Medienkompetenz stärken

Mutter und Tochter spielen mit Tablets
Gutes Aufwachsen mit Medien© Fotolia/nenetus

Kinder und Jugendliche haben Medien ganz selbstverständlich in ihren Alltag integriert. Im Umgang damit erwerben sie wichtige Schlüsselkompetenzen zur Teilhabe in unserer Gesellschaft. Je bedeutender Medien im Alltag der Kinder und Jugendlichen werden, umso mehr steigen auch die Anforderungen an ihre Medienkompetenz. Medienkompetenz befähigt Kinder und Jugendliche dazu, Medien ihrem Alter entsprechend selbstbestimmt, verantwortungsbewusst, kritisch und kreativ zu nutzen. Medienkompetenz heißt, Angebote bewerten und die Konsequenzen von Medienkonsum einschätzen zu können.

Das Bundesjugendministerium sieht in der Stärkung von Medienkompetenz eine wichtige Aufgabe. Es fördert eine Vielzahl von Projekten und Initiativen, die sich den technischen und inhaltlichen Entwicklungen der Medienwelt und an den sich ändernden Umgang damit anpassen. Die Projekte stärken die Medienerziehungskompetenz von Eltern und Fachkräften, unterstützen altersgerechte und gute Medienangebote für Kinder und Jugendliche und fördern den kreativen und eigenverantwortlichen Umgang mit Medien.

Unterstützungsangebote für Familien

Das Bundesjugendministerium stärkt die Medien- und Erziehungskompetenz in Familien mit vielen Unterstützungsangeboten. Das Initiativbüro "Gutes Aufwachsen mit Medien" bündelt Informationsangebote für Eltern, berät lokale Netzwerke der Elterninformation und -beratung und qualifiziert Fachkräfte. Der Online-Medienratgeber für Eltern und Erziehende "Schau Hin! Was Dein Kind mit Medien macht." setzt seine erfolgreiche Arbeit fort. Die Förderung der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur unterstützt den medienpädagogischen Fachaustausch, die bundesweiten Wettbewerbe MB21 und Dieter Baacke Preis erhöhen die Sichtbarkeit guter Projektansätze.

Kindgerechte Angebote

Darüber hinaus fördert das Bundesjugendministerium strukturbildende, nachhaltige Medienangebote für Kinder, die Eltern darin unterstützen, Kinder beim Einstieg in die Internetnutzung zu begleiten und Medienkompetenz in kindgerechten Angeboten einzuüben. Dazu gehören die Kindersuchmaschine Blinde Kuh und das Beratungsangebot des seitenstark e.V. für Kinderseitenanbieter www.wir-machen-kinderseiten.de. Unter dem Dach der Initiative "Gutes Aufwachsen mit Medien" lädt das Bundesjugendministerium dazu ein, die Medienerziehung von Familien mit einem abgestimmten Vorgehen in Bund, Ländern und Kommunen zu unterstützen. Im Rahmen eines Dialogforums wird ein ressortübergreifender Austausch über die Förderung von Elterninformation und -beratung angeregt.

Eine Verantwortungsgemeinschaft für ein gutes Aufwachsen mit Medien erfordert die Verständigung über nationale Grenzen hinaus. Die EU hat mit dem "Safer Internet Programm" – heute unter dem Dach der Connecting Europe Facility – und ihrer Strategie "Better Internet for Kids" Entwicklungen vorangetrieben. Die vom Bundesjugendministerium ausgerichtete europäische Konferenz "Net Children 2020 – Growing up with Media" im April 2015 in Berlin hat eine programmatische Weiterentwicklung initiiert. In Deutschland wird das Programm durch die Initiative "klicksafe" der Landesmedienanstalten, die Internet-Hotlines "internet-beschwerdestelle.de" (durchgeführt von eco und FSM) und "jugendschutz.net" sowie das Kinder- und Jugendtelefon der Nummer gegen Kummer (Helpline) umgesetzt. Das Bundesjugendministerium kooperiert eng mit den Partnern des Verbunds und setzt die Förderung der Hotlines und Helpline im Rahmen fort.

Kinderschutz und sichere Surfräume im Internet

Ein Grundgedanke der Kinder- und Jugendnetzpolitik des Bundesjugendministeriums ist es, das Risikomanagement seitens der Einrichtungen des Jugendmedienschutzes und die individuelle Förderung von Medienkompetenz in eine Balance zu bringen. Aus diesem Grund begleitet das Bundesjugendministerium die Förderung guter Kinderseiten mit Projekten, deren Ziel es ist, insbesondere Kinder vor der Konfrontation mit entwicklungsbeeinträchtigenden Inhalten zu schützen.

Aktuell werden die folgenden Projekte durch das Bundesfamilienministerium begleitet oder gefördert:

"SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht": Kompetenz der Eltern stärken

Die Initiative "SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht" wurde 2003 ins Leben gerufen. Sie unterstützt Eltern und Erziehende dabei, sich über Angebote elektronischer Medien und deren Handhabung zu informieren, und sensibilisieren sie für Risiken und Gefahren dieser Angebote. Umfassende, leicht verständliche Informationen, Ratschläge und praxisnahe Handlungsempfehlungen klären über einen altersgerechten Umgang mit Medien für Drei- bis Zwölfjährige auf.

Die Informationsangebote und Arbeitsmaterialien stehen auf der "SCHAU HIN!"-Website zur Verfügung. Der "SCHAU HIN!"-Newsletter ergänzt das Angebot mit aktuellen Themen und Terminen.

Initiative "Surfen ohne Risiko"

Seit März 2011 bietet die Internetseite "Surfen ohne Risiko" Eltern Informationen für die Medienerziehung. Kinder bekommen durch eine mit kindersicheren Angeboten individuell gestaltbare Startseite einen sicheren Zugang zum Internet. Das Internetangebot www.surfen-ohne-risiko.net wurde in Zusammenarbeit mit jugendschutz.net erstellt.

Kindersuchmaschine "Blinde Kuh"

Mit der Förderung der Kindersuchmaschine www.blindekuh.de wurde eine deutschsprachige, nicht-kommerzielle Suchmaschine speziell für Kinder geschaffen, die sich als Startseite für das Internet eignet.
Medienerziehung: Information und Beratung für Eltern und Fachkräfte

Eltern und Fachkräfte in ihrer Medienerziehung zu stärken ist wichtig, um die Medienkompetenz bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Deshalb unterstützt das Bundesjugendministerium Informations- und Beratungsangebote für Eltern und Pädagogen und fördert Beratungsmaterialien, die sich gezielt auf einzelne Medien beziehen. So hat das Bundesjugendministerium Publikationen zum sicheren Umgang mit dem Internet, mit Mobiltelefonen, mit Spiel- und Lernsoftware und dem Fernsehprogramm veröffentlicht. Darüber hinaus unterstützt die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien Eltern und Fachkräfte bei der Medienerziehung mit ihrem Informationsangebot.

Dieter-Baacke-Preis

Mit dem Dieter-Baacke-Preis zeichnen die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur und das Bundesjugendministerium beispielhafte Medienprojekte der Bildungs-, Sozial- und Kulturarbeit in Deutschland aus.

Wettbewerbe

Das Bundesjugendministerium fördert den kreativen Umgang mit Medien durch Wettbewerbe, die Kinder und vor allem Jugendliche direkt ansprechen. Partner in der Umsetzung ist das Kinder - und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF). Das KJF führt im Auftrag des Bundesjugendministeriums bundesweite Kreativ-Wettbewerbe durch, veröffentlicht Filmempfehlungen und Filmeditionen und entwickelt Konzepte und Angebote zur Vermittlung von Medienkompetenz. So fordern der Deutsche Jugendvideopreis, der Deutsche Jugendfotopreis, der Wettbewerb Video der Generationen sowie der Multimediawettbewerb MB21 die Kreativität Jugendlicher im Umgang mit Medien heraus.