Fachtagung zu Civic Coding

Mit Künstlicher Intelligenz das Gemeinwohl fördern

Vier Teilnehmende diskutieren auf dem Podium
Margit Gottstein (Zweite von rechts) nimmt bei der Fachtagung "Civic Coding - KI für das Gemeinwohl nutzen" an einer Podiumsdiskussion teil© Konrad Schmidt

Am 18. Oktober haben das Bundesarbeitsministerium, das Bundesfamilienministerium und das Bundesumweltministerium bei der Fachtagung "Civic Coding - KI für das Gemeinwohl nutzen" neue Studienergebnisse zum gemeinwohlorientierten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) vorgestellt.

Zentrale Faktoren für die gemeinwohlorientierte, nachhaltige und inklusive Entwicklung und Nutzung von KI sind - so der Forschungsbericht - eine vielfältige Teamzusammensetzung, der breite Zugang zu Daten, die verantwortungsvolle Nutzung sowie die langfristigere Förderung. Die Analyse soll als wissenschaftliche Grundlage dienen, um die Initiative Civic Coding auszugestalten und weiterzuentwickeln. Außerdem liefert sie Anstöße für die politischen Rahmenbedingungen, Förderprogramme und die weitere Entwicklung gemeinwohlorientierter KI-Anwendungen.

Margit Gottstein, Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, erklärte: "Wir wollen mit unserer ressortübergreifenden Initiative die Bedeutung des Gemeinwohls im digitalen Wandel und bei der Entwicklung von KI stärker herauszustellen. KI-Systeme finden eine immer breitere Anwendung, da ist es für den Erhalt einer lebendigen Demokratie und einer zukunftsfähigen Gesellschaft wichtig, sie an den Werten des Gemeinwohls auszurichten. Dazu gehören zum Beispiel Gleichberechtigung, Transparenz, Teilhabe und Partizipation oder Nachhaltigkeit. Das Bundesfamilienministerium setzt sich bereits mit seiner Agenda für smarte Gesellschaftspolitik für eine menschenzentrierte Digitalisierung ein und macht sich dafür stark, Daten gemeinsam, innovativ, verantwortungsvoll und gemeinwohlorientiert zu nutzen."

Initiative Civic Coding

Im Rahmen der ressortübergreifenden Initiative Civic Coding wollen das Bundesarbeitsministerium, das Bundesfamilienministerium und das Bundesumweltministerium in einem offenen Netzwerk bestehende Einzelmaßnahmen und Expertisen bündeln. Das Ziel ist, Daten- und KI-Kompetenzen der Zivilgesellschaft zu stärken, ressortübergreifende Förderprogramme und Unterstützungsmaßnahmen zu ermöglichen und so die gesellschaftliche Nutzung von KI im Dienste des Allgemeinwohls zu fördern.

Durch Plattformen und Begegnungsräume wie der Civic Innovation Platform (Infrastrukturprojekt und Kernbestandteil der gemeinsamen Initiative Civic Coding) und den KI-Ideenwerkstätten für Umweltschutz wird die gesellschaftliche Vernetzung unterstützt und ermöglicht, digitale Technologien zu erproben. Darüber hinaus unterstützt das Civic Data Lab zivilgesellschaftliche Organisationen dabei, gemeinwohlorientierte Datenräume zu schaffen. Somit ist die Initiative ein wichtiger Baustein, um die sozial-ökologische Transformation voranzutreiben.

Die Studie zu Civic Coding

Die Studie "Civic Coding - Grundlagen und empirische Einblicke zur Unterstützung gemeinwohlorientierter KI" wurde im Auftrag der drei Bundesministerien vom Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) erarbeitet. Grundlage sind unter anderem 20 Interviews mit Expertinnen und Experten sowie zehn konkreten Fallstudien aus unterschiedlichen gemeinwohlorientierten Tech-Projekten.