Erfolgsfaktor Familie". Eine Besonderheit der Untersuchung ist die zweifache Befragung von Unternehmen und Eltern. Im Abstand von etwa einem Jahr wurden sie 2020 und 2021 befragt. Entsprechend bieten die Ergebnisse vielschichtige und umfangreiche Einblicke, wie sich Prozesse im Laufe der Pandemie verändert haben.

Dr. David Juncke wird die zentralen Ergebnisse der Studie bei einem Online-Seminar am 25. August von 14:00 bis 15:00 Uhr vorstellen und Fragen beantworten. Weitere Infos zur Studie und zur Teilnahme am Online-Seminar finden Sie hier.

Unternehmensprogramm "Erfolgsfaktor Familie"

Mit dem Unternehmensprogramm "Erfolgsfaktor Familie" setzt sich das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft und Gewerkschaften für eine familienfreundliche Arbeitswelt ein. Als Teil des Unternehmensprogramms wurde 2006 das Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie" ins Leben gerufen. Mit rund 7900 Mitgliedern ist das Netzwerk bundesweit die größte Plattform für alle Arbeitgeber, die sich für das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie interessieren oder bereits engagieren.