Fachveranstaltung

Diversität spielt eine wichtige Rolle für Investorinnen und Investoren

Lisa Paus wendete sich in einem Grußwort an die Teilnehmenden
Wie können Führungsetagen von Unternehmen diverser werden? Darum ging es bei einer Fachtagung in Berlin. Lisa Paus wendete sich in einem Grußwort an die Teilnehmenden© Kira Hofmann/photothek

Am 17. Januar hat anlässlich der Veröffentlichung der Studie "Der Einfluss von Investoren auf die Diversität in deutschen Aufsichtsräten und Vorständen - Trendanalyse 2020-2022" eine Fachveranstaltung stattgefunden. Dabei stand unter anderem die Frage im Fokus, wie Aufsichtsräte und Vorstände in Deutschland diverser werden und welchen Einfluss Investorinnen und Investoren auf die Zusammensetzung der Spitzengremien in Unternehmen haben.

Bundesgleichstellungsministerin Lisa Paus eröffnete die Veranstaltung, an der Investorinnen und Investoren, Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen und Wissenschaft sowie von Rating Agenturen teilnahmen.

Lisa Paus: "Unternehmen, die auf homogenen Führungsgremien beharren, stellen im internationalen Vergleich ein Risiko für den Wirtschaftsstandort Deutschland dar. Denn immer mehr Investorinnen und Investoren, die sich an börsennotierten Unternehmen beteiligen wollen, erwarten, dass Führungspositionen ausgewogen besetzt sind und Diversität systematisch umgesetzt wird. Sie geben sich auch nicht damit zufrieden, dass gesetzliche Vorgaben - etwa die Frauenquote von 30 Prozent in Aufsichtsräten - umgesetzt werden. Durch ihren Druck haben sie aber schon viel erreicht. Doch sie müssen das Thema Diversität konsequent weiterverfolgen. Dabei wird mein Haus sie weiter unterstützen."

Die Teilnehmenden der Fachtagung diskutierten die Ergebnisse der vom Bundesgleichstellungsministerium geförderten Studie und erarbeiteten Rahmenbedingungen und Handlungsempfehlungen, unter denen sich Investorinnen und Investoren, Rating Agenturen und Unternehmen stärker für Diversität in den Führungsetagen deutscher Unternehmen einbringen können. Es ist die erste Veranstaltung im Bundesgleichstellungsministerium, die sich um den Einfluss von Investorinnen und Investoren auf Diversität in Unternehmen dreht.

Ergebnisse der Trendanalyse

Die Ergebnisse der Trendanalyse zeigen: Die Anforderungen, die Investorinnen und Investoren an die Diversität bei der Zusammensetzung der Spitzengremien deutscher börsennotierter Unternehmen stellen, sind zuletzt deutlich gestiegen.

Im Jahr 2022 war das Thema Diversität für 73 Prozent ein wichtiges Kriterium. Ein großer Teil der Investorinnen und Investoren nennt insbesondere Geschlechterdiversität in der Führungsriege als Kriterium für eine Beteiligung. Doch nach wie vor nutzen sie ihre Stimme zu wenig, um auf Diversität in den Spitzengremien Einfluss zu nehmen. 

Die vorgestellte Studie ist bereits die zweite zum Thema. Die erste Studie erschien unter dem Titel "Forderungen mit wenig Durchschlagskraft: Der Einfluss von Investoren auf die Diversität in deutschen Aufsichtsräten und Vorständen" im April 2021.

Das Zweite Führungspositionen-Gesetz

Das Zweite Führungspositionen-Gesetz (FüPoG II) leistet einen wichtigen Beitrag für mehr Diversität und mehr Perspektiven in Führungsebenen großer Unternehmen. Um den Frauenanteil zu erhöhen, gibt es eine verbindliche Quote in den Vorständen börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen.