Girls'Day und Boys'Day Mädchen und Jungen entdecken digital neue Berufsfelder

Franziska Giffey zum digitalen Girls'Day © BMFSFJ

Am 22. April finden deutschlandweit die Aktionstage Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag und Boys'Day - Jungen-Zukunftstag statt. Ihr Ziel ist, bei Mädchen und Jungen das Interesse für Berufe zu wecken, die bei ihnen nicht im Fokus stehen. Und sie dafür zu sensibilisieren, ihre Berufswahl unabhängig von Geschlechterklischees zu treffen. Teilnehmen können Mädchen und Jungen der Klassen fünf bis zehn. Aufgrund der Corona-Pandemie können Schülerinnen und Schüler allerdings - wie sonst üblich - kaum praktische Erfahrungen in Unternehmen oder Institutionen sammeln. Die Angebote finden stattdessen überwiegend digital statt. Auch Bundesjugendministerin Franziska Giffey schaltete sich online dazu.

Franziska Giffey:

"Was will ich mal werden, wenn ich groß bin? Kinder und Jugendliche entwickeln Ideen zu ihrer Berufswahl oft über das, was sie schon kennen. Mit den bundesweiten Aktionstagen Girls'Day und Boys'Day wollen wir Mädchen und Jungen die Augen für Neues öffnen, ihnen mehr Perspektiven und Möglichkeiten geben und Mut machen, sich frei von einengenden Geschlechterklischees für einen Beruf zu entscheiden. Mädchen entdecken dadurch vielleicht ihre Faszination für Berufe in Technik und Handwerk und Jungen für Berufe in Gesundheit, Erziehung und Pflege. Der Girls'Day und Boys'Day soll neugierig machen, damit die Kinder und Jugendlichen entdecken, was ihnen wirklich Spaß macht und was sie besonders gut können. So können die Aktionstage ein echter Türöffner sein, auch für mehr Geschlechtervielfalt in den jeweiligen Berufen, damit Klischees auch in der Arbeitswelt abgebaut werden oder sogar verschwinden. Ich danke allen Unternehmen und Einrichtungen, die einen Girls'Day oder Boys'Day ausrichten und den Jugendlichen praktische Einblicke ins Berufsleben geben."

Neue Perspektiven bei bei der Berufswahl eröffnen

Franziska Giffey wünscht viel Spaß beim Boys'Day © BMFSFJ

Zu den Ausbildungsberufen, in denen Mädchen unterrepräsentiert sind, gehören zum Beispiel die Dachdeckerin, die Forstwirtin oder die IT-System-Elektronikerin. Bei den Studiengängen sind es die Fahrzeugtechnik, die Informatik oder die Versorgungstechnik. Jungen entscheiden sich selten für eine Ausbildung zum Buchhändler, Erzieher oder Floristen. Beim Studium sind sie beispielsweise in den Studiengängen Sonder- und Sozialpädagogik, Sozialwesen oder Kunsterziehung unterrepräsentiert. Die Aktionstage eröffnen Perspektiven,  zeigen Möglichkeiten auf und machen den Teilnehmenden Mut, sich frei von einengenden Geschlechterklischees für einen Beruf zu entscheiden. 

Veranstaltungen im Livestream verfolgen

Warum Frauen zur Feuerwehr gehören - darüber tauscht sich Bundesjugendministerin Franziska Giffey digital mit dem Berliner Landesbranddirektor, dem Leiter der Berliner Feuerwehr und einer Notfallsanitäterin aus. Das Gespräch wird auf dem YouTube-Kanal der Berliner Feuerwehr gestreamt. Wie wichtig das Überwinden von Rollenklischees auch für Männer bei der Berufs- und  Studienwahl ist, diskutiert sie anschließend digital mit vier jungen Männern, die als Erzieher, Hairstylist und Krankenpfleger arbeiten.

Girls'Day und Boys'Day

Der Girls'Day und der Boys'Day sind wichtige Wegweiser in der Berufs- und Studienorientierung. Untersuchungen belegen die nachhaltige Wirkung: 17 Prozent der beteiligten Organisationen schließen mit einem ehemaligen Boys'Day-Teilnehmer einen Praktikums- oder Ausbildungsvertrag ab. Bei den ehemaligen Girls'Day-Teilnehmerinnen sind es sogar 27 Prozent. Und seit dem ersten Boys'Day im Jahr 2010 sind beispielsweise die Zahlen der Neuabschlüsse von Männern in der Altenpflege kontinuierlich gestiegen. Im Schuljahr 2010/2011 entschieden sich 4760 junge Männer für eine schulische Ausbildung in der Altenpflege, 2019/2020 waren es bereits 7413 - damit ist ihr Anteil von 21,8 auf 27,7 Prozent gestiegen.

Der Girls'Day - Mädchen-Zukunftstag und Boys'Day - Jungen-Zukunftstag werden vom Bundesgleichstellungsministerium gefördert.