Agenda für smarte Gesellschaftspolitik Digitalisierungspolitik ist Gesellschaftspolitik

Franziska Giffey präsentiert die "Agenda für eine smarte Gesellschaftspolitik"
Franziska Giffey präsentiert die "Agenda für eine smarte Gesellschaftspolitik"© Janine Schmitz

Die Covid-19-Pandemie hat zu einem großen Digitalisierungsschub in Deutschland geführt, aber auch aufgezeigt, wo es Potenzial für Verbesserungen gibt. Mit der "Agenda für smarte Gesellschaftspolitik" zeigt das Bundesfamilienministerium, wie es an den digitalen Fortschritt anknüpfen will und die Menschen dabei in den Mittelpunkt stellt. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat die Agenda am 4. Mai vorgestellt.

Franziska Giffey:

"Ob Home-Office, Video-Konferenzen oder papierlose Anträge - für viele Menschen gehören diese digitalen Hilfsmittel inzwischen zur alltäglichen Normalität, ohne sie wäre die Pandemie nicht zu bewältigen gewesen. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass diese Möglichkeiten nicht nur ein besseres Leben für wenige, sondern für alle Menschen in unserem Land bedeuten. Ich sehe den digitalen Wandel vor allem als Chance, das Leben einfacher, sicherer und unbürokratischer zu machen, aber es muss sozial verträglich und zugänglich gestaltet sein."

Agenda beschreibt fünf Handlungsfelder

In der "Agenda für smarte Gesellschaftspolitik" beschreibt das Bundesfamilienministerium in fünf Handlungsfeldern, wie die Menschen von einer smarten Gesellschaftspolitik profitieren können: Zum Beispiel können digitale Tools älteren Menschen helfen, länger eigenständig zu Hause zu leben. Mobiles Arbeiten kann zu mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen, wenn gute Kinderbetreuung gesichert ist. Intelligente Assistenten und Bots können helfen, Bürokratie abzubauen.

Die fünf Handlungsfelder im Überblick:

  1. Smarte Lebensführung: Digitale Innovationen sollen den Alltag der Menschen einfacher, sicher und sozialer machen.
  2. Digitale Souveränität: Alle Menschen sollen digitale Technologien informell, selbstbestimmt, reflektiert und sicher nutzen können. Niemand wird abgehängt.
  3. Digitale Teilhabe und Beteiligung: Alle Menschen sollen mitmachen können: für ein demokratisches Zusammenleben in der digitalen Gesellschaft. 
  4. Intelligente Services: Alle Menschen bekommen den Service, den sie brauchen. 
  5. Innovative Datennutzung: Zusammen mit der Zivilgesellschaft etablieren wir ein Innovationsnetz in Deutschland, in dem Daten gemeinsam, innovativ, verantwortungsvoll und gemeinwohlorientiert genutzt werden.

Die digitalen Leuchtturmprojekte

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, fördert das Bundesfamilienministerium bereits viele verschiedene Projekte, von denen ausgewählte auch in der Agenda als Leuchttürme vorgestellt werden. Beispielsweise Mehrgenerationshäuser, die zeigen, wie Digitalität auch Zwischenmenschlichkeit fördern kann. Ein digitaler Computerkurs für ältere Mitbewohnerinnen und Mitbewohner, Eltern-Kind-Treffs vor dem Monitor oder auch ein neuer Podcast stärken das Miteinander der Generationen. Für mehr Frauen in IT-Berufen setzt sich das Projekt "YouCodeGirls" ein. Ziel ist es, eine digitale Lern- und Lehrplattform zu entwickeln, auf der sich Mädchen und junge Frauen weiterbilden können. "YouCodeGirls" wird sie mit den entsprechenden Programmierfähigkeiten ausstatten.

Digitale Mehrgenerationenhäuser

Die Häuser zeigen, wie menschliche Kontakte mit digitalen Hilfsmitteln aufrechterhalten werden können: Ein digitaler Computerkurs für ältere Menschen, Eltern-Kind-Treffs vor dem Bildschirm oder auch ein neuer Podcast - der Schritt ins Digitale stärkt das Miteinander der Generationen nicht nur in Krisenzeiten!

YouCodeGirls

Das Projekt "YouCodeGirls", welches im Oktober 2020 gestartet ist, soll mehr Mädchen und junge Frauen für Coding begeistern. Ziel ist es, eine digitale Lern- und Lehrplattform zu entwickeln, auf der sie sich unkompliziert, angeleitet und passend zu ihren Bedürfnissen weiterbilden können.

Hate Aid

Hass im Netz löst bei Betroffenen Angst, Wut und Hilflosigkeit aus. Das Projekt "Hate Aid" hilft in dieser Situation, damit Betroffene nicht alleine sind. "Hate Aid" hat ein Best-Practice-Konzept für eine ganzheitliche Beratungspraxis von kommunal Engagierten entwickelt, das 2021 umgesetzt wird.

Chatbot und Maps4Parents

Ein neuer Chatbot erleichtert den Zugriff auf Informationen und Services des Bundesfamilienministeriums. Das Projekt "Maps4Parents" bietet eine zentrale digitale Karte für Eltern und Familien: Von Spielplätzen, Minigolfanlagen und Eis-Cafés bis hin zu Beratungsstellen und Behörden. Alles an einem Ort, egal wo man sich gerade befindet.

Vision für die digitale Gesellschaft von morgen

Die "Agenda für smarte Gesellschaftspolitik" präsentiert eine Vision für die digitale Gesellschaft von morgen: Digitale Innovationen können gesellschaftliche Herausforderungen auf neue Weise inklusiv und nachhaltig lösen, wenn der technologische Fortschritt in den Dienst der Allgemeinheit gestellt wird.

Denn die Digitalisierung umfasst viel mehr als den Ausbau des Glasfasernetzes oder die Modernisierung der Industrie. Smartphones und Tabletts, Videocalls und digitale Plattformen verändern die Lebensgewohnheiten der Menschen, die Art und Weise, wie sie kommunizieren oder arbeiten. In der neuen Digitalstrategie stellt das Bundesfamilienministerium vor, wie eine Digitalisierung aussehen kann, die konsequent von den Menschen für die Menschen gedacht ist. Die "Agenda für smarte Gesellschaftspolitik" ist der Kompass für eine innovative und intelligente Digitalpolitik, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Die neue Digitalstrategie richtet sich an eine digitalpolitisch interessierte Fachöffentlichkeit, die organisierte Zivilgesellschaft, die Politik, die Digitalwirtschaft und die Bürgerinnen und Bürger.