Hilfe für ukrainische Geflüchtete

Ankommen und Teilhaben in Deutschland

Finanzielle Unterstützung

Geflüchtete aus der Ukraine können unter bestimmten Voraussetzungen Familienleistungen wie Kindergeld, Elterngeld und Unterhaltsvorschuss bekommen. Bedingung ist, dass sie eine Aufenthaltserlaubnis nach Paragraf 24 des Aufenthaltsgesetzes haben, die eine Arbeitserlaubnis für mindestens sechs Monate umfasst. Je nach Familienleistung gelten weitere unterschiedliche Voraussetzungen. Vereinzelt entfallen sie bei Minderjährigen. Weitere Informationen hat das Familienportal auf einer Sonderseite für Ukraine-Geflüchtete zusammengestellt.

Außerdem hilft das Projekt "Familien gut informiert" Geflüchteten sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, damit zugewanderte Familien Leistungen wie Kindergeld oder Kinderzuschlag leichter beantragen können.

Heim- und Waisenkindern helfen

Die Melde- und Koordinierungsstelle zur Aufnahme von Kindern und Jugendlichen aus ukrainischen Waisenhäusern informiert Einrichtungen, Organisationen und Privatpersonen, die die Aufnahme evakuierter Heim- und Waisenkinder aus der Ukraine in Deutschland organisieren. Sie gibt Auskunft über das Verteilverfahren und die zuständigen Stellen in den Bundesländern und nennt relevante Ansprechpersonen. Fragen Gruppen ukrainischer Heim- und Waisenkinder auf dem Weg nach Deutschland von sich aus an, vermittelt die Meldestelle diese auch an die zuständigen Stellen weiter. Die SOS Meldestelle, betrieben von SOS-Kinderdorf e.V., ist unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 12 606 12 täglich von 8:00 bis 19:00 Uhr erreichbar.

Kita-Platz finden

Der Wegweiser zur Kindertagesbetreuung in Deutschland bietet die wichtigsten Antworten für Eltern mit Kindern im Kita-Alter. Der Wegweiser richtet sich an ukrainische Familien sowie Privatpersonen, Einrichtungen und Organisationen, die Geflüchtete zum Thema Kindertagesbetreuung beraten. Er steht auf Ukrainisch und Deutsch zur Verfügung.

Alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr haben in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf Kindertagesbetreuung. Der Wegweiser zeigt auf, wie Eltern einen Betreuungsplatz für ihr Kind finden können, wie sich der Kita-Start gestaltet und welche Kosten für die Betreuung anfallen. Weitere Informationen zu den verschiedenen Betreuungsformen, den Öffnungszeiten, Verpflegung, den Vorgaben zum Infektionsschutz sowie der Zusammenarbeit mit Familien sind im Wegweiser zusammengefasst.

Außerdem stellt der Bundesverband für Kindertagespflege seit Jahren Informationen zur Betreuung von Kindern in Kindertagespflege in unterschiedlichen Sprachen zur Verfügung. Die Informationen stehen jetzt auch auf Ukrainisch zum Download zur Verfügung.

Schwangere Geflüchtete und junge Eltern unterstützen

Das bundesweite Hilfetelefon "Schwangere in Not" bietet psychosoziale Erstberatung für Schwangere, ihr soziales Umfeld und betreuendes Fachpersonal an. Unter der Telefonnummer 0800 40 40 020 steht das Angebot rund um die Uhr, kostenlos, anonym, barrierefrei und in 19 Sprachen auch Geflüchteten zur Verfügung - auch auf Ukrainisch, Russisch oder Polnisch. Ziel des Angebots ist die Weitervermittlung an eine Schwangerschaftsberatungsstelle vor Ort.

Auch die Informationsmaterialien für Schwangere in Not werden in Kürze auf Ukrainisch verfügbar sein.

Unabhängig von der Nationalität unterstützt auch die Bundesstiftung Mutter und Kind in Deutschland schwangere Frauen in Notlagen. Sie gewährt außerdem finanzielle Hilfen für Schwangerschaftskleidung, Babyerstausstattung, Wohnung und Einrichtung sowie für die Betreuung eines Kleinkindes. Frauen, die aktuell aus der Ukraine fliehen mussten, können in Schwangerschaftsberatungsstellen unbürokratisch Anträge auf Unterstützung durch die Stiftung stellen. Gegebenenfalls fehlende Unterlagen können nachgereicht werden. 

Das Infoblatt mit allen relevanten Infos zur Stiftung und ihren Angeboten kann auf Ukrainisch auf der Website der Bundesstiftung sowie hier heruntergeladen und auch bestellt werden. Außerdem informiert ein Infoplakat auf Deutsch und Englisch im DIN-A3-Format über die Hilfeleistungen der Bundesstiftung Mutter und Kind. Es soll vor allem geflüchtete schwangere Frauen besser erreichen. Es enthält drei QR-Codes, mit denen man direkt zu den Infoblättern der Bundesstiftung in deutscher, englischer und ukrainischer Sprache gelangt. Das Infoplakat eignet sich besonders für Beratungsstellen, Kliniken, Arztpraxen und alle weiteren Stellen, die mit Geflüchteten Kontakt haben.

Weitere Beratungsangebote und Informationen bietet das Nationale Zentrum Frühe Hilfen. Es hat auf elternsein.info eine Übersicht für Schwangere und Familien zusammengestellt - auf Ukrainisch, Englisch und Russisch. Fachkräfte der Frühen Hilfen finden Arbeitshilfen und Broschüren zur Unterstützung geflüchteter Familien auf fruehehilfen.de.

Helpline Ukraine: Unterstützung bei Sorgen und Problemen

Das Logo und die Durchwahl der Helpline Ukraine von NummergegenKummer
© Nummer gegen Kummer e.V.

Die Helpline Ukraine bietet kostenfreie Beratung für geflüchtete ukrainische Kinder, Jugendliche und Eltern. Die Helpline Ukraine ist unter der Telefonnummer 0800 500 225 0 montags bis freitags von 14 bis 17 Uhr erreichbar.

Die Beratung ist vertraulich und erfolgt in ukrainischer und russischer Sprache. Die Beraterinnen und Berater hören zu und unterstützen geflüchtete ukrainische Kinder, Jugendliche, deren Eltern sowie weitere Angehörige bei aktuellen Sorgen und Themen, die sie bewegen.

Psychosoziale Betreuung

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege beraten und begleiten geflüchtete Menschen in mehr als 2000 Beratungsstellen in ganz Deutschland. Adressen sind auf der Seite des Informationsverbundes Asyl und Migration zu finden.

Das Bundesfamilienministerium fördert insbesondere Psychosoziale Zentren, die psychosoziale Beratung und Unterstützung mit Dolmetschenden anbieten - vor allem auch für Frauen und Kinder. Diese reichen von individueller Krisenintervention, Erstgesprächen und Gruppenangeboten zur psychischen Stabilisierung bis hin zu psychologischer Traumatherapie. Adressen finden sich auf der Webiste der Bundesarbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren.

Junge Geflüchtete beraten und begleiten

Bundesweit rund 490 Jugendmigrationsdienste unterstützen junge Menschen aus der Ukraine durch Beratung und Begleitung zu allen Fragen rund um ihre Integration. Die Schwerpunkte liegen auf Sprachförderung, Schule sowie Ausbildung und Beruf.

Integrationskurse besuchen

In Integrationskursen werden nach Deutschland zugewanderten Menschen die deutsche Sprache und die Geschichte, Kultur und Rechtsordnung des Landes vermittelt. Der Besuch eines Integrationskurses verbessert die gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten der Teilnehmenden.

Um auch Eltern mit nicht schulpflichtigen Kindern die Teilnahme an einem Integrationskurs zu erleichtern, startete im Januar 2022 das Bundesprogramm "Integrationskurs mit Kind: Bausteine für die Zukunft". Damit haben das Bundesfamilienministerium und das Bundesinnenministerium ein Angebot zur kursbegleitenden Kinderbeaufsichtigung geschaffen, solange die Eltern keinen regulären Kita-Platz haben. Die Beaufsichtigung der Kinder findet in der Nähe des Integrationskurses statt. Die Servicestelle "Integrationskurs mit Kind" berät zu allen Fragen rund um das Bundesprogramm unter der E-Mail-Adresse service@integrations-kibe.de. Fachlich-inhaltliche Beratung gibt es zudem unter der Telefonnummer 030 390 634 730, finanz-technische Beratung unter der Nummer 030 544 533 712. Informationen auf Ukrainisch zum Bundesprogramm enthält ein Dokument des Bundesfamilien- und des Bundesinnenministeriums.

Sprachkurse für angehende Studierende

Junge Geflüchtete aus der Ukraine, die in Deutschland ein Hochschulstudium anstreben oder fortsetzen, können ab sofort über das Programm Garantiefonds Hochschule einen Deutschkurs besuchen. Das Angebot baut auf den Integrationskursen auf.

Erwerbseinstieg für zugewanderte Mütter erleichtern

Das ESF-Bundesprogramm "Stark im Beruf - Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein" des Bundesfamilienministeriums verfolgt das Ziel, den Erwerbseinstieg für diese Zielgruppe zu erleichtern. Es umfasst Kurse und Coachings für zugewanderte Mütter zum Erwerbseinstieg, zum Spracherwerb und für die Anerkennung von Qualifikationen. Außerdem hilft es bei der Vermittlung in Stellen oder Praktika und bei Vereinbarkeitsfragen - an 85 Standorten bundesweit. Die Unterstützung kann gegebenenfalls auch mit russischsprachigen Sprachmittlerinnen erfolgen.

Patenschaften eingehen

Das Patenschaftsprogramm "Menschen stärken Menschen" verfügt seit 2016 über bewährte und erprobte Strukturen in der Flüchtlingshilfe. Die ehrenamtlichen Paten und Patinnen unterstützen Schutzsuchende nach ihrer Ankunft in Deutschland ganz konkret im Alltag, zum Beispiel bei gemeinsamen Behördengängen oder Arztbesuchen, bei Übersetzungen oder beim Ausfüllen amtlicher Dokumente. 24 zumeist bundesweit agierende Programmträger mit über 700 angeschlossenen lokalen Strukturen bieten flächendeckend bedarfsgerechte Angebote, von der niedrigschwelligen Alltagsbegleitung über die Erschließung des Wohnumfeldes und Hausaufgabenbetreuung bis hin zu Bildungsmentorenschaften für erfolgreiche Schulabschlüsse.

Mehrgenerationenhäuser machen vielfältige Angebote

Vielfältige Unterstützungsangebote bieten auch die deutschlandweit mehr als 530 Mehrgenerationenhäuser. Sie sind Anlaufstellen in den Nachbarschaften und helfen gemeinsam mit freiwillig Engagierten den geflüchteten Menschen aus der Ukraine. Die Angebote und Aktionen reichen je nach Standort von Begegnungscafés, der Vermittlung von Dolmetschenden, psychologischer Begleitung, Patenschaften sowie gegebenenfalls auch der Vermittlung von Unterkünften. Außerdem bieten manche Einrichtungen darüber hinaus warme Mahlzeiten, Hilfe bei Antragstellungen, Freizeit- und Beratungsangebote, Sprachkurse mit Kinderbetreuung sowie die Bereitstellung dezentraler Hilfsgüter-Datenbanken für Geflüchtete an. Zum Teil organisieren die Mehrgenerationenhäuser auch Benefizveranstaltungen und Spendenaktionen oder betreiben Kleiderkammern. Häuser in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Bundesfreiwilligendienst machen

Ukrainische Geflüchtete können sich in Deutschland als Freiwillige im Bundesfreiwilligendienst (BFD) engagieren. Informationsflyer über den BFD stehen zum Download auf Deutsch und auf Ukrainisch zur Verfügung.