COALA-Studie Franziska Giffey zum Infektionsgeschehen in Kitas

Austausch über das Infektionsgeschehen in Kitas© BMFSFJ

Welche Rolle spielen Kitas bei der Verbreitung des Coronavirus? Wie können Personal, Kinder und Familien besser geschützt werden? Das untersucht die COALA-Studie "Corona - Anlassbezogene Untersuchungen in Kitas". Ein Team des Robert Koch-Instituts (RKI) führt die COALA-Studie in ausgewählten Kitas durch, in denen Corona-Ausbrüche aufgetreten sind.

Über die gewonnenen Erkenntnisse hat sich Bundesfamilienministerin Franziska Giffey am 25. März mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und dem Präsidenten des RKI, Professor Dr. Lothar Wieler, in Berlin ausgetauscht. Ebenfalls vor Ort: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Franziska Giffey:

"Vor dem Hintergrund der steigenden Infektionszahlen und der zunehmenden Verbreitung der mutierten Virusvariante B.1.1.7 ist es besonders wichtig, das Infektionsgeschehen und mögliche Ausbrüche in Kitas genau zu beobachten. Mit den durch die COALA-Studie gewonnenen Erkenntnissen werden wir die aktuelle Situation viel besser einschätzen können. Wir brauchen dieses Wissen, damit wir zielgerichtet und verhältnismäßig planen können - denn unser Ziel bleibt: keine erneuten flächendeckenden Schließungen von Kitas, Kindertagespflegestellen oder Schulen. Dazu brauchen wir auch regelmäßige Tests in Schulen, Kitas und Kindertagespflege, um mehr Sicherheit für alle zu gewährleisten, Infektionsketten zu durchbrechen oder gar nicht erst entstehen zu lassen. Testen ist die Brücke zum Impfen. Daher muss sichergestellt sein, dass Personal und Kinder mindestens ein bis zweimal wöchentlich getestet werden. Solange flächendeckendes Impfen noch nicht geht, ist dies ein zentrales Instrument, um Fachkräfte, Kinder und ihre Familien besser zu schützen."

Pressestatement zur COALA-Studie

Franziska Giffey zu den Ergebnissen der COALA-Studie© BMFSFJ

Studie soll Antworten geben

Die COALA-Studie ist eine Teilstudie der Corona-KiTa-Studie. Sie untersucht in Kitas detailliert das Infektionsgeschehen beim Personal, bei Kindern und Familien nach einem Corona-Ausbruch. Ein Team des RKI befragt die Kitaleitungen und besucht die teilnehmenden Familien. Vor Ort werden Abstriche von Mund und Nase sowie Speichelproben entnommen. Auch ein Tropfen Blut aus der Fingerkuppe kann entnommen werden, um nach einer durchgestandenen Erkrankung die Antikörper zu messen. Die Studie soll Antworten zu folgenden Fragen geben:

  • Welche Rolle spielen Kinder und die Kindertagesbetreuung bei der Verbreitung des Coronavirus?
  • Wie oft übertragen infizierte Kita-Kinder das Coronavirus an Kontaktpersonen in Kitagruppen und im Haushalt?
  • Welche Symptome treten bei infizierten Kindern über welchen Zeitraum auf?
  • Wie häufig verlaufen Infektionen mit dem Coronavirus bei Kindern ohne Symptome?

Zur COALA-Studie

COALA ist eines von vier Modulen der Corona-KiTa-Studie und startete im Oktober 2020. Detailliert untersucht wird das Infektionsgeschehen in etwa 30 Kitas, in denen sich Corona-Ausbrüche ereignet haben. 20 Kitas wurden bereits untersucht. Ausgewählt werden sie durch die Studienleitung in Zusammenarbeit mit den zuständigen Gesundheitsämtern. Kitaleitungen, Beschäftigte sowie Kinder und deren Haushaltsangehörige werden unabhängig von ihrem Infektionsstatus in die Studie einbezogen. Die Zwischenergebnisse der COALA-Studie werden in den Monats- und Quartalsberichten der Corona-KiTa-Studie dokumentiert.

Die Corona-KiTa-Studie

Die Corona-KiTa-Studie untersucht aus medizinischer und sozialwissenschaftlicher Sicht die Rolle der Kindertagesbetreuung und der Kinder bei der Ausbreitung des Coronavirus, und was die Pandemie für Kitas, Kindertagespflege, Kinder und Eltern bedeutet. Sie wird vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) und dem RKI durchgeführt und vom Bundesfamilienministerium und dem Bundesgesundheitsministerium finanziert. Die gewonnenen Erkenntnisse werden Wissenschaft und Politik bereitgestellt, um darauf aufbauend zielgerichtete Maßnahmen entwickeln zu können.