Jugendmigrationsdienste Gewinnerinnen und Gewinner des Sommerwettbewerbs ausgezeichnet

Wettbewerb Corona macht kreativ
Der Sommerwettbewerb #coronamachtkreativ © Jugendmigrationsdienste

Der Sommer 2020 war keineswegs langweilig. Denn Corona macht auch kreativ. Das zeigen die Ergebnisse des Sommerwettbewerbs #coronamachtkreativ der Jugendmigrationsdienste (JMD). Etwa 40 Gruppen aus ganz Deutschland haben sich daran beteiligt. Die fünf Gewinnerinnen und Gewinner des Wettbewerbs wurden am 26. Januar in einem digitalen Format ausgezeichnet. Die besten Projekte wurden mit Preisen im Wert von bis zu 3000 Euro honoriert.

Ob Musikvideo, Kreativcamp oder digitale Stadtrallye: Auch unter den schwierigen Bedingungen der Pandemie haben die jungen Menschen Kreativität sowie Eigeninitiative bewiesen. Sie spielten Theater, rappten über das, was sie bewegt, bauten ein Brettspiel aus Holz und setzten sich künstlerisch mit den Themen Respekt, Rassismus oder Verschwörungsmythen auseinander. In ihren Gruppen organisierten sie Aktionen, die Abwechslung und Begegnung in den (Ferien-) Alltag brachten. Immer an ihrer Seite waren die Jugendmigrationsdienste.

Die fünf Gewinnerinnen und Gewinner  

Theaterfilmprojekt "Romeo und Julia in Coronia" - JMD Bremen: Eigentlich wollten die Neuntklässlerinnen und -klässler der Oberschule am Waller Ring eine eigene Stückentwicklung von Shakespeares "Romeo und Julia" auf die Bühne bringen - doch dann kam Corona. Mithilfe eines Filmemachers verlagerten die Schülerinnen und Schüler das Stück vor die Kamera. Unter dem Motto "Mit Abstand das Beste aus Romeo und Julia" entstand in wenigen Tagen ein Film, der coronabedingte Hindernisse aufgreift und in ein originelles Drehbuch verwandelt.

Virtuelle Ausstellung "Symbole der Migration" - JMD Main-Taunus (Hofheim): Das Thema Migration scheint häufig abstrakt oder überwältigend. Um es für sich und andere greifbar zu machen, entwickelten junge Menschen mit Migrationsgeschichte mit dem JMD Main-Taunus (Hofheim) eine Ausstellung zum Anklicken - als PDF mit Objekten, Dokumenten und persönlichen Erinnerungsstücken. Die Teilnehmenden wählten ihr eigenes Symbol der Migration selbstständig aus und beschrieben, welche Bedeutung es für sie hat.

Musikvideo "Wie ich bin" zum Thema Schönheit - JMD Bonn/Bad Godesberg: Mit Schönheitsidealen und Bodyshaming beschäftigten sich drei Mädchen aus Bonn/Bad Godesberg und produzierten ein aufwendiges Musikvideo. Bereits in der Mädchen-AG des JMD waren diese Themen immer wieder präsent. Mit dem Song "Wie ich bin" wehren sich die drei Mädchen gegen diesen Druck und sind sich einig: "Ich muss nur mir selbst gefallen!" Sie haben das Projekt von Beginn an selbstbestimmt gestaltet. Eine Künstlerin per Videobotschaft einladen, um mit ihnen eine Choreographie einzustudieren? Straßenumfragen durchführen? Texte schreiben, singen, rappen? Für all das braucht es Mut und den haben die jungen Teilnehmerinnen bewiesen. Zudem hat das Projekt zur Selbstakzeptanz der Mädchen beigetragen.

Verbindung schaffen durch Musik mit "Bandboxx" - JMD Uelzen: Bei dem Projekt des JMD Uelzen kamen junge Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte zusammen, um Musik zu machen und Vorbehalte abzubauen. Mithilfe zweier Musikprofis schrieben sie Songs über das selbstgewählte Thema Rassismus, spielten die Instrumente ein, sangen und rappten und mischten schließlich ihre Werke selbst ab. Die jungen Frauen und Männer zwischen 15 und 21 Jahren durchliefen dabei eine bemerkenswerte persönliche Entwicklung: Die Hälfte von ihnen hatte zuvor rechte Tendenzen gezeigt, die andere Hälfte war selbst von Anfeindungen und Ausgrenzung durch Rassismus betroffen. Doch sie kamen einander schnell näher.

Lernen, Austausch und Begegnung im Sommerzelt Habibi Dome - JMD Stuttgart: Die Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in der Stuttgarter Burgholzstraße sind von der Corona-Krise in besonderem Maße betroffen. Mit dem Sommerzelt Habibi Dome boten ihnen der JMD und die Initiative "Home not Shelter!" der Hans Sauer Stiftung zugleich einen Rückzugsort und einen Treffpunkt an der frischen Luft. An vier Tagen pro Woche fanden vielseitige Aktionen sowie Lern- und Alltagsbegleitung für die Kinder und Jugendlichen statt. Es habe ein großes Bedürfnis nach Aktivität, gemeinsamem Kreativsein und Spielen gegeben, erzählt Lucie Bieber vom JMD im Quartier. Die Jugendlichen konnten Ideen einbringen und eigene Aktionen umsetzen. Ausgestattet mit Tagebüchern und Einwegkameras dokumentierten sie das Geschehen im Sommerzelt und interviewten sich gegenseitig. Aus den Aufnahmen ist ein Film entstanden, der die Perspektive der jungen Leute darstellt und zeigt, dass der Sommer auch von Kreativität und Spaß geprägt war.

Der Wettbewerb

Das Bundesjugendministerium hatte vom 25. Juni bis 30. September 2020 die Jugendmigrationsdienste unter dem Motto #coronamachtkreativ dazu aufgerufen, Gruppenaktivitäten zu dokumentieren und einzureichen. Unter den Teilnehmenden waren auch Gruppen aus dem Bundesprogramm Respekt Coaches und dem Modellprojekt "JUGEND STÄRKEN im Quartier".

Die Jugendmigrationsdienste

Rund 500 Jugendmigrationsdienste (JMD) bundesweit unterstützen junge Menschen mit Migrationshintergrund zwischen zwölf und 27 Jahren durch Beratung, Bildungs- und Freizeitangebote. Einen Schwerpunkt bildet die langfristige, individuelle Begleitung Jugendlicher auf ihrem schulischen und beruflichen Weg. Ziel ist es, die soziale Teilhabe der jungen Menschen zu fördern und ihre Perspektiven zu verbessern.

Die JMD sind Teil der Initiative JUGEND STÄRKEN, mit der sich das Bundesjugendministerium für eine bessere Integration junger Menschen einsetzt.

Impressionen der ausgezeichneten Projekte

Mädchen sitzt mit Krone und Blumen auf der Bühne

Platz 1: Theaterfilmprojekt "Romeo und Julia in Coronia" - JMD Bremen

Unter dem Motto "Mit Abstand das Beste aus Romeo und Julia" entstand in wenigen Tagen ein Film, der coronabedingte Hindernisse aufgreift und in ein originelles Drehbuch verwandelt.

© JMD Bremen
Drei Bilder mit geöffneten Händen an der Wand

Platz 2: Virtuelle Ausstellung "Symbole der Migration" - JMD Main-Taunus (Hofheim)

Junge Menschen mit Migrationsgeschichte entwickelten mit dem JMD Main-Taunus (Hofheim) eine Ausstellung zum Anklicken - als PDF mit Objekten, Dokumenten und persönlichen Erinnerungsstücken.

© JMD Main-Taunus
Drei Mädchen vor einer Graffitiwand

Platz 3: Musikvideo "Wie ich bin" zum Thema Schönheit - JMD Bonn/Bad Godesberg

Mit Schönheitsidealen und Bodyshaming beschäftigten sich drei Mädchen aus Bonn/Bad Godesberg und produzierten ein aufwendiges Musikvideo.

© JMD Bonn/Bad Godesberg
Junge Frauen und Männer stehen mit und ohne Instrumente auf einer Wiese

Platz 4: Verbindung schaffen durch Musik mit "Bandboxx" - JMD Uelzen

Junge Frauen und Männer zwischen 15 und 21 Jahren schrieben mithilfe zweier Musikprofis Songs über das selbstgewählte Thema Rassismus, spielten die Instrumente ein, sangen und rappten und mischten schließlich ihre Werke selbst ab.

© JMD Uelzen
Menschen im Zelt

Platz 5: Lernen, Austausch und Begegnung im Sommerzelt Habibi Dome – JMD Stuttgart

Bewohnerinnen und Bewohner einer Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Stuttgart bekamen mit dem Sommerzelt Habibi Dome vom Jugendmigrationsdienst und der Initiative "Home not Shelter!" der Hans Sauer Stiftung einen Rückzugsort und einen Treffpunkt an der frischen Luft.

© JMD Stuttgart