Freie Wohlfahrtspflege

Digitale Transformation im sozialen Bereich weiterentwickeln

Juliane Seifert und Dr. Ulrich Schneider bei der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung der freien Wohlfahrtspflege
Juliane Seifert, Staatsekretärin im Bundesfamilienministerium, und Dr. Ulrich Schneider, Mitglied der BAGFW-Mitgliederversammlung, bei der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung© Tanja Schnitzler

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtpflege (BAGFW) und das Bundesfamilienministerium haben am 22. Oktober ihre strategische Zusammenarbeit in Fragen der digitalen Zukunft der freien Wohlfahrtspflege erneuert. Sie wurde bereits 2017 vereinbart. Juliane Seifert, Staatsekretärin im Bundesfamilienministerium, und Dr. Ulrich Schneider, Mitglied der BAGFW-Mitgliederversammlung (Der Paritätische Gesamtverband), unterzeichneten bei einem Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Verbände sowie Expertinnen und Experten in Berlin die gemeinsame Erklärung "Digitale Transformation und gesellschaftlicher Zusammenhalt - Gemeinsame Erklärung von Bundesfamilienministerium und BAGFW zur Wohlfahrtspflege in der Digitalen Gesellschaft". Sie setzen damit ihre digitalpolitische Zusammenarbeit fort.

Juliane Seifert:

"Die Arbeit der Freien Wohlfahrtspflege ist in Zeiten der Pandemie wichtiger denn je. Gleichzeitig macht es die aktuelle Krise auch notwendig, die digitalen Möglichkeiten besser zu nutzen. Genau hier setzt die gemeinsame Erklärung zwischen dem Bundesfamilienministerium und der Freien Wohlfahrtspflege an: Wir wollen die Chancen der Digitalisierung in der sozialen Arbeit weiter nutzen, um innovative Lösungsansätze zu entwickeln. So können hilfebedürftige Menschen von Jung bis Alt in ihrem Alltag besser unterstützt werden, beispielsweise durch Künstliche Intelligenz, Robotik oder die Vermittlung Digitaler Kompetenzen. Mit dem Förderprogramm 'Zukunftssicherung der Freien Wohlfahrtspflege durch Digitalisierung' haben wir dazu einen wichtigen Schritt unternommen. Daran wollen wir festhalten und das Digitalisierungsprogramm - vorbehaltlich des Beschlusses des Bundeskabinetts - im nächsten Jahr in gleicher Höhe wie 2020 - also rund drei Millionen Euro - fortsetzen."

Dr. Ulrich Schneider:

"Als Teil einer lebendigen Zivilgesellschaft stehen die Wohlfahrtsverbände für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Solidarität und eine Gesellschaft, die alle mitnimmt und keinen zurücklässt. Diese Werte gilt es auch im digitalen Raum zu bewahren und mit digitalen Mitteln zu stärken. Als Katalysator und Moderatoren begleiten wir die digitale Transformation in Strukturen und Mitgliedschaft - ein dynamischer, kreativer und innovativer Prozess, in dem sich nicht nur neue Formen der Zusammenarbeit und Kommunikation entwickeln, sondern auch die Bedeutung von Wissenstransfer und Beteiligung praktisch erlebbar sind. Das Förderprogramm des Bundesfamilienministeriums 'Zukunftssicherung der Freien Wohlfahrtspflege durch Digitalisierung' bietet den Spitzenverbänden die Chance, dieser Aufgabe gerecht zu werden und digitalen Wandel für und mit den Menschen zu gestalten."

Digitale Kompetenzen und Anwendungen ausbauen

Das Bundesfamilienministerium und die BAGFW bekräftigen und erneuern mit der Unterzeichnung ihre strategische Partnerschaft zur sozialen Gestaltung der digitalen Gesellschaft. Sie sind sich einig, dass die digitalen Kompetenzen, Werkzeuge und Anwendungen sowie darauf bezogene Konzepte und Programme in der freien Wohlfahrtspflege schnellstens ausgebaut werden müssen. Ziel muss es sein, im Sozialen den Herausforderungen und Risiken der Digitalisierung gerade für von Not und Ausgrenzung bedrohte Menschen zu begegnen. Aber auch, um die damit verbundenen neuen Möglichkeiten der Hilfe besser auszuschöpfen.

Gleichzeitig sind sich Bundesfamilienministerium und BAGFW einig, dass damit einhergehend auch eine gezielte strategische Gestaltung der digitalen Transformation sowohl auf politischer als auch auf verbandlicher und einrichtungsbezogener Ebene erfolgen muss.

Neue Angebote schaffen

Ausgangspunkt der Zusammenarbeit war eine 2017 geschlossene Absichtserklärung zur strategischen Zusammenarbeit der Partner. In diesem Rahmen wurde auch das Förderprogramm "Zukunftssicherung der Freien Wohlfahrt durch Digitalisierung" initiiert, in dem die Spitzenverbände gemeinsam die Digitalisierung im Sozialen strategisch weiterentwickeln. Mit den Projekten entwickeln die Spitzenverbände Inhalte wie auch Strukturen digital weiter und schaffen somit neue Angebote für die Nutzerinnen und Nutzer. Konkret geht es um Beratungs-, Qualifizierungs- und Bildungsangebote, Förderung von Personal- und Organisationsentwicklung, verbandlicher Kommunikation, freiwilligem Engagement, Management und sozialraumorientierter Arbeit. Darüber hinaus teilen sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen und bieten damit einen Mehrwert, der weit über die Freie Wohlfahrtpflege hinausreicht.

"Digitale Agenda für eine lebenswerte Gesellschaft"

Die Zusammenarbeit zwischen dem Bundesfamilienministerium und den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege ist ein zentraler Baustein in der "Digitalen Agenda für eine lebenswerte Gesellschaft" des Bundesfamilienministeriums. Gemeinsam mit Verbänden, Vereinen und zivilgesellschaftlichen Organisationen gestaltet das Haus den digitalen Wandel, um die gesellschaftspolitischen Chancen der digitalen Transformation zu nutzen.

Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege

In der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege arbeiten die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege zusammen: die Arbeiterwohlfahrt, der Deutsche Caritasverband, das Deutsche Rote Kreuz, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, Diakonie Deutschland, Evangelischer Bundesverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Ihr Ziel ist die Sicherung und Weiterentwicklung der sozialen Arbeit durch gemeinschaftliche Initiativen und sozialpolitische Aktivitäten.