Ergänzendes Hilfesystem sexueller Missbrauch

Kinder- und Jugendschutz

Hilfeleistungen für Betroffene sexuellen Missbrauchs

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Das Ergänzende Hilfesystem unterstützt Betroffene© Bildnachweis: BMFSFJ

Das Ergänzende Hilfesystem für Fälle sexuellen Missbrauchs (EHS) besteht aus dem Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich und aus dem Ergänzenden Hilfesystem Institutioneller Bereich.

Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich

Der Fonds Sexueller Missbrauch im familiären Bereich richtet sich an Betroffene, die als Kinder oder Jugendliche in der Familie oder im familiären Umfeld sexuell missbraucht wurden und noch heute unter den Folgen des sexuellen Missbrauchs leiden. Betroffene können nach Aufhebung der ursprünglichen Antragsfrist (30. April 2016) weiterhin Anträge auf Hilfeleistungen aus dem Ergänzenden Hilfesystem (EHS) an die Geschäftsstelle des Fonds Sexueller Missbrauch richten. Es können Sachleistungen, zum Beispiel Therapien, bis maximal 10.000 Euro beantragt werden. Gewährt werden Leistungen, die vom gesetzlichen Hilfesystem nicht, nicht mehr oder nicht in ausreichendem Umfang finanziert werden.

Menschen mit Behinderungen können darüber hinaus Mehraufwendungen bis zu einer Höhe von 5.000 Euro beantragen, die notwendig und angemessen sind, damit sie die Hilfeleistungen auch tatsächlich in Anspruch nehmen können (zum Beispiel für Assistenzleistungen, erhöhte Mobilitätskosten).

Ergänzendes Hilfesystem Institutioneller Bereich

Das Ergänzende Hilfesystem Institutioneller Bereich richtet sich an Betroffene, die als Kinder oder Jugendliche in staatlichen und nicht-staatlichen Einrichtungen sexuell missbraucht wurden und noch heute an den Folgewirkungen leiden. Betroffene konnten ursprünglich bis zum 31. August 2016 Sachleistungen bis maximal 10.000 Euro beantragen.

Die Entscheidung über die Gewährung von Hilfeleistungen trifft die jeweilige Institution unter Berücksichtigung der Empfehlung der Clearingstelle.

Am EHS institutioneller Bereich beteiligen sich folgende nicht-staatliche Organisationen:

  • Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und Diakonie Deutschland
  • Deutsche Bischofskonferenz (DBK)
  • Deutsche Ordensobernkonferenz (DOK)
  • Deutscher Caritasverband e.V.
  • Deutsches Rotes Kreuz (DRK) e.V.
  • Deutscher Kinderschutzbund Bundesverband (DKSB) e.V.
  • Arbeiterwohlfahrt Bundesverband (AWO) e.V.
  • SOS-Kinderdorf e.V.
  • DAK-Gesundheit
  • Albert-Schweitzer-Kinderdörfer und Familienwerke Bundesverband e.V.
  • Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) e.V.
  • Internationaler Bund: Freier Träger der Jugend, Sozial- und Bildungsarbeit e.V.
  • Sozialistische Jugend Deutschlands - Die Falken

Bremen und Hamburg haben die Frist bis zum 31. Dezember 2018 verlängert. Anträge Betroffener in staatlichen Einrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen können bis zum 31. Dezember 2019 gestellt werden. Auch für das Land Brandenburg werden bis auf weiteres Anträge entgegengenommen.

Darüber hinaus haben sich bis 31. August 2016 der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), Hamburg, Sachsen, Bayern, Thüringen, Baden-Württemberg, Berlin, Saarland, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern am EHS beteiligt, ihre Arbeitgeberverantwortung wahrgenommen und Hilfeleistungen für Betroffene sexualisierter Gewalt in Sportvereinen, Schulen oder anderen Einrichtungen bereitgestellt.