Zeitverwendungserhebungsgesetz Auskunft über das alltägliche Leben gewinnen

Logo des Zeitverwendungserhebungsgesetzes mit einem einem schwarzen, roten und gelben Rechteck und dem Schriftzug ZVE 2022
Logo zur Zeitverwendungserhebung im Jahr 2022© Statistisches Bundesamt (Destatis)

Mit dem neuen Zeitverwendungserhebungsgesetz (ZVEG) hat das Bundesfamilienministerium einen wichtigen Grundstein für die Datenerhebung zu familienpolitischen Fragestellungen gelegt. Ab Januar 2022 werden 10.000 Haushalte wichtige Erkenntnisse zu der Frage liefern: "Wo bleibt die Zeit?". Die Ergebnisse werden dann später vom Statistischen Bundesamt als amtliche Daten zur Beschreibung und Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen bereitgestellt.

Für die freiwillige Teilnahme werden noch Haushalte gesucht - als Dankeschön erhalten alle teilnehmenden Haushalte mindestens 35 Euro. Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes.

Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, betonte:

"Wir müssen Familien und ihren Alltag kennen und verstehen, um mit politischen Maßnahmen ihren Erwartungen gerecht zu werden. Dafür brauchen wir zuverlässige amtliche Daten über den familiären Alltag: Mit Ihrer Teilnahme tragen Sie dazu bei, dass sich Ihre alltägliche Situation in den Daten widerspiegelt."

Wichtige Erkenntnisse zur Arbeitsbelastung in Familien

Die Erhebung ermöglicht nicht nur wissenschaftliche Analysen zu Aktivitäten, sondern gibt vor allem Aufschluss zur Arbeitsbelastung in Familien sowie zu unbezahlter Arbeit. Damit stellen die Daten eine wichtige Grundlage für politische Gestaltung bereit: Wie verteilt sich die Arbeit innerhalb der Familie? Wie viel Zeit nehmen Kinderbetreuung und Pflege in Anspruch? Wie viel Zeit wird mit freiwilligem Engagement verbracht?

Seit den 1990er Jahren hat die Bundesregierung in einem zehnjährigen Rhythmus Daten zur Zeitverwendung der in Deutschland lebenden Menschen durch das Statistische Bundesamt erheben lassen, zuletzt 2012/13. Nun war es an der Zeit, dafür eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, um auch in Zukunft diese wichtigen Daten erheben zu können. Erstmalig wurde dabei auch der Weg für die Nutzung einer App freigemacht, sodass Teilnehmende zwischen Papierfragebögen und digitaler Version wählen können. Neben allgemeinen Fragen zum Haushalt stehen im Zentrum der Erhebung ein individueller Fragebogen und das Tagebuch, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an drei Tagen ihre Tätigkeiten dokumentieren.