Webtalk

Ekin Deligöz diskutiert mit Jugendlichen über Corona-Erfahrungen

Das Bild zeigt ein Porträt von Ekin Deligöz
Ekin Deligöz, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesjugendministerin© Bildnachweis: Bundesregierung, Steffen Kugler

Am 2. März hat Ekin Deligöz, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesjugendministerin, mit jungen Menschen in einem Webtalk darüber diskutiert, welche Spuren die Corona-Pandemie bei ihnen hinterlassen hat. Wie blicken sie auf die beiden Jahre zurück und welche Wünsche und Ideen haben sie, wie gute Politik jetzt für sie gestaltet werden kann? An dem Webtalk zum Thema "Belastet und übergangen? Wie geht es weiter für Jugendliche nach zwei Jahren Corona?" hat auch die Jugendforscherin und Co-Autorin der Studie "Jugend und Corona", Professorin Sabine Andresen, teilgenommen. Ausgerichtet wurde er von der Bertelsmann Stiftung.

Lea Leidig, Studentin und Mitglied im Team der Jugendexpertinnen und -experten der Bertelsmann Stiftung, Xueling Zhou vom Vorstand der Landesschülerinnen- und -schülervertretung Nordrhein-Westfalen und Dario Schramm, der ehemalige Sprecher der Bundesschülerkonferenz, schilderten, wie sie ganz persönlich die vergangenen zwei Jahre der Pandemie erlebt haben.

Ekin Deligöz betonte: "Junge Menschen haben in den letzten zwei Jahren besonders viel Rücksicht genommen und immer wieder zurückstecken müssen. Insbesondere die Zeiten im Lockdown waren für sie eine extreme Belastung. Es fehlten der Austausch, die Freundschaften, der Sport und auch die eigenen Welten außerhalb des Elternhauses - so vieles, was Jugend eigentlich ausmacht. Besonders gelitten haben junge Menschen unter dem Gefühl, mit ihren speziellen Bedürfnissen in der Pandemie nicht wahr- und ernstgenommen zu werden. Das wollen wir als Bundesjugendministerium in Zukunft ändern. Ein wichtiges Vorhaben auf dem Weg, um jungen Menschen in unserer Gesellschaft mehr Gehör zu verschaffen, ist die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre."

Psychische Belastungen und finanzielle Sorgen

Wie wichtig es ist, dass Politik junge Menschen "mitnimmt", betonte Sabine Andresen. Sie stellte die Ergebnisse der dritten Erhebungsrunde der Studie "Jugend und Corona" (JuCo) vor. Die Studie untersucht die Bedürfnisse, Wünsche und Lebensbedingungen junger Menschen ab 15 Jahren in der Pandemie. Befragungen fanden im Frühjahr und Spätherbst 2020 sowie im Dezember 2021 statt. Die Ergebnisse der dritten Studie zeigen, dass psychische Belastungen sich verfestigt und zugenommen haben. Auch die Angst vor der Zukunft und finanzielle Sorgen sind gewachsen.

Zukunftspaket für junge Menschen

Mit dem Aktionsprogramm "Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche" investiert die Bundesregierung bis Ende 2022 zwei Milliarden Euro in vielfältige Angebote aus den Bereichen Freizeit, kulturelle Bildung oder Ferien- und Wochenendfreizeiten, um einen ersten Ausgleich für die starken Belastungen der jungen Menschen zu schaffen. Da die Pandemie noch nicht beendet ist, werden junge Menschen jedoch längerfristig eine besondere Unterstützung benötigen. Deshalb ist im Koalitionsvertrag ein Zukunftspaket für Bewegung, Kultur und Gesundheit vereinbart. Dieses Paket soll in den kommenden Monaten im Bundesjugendministerium konzeptionell entwickelt und junge Menschen sollen ganz eng in die Planungen eingebunden werden.